Anycubic M3 Plus im Test: Schneller 3D-Resin-Drucker mit viel Platz

Anycubic Photon M3 Plus
Pro und Contra
  • Auto Feed System
  • Schnelle Druckzeiten
  • Großer Druckraum
  • Laute Lüfter
  • Schwarze Plastikschrauben nützen sich schnell ab
  • Nachbesserung am Auto Feed System nötig
  • 4.5

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Auto Feed, schnelle Druckgeschwindigkeit und großer Bauraum – der neue Anycubic Photon M3 Plus greift FDM-Drucker an. TechStage testet den SLA-3D-Drucker.

SLA-Drucker arbeiten mit flüssigem Harz statt aufgerolltem Filament und verursachen schon dadurch viel Arbeit. Außerdem haben sie normalerweise einen kleineren Bauraum – mit der Anycubic M3-Serie soll sich das ändern. Diese umfasst den Photon M3, den hier getesteten Photon M3 Plus und den XXL-Resin-Drucker Photon M3 Max.

Der neue M3 Plus hat ein Druckvolumen von 197 x 123 x 245 mm, das ist leicht größer als beim Mono X (Testbericht). Anycubic führt mit ihm die neue UV-Matrix-Lichtquelle Anycubic LighTurbo, ein Auto-Feed-System und die Online-Plattform Anycubic Cloud ein.

TechStage hat den neuen SLA-Drucker von Anycubic unter die Lupe genommen. Der Test zum Anycubic M3 Plus erscheint in unserer Themenwelt 3D Drucker. Dort zeigen wir unter anderem hochauflösende Resin-Drucker ab 140 Euro und erklären in Resin für 3D-Drucker: Flexibel, extra stabil oder abwaschbar welche Harze man wofür nutzt.

Der M3 Plus kommt mit dem neuen Auto-Feed-System, das das lästige Nachfüllen von Resin bei großen Bauteilen übernimmt. Es überwacht eigenständig den Messstand des Resins in der Wanne und fördert bei Bedarf alle fünf Minuten frisches Resin nach. Durch zwei simple Kontakte wird ermittelt, ob noch genügend Harz vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, pumpt die Auto-Feed-Einheit über einen Silikonschlauch Luft in die hinter dem Drucker befestigte Resinflasche. Ein weiterer Schlauch führt von der Flasche über Auto-Feed-Einheit bis hin zum Resintank in den das Resin nachgefüllt wird. Auch hat die Einheit einen Sensor, um zu erkennen, wann die Nachfüllflasche leer ist, und meldet dies dem Drucker. Dieser gibt dann ein einmaliges Signal und schaltet die Auto-Feed-Funktion ab.

Noch spannender ist die Anycubic LighTurbo, eine stärkere UV-Matrix-Lichtquelle. Sie verspricht noch schnellere Aushärtungszeiten und somit höhere Druckgeschwindigkeiten. Wir haben die besten Ergebnisse bei Anycubic Standard Resin white mit 1,8 sec (18 grad Raumtemperatur/ 80 % UV Power) und bei Anycubic Craftman Resin Apricot mit 1,5 sec (18 grad Raumtemperatur /80 % UV Power) erzielt.

Die nächste Neuerung ist die neue mattierte FEP-Folie. Nach vorsichtigem Kratzen, ob denn das nicht nur eine Schutzfolie ist, waren wir skeptisch, ob so eine raue Folie präzise Ergebnisse liefern kann. Doch wir wurden überrascht. Diese neue Folie erzeugt deutlich weniger Haftung. Dadurch können noch filigranere Bauteile gedruckt werden, sie ist verschleißärmer und trotzdem genauso präzise. Nur Oberflächen im 90 Grad Winkel zur Plattform sind genauso rau wie die Folie und nicht mehr so schön glatt wie zuvor.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist das Bedien-Display leicht größer und intuitiver gestaltet. Durchs Wischen können wir zwischen Print, System, Tool und Cloud wählen. UV Power, Fan Power, Exposure Tests können unter System und Tools eingestellt werden.

Das SLA-Drucker mit WLAN und Lan-Buchse ausgestattet sind, ist nichts Neues. Doch hinter dem neuen Cloud-Button ganz rechts verbirgt sich Anycubics neuestes Projekt. Anycubic erweitert nun sein Repertoire und führt mit dem M3 Plus die Anycubic Cloud ein. Sie bietet unter anderem eine Plattform für 3D-Modelle, vergleichbar mit Thingiverse. Auf dieser können eigene Dateien hochgeladen werden. In dem Reiter „Workbench“ werden alle verbundenen Drucker gelistet und es wird gezeigt, welcher Drucker frei ist oder ob er noch druckt. Zusätzlich kann zur Videoüberwachung eine Kamera angeschlossen werden und es gibt Statistiken über gescheiterte und erfolgreiche Drucke. Anycubic’s Cloud ist eine Mischung aus Thingiverse und Lychee Slicer’s 3D Printing History in Ihren Anfängen. Der M3 Plus wurde uns vor dem Release zur Verfügung gestellt, dadurch hatten wir nur begrenzt Möglichkeiten, die Anycubic Cloud ausführlich zu testen.

