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Amazon Fire HD 10 2021
Pro und Contra
  • Alexa-Integration
  • Akku mit guter Laufzeit
  • Kabelloses Laden bei Plus-Variante
  • Langsame CPU-Performance
  • Mäßige Farben und Kontraste beim Display
  • Kein Google Play Store
  • 4.0

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Das neue Amazon Fire HD 10 bietet ein stabileres Gehäuse, eine lange Akkulaufzeit und in der Plus-Variante sogar kabelloses Laden. Was das Media-Tablet von Amazon wirklich kann, zeigen wir im Test.

Nach knapp zwei Jahren schickt Amazon eine Neuauflage seines erfolgreichen Tablets Fire HD 10 auf den Markt. Der Vorgänger Amazon Fire HD 10 (2019) (Testbericht) überzeugte als Tablet-Schnäppchen im 10-Zoll-Format mit guter Leistung und Integration von Alexa-Funktionen. Das neue Amazon Fire HD 10 tritt in direkte Konkurrenz mit preiswerten Media-Tablets wie dem Samsung Galaxy Tab A7 oder dem Lenovo Smart Tab M10 Plus (Testbericht).

Wir haben die Plus-Variante des Fire HD 10 mit 64 GByte getestet, die zusätzlich 4 GByte RAM und kabelloses Laden bietet. Amazon führt das Fire HD 10 zudem mit einer Reihe an Zubehör als Bundle. Wir haben uns eine Hülle mit integrierter Bluetooth-Tastatur und ein Dock zum kabellosen Laden von Anker näher angesehen. Mit dem Dock und der Alexa-Integration ist das Fire HD 10 Plus eine Alternative zu Echo Show. Wie gut das Tablet ist, zeigen wir in unserem Test.

Hersteller wie Lenovo, Huawei oder Samsung setzen bei Ihren Tablets konsequent auf hochwertige Materialien wie Aluminium oder Magnesium – selbst bei den günstigeren Einstiegsmodellen. Amazon bleibt sich bei der Materialwahl weitestgehend treu und setzt wieder auf Kunststoff.

Einige Änderungen bringt das neue 2021er-Modell trotzdem mit: Die gesamte Rückseite sowie die Ränder des Tablets bestehen aus einem gummierten Material. Das hat gleich auf den ersten Blick bereits zwei Vorteile: Das Material fühlt sich wesentlich angenehmer an als die schnöde Kunststoff-Abdeckung des fragilen Vorgängers und macht einen robusten und vertrauenerweckenden Eindruck. Einen leichten Sturz dürfte das Fire HD 10 überstehen.

Die Verarbeitung des Amazon Fire HD 10 wirkt tadellos. Zwischen dem gummierten Gehäuse und den Displayrand macht sich ein leichter Rand bemerkbar, dieser ist aber nicht scharfkantig und stört deshalb nicht. Mittig über dem Bildschirm befindet sich die vordere Kamera. Der Ein/Aus-Schalter sowie die Lautstärkewippe wirken etwas zu wackelig. Die Hauptkamera auf der Rückseite ist gut verborgen und fällt kaum auf. Der Trend zu wulstigen Ausbuchten für die Kamera macht mittlerweile vor Tablets nicht halt – nicht aber beim Fire HD 10. Auffällig dagegen ist das große Amazon-Logo auf der Rückseite.

Amazon hat das Fire HD 10 für 2021 auf Diät gesetzt: Das neue Modell wiegt mit 465 Gramm gut 40 Gramm weniger als noch der ziemlich klobige Vorgänger. Damit wiegt es in etwas so viel wie das Samsung Galaxy Tab A7 oder das Lenovo Smart Tab M10 Plus (Testbericht). Das Fire HD 10 ist zudem etwas schmaler geworden. Mit einer Dicke von über 9 Millimeter ist es immer noch ein „Brocken“ verglichen mit dem Samsung Galaxy Tab A7 mit 7 Millimetern. Auffällig ist der relativ dicke Rand um das Display. Dadurch misst der Bildschirm in der Diagonale 10,1 Zoll – während das Huawei Matepad 10.4 (Testbericht) und Samsung Galaxy Tab A7 mit einem schmaleren Rand auf 10,4 Zoll bei gleicher Größe kommen.

Alles in allem hat Amazon seine Hausaufgaben gemacht: Das 2021er-Modell wirkt deutlich hochwertiger und vor allem robuster als der Vorgänger. Andere Tablets wie das Huawei Matepad 10.4 (Testbericht) oder Lenovo Smart Tab M10 Plus (Testbericht) sowie das Samsung Galaxy Tab S6 Lite (Testbericht) wirken dennoch edler, wertiger und moderner.

