Samsung Jet 90
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Dyson mag der Marktführer bei Akkustaubsaugern sein, doch dessen Modelle sind ziemlich teuer. Samsung hat mit dem Jet 90 ein Modell auf dem Markt, das günstiger ist, aber genauso gut sein will. Stimmt das?

Tests bescheinigen Dyson-Akkusaugern durchweg Bestnoten, auch unser Vergleich des Dyson V10 mit einem Jimmy 85 Pro entschied das Modell des Marktführers leistungstechnisch für sich. Wer weniger Geld ausgeben will, einer hierzulande eher unbekannte Marke wie Jimmy aber nicht traut, der könnte mit dem Samsung Jet 90 glücklich werden. Samsung ist als Marke bekannt, primär für Smartphones, Speicher und Fernseher und überzeugt dabei mit guter Leistung. Das soll auch beim Jet 90 nicht anders sein. Der Sauger bietet viel teils optionale Ausstattung und ist dazu noch günstiger als ein aktuelles Dyson-Topmodell – das klingt nach Win-Win. Wir haben im Test überprüft, ob das stimmt.

Es wurde bereits angedeutet: Samsung schnürt beim Jet 90 ein umfangreiches Ausstattungspaket, das teilweise ab Werk im Lieferumfang befindlich ist, teilweise gesondert hinzugekauft werden kann. Außerdem gibt es unterschiedliche Ausstattungsvarianten, bisweilen sind Zusatzoptionen wie der Spinning Sweeper (zwei rotierende Mopps zum Wischen) oder die Clean Station (eine Absaugstation für den Schmutzbehälter) als Paket mit dem Sauger zu bekommen. Immer mit dabei sind das Handgerät mit Staubkammer (500 ml), ein Standfuß als Aufbewahrungsort für Sauger und Zubehör, Teleskoprohr, Ladegerät, Fugenaufsatz, Flexgelenk, Kombibürstenaufsatz, eine mehrsprachige Bedienungsanleitung und zwei motorisierte Bodenbürste (Hartboden und Teppich sowie eine motorisierte kleinere Bürste (Teppich). Außerdem war bei unserem Testgerät in der Complete-Extra-Version ein zweiter Akku dabei, der parallel zum eingelegten geladen werden kann. Das ist schon eine ganze Menge.

Der Samsung Jet 90 besteht wie seine Konkurrenten zum Großteil aus Kunststoff. Der wirkt insgesamt aber dennoch recht hochwertig, der Hersteller setzt dabei auf graue und silberne Farbgebung sowie auf bronzefarbene (Samsung spricht von Gold, da es sich bei diesem Modell um den Jet 90 Complete Extra handelt) Akzente. Insgesamt ist der Jet 90 stabil und wirkt nicht so, als wenn er nach wenigen Anwendungen brechen könnte. Das typische Spiel im Rohr, auf das die jeweilige Bürste gesetzt werden kann, ist aber auch dem Samsung-Modell nicht ganz fremd. Der Rest ist stabil und passgenau ausgelegt. Der Staubbehälter, der sich oben auf dem Gerät befindet, ist einfach und schnell mit einem Klick gelöst und genauso einfach wieder eingesetzt. Hier hakt nichts. Zum Leeren muss allerdings das Innenleben separat gelöst werden – das dauert länger als etwa die Auto-Entleerung bei Dyson oder das einfache Aufklappen beim Roborock H7 (Testbericht) und der Nutzer kommt immer mit etwas Schmutz in Berührung. Im Gegenzug kommt man so aber auch leichter an Schmutzreste als bei der Konkurrenz.

Wer sich wortwörtlich nicht die Finger schmutzig machen möchte, greift zur Clean Station. Dort wird der verschlossene Schmutzbehälter einfach nur vom Sauger entfernt und oben auf die zylindrische Absaugstation gesetzt. Anschließend entleert sie den Inhalt

selbstständig, ohne dass der Nutzer mit dem Schmutz in Berührung kommt. Das dürfte gerade für Allergiker sehr hilfreich sein – zumal weil Samsung von einer Filterung von 99,999 Prozent der Schmutzpartikel spricht. Das ist noch einmal etwas mehr als bei der Konkurrenz.

