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Amazfit Band 5 im Test: Vielseitiger Fitness-Tracker
Pro und Contra
  • Hervorragende Akkulaufzeit
  • Umfangreiche Tracking- und Aktivitätsfunktionen
  • Auch ohne GPS ordentliche Streckenmessung
  • Display bei direkter Sonneneinstrahlung schlecht lesbar
  • Unbrauchbare Kalorienberechnung
  • Mäßige Schlafanalyse
  • 4.0

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Huami will mit dem Amazfit Band 5 den Markt für günstige Fitness-Tracker aufmischen. Helfen soll eine KI-App und Alexa-Unterstützung. Reicht das gegen Xiaomi und Co?

Huami hat mit dem Amazfit Band 5 einen günstigen Fitnesstracker vorgestellt, der das vorhandene Portfolio an Smartwatches und Trackern um ein Gerät mit diversen Sport-Optionen und Alexa-Sprachsteuerung erweitern soll. Wir haben den Tracker im Test genau unter die Lupe genommen und klären, für wen sich der Kauf des Amazfit Band 5 lohnt.

Der Test zum Amazfit Band 5 erscheint in unserer Themenwelt Fitness-Tracker . Dort haben wir bereits das Xiaomi Mi Band 5 (Testbericht) , den Fitbit Inspire 2 (Testbericht) oder das Honor Band 5 (Testbericht) getestet.

Wie bei vielen vergleichbaren günstigen Fitnesstrackern – etwa dem Xiaomi Mi Band – kommt das Amazfit Band 5 in schlichtem Design und einer zweckmäßigen Verpackung. Der Lieferumfang beinhaltet den Tracker, ein schwarzes Silikonarmband, einen Ladeadapter und eine Bedienungsanleitung. Etwas ärgerlich: Die Verpackung ließ sich in unserem Test nur schwer öffnen, sodass wir den Umkarton grob aufreißen mussten.

Das Design überrascht ebenso wenig wie der Lieferumfang: Das 1,1 Zoll (2,79 cm) große AMOLED-Display mit Touch-Funktion schließt direkt mit dem schwarzen Armband ab und macht einen unauffälligen Eindruck. Das Display ist bis 5ATM wasserdicht und übersteht damit Händewaschen und Duschen sowie Untertauchen in einer Wassertiefe von theoretisch bis zu 50 Metern. Allerdings eignet sich der Tracker damit eher nicht zum Schwimmen, da hier andere Wasserdruckbedingungen herrschen können.

Das Display macht ansonsten einen ordentlichen Eindruck: Die Touchbedienung funktioniert im Test einwandfrei und zügig. Allerdings lässt die Helligkeit im Freien insbesondere bei Sonneneinstrahlung zu wünschen übrig. Wir konnten die Anzeige beispielsweise beim Joggen teilweise nur schlecht ablesen, was unter anderem auch daran liegt, dass die Schrift teilweise in oranger Farbe auf schwarzem Grund erscheint. Hier wäre weiß auf schwarz deutlich besser gewesen.

Auch das Silikonarmband konnte in unserem Test nicht vollkommen überzeugen: Ähnlich wie das Mi Band 5 gibt es auch beim Amazfit Band 5 einen eher umständlichen und fummeligen Schließmechanismus, bei dem wir das Armband durch eine Schlaufe ziehen und dann mit einem Metallstift fixieren müssen. Zusätzlich fällt das Armband sehr lang aus, was für größere Handgelenke zwar ein Vorteil sein kann, bei schmaleren Armen aber schnell zum Ärgernis wird. Wer sich daran stört, kann ein günstiges Ersatzarmband von einem der verschiedenen Dritthersteller kaufen und das Amazfit Band 5 den eigenen Wünschen entsprechend anpassen.

Die Einrichtung des Amazfit Band 5 verlief größtenteils problemlos, allerdings startete der Tracker beim ersten Hochfahren mit russischer Sprachausgabe. Dadurch mussten wir uns erst ziellos durch die Menüs klicken, um die Einstellungen zurückzusetzen und eine Sprache auswählen zu können. Die Lokalisierung auf Deutsch machte in unserem Test aber einen einwandfreien Eindruck, ebenso wie die Koppelung des Trackers mit der zugehörigen App und der Bluetooth-Anbindung ans Smartphone.

