Amazon Echo Buds im Test: ANC-Kopfhörer mit gutem Klang für Büro und Sport

Amazon Echo Buds
Pro und Contra
  • guter Klang und gute ANC
  • solide Akkulaufzeit
  • Alexa-Unterstützung
  • keine High-Res-Codecs
  • kein Multipoint
  • 4.5

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Die Echo Buds von Amazon sind True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung. Im Test stellen sie sich als gute Allround-Kopfhörer heraus, die im Alltag, beim Sport und im Büro eine gute Figur abgeben.

Mit den Echo Buds will Amazon die letzte Meile für Echo-Produkte schließen. Wer also einen Echo Show (Testbericht) herumstehen hat, einen Echo Dot (Vergleich) nutzt oder einen Fernseher mit Fire OS (Testbericht) nutzt, der kann nun sein Smartphone würdig mit Echo ausstatten. Doch genug der Lästerei, denn tatsächlich handelt es sich bei den Echo Buds um überraschend gute True-Wireless-Kopfhörer, die neben einem vernünftigen Preis einen guten Klang und solides ANC liefern. Für die Themenwelt True-Wireless-Kopfhörer testen wir, wie sich die Echo Buds im Alltag verhalten.

Die Echo Buds sind für True-Wireless-Geräte groß, kein Vergleich mit den winzigen Linkbuds von Sony (Testbericht). Tatsächlich ist das Gewicht aber gut verteilt, im Alltag sitzen sie angenehm. Im Paket liegen nicht nur mehrere Silikonstöpsel, sondern auch drei Paar Silikonflügel. Damit kann man die Echo Buds noch besser im Ohr befestigen, beispielsweise beim Sport.

Das Design ist zweckmäßig, es fällt weder positiv noch negativ auf. Der größere Bereich der Kopfhörer beinhaltet Akku, ANC-Technik und sitzt unter schwarzem oder weiß-grauem Plastik. Das Amazon-Logo ist subtil aufgedruckt, fällt aber im Alltag nicht besonders auf.

Das Ladeetui kommt in zwei Varianten: Entweder man lädt es per USB-C-Kabel oder zusätzlich per Induktion. Die Wireless-Variante ist dabei etwas teurer. Auch das Gehäuse ist schlicht und zweckmäßig, es passt in jede normale Hosentasche.

Unter dem schlichten Äußeren der Echo Buds verbirgt sich einiges an Technik. Die beiden Kopfhörer kommunizieren per Bluetooth 5.0. Dazu kommen mehrere Mikrofone, die neben der Telefonie auch für die aktive Geräuschunterdrückung genutzt werden. Die Ohrstöpsel sind nach IP4 gegen „allseitiges Spritzwasser“ geschützt. Damit sollte man sie zwar nicht untertauchen, im Regen oder beim Sport dürften die Echo Buds aber keine Probleme bekommen.

Es gibt an den Kopfhörern keine Tasten, eine Steuerung erfolgt per Touch und ein- oder mehrmaliges Tippen auf die Ohrstöpsel. Diese haben zudem Sensoren, die sehr gut erkennen, wenn sie nicht mehr im Ohr stecken, dann pausiert die Wiedergabe.

Es fehlt allerdings eine High-Res-Audio-Wiedergabe wie LDAC, LHDC oder aptX, auch Formate wie 360 Reality Audio, Dolby Atmos for Headphones oder eine Multipoint-Verbindung sind nicht an Bord.

Die Echo Buds funktionieren nur mit der Alexa-App. Sobald man sie aus dem Case nimmt, verlangen sie in mehreren Sprachen, dass man doch bitte Alexa auf dem zugehörigen Smartphone öffnen sollte. Diesem Vorschlag sollte man folgen, denn eine direkte Bluetooth-Koppelung der Echo Buds mit dem Smartphone hat im Test nicht funktioniert. Doch wer sich Alexa-optimierte Kopfhörer kauft, wird die App wahrscheinlich sowieso nutzen. Darüber läuft die Installation schnell und problemlos, auf unserem Android-Testgerät wurden die Kopfhörer problemlose erkannt, gekoppelt, aktualisiert und standen anschließend bereit.

Die App kümmert sich außerdem um die Konfiguration der Kopfhörer. Damit kann man etwa Einstellungen zum Umgebungsmodus anpassen, die Klangwiedergabe über den Equalizer optimieren oder definieren, welche Funktionen durchs Klopfen auf die Ohrstöpsel ausgelöst werden sollen. Hier hat man die Auswahl zwischen Funktionen wie nächster Song, Wiedergabe pausieren oder dem Aktivieren des ANC-Modus. Die Konfiguration ist standardmäßig auf beiden Kopfhörern identisch, man kann sie hier aber einzeln pro Ohrstöpsel anpassen.

Praktisch fanden wir die Ortungsfunktion. Die zeigt auf einer Karte die letzte bekannte Position der Kopfhörer an. Zudem kann man den linken oder rechten Stöpsel einen Ton abspielen lassen -allerdings nur, wenn sie sich nicht in der Ladeschale befinden oder diese geöffnet ist.

