Amazfit Aufmacher
Pro und Contra
  • Gutes Display
  • Präzise Messwerte
  • Günstiger Preis
  • Kein GPS
  • Keine Apps installierbar
  • 4.0

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Gopro Hero Actioncam im Vergleich: Welche Gopro kaufen?

Gopro Hero Actioncam im Vergleich: Welche Gopro kaufen?

Nicht nur für Nerds: Schneiden und Gravieren mit dem Laser

Nicht nur für Nerds: Schneiden und Gravieren mit dem Laser

Ratgeber: die besten 3D-Drucker und Zubehör zu Weihnachten

Ratgeber: die besten 3D-Drucker und Zubehör zu Weihnachten

Smartphone-Schnäppchen zur Black Week 2021

Smartphone-Schnäppchen zum Black Friday 2021

Wie viel Smartwatch gibt’s ab 45 Euro? Mehr als erwartet! Denn mit der Messung der Blutsauerstoffsättigung, 50 Zifferblättern und einem ordentlichen Farb-Touchscreen sammelt die Huami Amazfit Bip U Pluspunkte. Ob sie noch mehr Kaufargumente liefert, klärt dieser Test.

Kann eine günstige Smartwatch als Sportuhr wirklich genügend Funktionen bieten? Huami versucht es mit der Amazfit Bip U. Ok, GPS fehlt und Apps lassen sich auch nicht installieren. Aber logisch, dass eine Smartwatch für diesen Schnäppchenpreis Lücken in der Ausstattung aufweist. Das ist auch gar nicht schlimm, weil sich Käufer mit hohen Ansprüchen in der Regel in einem ganz anderen Preissegment bedienen.

So richtet sich die Amazfit Bip U primär an Sportler und Gesundheitsbewusste, die mit einem Blick auf ihre Armbanduhr oder die entsprechende Smartphone-App wichtige Fitnessdaten ablesen möchten. Was die Huami-Watch diesbezüglich drauf hat, das klärt unser Test in unserer Themenwelt Smartwatches.

Schwarz, Grün und Pink – das sind die drei Farbvarianten, zwischen denen Käufer der Huami Amazfit Bip U auswählen können. Armband, Ausstattung und Displaygröße (1,43 Zoll) sind ansonsten immer identisch. Für gerade mal regulär knapp 45 Euro verwundert es nicht, dass Huami abgesehen von der Farbe keine Individualisierungs-Möglichkeiten anbietet.

Mit gerade mal 31 Gramm ist die Bip U ein absolutes Fliegengewicht. Man spürt sie nicht am Handgelenk. Das Gehäuse besteht zwar nur aus Kunststoff, ist aber ordentlich verarbeitet. Und das weiche, 20 Millimeter breite Armband aus Silikon ist super weich, hautfreundlich und schmiegt sich um das Handgelenk. Das Zumachen gelingt einfach dank klassischer Dornschließe. Zum Duschen, Baden und Schwimmen muss die Bip U nicht abgelegt werden, sie ist bis zu 50 Meter wasserdicht. Ihr Design ist zeitlos, dezent, aber trotzdem schick. Am Handgelenk trägt die Amazfit mit einer Höhe von rund einem Zentimeter nicht zu dick auf und ist damit ein universeller Begleiter, egal, ob beim Sport, im Theater oder im Restaurant.

Das TFT-LC-Display der Bip U ist 1,43 Zoll groß und löst mit 320 x 302 Pixel auf. Die Helligkeit lässt sich in fünf Stufen anpassen. Bei der Dauer der Bildschirmanzeige kann man zwischen 5 und 15 Sekunden wählen. Das Schwarz der Amazfit hält mit der Power von AMOLED-Bildschirmen nicht ganz mit, ist aber dennoch kräftig. Das gilt auch für Farben, zumindest bei direkter Draufsicht. Von der Seite hellt das Display leicht auf. Die Helligkeit reicht auch im Freien aus, um Texte, Zahlen und Symbole problemlos abzulesen. Buchstaben sind sauber umrandet und werden exakt abgebildet. Der Bildschirm wird von einem robusten 2.5D Corning-Gorilla-Glas geschützt. In der Diagonale kommt das Display auf 3,4 Zentimeter, an den Rändern ist recht viel schwarze Fläche vorhanden, die aber nicht sonderlich stört. Ein längerer Druck auf das Display genügt, um zwischen vier unterschiedlichen Watchfaces auswählen zu können. Per „Zepp“-App stehen 50 Zifferblätter bereit, die sich zum Teil beispielsweise mit eigenen Fotos individualisieren lassen. Kleiner Kritikpunkt: Auch wenn man im Menü Deutsch als Systemsprache auswählt, werden die Wochentage auf Englisch abgekürzt.