Die Probleme, mit denen das Amazfit Band 5 rein äußerlich zu kämpfen hat, macht es in der App auf ganzer Linie wieder wett: Denn die App selbst überzeugt nicht nur mit einem hohen Maß an Übersichtlichkeit, sondern auch mit einer Vielfalt an Daten und Funktionen, die es mithilfe eines eigenen KI-Algorithmus aufbereitet. Das Amazfit Band 5 nutzt die neue Zepp-App, die seit dem 25. August 2020 die alte Amazfit-App ersetzt. Der Hersteller verspricht, dass Nutzer eine umfassende Aufzeichnung eigener Trainingsroutinen und Überwachung ihres körperlichen Zustands durchführen können, die wiederum von der App mithilfe der KI in Echtzeit analysiert werden. Die App soll dadurch „Frühwarnzeichen […] erfassen und professionelle Beratung“ bereitstellen.

Das funktioniert in der Praxis so, dass die App ihren Nutzern auf der Startseite untereinander verschiedene Daten in Diagrammen präsentiert, darunter zurückgelegte Schritte, Herzfrequenz, Stress, PAI (Physiologischer Aktivitätsindex), Schlaf und Menstruationszyklus. Wer ein Diagramm anwählt, gelangt in Menü mit weiterführenden Informationen zu dem entsprechenden Datenwert. Außerdem gibt es ein Scroll-Menü mit weiteren Daten, die sich auch manuell anpassen und eintragen lassen, etwa Körpergewicht, Körpertemperatur, Blutdruck, Körpermaße und mehr. Die App erklärt die Daten ausführlich und stellt sie in Tabellen für den aktuellen Tag sowie vergangene Wochen, Monate und auf das ganze Jahr gerechnet dar.

Die Bedienung der App fühlt sich durchgängig intuitiv an. Die Daten sind in Diagrammen und Tabellen übersichtlich aufbereitet und die Einstellungen funktionieren ebenfalls angenehm einfach. Wir haben im Test schnell die gesuchten Funktionen gefunden und konnten sowohl die App als auch das Amazfit Band 5 umfassend konfigurieren.

Das Amazfit Band 5 erlaubt ähnlich wie die Konkurrenz von Xiaomi die Definition spezifischer Tagesziele. Wir können Schritte und Aktivitätsminuten pro Tag oder Woche festlegen, wobei uns der Tracker und die App über den Fortschritt informiert. Eine Bewegungserinnerung gibt es ebenfalls. Wenn wir unsere Ziele mehrere Tage in Folge erreichen, markiert der Tracker in der App einen Streak und wir können uns anzeigen lassen, wie lange unser längster bisheriger Streak angedauert hat.

Die Pulsmessung überzeugte in unserem Test zumindest bei normaler Aktivität außerhalb des Trainings. Die Werte wichen beispielsweise beim Ruhepuls nur marginal von denen unseres Vergleichsgeräts (Garmin Vivoactive 3) ab und stimmten auch mit den Ergebnissen manueller Messungen überein. Der Tracker misst unseren Puls durchgängig und bewertet ihn in verschiedenen Kategorien. Die App zeigt dann an, wie viele Minuten wir entspannt, bei leichter Anstrengung und bei intensiver Aktivität verbracht haben und viel Zeit davon auf aerobische, anerobische sowie Aktivitäten an der VO2-Max-Schwelle entfallen.

Das Amazfit Band 5 zeigt neben dem Puls auch verbrannte Kalorien an, beschränkt sich dabei aber auf solche, die wir während einer aufgezeichneten Aktivität gesammelt haben. Einen vollständigen Kalorienbedarf über den gesamten Tag zeigt die App leider nicht an. Dafür gibt es aber eine PAI-Anzeige, die gesammelte Punkte des sogenannten physiologischen Aktivitätsindex anzeigt. Wählen wir das entsprechende Menü in der App, erhalten wir Empfehlungen für Übungen, mit denen wir die für unser Tagesziel noch verbleibenden PAI-Punkte erreichen können (etwa 19 Minuten Joggen bei 161 BPM Puls für 25 Punkte).

Wer mit dem Amazfit Band 5 gezielt Sporteinheiten aufzeichnen möchte, kann auf insgesamt elf verschiedene Sportarten zurückgreifen, darunter verschiedene Varianten an Laufen, Radfahren, Schwimmen, aber auch Crosstrainer, Rudermaschine, Yoga oder Seilspringen. Eine Aufzeichnungsoption für Krafttraining gibt es nicht, damit fehlt auch ein Wiederholungszähler für Übungen mit Gewichten. Der Tracker besitzt auch kein eigenes GPS, sondern muss sich für die Streckenmessung mit dem Smartphone verbinden. Wer möchte, kann das Amazfit Band 5 aber auch ohne GPS nutzen. Dann fällt die Messung der zurückgelegten Strecke trotzdem überraschend genau aus und wich von unserem Vergleichsgerät mit eigenem GPS nur wenige Meter auf eine Gesamtstrecke von knapp 3,5 Kilometern ab.

