Günstige Rasenroboter im Überblick
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Rasenmähen lassen für unter 500 Euro? Das geht, und zwar gut. Der Robolinho 300e verzichtet auf Schnickschnack, fährt dafür aber auch besonders schmale Engstellen an. Wir haben den Rasenroboter getestet.

Es gibt mehr Mähroboter unter 500 Euro als gedacht. Das haben wir bereits in unserem Ratgeber günstige Mähroboter: Das bekommt man bis 500 Euro aufgezeigt. Nun wollten wir wissen, wie sich so ein Modell im Alltag schlägt. Dafür haben wir uns den Al-Ko Robolinho 300e in den Garten geholt und ihn einige Wochen auf Herz und Nieren geprüft. Die Vor- und Nachteile des einfachen Rasenroboters haben wir hier im Test zusammengefasst.

Zugegeben: Übermäßig hochwertig oder gar edel sieht der Robolinho 300e mit seinem schnöden Grau nicht gerade aus. Er wirkt aber auch nicht zu billig – eher zweckmäßig. Neben der Farbe ist auch die Gehäuseform eher unaufgeregt. Hinten platziert der Hersteller die großen Antriebsräder, vorn liegt der Roboter auf zwei führungslosen Rollen auf. Bedienfeld und Display sind unter einer Schutzkappe aus Kunststoff versteckt, sichtbar ist nur der typisch rote Stopp-Schalter oben auf dem Gerät.

Obwohl der Robolinho 300e von Al-Ko günstig ist, liegt im Lieferkarton alles bei, was für die Inbetriebnahme nötig ist. Das beinhaltet neben dem Roboter mit Akku und Ladestation auch ein recht ausführliches Nutzerhandbuch, eine Schablone für die richtige Installation im Garten und 100 Meter Begrenzungsdraht samt Erdnägeln. Der Draht reicht gut bei nicht übermäßig verwinkelten Rasenflächen mit der angegebenen Größe bis 300 Quadratmeter. Darüber oder ungewöhnlichen Formen wird es knapp.

Eine App oder Web-Oberfläche zur Bedienung des Robolinho 300e gibt es nicht, die Steuerung über das Smartphone ist dem größeren und teureren Modell 450e aufwärts vorbehalten. Sie erleichtert das Einrichten des Roboters und meldet, wenn er sich irgendwo festgefahren haben sollte. Beim 300e wird der Mähroboter stattdessen über ein gut lesbares Monochrom-Display samt darum platzierten Tasten bedient. Das dauert anfangs länger als über einen Smartphone-Bildschirm, da Einstellungen aber nur zu Beginn getätigt werden müssen, sehen wir das im Alltag nicht als großen Nachteil. Wer den Komfortgewinn vermisst, muss rund 100 Euro drauflegen und zu einem anderen Modell greifen.

Die Eingabe über das Display stellt den Nutzer von wenigen Ausnahmen abgesehen auch ohne Blick in das Handbuch vor keine Probleme. Lediglich beim Einstellen von normalen und Randschnitt-Zeiten mussten wir kurz nachschauen, was die angehängten Buchstaben bei den Mähzeiten bedeuten sollten. Viel gibt es hier ohnehin nicht zu tun. Täglich dürfen Nutzer zwei Mähzeiten einstellen und dabei zusätzlich entscheiden, ob nur der Rand entlang des Begrenzungsdrahtes oder die Fläche im Inneren gemäht werden soll. Außerdem lassen sich Einstiegspunkte definieren, damit der Mähroboter nicht immer die gleichen Bereiche mäht. Das klappt sehr gut, im Alltag haben wir dann aber nur noch den Zufallsmodus benutzt, bei dem der automatische Rasenmäher immer nach unterschiedlicher Strecke vom Begrenzungsdraht abdreht und zu mähen beginnt. Ein vierstellige, selbst wählbare PIN, die nach jedem Fehler, bei Notstopps oder beim Hochheben des Roboters eingegeben werden muss, sorgt dafür, dass Diebe keinen Nutzen von ihrer Beute haben.

Schon beim Verlegen des Begrenzungsdrahtes offenbart der Al-Ko Robolinho 300e eine seiner großen Stärken: Der Draht muss nur 20 Zentimeter von Hindernissen entfernt verlegt werden, andere Wettbewerber verlangen hier 30 oder mehr Zentimeter. Das bedeutet im Umkehrschluss: Engstellen dürfen beim 300e 40 Zentimeter schmal sein, bei einem Einhell Feelexo 350 sind das etwa 60 Zentimeter. Gerade in kleinen Gärten – wofür der Robolinho mit seinen 300 Quadratmetern ja ausgelegt ist – werden daher auch schmale Bereiche zuverlässig gemäht.

Beim Verlegen des Drahtes kommt eine weitere Eigenheit zum Vorschein: Andere Rasenroboter erlauben auch bei 90-Grad-Kurven direktes Verlegen, beim Robolinho muss immer eine kleine „Nase“ zusätzlich verlegt werden. Bedeutet: Erst rund 10 Zentimeter weiter geradeaus, dann in sehr steilem Winkel wieder zurück und dann in 90 Grad zur ursprünglichen Drahtführung weiter – nur so bekommt der Bot „die Kurve“. Ansonsten gelten die gleichen Gesetzmäßigkeiten wie bei anderen Mähern: Das Kabel muss in einem geschlossenen Kreislauf im Uhrzeigersinn von der Ladestation weg und auf der anderen Seite wieder zu ihr hinführen. Direkt nebeneinander verlaufende Kabel werden ignoriert. So lassen sich etwa Blumenbeete im Rasen ausklammern, indem vom Rand ein Kabel bis zum Beet, drumherum und anschließend eng anliegend wieder zurück zum Begrenzungskabel am Rand verlegt wird.

