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Eero-6-dachbild
Pro und Contra
  • Wifi-6, Zigbee, Bluetooth, Homekit
  • sehr gute App
  • solider Durchsatz
  • Kontozwang
  • kein 2,5-GBit/s-LAN
  • 4.0

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Amazon liefert sein Mesh-System Eero mit Wifi-6-Funk, Zigbee und Apple Homekit aus. TechStage hat sich das Eero 6 vorgenommen und testet, wie gut die WLAN-Leistung des Dual-Band-Mesh ist.

Mit dem Eero 6 liefert Amazon die zweite Version seines WLAN-Meshs. Neu an dem System sind Wifi-6-Funkmodule. Außerdem haben die Eero-6-Geräte Bluetooth sowie Zigbee integriert, sie können damit also als Hub fürs Smart Home dienen. Damit sind sie dem Vorgänger, Amazon Eero (Testbericht) in ein paar Punkten überlegen – preislich kosten sie in etwa so viel wie das alte Eero-System. TechStage teste das Mesh von Amazon im Rahmen der Themenwelt WLAN-Mesh.

Das neue Highlight ist auf den ersten Blick Wifi-6. Die Freude dämpft allerdings ein Blick auf die Packung: „Bis zu 500 MBit/s“ heißt es da. Nanu, das ist deutlich unterhalb der Leistungsgrenze für Wifi-6. Ein Blick in die technischen Daten zeigt, wo es hakt: Im Inneren steckt die schwächere Version von Wifi-6, AX1800. Maximal schaffen die Access Points einen Durchsatz von 574 MBit/s auf 2,4 GHz und 1201 MBit/s. Das sind allerdings theoretische Maximalwerte, wie sie in der Realität nie erreicht werden. Zum Vergleich: Der AVM Fritz Repeater 6000 (Testbericht) funkt mit 1148 MBit/s und 4804 MBit/s – kostet dafür aber auch allein fast so viel wie das 2er-Set vom Eero 6.

Beim Eero 6 handelt es sich wie beim Vorgänger um ein Dual-Band-Mesh, es gibt also kein separates Band für die Datenübertragung zwischen den Mesh-Satelliten.

Mit Ausnahme von Bluetooth und Zigbee sind die weiteren Anschlüsse wenig spannend: Nur der Eero 6 Router hat zwei Gigabit-LAN-Ports, die beiden Satelliten, die Eero 6 Extender, haben keine LAN-Anschlüsse. Ihren Strom bekommen alle Geräte über ein Netzteil mit USB-C-Anschluss. Schade: Es gibt keine Möglichkeit, die Eero-Satelliten an der Wand zu befestigen. Wer einen 3D-Drucker greifbar hat, der kann sich aber passende Halterungen ausdrucken, hier die 3D-Vorlagen bei Thingiverse.

Im Eero 6 steckt kein Modem, entsprechend muss dem Mesh-System eins vorgeschaltet sein. Der Nachteil ist, dass man ein weiteres Produkt braucht, der Vorteil, dass man die Router von der Übertragungstechnik unabhängig verwendet werden können.

Der Lieferumfang ist überschaubar. Im Paket liegen die drei Eero 6 Access Points, drei Netzteile sowie etwas Lesematerial und ein LAN-Kabel. Spannend für alle Apple-Fans: Eero 6 ist Homekit-kompatibel.

Der große Vorteil des Eero-6-Systems ist wie beim Vorgänger die einfache Einrichtung per App. Man benötigt neben der Anwendung noch ein Konto bei Amazon oder kann ein separates für Eero anlegen. Die App ist hervorragend übersetzt und führt verständlich durchs Setup des ersten Eero-6-Hauptgerätes. Sobald dieses eingerichtet und mit dem Internet verbunden ist, kann man weitere Endpunkte hinzufügen. Richtig gelesen, ohne Internet kann man keine neuen Endpunkte koppeln. Jeden Eero-Access-Point kann man mit einem eigenen Namen versehen, bei der Einrichtung wird zudem die Platzierung bewertet und die Verbindung zwischen den einzelnen Geräten geprüft.

Alles in allem ist das die Einrichtung (bis auf Konto- und Online-Zwang) erfreulich einfach und gut gelöst.

Nach dem Setup kann man die Zusatzdienste aktivieren. Mit dabei ist etwa Eero Secure in einer 30-tägigen kostenlosen Testversion. Dieser Dienst filtert unerwünschte Inhalte aus dem Web heraus, neben „Adult Content“ ist beispielsweise auch ein Blocker für Werbung dabei. Wer den Dienst nach Ablauf der Testphase weiter nutzen will, zahlt 4 Euro pro Monat.

Etwas seltsam fanden wir das Verhalten des Gerätes im LAN: Für den Test wollten wir den Laptop an einem Port verbinden, die NAS am Zweiten, allerdings konnte der Laptop die NAS partout nicht finden. Offenbar setzt der Eero Router zwingen voraus, dass an einem LAN-Port das Modem angeschlossen ist – eine Kennzeichnung fehlt.