Beim LC-Display hat sich im Vergleich zum Vorgänger fast nichts getan: Das 10,1-Zoll-IPS-Panel sorgt für eine Full-HD-Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln und bietet damit eine gerade noch ausreichend scharfe Pixeldichte von 224 PPI. Das IPS-Panel sorgt für eine hervorragende Blickwinkelstabilität. Farben und Kontraste gehen zwar in Ordnung – verglichen mit der Konkurrenz aus Huawei, Lenovo oder Samsung sind die Farben insgesamt zu blass, die Kontraste zu wenig ausgeprägt.

Amazon hat etwas an der Helligkeit gearbeitet: Das aktuelle Modell erreicht jetzt gut 410 cd/m² und liegt damit auf Augenhöhe mit den Wettbewerben im ähnlichen Preissegment. Trotzdem ist das Fire HD 10 in erster Linie ein Tablet für das Wohnzimmer. Bei starker Sonneneinstrahlung im Freien ist das Display wegen der starken Spiegelung nicht gut ablesbar. Auch das Ansehen von Videoclips oder Filmen stellt eine Herausforderung dar, wenn Filmszenen nur dunkel ausgeleuchtet sind.

Die Wiedergabe von Filmen und Serien von Netflix und Amazon Prime Video in HD klappt tadellos. Das verdankt das Tablet der vorhandenen Zertifizierung für Widevine Level 1, für die Amazon gesorgt hat. Nicht alle Hersteller kümmern sich um diese Zertifizierung, wie wir im Ratgeber Streaming: Die besten Tablets für Netflix und Co. ab 100 Euro detailliert schildern. Beim Lenovo Smart Tab M10 Plus (Testbericht) oder dem Lenovo Tab M8 (Testbericht) ist eine Wiedergabe von Netflix-Inhalten mangels Widevine Level 1 nur mit 720p möglich – obwohl der Bildschirm Full-HD kann.

Was die CPU-Ausstattung angeht, kommt eher einfache Kost mit dem Mediatek MT8183 zum Einsatz. Hier verrichten vier Cortex-A73- sowie vier Cortex-A53-Kerne von ARM ihre Arbeit bei 2 GHz. Das sorgt für eine eher durchschnittliche Performance von knapp 5400 Punkten im Benchmark-Test von PCmark. Diese entspricht aber weitgehend den übrigen Mitbewerbern. So erreicht das Lenovo Smart Tab M10 Plus (Testbericht) nahezu identische 5500 Punkte, das teurere Samsung Galaxy Tab S6 Lite (Testbericht) kommt immerhin auf 6100 Punkte.

Das macht das Fire HD 10 nicht gerade zu einer Gaming-Maschine, auch wenn die meisten Casual Games aus dem Amazon Appstore darauf flüssig laufen. Bei grafisch aufwendigeren Titel wie Asphalt 9 Legends kommt das Tablet an seine Grenzen. Eine flüssige Wiedergabe klappt nur bei mittleren Grafik-Details. Bei anderen Tablets der Konkurrenz ist das aber kaum besser – abgesehen von hochpreisigen Topmodellen von Samsung oder dem Apple iPad.

Die Ausstattung mit 4 GByte RAM bei der Plus-Version des Fire HD 10 geht für den Preis absolut in Ordnung und sorgt für eine solide Multitasking-Fähigkeit. Die günstigere Version des HD 10 ohne das „Plus“ muss mit 3 GByte auskommen. Das reicht zwar in den meisten Fällen für einen Normalbetrieb aus, wir empfehlen trotzdem gleich zu den 4 GByte zu greifen. So bleibt gewährleistet, dass auch in den nächsten Jahren Apps noch halbwegs flüssig laufen.

Das von uns getestete Gerät verfügt über 64 GByte Speicherplatz. Das ist für den täglichen Gebrauch ausreichend. Es gibt zudem eine günstigere Variante des Fire HD 10 mit nur 32 GByte. Per SD-Karte erweitern Besitzer bei Bedarf den Speicherplatz auf bis zu 1 TByte. Als Anschlussmöglichkeit für das Ladegerät oder den Datenaustausch kommt ein USB-C-Steckplatz zum Einsatz. Dieser unterstützt aber nur maximal den langsameren Standard USB 2.0.

