TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

Sony WH-XB900N
Pro und Contra
  • Sehr guter Klang
  • Effektives ANC
  • AptX- und LDAC-Codec
  • keine Tragerkennung
  • keine hochwertige Haptik
  • 4.5

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Überflüssig oder genial: Kuriose China-Gadgets unter 30 Euro

Wann die Apple Watch 7 günstiger wird und was die Alternativen ab 180 Euro taugen

Monitore ab 129 Euro: Darum sollte jeder Monitor USB-C haben

Mini-Handkreissäge und Mini-Kettensäge: Kleine Kraftpakete ab 30 Euro

Die Sony WH-XB900N sind trotz eines moderaten Preises von knapp über 100 Euro ausgestattet wie ein Top-Modell. TechStage zeigt, was die Kopfhörer mit ANC, NFC, LDAC und AptX in Praxis leisten.

Dieser Einzeltest gehört zu unserer Themenwelt Kopfhörer. Hier testen wir einzelne Modelle aus verschiedenen Preisklassen für Alltag, Sport und Gaming. Neben unserer Bestenliste für kabellose TWS-Kopfhörer mit ANC, finden sich hier auch allgemeine Kaufberatungen und Ratgeber.

Für diesen Artikel haben wir uns ein Markengerät mit üppiger Ausstattung zum moderaten Preis angesehen. Uns interessieren dabei vor allem die Unterschiede zum deutlich teureren Sony WH-1000XM4 (Testbericht), unserem aktuellen Testsieger.

Die WH-XB900N kommen ordentlich verpackt beim Kunden an. Im Inneren der Verpackung liegen neben dem Kopfhörer ein 20 cm langes USB-C-Ladekabel, ein abgewinkeltes 3,5-Millimeter-Klinke-Kabel, die Betriebsanleitung und ein Stoffsäckchen zur Aufbewahrung.

Die Kopfhörer sind bis auf das durch Metall verstärkte Kopfband fast völlig aus mattem Kunststoff gefertigt. Nur die Ohrpolster und die Unterseite des Kopfbandes sind zusätzlich mit weichem Kunstleder bezogen. Das erklärt auch das geringe Gesamtgewicht von gerade einmal 254 Gramm. Das Design würden wir als modern und schlicht beschreiben. Sony verzichtet auf ein auffälliges Äußeres und druckt auch das Firmenlogo und das NFC-Logo nur sehr dezent auf die beiden Seitenteile.

Für einen möglichst platzsparenden Transport lassen sich die Seitenteile einklappen beziehungsweise um 90 Grad verdrehen. Auf der Unterseite des linken Kopfhörers sitzen neben der On-Off-Taste, einem per App belegbaren Taster und der Status-LED die beiden Anschlüsse für USB-C- und Klinke-Kabel. Die für die Bedienung zuständige berührungsempfindliche Oberfläche ist auf dem rechten Kopfhörerteil untergebracht. Zu sehen ist davon nichts.

Die Verarbeitung an sich ist zwar vorbildlich, trotzdem fühlen sich die Sony Kopfhörer nicht wie ein Oberklassemodell an. Das äußerst geringe Gewicht und die Materialwahl geht hier klar zulasten der Haptik. Zum Vergleich: Die Apple Airpods Max (Testbericht) wiegen mit 385 Gramm deutlich mehr und wirken schon dadurch wertiger.

Deutlich wichtiger als die Haptik ist der Klang. Und hier waren wir sehr gespannt, was die WH-XB900N im Vergleich zu unserem Testsieger-Modell, den dreimal so teuren Sony WH-1000XM4 (Testbericht) sowie dessen noch immer doppelt so teurem Vorgängermodell WH-1000XM3 (Testbericht) leisten.

Dazu hören wir uns quer durch unsere Test-Playlist (Spotify) und nutzen dabei sowohl den Standard-Modus als auch die ANC- und Transparenz-Funktion. Auch mit den verschiedenen Soundprofilen des Equalizers in der App haben wir uns vertraut gemacht.

Alles in allem liefern die WH-XB900N einen hervorragenden Sound. Das auf der Verpackung aufgedruckte Produktversprechen „Extra Bass“ ist zwar zutreffend, allerdings hat es Sony bei der Abstimmung nicht übertrieben. Zwar sind die Tieftöner dominant, in den Standard-Settings sind die Kopfhörer trotzdem weniger übertrieben basslastig als die meisten Gaming-Headsets oder das Modell Crusher Evo von Skullcandy (Testbericht). Wer die Einstellungen ändert, bekommt dann allerdings ordentlich Drcuk auf die Ohren. Der Sound bleibt in allen Lautstärkestufen gut differenzierbar und klar, ohne dabei zu übersteuern. Unterschiede zwischen den Modi Normal, ANC und Transparenz sind dabei kaum zu hören.