Zum Preis von knapp 45 Euro darf man nicht allzu viel erwarten. Umso mehr sind wir von der Ausstattung positiv überrascht. Hierzu zählen unter anderem ein optischer Pulssensor sowie ein Beschleunigungssensor und die Möglichkeit zur Überwachung der Schlafqualität, die Messung des Blutsauerstoffgehalts und eine 24/7-Herzfrequenzüberwachung. Wichtig: Zum Ermitteln des Blutsauerstoffgehalts muss die Uhr fest am Handgelenk anliegen und ruhig gehalten werden. Dann erhält man nach wenigen Sekunden ein plausibles Ergebnis, das allerdings wie bei den meisten anderen Smartwatches und Fitness-Trackern keinerlei medizinische Aussagekraft besitzt. Wer die möchte, der muss eher zu einer deutlich teureren Uhr wie der Withings Scanwatch (Testbericht) greifen. Zudem erfasst die Bip U die Zahl der zurückgelegten Schritte und das persönliche Stressniveau. Atemübungen helfen dabei, sich auszuruhen und zu entspannen.

Nachrichten wie Whatsapp und SMS landen auf der Sportuhr, eine Möglichkeit zum Antworten besteht nicht. Außerdem liefert die Amazfit eine kleine lokale Wettervorhersage. Sie ermöglicht es, vom per Bluetooth verbundenen Smartphone Musik abzuspielen und die Songs zu wechseln. Zudem findet man als Features einen Alarm, die Option zum Zyklus-Tracking, eine Stoppuhr, einen Countdown-Zähler, eine Weltzeituhr und einen Kamera-Fernauslöser für das Mobiltelefon. Zusätzliche Apps lassen sich, wie in dieser Preisklasse zu erwarten, nicht auf der Amazfit Bip U installieren. Auch die Möglichkeit zur Sprachsteuerung ist nicht gegeben. Im Gegensatz zur Amazfit Bip S (Testbericht) fehlt ein integrierter GPS-Sensor.

Angaben zum Prozessor und zum Arbeitsspeicher macht Huami nicht. Die Uhr ist mit Android-Smartphones ab Android 5.0 sowie iPhones ab iOS 10.0 kompatibel. Dann lässt sich die kostenlose „Zepp“-App nutzen, die unter anderem Tiefschlaf-, Leichtschlaf- und Wachphasen analysiert und zum Vergleich mit anderen Nutzern eine Schlafpunktzahl vergibt. Außerdem kommt bei der Bip U das sogenannte PAI-System (Personal Active Intelligence) zum Einsatz. Dieses soll unter anderem durch regelmäßige Auswertung des Pulsbereichs einen wissenschaftlich fundierten Gesundheitsscore ermitteln, der idealerweise bei mindestens 100 liegt, um das Risiko von Herzkrankheiten zu verringern.

Die Amazfit-Uhr nimmt man in die Hand und fühlt sich im Menü sofort gut aufgehoben. Schlagworte sind klar und eindeutig, so muss man nicht lange suchen, um zur gewünschten Anwendung zu gelangen. Durch einen Druck auf die seitliche Taste springt man zurück zum Startbildschirm. Navigiert wird ansonsten per Finger und Touch-Gesten. Das 1,43 Zoll große Display reagiert zuverlässig und ohne spürbare Verzögerung. Das Bedienkonzept ist durchdacht und anwender- sowie einsteigerfreundlich. Die Einarbeitungszeit fällt sehr kurz aus, weil man spätestens nach fünf Minuten raus hat, was mit der Bip U geht und wo sich die einzelnen Features verstecken.