Ein großer Pluspunkt des Jet 90 ist die Teleskopfunktion des Saugrohrs: Das Metallrohr lässt sich mittels eines ausgeklügelten und perfekt bedienbaren Mechanismus um etwas mehr als 20 Zentimeter ausfahren oder zusammenschieben. So passt sich der Sauger perfekt an unterschiedliche Körpergrößen seiner Besitzer an – einer der beiden Unterschiede zum günstigeren Samsung Jet 75. So ein Teleskoprohr hatten wir bislang bei keinem unserer anderen Testgeräte. Der andere Unterschied zum Jet 75 ist der Standfuß. Er erlaubt das sichere Verstauen des Jet 90 samt allem Zubehör wie Bürsten und anderen Aufsätzen aus dem Lieferumfang. Das sieht ordentlich und sogar noch halbwegs schick aus und dürfte in einem Hauswirtschaftsraum eigentlich niemanden stören. Die Konkurrenz bietet meist Wandhalterungen, eine Ausnahme bieten hier die neuen Modelle Jimmy H8 Pro und H9 Pro (Vergleich). Der Zweitakku kann so im Standfuß aufbewahrt werden, dass er direkt lädt. So ist immer ein voller Akku parat. Größtes Manko bei der Aufbewahrung des Samsung Jet 90: Der Standfuß lässt sich leider nicht in der Höhe variieren, er nimmt den Sauger nur im zusammengefahrenen Zustand auf. Die daher ständigen Größenanpassungen nerven auf Dauer.

Der Samsung Jet 90 wird zwar wie andere Sauger an einer Art Pistolengriff gehalten, weist aber keinen Pistolenabzug als Powertaste auf. Stattdessen wird er über drei Tasten bedient, die gut mit dem Daumen der haltenden Hand erreichbar sind. Das fanden wir am Anfang gewöhnungsbedürftig, machte aber im weiteren Verlauf keine Probleme. Mit den drei Tasten wird der Sauger an- und ausgeschaltet (Taste 1) und die Saugleistung erhöht und gesenkt (Tasten 2 und 3). Die Tasten müssen nur einmal kurz gedrückt und nicht gehalten werden, Änderungen werden in einem kleinen LCD darüber angezeigt, das beim Saugen sehr gut so sehen. Hier werden auch Probleme mit dem Sauger angezeigt, das kam im Test aber nicht vor.

Im Test stellte sich die Saugleistung als herausragend heraus, lediglich ein zum Vergleich herangezogener Dyson V11 Outsize schien hier noch einen Tick besser zu sein. Das passt zu den technischen Angaben: Samsung spricht bei seinem Modell von starken 200 AW und 25800 Pa, Dyson von 220 AW und sogar 30100 Pa. Im Alltag ist dieser Unterschied aber nicht wirklich zu spüren. Im Gegenteil: Mit der Hartbödenbürste schien die Saugkraft des Samsung-Modells subjektiv sogar stärker als beim Dyson-Modell. Grundsätzlich reicht gerade auf Hartboden beim Jet 90 die unterste von drei Saugstufen. In diesem Eco-Modus hält der Akku nach Herstellerangaben 60 Minuten durch. Da dem Jet 90 eine Teppicherkennung entgegen zu Modellen wie etwa einem Roborock H7 (Testbericht) fehlt, kommt diese Angabe hochgerechnet in etwa hin. Im Turbomodus ist nach nicht einmal 10 Minuten Schluss, der wird aber normalerweise nicht benötigt. Im Normalmodus sind es etwa 30 Minuten – wer länger saugen will, wechselt einfach den Akku. Dazu muss der unter dem Handgriff befindliche Akku lediglich mit einem Knopfdruck entsichert und aus seiner Halteschiene gezogen werden. Der Kraftspender zeigt den Akkustand mittels dreier blauer LEDs an, eine genauere Anzeige auf dem Display wäre wünschenswert gewesen. Geladen ist der Akku in etwa 3,5 Stunden.

