Annke Crater im Test: So gut ist eine Indoor-Überwachungskamera für 25 Euro

Annke Crater
Pro und Contra
  • Full-HD-Kamera
  • Günstig
  • Gegensprechfunktion
  • Objektiv schwenk- und neigbar mit automatischer Bewegungsverfolgung
  • Nutzung mit Tuya-Smart-App möglich, inklusive Benachrichtigungen
  • Bei Gegenlicht kaum etwas zu erkennen
  • Original-App verschickt unter Android keine Benachrichtigungen
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Die Annke Crater bietet ein schwenk- und neigbares Objektiv inklusive Bewegungsverfolgung. Ist sie für 25 Euro ein echtes Schnäppchen?

Annke liefert mit der Crater (I41KR) eine Indoor-Überwachungskamera (Themenschwerpunkt), die dank eines schwenk- und neigbaren Objektivs (Pan & Tilt) einen Bereich von fast 360 Grad überwachen kann. Damit nicht genug, bietet sie auch noch eine Bewegungsverfolgung. Videos speichert sie in Full-HD auf einer microSD-Karte oder in der Cloud. Für 25 Euro kann man also nichts falsch machen, oder? Ganz so einfach ist es aber nicht – dazu später mehr.

Die Annke Crater bietet keinen Akku und muss daher mit Strom versorgt werden. Im Lieferumfang findet sich dafür ein USB-Netzteil mit 5 Watt. Alternativ kann die Stromversorgung auch über eine USB-Steckdose (Ratgeber) erfolgen. Leider ist das mitgelieferte Micro-USB-Kabel mit knapp 80 cm sehr kurz, sodass man bei der Wahl des Aufstellungsorts recht eingeschränkt ist.

Die Kamera wiegt knapp 200 Gramm und ist etwa 12 cm hoch. Der Durchmesser des runden Standfußes beträgt knapp 6,5 cm. An ihm sind drei Gumminoppen angebracht, die für einen stabilen Halt sorgen. Man kann die Kamera also einfach ins Regal stellen. Wer sie stabiler aufstellen möchte, nutzt die mitgelieferte Halterung inklusive der im Lieferumfang befindlichen Schrauben und Dübeln. Da man mit der App das Bild der Kamera drehen kann, lässt sie sich auch an einer Decke umgekehrt montieren. Im Lieferumfang befindet sich auch eine Kurzanleitung, die auch in deutscher Sprache vorliegt. Allerdings ist sie voller Übersetzungs- und Tipp-Fehler. Kleine Kostprobe: „Erestellen eines neuen Kontos“ oder „Gerät hinyufügen“ (siehe auch Bildergalerie).

Die Inbetriebnahme erfolgt mit der App Annke Smart, die für iOS und Android vorliegt. Hierfür ist ein Konto erforderlich, das man mit einem Bestätigungscode, den man per E-Mail erhält, bestätigt. Wer Videoaufnahmen lokal auf einer microSD-Karte speichern möchte, sollte vor der Inbetriebnahme ein entsprechendes Modell an der Unterseite der Kamera in den dafür vorgesehenen Slot einführen. Alternativ kann man auch ein kostenpflichtiges Cloud-Abo zur Speicherung nutzen, das man 30 Tage lang kostenlos testen kann.

Ein Installationsassistent in der App sowie eine englischsprachige Sprachausgabe über den Lautsprecher helfen bei der Einbindung der Kamera. Initiiert wird das Setup über das Plus-Zeichen rechts oben in der App und der Auswahl von „Gerät hinzufügen“. Anschließend wählt man „Intelligente Kamera“ aus. Sofern die Kamera frisch geliefert wurde, befindet sie sich im Kopplungsmodus. Gibt die Kamera keinen Ton von sich, lässt sich der Kopplungsmodus durch einen Reset aktivieren. Hierfür dreht man das Kameraoberteil nach oben, sodass der an der Unterseite befindliche Reset-Knopf zum Vorschein kommt. Diesen drückt man etwa fünf Sekunden lang, bis ein Piepton aus dem Lautsprecher den Werksreset bestätigt. Anschließend ertönt aus dem Lautsprecher noch eine englischsprachige Frauenstimme, die den Reset bestätigt.

Jetzt wählt man in der App ein 2,4-GHz-WLAN aus, um die Kamera damit zu koppeln. Nach der Eingabe des WLAN-Passworts erzeugt die App einen QR-Code. Diesen hält man vor die Kamera und wartet bis die Stimme aus dem Lautsprecher das Einscannen bestätigt. Das geschieht wiederum auf Englisch. Anschließend ist die Annke Crater betriebsbereit.

Die App will nun eine Test-Benachrichtigung verschicken, um sicherzustellen, dass diese auch tatsächlich funktioniert. Allerdings gelingt das mit der Annke-Smart-App unter Android nicht. Benachrichtigungen werden lediglich in der App angezeigt, nicht aber in der Benachrichtigungszentrale des Telefons. Ein Versuch mit einem anderen Android-Smartphone bringt leider keine Besserung. Unter iOS funktionieren die Benachrichtigungen hingegen problemlos.