Mehr als 60 Trainingsmodi hat Huami seiner Sportuhr spendiert. Dazu zählen unter anderem Laufen im Freien, Laufband, Wandern, Radfahren im Freien, Indoor-Radfahren, Yoga, Cricket, Baseball, Basketball, Tischtennis, Badminton, Schwimmen und sogar Angeln. Da die Bip U keinen GPS-Sensor an Bord hat, muss man ein Smartphone mitführen, um Rad- oder Joggingrouten aufzuzeichnen und nachträglich auf Google Maps sichtbar zu machen. Alternativ kann man zur Bip S (Testbericht) greifen, die kostet knapp 20 Euro mehr.

Während des Trainings sieht man direkt auf dem Display Parameter wie unter anderem Dauer, Distanz, Tempo, Puls, Schrittfrequenz, verbrannte Kalorien und ein Herzfrequenzdiagramm. Trainingsverläufe lassen sich nachträglich aufrufen. Über die „Zepp“-App kann man nicht nur die Aktivitätsziele wie Schrittzahl, verbrannte Kalorien und angestrebtes Gewicht eingeben, sondern auch Trainingswerte und den PAI-Index einsehen. Die Uhr selbst informiert im Apple-Stil über verschiedene mehr oder weniger ausgefüllte Ringe über die sportlichen Erfolge des Tages. So weiß man sofort, wie weit man von der angestrebten Schrittzahl noch entfernt ist. Apropos Schrittzahl: Hier liefert die Amazfit im Test sehr gute Ergebnisse, der Wert liegt im Schnitt um rund fünf Prozent zu hoch. Der angezeigte Puls kann ebenfalls mit unserer Referenzmessung mithalten.

230 mAh leistet die Lithium-Ionen-Batterie der Bip U. Damit soll Huami zufolge eine Akkulaufzeit von bis zu neun Tagen erreicht werden. Bei mittlerer Display-Helligkeit und aktivierter Herzfrequenzmessung kommen wir im Test sogar problemlos auf elf Tage. Das Laden gelingt über einen kleinen Adapter, in den die Uhr eingeclipst wird. Den Strom bezieht sich dieser über den USB-Port etwa eines Desktop-PCs. Der komplett leere Akku hat nach weniger als drei Stunden wieder seine komplette Kapazität erreicht.

Huami bietet die Amazfit Bip U auf seiner Homepage für knapp 45 Euro an. Sowohl im Internet als auch bei Discountern kann man die Einsteiger-Smartwatch mitunter bereits ab 30 Euro erwerben. Dann ist die Bip U ein echtes Schnäppchen: Mehr Smartwatch kann man für so wenig Geld fast nicht bekommen.

Für einen Preis zwischen 30 und 45 Euro muss man nicht lange überlegen, ob man sich die Huami Amazfit Bip U zulegt: Das Display überzeugt ebenso wie der Bedienkomfort, mit Features wie Sauerstoffsättigung und permanenter Herzfrequenzmessung punktet die Sportuhr ebenfalls, und die Genauigkeit der Messwerte kann sich sehen lassen. Durch die fehlende Möglichkeit, zusätzliche Apps zu installieren, ist die Bip U natürlich keine waschechte Smartwatch. Allerdings ein optisch hübsches Schnäppchen mit echtem Mehrwert für Fitness-Freaks!

Alternativen kommen weniger aus der Smartwatch-Ecke, sondern dürften eher bei den Fitness-Trackern zu bekommen sein. Die Amazfit Bip U liegt preislich ungefähr auf dem Niveau des Xiaomi Mi Band 6 (Testbericht), die Technik ist vergleichbar. Dann muss man sich nur beim Formfaktor entscheiden: Entweder schmales Fitness-Armband oder Uhr im Apple-Watch-Look. Weitere Alternativen zeigen wir im Artikel Fitness-Tracker Vergleich 2021: Die besten smarten Armbänder für Sport und Aktivität.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.