Während des Betriebs fällt das einfache Handling des Samsung Jet 90 auf. Zwar fehlt ihm der „Zug“, der etwa Jimmy-Modellen und deren Motorbürsten inne ist und der den Sauger schon fast von allein nach vorne zieht, aber der für die Saugbewegungen aufzuwendende Kraftaufwand ist gering. Das gilt auch auf Teppich. Einer der Gründe dafür dürfte das niedrige Gewicht des Saugers sein. Das Handteil wiegt mit Staubbehälter und Akku nur knapp 1,6 Kilo, der Sauger wirkt dadurch insgesamt ziemlich handlich. Zudem stimmt die Ergonomie, was zum Teil dem höhenverstellbaren Teleskoprohr zuzuschreiben ist.

Während uns – zumindest für Allergiker – die Absaugstation namens Clean Station im Test gut gefallen hat, überzeugte uns der Spinning Sweeper, also der Mopp-Aufsatz zum Wischen, entgegen unseren Erwartungen im Alltag nicht. Das liegt nicht an der Funktion des Aufsatzes, sondern am Aufbau des ganzen Gerätes – der Jet 90 ist ein Sauger, kein Wischer. Grundsätzlich funktioniert ist der Wischaufsatz gut: zwei rotierende Mopps sorgen für ordentliche Wischwirkung, allerdings gibt es dabei zwei Probleme. Einerseits ist das Gewicht des Aufsatzes nicht sehr hoch, was zwar die Handhabung erleichtert, aber die Reinigungsleistung bei eingetrockneten Flecken verschlechtert. Entsprechend dauert das Wischen bei sichtbarer Verschmutzung länger als mit einer typischen Schrubber-Wischlappen-Kombination. Andererseits müssen die Mopp-Aufsätze regelmäßig gereinigt werden, um nicht einfach nur den Schmutz im Haus zu verteilen – eben wie bei händischem Wischen. Alternativ wechselt man alle paar Minuten die

beiliegenden Einmaltücher – das dürfte aber weder kosten-, noch umwelttechnisch sinnvoll sein. Die Arbeitserleichterung beim Wischen hält sich somit stark in Grenzen.

Samsung bietet den Jet 90 aktuell in zwei Ausbaustufen an: Als Jet 90 Complete für 749 Euro und als Jet 90 Complete Extra mit zusätzlichem Zweitakku für 849 Euro. Im freien Handel sind die beiden Modelle zum Testzeitpunkt schon für 530 und 650 Euro zu bekommen.

Der Samsung Jet 90 gehört zu den besten Akkusaugern, die wir bislang getestet haben – und im Gegenzug auch zu den teuersten. Der Preis wird neben der tollen Leistung durch gutes Handling und den umfangreichen Lieferumfang relativiert – und durch den Blick auf den Preis eines vergleichbaren Dyson-Modells, dem der Jet 90 in kaum etwas nachsteht. Als Zusatzzubehör hat uns die Absaugstation überzeugt, die für Allergiker eine echte Erleichterung darstellt. Sie wird derzeit allerdings nicht mehr auf der Herstellerseite gelistet. Das gilt auch für den Wischaufsatz – der hat uns aber ohnehin nicht überzeugt.

Wer elektrisch unterstützt wischen will, sollte sich lieber Akkuwischer wie den Jimmy PowerWash HW8 Pro (Testbericht) für unter 300 Euro anschauen. Günstigere Akkusauger sind Modelle wie Jimmy H8 Pro oder H9 Pro (Vergleich) oder der Roborock H7 (Testbericht).

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