Annke NC400 im Test: Perfekte Nachtsicht in Farbe ohne störende Beleuchtung

Annke NC400
Pro und Contra
  • hervorragende Bildqualität, besonders nachts
  • robustes Gehäuse inklusive Halterung aus Metall
  • Onvif-Unterstützung
  • App erfordert keine Registrierung
  • günstig
  • steuerbar per Browser, Desktop-Client und App, sowie Dritthersteller-Software
  • keine Gegensprechfunktion
  • kein Mikrofon
  • keine Unterstützung für digitale Sprachassistenten wie Amazon Alexa und Google Assistant
  • kein microSD-Card-Slot, kontinuierliche Aufnahme nur in Verbindung mit NAS und NVR
  • Bewegungserkennung differenziert nicht zwischen Menschen, Tieren und anderen Objekten
  • 4.5

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Mit der PoE-Überwachungskamera Annke NC400 wird die Nacht zum Tag. Farbige Nachtaufnahmen gelingen ihr mit einer Auflösung von bis zu 2560 × 1440 Pixel.

Unter Night Chroma (NC) vermarktet Überwachungskamerahersteller Annke besonders lichtstarke Modelle. Dabei reicht das Angebot von einfachen Kameras wie NC400, über 4K-Varianten wie NC800 bis zu Ausführungen mit Doppelobjektiv wie bei der Annke NCD800 (Testbericht). Letztere sorgt für eine Panoramasicht mit einem Blickwinkel von 180° und kann damit sogar als Alternative für PTZ-Überwachungskamera (Bestenliste) dienen.

Die Annke NC400 ist das Einstiegsmodell der Night-Chroma-Serie von Annke und als Turm- und klassische Bullet-Variante verfügbar. Der integrierte 1/2,7-Zoll-CMOS-Sensor zeichnet Videos mit maximal 2560 × 1440 Pixel und 20 fps auf. Als Codec stehen neben H.264 auch die platz- und bandbreitensparende Varianten H.265 und H.265+ parat. Zur Verbesserung der Bildqualität unterstützt die Kamera Wide Dynamic Range (WDR) sowie Backlight- und Highlight Compensation (BLC, HLC), was besonders bei schwierigen Lichtverhältnissen für klare und kontrastreiche Bilder sorgen soll. Zudem unterstützt die Überwachungskamera (Themenwelt) eine digitale Rauschunterdrückung (3D DNR) zur Reduzierung von Bildrauschen und Fehlern bei der Farbmischung. Auf eine Gegensprechfunktion müssen Anwender bei der NC400 mangels Mikrofon und Lautsprecher verzichten. Dafür kann sie dank Onvif-Kompatibilität auch mit Dritthersteller-Software betrieben und an ein NAS angeschlossen werden. Mit Strom wird sie über das Netzwerkkabel (PoE) oder über ein 12-Volt-Netzteil (nicht im Lieferumfang) versorgt. Idealerweise ist für den Betrieb also ein PoE-Injector oder ein PoE-Switch nötig, während professionelle Anwender die NC400 zusammen mit einem Netzwerkvideorekorder (NVR) mit integrierten PoE-Ports betreiben.

Mit Abmessungen von 68,4 × 65,2 × 161,1 mm fällt die Annke NC400 relativ kompakt aus. Trotz der geringen Abmessungen bringt sie 438 Gramm auf die Waage. Das ist dem robusten Gehäuse aus Metall geschuldet. Die Verarbeitung ist tadellos. Die PoE-Überwachungskamera ist gegenüber Wettereinflüssen nach IP67 geschützt und laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen -30° und 60° Celsius einsetzbar. Das Objektiv mit einer Brennweite von 2,8 mm bietet ein horizontales Sichtfeld von 102°, vertikal sind es 54°. Obwohl die Blende mit F1.0 sehr lichtstark ist und bereits bei 0,001 Lux Videos auch nachts in Farbe aufzeichnet, bietet die Kamera noch eine zusätzliche LED für eine Ausleuchtung bei extremer Dunkelheit.