Der M3 Plus wird gut verpackt geliefert. Es werden zu dem Drucker ein paar Resinfilter, Einweg-Handschuhe, ein Metallspatel und die Auto-Feed-Einheit mitgeliefert. Diese besteht aus einem schwarzen Aufsatz, in diesem sitzen ein Minikompressor und Messeinheit. Zusätzlich besteht das System aus zwei Silikonschläuchen, einer Metallhalterung und dem Flaschenaufsatz mit Aluminiumstäben.

Das Montieren der Auto-Feed-Einheit ist einfach. Erst auf der linken Seite die Plastikkappe an dem Gehäuse des Druckers entfernen. Das darunter liegende Kabel an die Auto-Feed-Einheit anschließen und diese festschrauben. Nun noch die zwei Silikonschläuche mit der Einheit verbinden. Diese hinter dem Druckarm durch die Aussparung einfädeln und mit dem Flaschenaufsatz verbinden. Die Anschlüsse sind mit römischen Zahlen versehen, Missverständnisse sind dadurch ausgeschlossen. Wichtig ist, dass man den schwarzen Schlauch für römisch II Position nutzt. Dieser schützt das lichtempfindliche Harz beim Durchlaufen.

Danach Schutzfolie vom Monodisplay entfernen, die Bauplattform einsetzen und fixieren. Die seitlichen Schrauben lösen, bis die Plattform locker ist. Ein Blatt Papier dient als Platzhalter für die Folie und wird auf das Display gelegt.

Nun mit dem Menü die Plattform ausrichten (Homen). Es ist das kleine Haus als Button. Die Plattform fährt bis auf Anschlag auf das Papier. Mit einer Hand die Plattform gleichmäßig auf die Unterseite pressen und dann die vier silbernen Schrauben wieder fixieren. Anschließend noch die Bauplattform mit 0,1 mm Schritten so einstellen, dass das Papier schwergängig schleift. Danach die Z-Null-Position bestätigen (Confirm). Bauplattform wieder nach oben fahren, Papier entfernen und den Resintank mit zwei Schrauben fixieren. Dann kann das Drucken losgehen.

Bei der Auto-Feed-Funktion haben wir noch einen Kritikpunkt. Anfangs funktionierte alles perfekt, das Harz tröpfelte beim Drucken gemütlich alle fünf Minuten nach. So leerte sich eine komplette Flasche während des Druckens. Beim Einsatz einer neuen Flasche meldete der Drucker mit einem Beep, da stimmt was nicht. Der Beep bedeutet Flasche leer, bitte wechseln. Gleichzeitig schaltet die Auto-Feed-Funktion ab. Aber die Flasche war randvoll. Grund war eine lose Schraube im Deckel, die keinen Kontakt hatte. Ein schnelles Anziehen der Schraube löste das Problem. Bei dieser Fehlersuche bemerkten wir auch, dass es beim Druckaufbau während des Pumpens leise zischt. Also schnell einen Dichtungsring zurechtgeschnitten und Problem gelöst. Danach waren wir erstaunt, nun tropfte es nicht mehr aus dem Schlauch, sondern ein richtiger Strahl aus Harz wurde in die Resinwanne gefördert.

Die Software Anycubic Photon Workshop ist für einen hauseigenen Slicer ganz passabel und ähnlich der kostenlosen Slicer Software Chitubox aufgebaut. Rechts unten ist ein Button mit Settings, dort wird das richtige Druckermodell unter „Machine“ eingestellt. In der Software können per Drag&Drop neue STL-Modelle hineingezogen und mit den Buttons auf der linken Seite verschoben, skaliert oder gedreht werden. Ist dies erledigt, wird in den Support Modus gewechselt und falls nötig eine Stützstruktur für überhängende Teile gebildet. Danach zurück auf Slicen drücken und mittels der Vorschau durchgehen, ob das Modell auch richtig auf der Plattform sitzt und es keine Leerdruckstellen gibt. Slicen, auf einen USB-Stick und ab damit in den Drucker. USB-Stick einstecken, zehn Sekunden warten, bis er geladen hat und dann auf Print Modell auswählen und schon startet der Anycubic M3 Plus.

Hinweis: Anycubic hat einen sehr hilfreichen R_E_R_F Test mit dem Mono X eingeführt. Der Resin Exposure Range Test besteht aus acht kleinen Druckmodellen, mit der Bezeichnung R_E_R_F im Dateinamen. Diese drucken die Anycubic-Drucker mit unterschiedlichen Belichtungszeiten im Abstand von 0,4 Sekunden. So kann man schnell die richtige Einstellung ermitteln. Zur Zeit unseres Tests hatte die Firmware des M3 Plus diese Funktion noch nicht. Anycubic hat uns aber versichert, dass diese sehr nützliche Tool auch der M3 Plus mit einem Firmware-Update bekommen wird.