Da die Oberfläche der Annke-Smart-App und der Kopplungsprozess sehr stark an die Tuya-Smart-App (Testbericht) erinnert, haben wir versucht, die Annke Crater damit zu koppeln, um zu sehen, ob damit die Benachrichtigungen funktionieren. Und das gelingt. Mit der Tuya-App erscheinen auch unter Android Benachrichtigungen so, wie man es gewohnt ist. Dass man die Annke Crater auch zusammen mit der Tuya-App in Betrieb nehmen kann, ist grundsätzlich von Vorteil, weil die Plattform über 400.000 Smart-Home-Geräte unterstützt und wer noch mehr Tuya-Geräte in seinem Smart Home verwendet, freut sich über die dadurch möglichen Automatisierungen.

Die Kamera bietet eine Zwei-Wege-Audio-Funktion, die standardmäßig aber deaktiviert ist. Aktiviert man sie, kann man sie auch als Gegensprechanlage nutzen und mit der Person vor der Kamera kommunizieren. Im Test zeigt der integrierte Lautsprecher eine passable Klangqualität. Als Babyfon ist sie aber dennoch nicht gut geeignet, da sie nur auf Bewegungen reagiert, nicht jedoch auf Geräusche.

Die Bewegungserkennung kann auf Menschen eingeschränkt werden, sodass Fehlalarme, etwa durch Haustiere, nahezu ausgeschlossen sind. Zudem bietet die Kamera eine Bewegungsverfolgung, sodass etwa Menschen automatisch von der Annke erfasst werden. Im Test klappt das gut, sofern man ein paar Meter von der Kamera entfernt ist. Allerdings versagt die Technik, wenn man näher, etwa nur einen Meter entfernt an der Kamera vorbeiläuft.

Für eine günstige Überwachungskamera geht die Bildqualität in Ordnung. Dank Full-HD-Auflösung liefert die Annke Crater detailreiche Bilder, die dank Nachtsicht auch bei Dunkelheit noch überzeugen. Bei Gegenlichtaufnahmen zeigt sich allerdings, dass sie über Bild-verbessernde Features wie HDR/WDR nicht verfügt. Gesichter sind bei Gegenlicht praktisch nicht zu erkennen.

Wie erwähnt, lässt sich die Annke Crater zusammen mit der Tuya-App nutzen. Damit kann man sie mit anderen kompatiblen Geräten dieser Plattform für Automatisierungen verwenden. Außerdem kann die Überwachungskamera auch per Sprache über Amazon Alexa oder Google Assistant gesteuert werden. Hervorragend ist dabei die schnelle Darstellung des Livestreams auf einem kompatiblen Ausgabegerät wie Echo Show. Auch ansonsten reagiert die Kamera zügig auf Nutzereingaben. Und die Software bietet überdies die Möglichkeit bestimmte Blickwinkel-Positionen abzuspeichern. Das erleichtert die manuelle Überwachung erheblich.

Annke verkauft die Crater in seinem Online-Store für knapp 25 Euro. Dort werden auch Bundles mit microSD-Karten und einem drei Meter langen Verbindungskabel angeboten. Letzteres ist durchaus sinnvoll, da bei der Wahl des Aufstellorts wohl nur die wenigsten mit dem mitgelieferten und mit 80 Zentimeter sehr kurzen Kabel kaum auskommen. Dafür verlangt Annke einen Aufpreis von 4 Euro. Bei Amazon ist sie hingegen nur in der Standardkonfiguration erhältlich, und zwar zu einem aktuellen Preis von etwas mehr als 20 Euro.

Mit der für die Annke Crater vorgesehenen App kommen im Test unter Android keine Benachrichtigungen an. Lediglich in der App sind diese abrufbar. Damit ist sie als Überwachungskamera unter Android eigentlich unbrauchbar. Aber es gibt einen Trick: Wer sie zusammen mit der Tuya-App nutzt, erhält nicht nur zeitnah Benachrichtigungen, sondern kann die Annker Crater auch für Automatisierungen nutzen, sofern Anwender noch andere Tuya-kompatiblen Smart-Home nutzen. Unter iOS funktionieren Benachrichtigungen hingegen einwandfrei.

Für derzeit etwa 20 Euro kann man angesichts der gebotenen Leistungen der Annke Crater nicht meckern. Dafür erhält man eine Full-HD-Überwachungskamera, die dank schwenk- und neigbaren Objektiv einen großen Bereich überwachen kann, wenn sie nicht von Gegenlicht gestört wird. Dann ist auf den Bildern kaum etwas zu erkennen. Als Babyfon ist sie suboptimal geeignet, da sie über keine Geräuscherkennung verfügt. Wer für diesen Einsatzzweck eine Überwachungskamera sucht, ist mit anderen Modellen wie der Aeotec Cam 360 (Testbericht) besser bedient.

Mehr Informationen zum Thema finden TechStage-Leser im Themenschwerpunkt Überwachungskameras. Nützliche Informationen zur Auswahl einer Überwachungskamera bietet der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentiert die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro.

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