Wer gerne Hip-Hop-Beats oder elektronische Bassorgien abfeiert, wird von der Standardabstimmung von Haus aus begeistert sein. Wer Rock, Pop, Klassik oder Hörspiele vorzieht, kann den Klang bequem per App anpassen oder ein anderes Klangprofil auswählen. Wir haben uns ein individuelles Profil erstellt und sind damit sehr zufrieden.

Einen hörbaren Qualitätssprung gibt es bei Nutzung des LDAC-Codecs für die Wiedergabe von weitgehend unkomprimiertem Sound. Allerdings unterstützen nicht alle Wiedergabegeräte den Standard und zudem wird der High-Res-Sound auch nur von wenigen Streamingdiensten angeboten. Wichtiger ist uns deshalb der integrierte AptX-Codec, welcher in der Praxis eine annähernd latenzfreie Übertragung ermöglicht. Im Zusammenspiel mit einem AptX-fähigen Abspielgerät eignen sich die Kopfhörer so auch perfekt zum Zocken oder Filmschauen.

Die aktive Geräuschunterdrückung von Sony arbeitet insgesamt zuverlässig und effektiv. Vom Geräusch der Spülmaschine oder der Vögel im Garten ist bei aktiviertem ANC kaum bis nichts mehr zu hören. Beim Ausblenden von Stimmen kommt das ANC allerdings an seine Grenzen. Die ANC-Leistung würden wir nach unserer Erfahrung im gehobenen Mittelfeld ansiedeln. Wie sehr die ANC-Funktion eingreift, kann man ebenfalls per App einstellen.

Der Transparenzmodus, der Außengeräusche bewusst ans Ohr durchlässt, funktioniert insgesamt ordentlich und zufriedenstellen. Im Vergleich mit den viermal so teuren Airpods Max wirkt der Klang von außen allerdings gedämpft oder aber unnatürlich verstärkt. Beim Spitzenmodell des Herstellers, den WH-1000XM4 (Testbericht), ist die ANC-Funktion zwar nicht um Längen, aber trotzdem spürbar besser. Selbst das Vorgängermodell, die WH-1000XM3 (Testbericht) sind den WH-XB900N in dieser Disziplin minimal überlegen. Das Budget-Modell von Sony ist ehesten mit den Soundcore Life Q35 (Testbericht) vergleichbar.

Gleiches gilt auch für die Klangqualität insgesamt. Diese ist zwar hoch, aber eben nicht ganz so perfekt wie bei den Flagship-Modellen von Sony, Sennheiser, Bose oder Apple. Dies fällt allerdings nur dem geschulten Ohr und im direkten Vergleich auf. Mit den richtigen Equalizer-Einstellungen sind wir mit dem Sound sehr zufrieden. Wir sehen sie in dieser Disziplin auch vor den Life Q35 von Soundcore und den meisten anderen Mittelklasse-Kopfhörern.

Nach dem Auspacken steht zunächst die Kopplung von Smartphone und Kopfhörer an. In der Praxis klappt das mit einem Huawei P20 Pro (Testbericht) problemlos. Schon wenige Sekunden nach dem Einschalten fragt das Handy, ob es sich mit den WH-XB900N verbinden soll. Alternativ funktionieren auch das manuelle Koppeln und das Verbinden mithilfe der NFC-Funktion.

Die Steuerung der WH-XB900N geschieht größtenteils mit der berührungsempfindlichen Oberfläche auf der Außenseite der rechten Ohrmuschel. Neben der Play-Pause-Funktion kann der Nutzer hier die Lautstärke einstellen und zwischen den Songs hin- und herspringen. Dazu ist entweder ein kurzer Druck auf das Zentrum des Kopfhörers nötig oder aber eine intuitive Wischbewegung. Nach oben und unten zu wischen regelt die Lautstärke, nach vorne oder nach hinten wischen ist für die Titelauswahl zuständig. Die Taste am linken Kopfhörer kann etwa mit den Sprachassistenten von Apple, Google oder Amazon belegt werden. Alternativ kann man per Tastendruck den Sound-Modi bestimmen.