Die Alexa-Integration funktioniert gut, solange man das passende Smartphone in Reichweite hat und eine unterstützte App nutzt. So kann man Musiktitel problemlos auf Zuruf von Spotify oder Amazon Music abspielen, Tidal dagegen wird nicht unterstützt. Aber davon abgesehen funktioniert die Steuerung des Smartphones oder von Smart Home Geräten gut und zuverlässig. Etwas seltsam ist, dass Alexa bei der Rückmeldung die Titel von Liedern zensiert, wenn sie ein Schimpfwort enthalten.

Die Echo Buds schlagen sich beim Thema Sound überraschend gut, besser als man von diesem Design erwartet. Sie kommen nicht ganz an die Immersion eines Sony WF-1000XM4 (Testbericht) oder der Sennheiser Momentum True Wireless 2 (Testbericht) heran, dafür sind diese auch doppelt so teuer. Die Amazon Kopfhörer machen ihre Sache aber gut. Bei Fuck Your Acid Trip von Modest Mouse wandert der Sound gut von einem zum anderen Ohr. Die Atmos-Version von Kryptonite von 3 Doors Down dagegen klingt etwas flacher als teureren Kopfhörern. Doch das heißt nicht, dass die Kopfhörer schlecht sind. Im Gegenteil, einzelne Instrumente hört man gut heraus, der Bass ist nicht übermäßig betont, Mitten und Höhen sind ebenfalls klar. Mit etwas Zeit und Konzentration hört man überraschend viele Details aus den Songs, etwa aus bei Black Summer der Red Hot Chilli Peppers. Basslastige Lieder (etwa Original Don von Major Lazer oder edamame von bbno$ und Rich Brian) klingen gut, wer allerdings auf richtiges Bassgerüttel steht, dem fehlt wahrscheinlich das letzte Quäntchen „Umpf“. Wobei das bei In-Ears meist sowieso schwierig ist – hier raten wir eher zu Over-Ears.

Die aktive Geräuschunterdrückung, ANC, arbeitet sehr gut. Im Test konnten wir uns im Büro komplett abkoppeln, perfekt also, um nach dem ruhigen Homeoffice im lärmenden Büro wieder vernünftig arbeiten zu können, zumindest wenn Musik läuft. Wer auch ohne Sound nichts von den Kollegen mitbekommen möchte, der benötigt eher Over-Ear-Kopfhörer wie die Bose Quiet Comfort 45 (Testbericht), die Valco VMK20 (Testbericht) oder die Nura Nuraphones (Testbericht). Im Umgebungsmodus hört man andere Personen zwar gut, wir würden die Kopfhörer aber für Gespräche eher aus dem Ohr nehmen.

Telefonate sind mit den Kopfhörern problemlos möglich, wir hörten den Gesprächspartner und er hörte uns. Ja, man hört eine laute Umgebung, etwa Hauptstraßen, aber dieses Problem haben so ziemlich alle In-Ears.

Amazon gibt eine Akkulaufzeit von fünf Stunden mit aktivem ANC an. Diesen Wert können wir in der Praxis bestätigen, auch wenn unser üblicher Batteriebenchmark nicht funktionierte. Denn normalerweise messen wir die Kopfhörer mit einem 24-Stunden-Geräusch bei voller Lautstärke. Die Echo Buds erkannten aber zuverlässig, dass sie nicht mehr im Ohr saßen und schalteten sich sofort in einen Stromsparmodus. Das Lade-Case lädt die Stöpsel zweimal auf, knapp 15 Stunden sollte man also locker mit Musik versorgt sein. Insgesamt war die Akkulaufzeit während des kompletten Tests gut, wir hatten nie leere Echo Buds – auch, weil ein kabelloses Laden des Cases per Qi superpraktisch ist.

Die Echo Buds mit normalem Lade-Case kosten 120 Euro, die Variante mit kabellosem Ladeschatulle liegen bei 140 Euro. Der Straßenpreis liegt meist darunter. Derzeit hat sie Amazon für knapp 80 Euro im Angebot.

Ganz ehrlich, die Echo Buds haben uns im Test überrascht. Nein, es ist kein billiger Cash-Grab von Amazon, um „Alexa Kopfhörer“ unters Volk zu bringen. Tatsächlich sind sie gute, brauchbare und vor allem bequeme In-Ear-Kopfhörer. Die Geräuschunterdrückung ist sehr gut, der Klang muss sich nicht verstecken. Dazu kommt, dass man sie problemlos beim Sport nutzen kann. Nicht nur sind sie nach IPX4 wasserfest, dank der beiliegenden, einfach aufzuziehenden Gummiflügel halten sie beim Laufen oder Krafttraining. Kudos, Amazon, die Echo Buds sind richtig gute Kopfhörer für Büro, Alltag und Sport.

Der Test zu den Amazon Echo Buds erscheint in unserer Themenwelt In-Ear-Kopfhörer. Dort haben wir bereits Alternativen getestet, beispielsweise die Sony Linkbuds (Testbericht), die Sennheiser CX (Testbericht) oder die Sony WF-1000XM4 (Testbericht). Wer sich noch nicht sicher ist, der sollte die Kaufberatung: Soviel dürfen Kopfhörer für Alltag, Sport und Gaming kosten lesen.

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