Die Druckzeiten von 1,5 -1,8 Sekunden pro Schicht sind im Vergleich zu den alten SLA-Druckern mit RGB Display von 8 bis 11 Sekunden einfach ein Traum. Damit wird ein Resin-Druck zur echten Alternativen FDM-Druckern. Wir haben vier Tests mit drei Resins gefahren. Um beste Ergebnisse zu erzielen, ermittelt man davor die richtige Belichtungszeit. Diese ist abhängig von Druckermodell, Harz und der Raumtemperatur.

Wir haben uns die Resin XP2 Validation Test und für die Siraya Testfile entschieden. Die Testobjekte sind sehr niedrig und damit schnell gedruckt. Bei dem Resin XP2 Validation Test haben wir circa eine halbe Stunde für vier Tests benötigt. Die Modelle bestehen aus Erhebungen und Vertiefungen, die bei unterschiedlichen Belichtungszeiten, andere Ergebnisse zeigen. Bei Überbelichtung sind die Spitzen klar und deutlich, bei Unterbelichtung sind Vertiefungen genauer. Überbelichtung verschmilzt Hohlräume stärker. Unterbelichtung führt zu instabilen Spitzen. Ziel ist es, für alle Bereiche einen guten Mittelwert zu finden.

Beim Anycubic M3 Plus liegen die Belichtungszeiten zwischen 1,5 - 2 Sekunden bei einer Raumtemperatur von 18 Grad.

In puncto Qualität schlägt der M3 Plus seinen Vorgänger Mono X. Bei dem Modell Notre Dame lieferte der Mono X schon sehr gute Ergebnisse, doch hatte er bei den Geländern der Türme und der Balustraden des Mittelschiffs minimale Haftungsprobleme. Ganz klar, eine lange gerade Fläche mit feinsten Verstrebungen nach unten ist eine Herausforderung für die Haftung am Bauteil und nicht an der Folie. Der M3 Plus hebt das Niveau noch mal an. Es sind keine Druckfehler mehr zu erkennen und selbst kleinste Noppen auf den Spitzdächern des Seitenschiffes werden mit gedruckt. Wir haben bei Fusion 360 nachgemessen, die Verstrebungen der Türme haben in ihrem minimalen Durchmesser gerade einmal 0,1 mm Dicke und die des Seitenschiffes 0,34 mm Dicke. Das ist schon eine präzise Druckqualität.

Bei unserer Fotosession haben wir es nicht geschafft, die feinen Schichten bildlich abzubilden, sie sind auch fast nicht mit bloßem Auge zu erkennen. Die Marvel-Helden Rocket und Groot wurden problemlos gedruckt, selbst das kleine Pflänzchen auf dem Knie von Groot wurde mit gedruckt. Als Letztes haben wir noch ein eigenes Modell entworfen, um die definitive Grenze zu finden. Wie auf den Fotos ersichtlich, hat der M3 Plus selbst dies gut weggesteckt. Sind die Belichtungszeiten gut eingestellt, können solche Ergebnisse problemlos erzielt werden. Auch sind wir sehr begeistert von der rauen FEP-Folie, diese hat im Gegensatz zu einer herkömmlichen FEP-Folie das letzte Druckmodell ohne Fehler gedruckt.

Die Preisempfehlung für den Anycubic Photon M3 Plus beträgt 692 Euro, er ist über den offiziellen Anycubic-Shop verfügbar. Der Anycubic Photon M3 Max mit größerem Bauraum kostet 1093 Euro.

Der Photon M3 Plus druckt besser als sein Vorgänger, mit minimal größerem Druckvolumen. Die Auto-Feed-Einheit nimmt einem das Nachschütten von Resin ab. Nicht nur komfortabel, sondern auch Fehldrucke werden verringert, da durch den Temperaturunterschied von kaltem Resin Haftungsprobleme auftreten können. Die neue raue FEP-Folie ist einfach nur ein Traum.

Die Erweiterungen durch eine interne Kamera und die Verbindung mit der Anycubic Cloud machen den M3 Plus zu einem upgradefähigen geschlossenen System, das dem Nutzer neuen Komfort und sorgenfreies Drucken von hochpräzisen 3D Modellen bietet.

TechStage hat den neuen SLA-Drucker von Anycubic unter die Lupe genommen. Der Test zum Anycubic M3 Plus erscheint in unserer Themenwelt 3D Drucker. Dort zeigen wir unter anderem hochauflösende Resin-Drucker ab 140 Euro und erklären in Resin für 3D-Drucker: Flexibel, extra stabil oder abwaschbar welche Harze man wofür nutzt.

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