Nach dem Setup lässt sich vergleichsweise wenig einrichten, wer Profi-Funktionen wie manuelles Band Steering oder Ähnliches sucht, der ist mit diesem System falsch. Grundfunktionen wie ein DynDNS sind aber enthalten. WPA3 lässt sich ebenfalls aktivieren, die Option versteckt sich in den Eero-Labs in der App. Auch ein Gästenetzwerk ist möglich, dieses lässt sich in der App aktivieren, das Netzwerk ist vom eigentlichen Eero-WLAN separiert, Gäste haben also beispielsweise keinen Zugriff auf Smart-Home-Komponenten.

Mit dem Eero 6 starten wir unsere Leistungsmessung neu in einem frischen und hoffentlich realistischen Szenario. Die Idee dahinter ist, dass Mesh-Systeme vor allem eine große Abdeckung liefern sollen, um selbst schwierige Orte im Haus oder Garten vernünftig zu versorgen.

Entsprechend gehen wir nicht mehr auf die Maximalwerte, sondern messen den durchschnittlichen Netzwerkdurchsatz an insgesamt sechs Messpunkten. Wir nutzen dafür eine QNAP Qmiro-NAS, die am 2,5 GBit/s-Port mit dem Router verbunden ist. Anschließend verbinden wir uns mit unserem Test-Notebook mit einer Wifi-6-Karte (Intel AX2000) übers LAN mit einer Netzwerkfreigabe. Wir kopieren einen Testordner mit 2,04 GByte, bestehend aus Videos, Fotos und Musikdateien vom Laptop zur NAS und zurück. Dabei nutzen wir das Open-Source-Tool Copy Handler. Der Mittelwert aus drei Kopiervorgängen ergibt schließlich den jeweiligen Benchmark-Wert.

Die Erklärung zu den einzelnen Messpunkten: Punkt 1 ist direkt neben dem Router. Punkt 2 ist ein Zimmer entfernt, allerdings ohne durchgehende Wand. Punkt 3 ist einer der schwierigsten Orte, sowohl vom Router als auch vom Mesh-Satellit (AP1) führt keine direkte Sichtlinie zum Messpunkt, er ist zudem umgeben von dicken Wänden. Punkt 4 ist vom Router so weit entfernt, dass das Mesh-System auf den zweiten Satelliten (AP1) umschalten muss. Messpunkt 5 ist der am weitesten entfernte Ort in der Testwohnung, zwischen ihm und dem Router liegen fast 40 Meter. G ist ein Messpunkt im Garten, hier muss das Mesh-System zeigen, dass Reichweite und Durchsatz auch für Outdoor-Kameras oder Mähroboter ausreichend sind.

Der Nachteil ist, dass die neuen Mesh-Tests mit den bisherigen kaum vergleichbar sind. Wir sind dran und werden versuchen, Nachmessungen mit einigen bisherigen Systemen durchzuführen.

In der Grafik sieht man sehr gut, dass das Eero 6 vor allem bei den ersten beiden Messpunkten Stärken hat. Hier ist die Abdeckung gut genug und das Mesh muss noch keine Kommunikation zwischen den Satelliten übertragen.

Ab Punkt 3 ändert sich das, mit Messpunkt 4 als dem schlechtesten Punkt in der gesamten Messreihe. Positiv ist aber, dass das Eero-6-System nie unter die Grenze von 25 MBit/s fällt. Diese steht für die Anforderungen von Cloud-Gaming in 1080p oder UHD-Videostreams und sollte an jedem Punkt erreicht werden. Für die Tests haben wir probeweise eine Messung an Punkt 4 mit dem zweiten Mesh-Satelliten durchgeführt. Ist dieser vor dem Zimmer des Messpunkts angeschlossen, steigt der Durchsatz beim Upload zum NAS von 27,52 MBit/s auf 42,72, beim Download gar von 27,44 MBit/s auf 57,92 MBit/s. Es lohnt sich also, die Eero 6 Extender sinnvoll zu positionieren.

Amazon nimmt für den einzelnen Eero 6 Router 149 Euro. Das lohnt sich nur, wenn man Zigbee auch gleich nutzt. Wirklich sinnvoll wird das System erst mit einem Eero Extender (im Set für 213 Euro), wer ein mehrstöckiges Haus versorgen möchte, der sollte das 3er-Set mit Router und zwei Eero 6 Extendern für 299 Euro UVP nehmen. Es dürfte wahrscheinlich sein, dass es die Eero-6-Geräte zu Amazon-Verkaufstagen wie dem Prime Day oder der Black Week deutlich billiger gibt.

Das Eero-6-Mesh besticht durch eine einfache Einrichtung, zumindest wenn man kein Problem mit App, Konto und Online-Zwang hat. Dann führt das System wunderbar durch alle Grundlagen. Ja, Netzwerkprofis und Bastler werden viele Funktionen vermissen. Ihnen empfehlen wir eher etwas wie den Synology MR2200ac Router (Testbericht) oder dedizierte Access Points wie den Zyxel NWA110AX (Testbericht).

Wer nur sein Haus einfach per Mesh mit WLAN versorgen möchte, der bekommt mit dem Eero 6 ein vergleichsweise günstiges Dual-Band-Mesh mit vernünftigen Features.

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