Im Lieferumfang ist neben einer englischsprachigen Kurzanleitung, einer Bohrschablone sowie drei Schrauben und Dübeln zur Befestigung noch ein wasserdichter Schutz für Ethernetkabelverbindungen enthalten.

Die Inbetriebnahme der Annke NC400 ist auf verschiedene Weise möglich, und zwar ohne sich beim Hersteller registrieren zu müssen. Entweder nutzt man dafür die mobile App, den Desktop-Client oder einen Browser. Am einfachsten gelingt das Setup mit der mobilen App Annke Vision. Da die Annke NC400 kompatibel zu Hikvision-Kameras ist, können Anwender auch das Tool SADP verwenden, um die Kamera am Desktop zu aktivieren. Das Tool identifiziert die Kamera samt IP-Adresse, wenn sie am selben Router wie der Rechner angeschlossen ist. Anschließend kann man für Inbetriebnahme und Konfiguration neben des Desktop-Clients Annke Vision (Windows) auch einen Browser oder die Hikvison-Anwendung IVMS 4200 (Windows, macOS) verwenden. Bei Annke wird allerdings eine ältere Variante zum Download angeboten, sodass man am besten die Software bei Hikvision herunterlädt. Insgesamt ist die Inbetriebnahme einfach und nach wenigen Sekunden abgeschlossen (siehe auch Bildergalerie).

Die in der Kamera integrierte Bewegungserkennung kann nicht zwischen Menschen, Fahrzeugen und anderen sich bewegenden Objekten differenzieren. In der Standardkonfiguration kommt es daher zu einigen Fehlalarmen. Diese können Anwender aber auf nahe null reduzieren, wenn sie den Bewegungsbereich und die Empfindlichkeit der Erkennung anpassen. Außerdem können sie festlegen, was bei einem Alarm passieren soll: Zum einen kann man sich per E-Mail oder Push darüber benachrichtigen lassen. Eine akustische Warnung am Gerät entfällt, da die Annke NC400 keinen Lautsprecher besitzt.

Von teureren Annke-Modellen wie FCD600 (Testbericht) oder NCD800 (Testbericht) bekannte Einstellmöglichkeiten wie Linienüberquerungserkennung oder Bereichseingangs-/-ausgangserkennung bietet die NC400 nicht. Aber über eine Sabotageüberwachung, wenn etwa das Objektiv verdeckt wird, verfügt die NC400 genauso wie die teureren Varianten. Auch informiert sie über illegale Anmeldeversuche, wenn jemand versucht, sich über den Browser bei der Kamera anzumelden.

Da die Annke NC400 keinen microSD-Card-Slot bietet, erlaubt sie eine kontinuierliche Aufzeichnung nur in Verbindung mit einem NAS oder mit einem NVR. Eine Benachrichtigung über eine erkannte Bewegung erhalten Anwender aber auch ohne Einbindung von Netzwerkspeicher inklusive Bildaufnahme zugestellt. Vom Anwender initiierte Videoaufnahmen werden, entweder auf PC oder Smartphone, je nachdem von wo aus sie gestartet wurde, abgespeichert.

Das absolute Highlight der Kamera ist die Aufnahmequalität bei Dunkelheit (siehe auch Bildergalerie). Die Annke NC400 nimmt selbst nachts farbige und kontrastreiche Videos auf, ohne dabei die LED an der Vorderseite zu aktivieren. Dadurch lassen sich etwa Gesichter wesentlich leichter erkennen, da sie nicht von einer Zusatzbeleuchtung überbelichtet werden.