Einen klassischen Klinkenstecker für Kopfhörer und Headsets bietet das Amazon Fire HD 10 erfreulicherweise ebenfalls. Für den Medienkonsum, Spiele oder den Einsatz von Alexa sorgen die beiden Stereo-Lautsprecher für einen guten, fülligen, klaren sowie räumlichen Klang. Zum Musikhören fehlt es bedingt durch die Bauart an Tiefen. Wer häufig Alexa vom Dock aus nutzt, sollte das Tablet aber laut stellen.

Die Internetverbindung mit dem Fire HD 10 erfolgt bis maximal Wifi-5, externe Geräte koppelt man über Bluetooth 5.0. Das entspricht weitgehend dem Standard bei preiswerten Tablets. Eine Version des Fire HD1 10 mit LTE-Modul gibt es nicht. Ein GPS-Modul bietet das Tablet ebenfalls nicht – in erster Linie dient das Gerät für den Medienkonsum in den eigenen vier Wänden.

Als Betriebssystem kommt Fire OS von Amazon zum Einsatz. Wer bisher Tablets mit Android genutzt hat, wird sich umstellen müssen. Als offizielle Quelle für Apps steht nur der Amazon Appstore zur Verfügung. Das dortige Angebot ist mittlerweile ordentlich gewachsen und bietet für die meisten Einsatzszenarios und Streaming-Dienste eine entsprechende App. Mit der großen Auswahl des Google Play Store kann das Angebot aber nicht mithalten. Erfahrene Anwender können Apps auch aus anderen Quellen installieren. Hier ist aber Vorsicht geboten, ob die Quelle der App auch vertrauenswürdig ist. Sonst installiert man sich im Handumdrehen einen Virus oder Trojaner. Mit einigen Handgriffen ist es möglich, die Google-Dienste und den Play Store nachträglich zu installieren. Wie das geht, erklären die Kollegen von Heise Online.

Verglichen mit dem Vorgänger hat Amazon die Hauptkamera auf der Rückseite etwas aufgewertet. Diese bietet jetzt 5 Megapixel – für seltene Schnappschüsse geht das noch in Ordnung. Mehr sollte man von der Tablet-Kamera aber mangels ausreichender Bilddynamik, Schärfe oder Details nicht erwarten. Immerhin wirken Videoaufnahmen in 1080p auch in Bewegung wenig verwackelt.

Die vordere Kamera bietet nur 2 Megapixel. Gerade in Zeiten zahlreicher Videochats wären hier vielleicht 5 Megapixel schöner gewesen, fehlt es bei Selfies doch an Bildschärfe. Videoaufnahmen mit der Frontkamera sind nur mit einer Auflösung von 720p möglich und erscheinen so unscharf und zudem blass.

Etwas verkorkst ist die Menüführung der Kamera-App von Amazon. Der Button zum Wechsel zwischen Front- und Rückkamera ist in einem Einstellungsmenü verborgen. Auch der Wechsel von Fotos zu Videoaufnahmen erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Die Buttons dafür müssen Anwender erst mit dem Finger in das Kamerabild swipen – umständlich, wie wir finden. Eine Entsperrung über Gesichtserkennung ist zudem nicht möglich – es muss immer eine PIN her.

Der Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 6300 mAh gehört zu den Stärken des neuen Fire HD 10. Beim Battery Test von PCmark gelingt eine Laufzeit von fast 11 Stunden. Das ist ein guter Wert verglichen mit der Konkurrenz. Nur das Huawei Matepad 10.4 (Testbericht) übertrifft das Fire HD 10 mit 12 Stunden noch ein wenig. Das Lenovo Smart Tab M10 Plus (Testbericht) schafft zum Beispiel nur knapp 6 Stunden, auch das teurere Samsung Galaxy Tab S6 Lite (Testbericht) hält nicht so lange durch, wie das Fire HD 10.

Der Akku unterstützt zudem Laden per Kabel bis 15 Watt. Für uns ist es etwas unverständlich, dass nur ein Netzteil mit 9 Watt beiliegt. Damit dauert der Ladevorgang gut vier Stunden. Hier empfehlen wir den Kauf eines leistungsstärkeres Netzteil mit USB-C-Anschluss. Das Amazon Fire HD 10 unterstützt in der Plus-Variante zudem kabelloses Laden über Qi. Amazon bietet als Zubehör ein Ladedock von Anker, das wir ebenfalls getestet haben. In Verbindung mit dem Dock wird so aus dem Tablet ein Smart Screen à la Echo Show mit Alexa. Aufgeladen ist das Fire HD 10 mit dem Dock in knapp 2 Stunden.