Was beim Lauftraining mit dem Amazfit Band 5 auffällt, ist die automatische Pause-Funktion: Bleiben wir stehen, pausiert der Tracker nach kurzer Zeit die Aufzeichnung automatisch. Das ist praktisch, wenn man unterwegs kurz anhalten muss, aber die gemessene Streckenzeit nicht manuell anpassen möchte. Leider lässt sich die Funktion nicht abschalten, allerdings setzt der Tracker die Aufzeichnung von selbst wieder fort, sobald wir uns bewegen. Alternativ können wir die Aufzeichnung auch selbst wieder starten.

Aufgezeichnete Trainingseinheiten bereitet die App dann in übersichtlichen Diagrammen und mit vielen einzelnen Daten auf, die neben dem Puls (gegliedert in verschiedene Bereiche, Durchschnitt und Maximalpuls) auch die Strecke (als Karte bei GPS-Erkennung über das Smartphone), die Schrittlänge, verbrannte Kalorien, Durchschnittstempo und Tempo pro Kilometer anzeigt. Die Daten geben Nutzern eigentlich einen hervorragenden Überblick über die eigenen Trainingseinheiten und die Pulsmessung funktioniert auch hier sehr gut – von einer Ausnahme abgesehen. Der Tracker kommt nämlich mit stark wechselnden Pulsfrequenzen nicht zurecht, sodass es zu großen Messungenauigkeiten bei solchen Trainings kommt, bei denen der Puls schnell ansteigt und wieder abfällt (etwa beim Krafttraining oder Tabata). Die Messung des Kalorienbedarfs stößt bei diesen Sporteinheiten ebenfalls an ihre Grenzen und weicht um ein Drittel von unserem Vergleichsgerät ab (rund 200 kcal statt 300 kcal auf 45 Minuten Krafttraining). Wegen dieser Probleme bei der Pulsmessung können wir das Amazfit Band 5 für ambitionierte Hobbysportler, die Wert auf eine genaue Analyse der Herzfrequenz legen, nur bedingt empfehlen.

Als Fitnesstracker verfügt das Amazfit Band 5 über eine umfassende Schlafanalyse. Der Tracker kann automatisch die Schlafphasen erkennen und die Herzfrequenz aufzeichnen. Zusätzlich können wir die Atmungsqualität im Schlaf messen lassen, allerdings befindet sich dieses Feature derzeit noch in der Beta.

Damit das Amazfit Band 5 den Schlaf analysiert, müssen wir nichts weiter tun, wenn das automatische Tracking aktiviert ist. Das Gerät zeichnet dann selbstständig den Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt auf und markiert in einer Grafik Tiefschlaf-, Leichtschlaf-, REM-Schlaf- und Wachphasen. Die Analyse der Schlafdaten informiert den Nutzer dann über die Schlafqualität, etwa, ob wir ausreichend Zeit im Tiefschlaf verbracht haben. Dann gibt es Informationen zur Schlafregelmäßigkeit, die für eine Verbesserung der Schlafhygiene sorgen sollen. Nutzer haben schließlich die Möglichkeit, ihren Zustand vor dem Schlafen und nach dem Aufstehen zu notieren.

Die eigentlichen Daten, die der Tracker an Nutzer zum Schlaf ausgibt, erweisen sich allerdings als nur bedingt aussagekräftig. Die Dauer der jeweiligen Schlafphasen wich deutlich von den Messungen unsere Kontrollgeräts (Garmin Vivoactive 3) ab. Das allein muss noch nicht viel heißen, allerdings deckten sich die Daten an sich auch nur wenig mit unserem subjektiven Empfinden und maßen auch nicht unsere Wachphasen korrekt. Die Schlafmessung kann also maximal als Orientierungswert dienen.

Wie praktisch jeder Fitnesstracker auf dem Markt bietet auch das Amazfit Band 5 die Möglichkeit, Benachrichtigungen und eingehende Anrufe auf dem Bildschirm anzuzeigen. Wir können dabei konkret festlegen, die Benachrichtigungen welcher Apps wir sehen möchten. Der Tracker meldet diese dann ebenso wie eingehende Anrufe, allerdings erfordert die App dafür aber entsprechende Berechtigungen auf dem Smartphone. Erhalten wir eine Benachrichtigung, informiert uns das Amazfit Band 5 darüber mit einem Vibrationsalarm.