Die Nutzung mit dem beiliegenden Klinke-Kabel funktioniert ebenfalls problemlos. Praktisch, falls man die Kopfhörer mit dem PC oder MP3-Player (Kaufberatung) einsetzen will.

Ein großer Vorteil der Kopfhörer ist die auch von den anderen Sony-Kopfhörern bekannte Headphones-App. Neben der Auswahl von Soundprofilen ist hier beispielsweise auch die Funktion für den individuell belegbaren Taster auswählbar. Auch für das Aufspielen neuer Firmware ist die App zuständig. Was uns gut gefällt, ist die einstellbare Zeitspanne, nach der sich die Kopfhörer bei Nichtbenutzung von selbst ausschalten. Über eine Trageerkennung, die die Musik beim Abnehmen der Kopfhörer stoppt, verfügen die WH-XB900N allerdings nicht.

Obwohl einige dieser Settings auf den ersten Blick unwichtig wirken mögen, so positiv beeinflussen sie das Handling und die Alltagstauglichkeit der Kopfhörer. Wir wissen das Mehr an Funktionen und Bedienkomfort zu schätzen.

Die WH-XB900N sind dank weicher Polsterung und dem geringen Gewicht sehr bequem, ohne dabei zu verrutschen oder unangenehmen Druck auszuüben. Eine mehrstündige Tragedauer ist mit dem Headset problemlos möglich. Allerdings kommt es nach einiger Zeit zu leichter Schweißbildung an den Ohren. Dies ist bei geschlossenen Systemen mit akustischer Abschottung aber ganz normal und tritt auch bei teuren Modellen von Apple, Sennheiser & Co. auf.

Die Akkulaufzeit gibt Sony mit rund 30 Stunden im ANC-Modus und 32 Stunden ohne aktive Geräuschunterdrückung an. In der Praxis sind diese Werte bei moderater Lautstärke durchaus realistisch. Wer die Kopfhörer voll aufdreht erreicht die angegebene Zeit nicht ganz. Im Test bei hoher Lautstärke und aktiver Geräuschunterdrückung hat der Akku etwa 28,5 Stunden durchgehalten. Alltagstauglich sind die Werte allemal.

Die Reichweite beträgt bei direktem Sichtkontakt fast exakt 10 Meter, bevor es zu Verbindungsabbrüchen kommt. In Innenräumen schrumpft die Distanz zwar, aber der Gang ins Nebenzimmer ist trotzdem ohne Störungen möglich. Wie weit man kommt, hängt allerdings stark von der Gebäudestruktur ab.

Der Marktpreis der Sony WH-XB900N pendelt laut dem Preisverlauf zwischen 110 und 120 Euro. Damit gehören die in schwarz und blau verfügbaren Sony-Kopfhörer zwar nicht zu den Billigheimern, aber zum preislichen Mittelfeld. Hinsichtlich der Leistung und Ausstattung sind sie diesen Preis definitiv wert.

Die Sony WH-XB900N bieten für einen moderaten Preis eine sehr gute Ausstattung und einen hervorragenden Sound. Auch die ANC-Funktion, Akkulaufzeit und Tragekomfort hinterlassen einen durchwegs positiven Eindruck. Wer einen Kopfhörer mit ANC, LDAC und AptX mit einem bestmöglichen Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, kommt am Budget-Modell von Sony nicht vorbei.

Zwar kann der Kopfhörer in Sachen Klang und Geräuschunterdrückung nicht ganz mit den deutlich teureren Modellen Apple Airpods Max (Testbericht), Sony WH-1000XM4 (Testbericht) und WH-1000XM3 (Testbericht) mithalten, das ist aber Meckern auf hohem Niveau. Bei einem Bruchteil der Anschaffungskosten ist dieser minimale Qualitätsunterschied wenig verwunderlich. Insgesamt machen die WH-XB900N einen exzellenten Job und müssen den Vergleich zu den Flagship-Kopfhörern nicht fürchten.

Echte Negativpunkte sind uns im Test nicht aufgefallen. Hier fallen uns nur der fehlende Sensor zur Trageerkennung und die durch das niedrige Gewicht entstehende billige anmutende Haptik ein. Schade auch, dass man die Ohrpolster nicht austauschen kann. Dies ist allerdings auch bei deutlich teureren Modellen häufig der Fall.

Wer einen bezahlbaren Kopfhörer für Musik, Filme und Gaming sucht, bekommt mit den Sony WH-XB900N einen idealen Begleiter für den Alltag. Weitere Einzeltests sind in unserer Themenwelt Kopfhörer zu finden.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.