Die 2021er-Edition des Fire HD 10 gibt es als „normale“ und als „Plus“-Variante. Beide Tablets sind weitgehend identisch. Den Anfang macht das Amazon Fire HD 10 mit Werbung und 32 GByte und 3 GByte RAM ab 120 Euro. Die Werbeangebote von Amazon zeigt das Tablet im Ruhemodus auf dem Display an. Wer auf die Werbung verzichten will, muss 165 Euro bezahlen. Die Plus-Variante mit 4 GByte RAM und Qi-Support Werbung sowie 32 GByte kostet 180 Euro, mit 64 GByte 190 Euro. Ohne Werbung ist das Tablet nochmals 15 Euro teurer.

Interessant sind zudem die Bundles mit Zubehör für das Tablet. Amazon bietet das Fire HD 10 und das Fire HD 10 Plus mit einer Schutzhülle für das Display an, die auch als Ständer dient, wie man es vom iPad her kennt. Der Aufpreis fällt mit über 50 Euro aber ziemlich teuer aus. Als Bundle bietet Amazon auch eine Hülle mit integrierter Bluetooth-Tastatur an. Das Keyboard verfügt über einen eigenen Akku, der vor Benutzung in etwa drei 3 Stunde aufgeladen ist. Die Tasten bieten einen ausreichend festen Druckpunkt und sind sehr nützlich, wenn man mit dem Tablet längere E-Mails schreiben möchte. Eine Beleuchtung oder ein Trackpad hat die Tastatur aber nicht. Das Bundle mit Tastatur ist gut 100 Euro teurer.

Als äußerst praktische erweist sich das kabellose Ladedock für das Amazon Fire HD 10 Plus. Dieser lädt das Tablet über Qi auf – was nur mit dem Plus-Modell möglich ist. Das Amazon Fire HD 10 Plus dient dann als Echo Show, wenn es im Dock liegt. Ansagen an Alexa funktionieren problemlos, auch wenn die Bildschirmsperre aktiviert ist. Derzeit ist das Ladedock für das Fire HD 10 Plus leider vergriffen. Die Variante für das Amazon Fire HD 8 Plus (Testbericht) kostet etwa 50 Euro.

Amazon hat die 2021er-Edition des Fire HD 10 in einigen Punkten sinnvoll verbessert. Das Gehäuse wirkt deutlich stabiler und vor allem widerstandsfähiger dank der gummierten Oberfläche. Dadurch wirkt das Tablet nicht ganz so „billig“ wie der Vorgänger – auch wenn es nicht die edle Aluminium-Optik der Tablets von Lenovo, Huawei und Samsung bietet. Der Akku bietet eine sehr ordentliche Laufzeit und übertrifft die meisten Konkurrenten. Bei der Plus-Variante hat uns das kabellose Laden in Verbindung mit dem Dock von Anker gefallen – damit dient das Tablet dann auch als Echo Show.

Was die Leistungsfähigkeit angeht, bietet die Hardware nur Magerkost. In dieser Preisklasse schneiden aber die Konkurrenten auch nicht besser ab. Das Display mit Full-HD-Auflösung macht seinen Job, ohne große Begeisterung auszulösen. Wiedergabe von Inhalten von Netflix und Prime Video funktionieren tadellos in 1080p. Wer ohnehin im Amazon-Universum zu Hause ist, neben dem Fire HD 10 noch ein Kindle besitzt und fleißig Alexa nutzt, ist mit dem Amazon-Tablet gut aufgehoben. Man darf allerdings nicht vergessen, dass standardmäßig keine Android-Apps aus dem Google Play Store zur Verfügung stehen.

Als Alternative mit Android und Google Play Store bietet sich das Lenovo Smart Tab M10 Plus (Testbericht) an, das in Verbindung mit der mitgelieferten Ladestation ebenfalls zum „Echo Show“ mutiert. Wer auf die Ladestation verzichten möchte, greift zum baugleichen Lenovo Tab M10. Hier klappt allerdings die Wiedergabe von Netflix-Inhalten nicht in 1080p. Weitere gute Tablets für den Serien- und Film-Konsum zeigen wir in unserem Ratgeber Streaming: Die besten Tablets für Netflix und Co. ab 100 Euro. Wer bereit ist, mehr Geld auszugeben, bekommt mit dem Samsung Galaxy Tab S6 Lite (Testbericht) eine leistungsfähigere und ausdauernde Alternative mit Stylus. Einen guten Rundumblick gibt zudem unsere Kaufberatung Tablet: Was darf ein gutes Tablet kosten?

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