Der Tracker bietet ergänzend dazu die Möglichkeit, Inaktivitätswarnungen, Terminerinnerungen und Benachrichtigungen über erreichte Aktivitätsziele zu konfigurieren. Das funktionierte in unserem Test alles zuverlässig und problemlos.

Wir können auch auf dem Smartphone wiedergegebene Musik mit dem Amazfit Band 5 per Bluetooth-Anbindung steuern, sofern sich der Tracker in Reichweite des Smartphones befindet. Das erweist sich in der Praxis aber als umständlich: Wollen wir abgespielte Musik pausieren oder die Wiedergabe anderweitig steuern, müssen wir zuerst auf das Menü „Mehr“ des Trackers zugreifen und dann in der kleinteiligen Anzeige die Option „Musik“ anwählen. Alternativ können wir auch nach rechts durch das Bildschirmmenü scrollen, was etwas einfacher funktioniert. Der größte Nachteil bei der Musiksteuerung ist aber folgender: Wir können das zugehörige Menü nicht aufrufen, wenn wir gerade eine Trainingsaufzeichnung gestartet haben. Die Musiksteuerung funktioniert also beispielsweise nicht beim Joggen – ziemlich ärgerlich.

Pluspunkte sammelt der Tracker hingegen wieder beim Alexa-Support: Das Amazfit Band 5 unterstützt nämlich Sprachsteuerung via Amazons Assistentin Alexa. Dazu verknüpfen wir die Zepp-App mit unserem Amazon-Account und rufen Alexa am Tracker auf, indem wir mehrfach auf dem Display nach rechts wischen. Alexa antwortet dann auf unsere Fragen per Textmeldung auf dem Tracker-Bildschirm. Das funktionierte in unserem Test problemlos, allerdings erkennt Alexa auf dem Amazfit Band 5 derzeit nur englische Sprache. Deutsch und weitere Sprachen sollen dem Hersteller zufolge mit einem späteren Update folgen.

Das Amazfit Band 5 soll mit seinem 125mAh-Lithium-Ionen-Akku bei normalem Gebrauch rund 15 Tage durchhalten, im Energiesparmodus sollen sogar bis zu 25 Tage drin liegen. Wir können diese enorme Laufzeit in unserem Test bestätigen: Der Tracker hielt bei aktivierter Pulsmessung, Benachrichtigungen, täglichen Trainingsaufzeichnungen und Schlafanalyse gut zwei Wochen durch.

Pluspunkte verdient sich das Gerät außerdem mit der geringen Ladedauer von unter zwei Stunden und dem Ladeadapter, der sich ganz bequem per Magnethalterung auf der Rückseite des Trackers befestigen und über einen USB-Port mit Strom versorgen lässt.

Der UVP des Amazfit Band 5 liegt bei 45 Euro, teilweise ist er aber deutlich günstiger zu bekommen. Damit liegt der Tracker im oberen Preissegment für günstige Fitnesstracker, bleibt aber trotzdem deutlich unter dem Preis der Konkurrenz von Fitbit.

Das Amazfit Band 5 muss sich am Markt für günstige Fitnesstracker harter Konkurrenz stellen, darunter beispielsweise dem Mi Band 5. Der Tracker von Huami punktet zwar mit einer sehr guten App, einer hohen Akkulaufzeit und umfangreichen Tracking-Funktionen, leistet sich aber auch ein paar grobe Schnitzer.

Dass die Musiksteuerung während der Trainingsaufzeichnung nicht funktioniert, lässt sich unter Umständen noch verschmerzen. Die unzureichende Displayhelligkeit (insbesondere bei Sonneneinstrahlung) fällt da schon deutlicher ins Gewicht. Auch die eher mäßige Pulsmessung, die ungenaue Kalorienberechnung und die praktisch unbrauchbare Schlafanalyse trüben den Gesamteindruck.

Das Amazfit Band 5 bietet damit zwar ein passables Paket an Tracking-Funktionen, die es bei der Konkurrenz aber größtenteils besser und billiger zu haben gibt. Wenn es Huami allerdings gelingt, die genannten Probleme mit einem Update oder einem Nachfolgemodell auszuräumen, steht Nutzern ein sehr guter Fitnesstracker ins Haus.

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