Die bereits in der Standardkonfiguration ausgezeichnete Bildqualität kann zudem noch mit verschiedenen Funktionen wie Belichtungseinstellungen, Tag/Nachtumschaltung, Gegenlichteinstellungen und Weißabgleich verbessert werden, sodass damit die Identifizierung erkannter Objekte bei schwierigen Lichtverhältnissen erleichtert wird. Allerdings können die bildverbessernden Funktionen wie Wide Dynamic Range (WDR), Backlight Compensation (BLC) und Highlight Compensation (HLC) in der Regel nicht gemeinsam genutzt werden und funktionieren nur, wenn die Belichtungszeit bei 1/25 oder niedriger liegt. Es ist aber möglich, optimale Einstellungen für Tag und Nacht festzulegen, die dann nach vorgegebenen Zeiten aktiviert werden. Einen Bildparameterwechsel nach Monaten, was bei unterschiedlichen Tageslängen von Vorteil ist, unterstützt die Kamera, anders als die teureren Varianten FCD600 und NCD800, leider nicht.

Sämtliche bildverbessernden Funktionen stehen zudem nur per Browser oder Desktop-Anwendung zur Verfügung. Mit der Annke-Vision-App können Anwender hingegen nur einige wenige Parameter wie Auflösung, Rauschunterdrückung, Datenrate und Video-Codec (H2.65 oder H.264) festlegen.

Während zahlreiche Consumer-Kameras, wenn überhaupt, nur rudimentäre Unterstützung zur Einbindung in Smart-Home-Zentralen bietet, sieht es bei der Annke NC400 dank Unterstützung des Onvif-Standards deutlich besser aus. So hat man etwa mit Homey Pro (Testbericht) Zugriff auf die wichtigsten Einstellungen der Kamera und kann Automatisierungen auf Basis des Verbindungsstatus und sämtlicher Alarmmeldungen der Kamera einstellen. Auf eine Steuerung per Sprache über digitale Assistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant muss man allerdings verzichten.

Annke verlangt für die NC400 regulär 120 Euro. Aktuell ist sie aber für etwa 64 Euro im Online-Shop des Herstellers erhältlich. Für den professionellen Einsatz mit kontinuierlicher Aufnahme hat Annke ein Set aus vier Überwachungskameras mit 8-Kanal-NVR für 438 Euro im Angebot. Einen NVR mit vier PoE-Ports gibt es bereits für unter 90 Euro.

Die Annke NC400 ist für einen Preis von etwa 64 Euro ein No-Brainer, wenn es um farb- und kontrastreiche Nachtaufnahmen geht: Keine andere Überwachungskamera in dieser Preisklasse kann mit der Annke in dieser Disziplin mithalten. Die hervorragende Verarbeitungsqualität und das robuste Gehäuse stehen ebenfalls auf der Habenseite. Positiv ist auch, dass dank Onvif-Kompatibilität die Kamera zudem Anschluss an NAS-Systeme und Software von Drittherstellern findet. Wer Datenschutz schätzt, freut sich, dass man sich für die Nutzung der Hersteller-Anwendungen nicht registrieren muss. Spezielle Hersteller-Apps werden nicht einmal für den Betrieb der Kamera benötigt, ein Browser reicht aus.

Allerdings muss man mit der Annke NC400 auf einiges verzichten: So gibt es keinen lokalen Speicher für eine kontinuierliche Aufnahme. Wer das wünscht, muss die Annke mit einem NAS oder NVR betreiben. Auch unterscheidet sie bei der Bewegungserkennung nicht zwischen Menschen, Tiere und anderer Objekte, was Fehlalarme begünstigt. Auf eine Gegensprechfunktion und Sprachsteuerung muss man ebenfalls verzichten.

Mehr Informationen zum Thema finden TechStage-Leser im Themenschwerpunkt Überwachungskameras. Nützliche Informationen zur Auswahl einer Überwachungskamera bietet der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentieren die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro.

Und wer an Überwachungskameras mit 4K-Auflösung interessiert ist, findet in unserer Bestenliste die besten fünf Modelle aus unseren Tests. Anwender, die stattdessen eine große Fläche wie eine Hofeinfahrt beleuchten und gleichzeitig überwachen möchten, werden in unserer Bestenliste Top 5 – Hoflicht mit Überwachungskamera: Die besten Floodlight Cams fündig. Weitere interessante Überwachungskameras zeigen wir außerdem in unserer Bestenliste Top 5: Die besten autarken Überwachungskameras mit WLAN, LTE, Akku & Solar.

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