In Betrieb gibt es nur wenig zu beanstanden. Bei der ersten Kalibrierfahrt, während der Roboter einmal das komplette Begrenzungskabel abfährt und dabei Verlegefehler gnadenlos aufdeckt, ist der Robolinho 300e zwar hörbar, aber schon in wenigen Metern Abstand nimmt man nur noch ein leichtes Säuseln wahr. Das stört auch in der Mittagspause nicht. Im Testbetrieb fuhr er zuverlässig seine eingestellten Zeiten ab, nur zu Beginn überraschte uns das Robo-Schaf, weil es einen gewissen zeitlichen Abstand zwischen letzter Einstellung und nächster Startzeit verlangt. Ansonsten fährt es gar nicht oder erst deutlich verspätet los. Das Schnittbild überzeugt, die Höhe lässt sich von 25 bis 55 Millimeter einfach über ein mechanisches Drehrad verstellen. Da der Roboter mit einer Arbeitsbreite von 20 Zentimetern nicht zu den breitesten und zudem auch nicht zu den schnellsten Mähhilfen gehört, empfehlen wir, beide möglichen Mähintervalle pro Tag auch tatsächlich zu nutzen. Zweimaliges Mähen des Randbereichs pro Woche erschien uns außerdem ausreichend.

Das könnte eigentlich entfallen, wenn der Roboter während der Rückkehr und beim Start, bei dem er sich immer bis zu seinem Ausstiegspunkt am Begrenzungsdraht entlanghangelt, mähen würde. Das Schnittwerk mit vier Klingen steht dabei allerdings still. Wegen der starken Frequentierung der Ränder sieht man hier zudem nach einigen Tagen Radspuren. Dabei scheint allerdings nicht die Grasnarbe geschädigt zu werden, sondern man sieht anhand eines leicht unterschiedlichen Grüntons lediglich in den Radspuren etwas platteres Gras. Wir hatten wegen der besseren Speichermöglichkeit von Wasser bei längerem Rasen die Mähhöhe auf 50 Millimeter eingestellt.

Im Testbetrieb erreichte der Rasenroboter zuverlässig zwei etwas entlegene Bereiche, die nur über schmale Engstellen verbunden sind. Anfängliche Sorgen, dass der Bot hier vielleicht selten oder gar nicht hinkommt, bestätigten sich entsprechend nicht. Aufpassen sollte man hingegen bei Wurzeln oder Randsteinen, die einige Zentimeter aus dem Boden ragen. Hier passierte es im Testbetrieb mehrfach, dass der Robolinho 300e sich beim Drehen mit dem hinteren Überhang des Gehäuses festfuhr. Mangels App bekommt der Nutzer das dann nur durch Zufall mit. Da es keinen Regensensor gibt, sollten Besitzer außerdem darauf achten, dass der Roboter nicht im strömenden Regen unterwegs ist. Zwar hält er das aus, allerdings verdreckt er dann durch klumpenden Grasschnitt übermäßig schnell. Gegen Regen, aber auch gegen Sonneneinstrahlung, sollte jeder Rasenroboter zudem durch eine spezielle Garage geschützt sein.

2,2 Ah leistet der Akku, das reicht nach Herstellerangaben für rund 45 Minuten Arbeit, woraufhin er dann ebenfalls etwa 45 Minuten nachladen muss. Danach fährt der Roboter wieder los, sofern der eingestellte Zeitplan nicht dagegenspricht. Die Angaben des Herstellers bestätigten sich im Test. Mit zwei Zeitfenstern von rund 2,5 Stunden erreichte der Mäher vielleicht nicht täglich jeden Grashalm, trotz verwinkelter Rasenfläche aber spätestens am zweiten Tag.

Zum Zeitpunkt des Artikels kostete der Robolinho 300e rund 460 Euro. Tiefstpreis war für kurze Zeit ein Betrag von 360 Euro.

Das, was er macht, macht der Robolinho 300e von Al-Ko gut. Er ist nicht zu laut, meistert auch schmale Engstellen gut, mäht ordentlich, ist zuverlässig und gehört zu den günstigsten Modellen am Markt. Gerade für einen zwischenzeitlichen Preis von nur 360 Euro ist das Modell ein echtes Schnäppchen. Abzüge gibt es für fehlende smarte Features, was nicht nur die Bedienung erschwert, sondern auch über angefallene Probleme wie Festfahren nicht informiert. Das beliebte Modell Worx Landroid PowerShare S300 kommt ab Werk mit App-Steuerung und ist noch dazu modular erweiterbar – für nicht einmal 100 Euro mehr.

Wie gut das funktioniert, haben wir am Beispiel des Worx Landroid L1000 (Testbericht) festgehalten. Das Modell ist allerdings für größere Rasenflächen gedacht und entsprechend teurer. Wer von seinem Robo-Schaf gezieltes Bahnenziehen verlangt, sollten einen Blick auf den Bosch Indego S+ 400 (Testbericht) werfen. Was man bis 500 Euro generell von Rasenrobotern erwarten darf, haben wir im Ratgeber günstige Mähroboter zusammengefasst.

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