AGM H5 Pro im Test: Outdoor-Smartphone mit Nachtsichtkamera für 400 Euro

AGM H5 Pro
Pro und Contra
  • robust und wasserdicht
  • großer Akku
  • Nachtsichtkamera 
  • nur HD-Auflösung
  • schwache Kamera
  • mittelmäßige Leistung 
  • 3.5

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Als Outdoor-Smartphone mit Nachtsichtkamera bietet das AGM H5 Pro auch einen Lautsprecher für Musikspaß im Freien. Ob das gut funktioniert, zeigt der Test.

Das AGM H5 Pro ist ein äußerst robustes Smartphone für den Outdoor-Einsatz. Dank einer Zertifizierung nach IP68/IP69K übersteht es Kontakt mit Wasser ohne Probleme. Zudem ist das Gehäuse sehr widerstandsfähig, sodass es Stürze gut überstehen sollte. Ein großer Akku sorgt zudem für Ausdauer. Zusätzlich verfügt die Kamera wie schon das AGM Glory G1S (Testbericht) über eine Nachtsichtkamera.

Der Outdoor-Charakter ist aber nicht die einzige Besonderheit des AGM H5 Pro. Auffälligstes Feature des Handys ist der eingebaute Lautsprecher mit 3,5 Watt. Dieser soll eine Lautstärke von bis zu 109 dB erreichen. Wie robust das Smartphone wirklich ist, was man von dem Speaker halten soll und ob es sich auch für den Alltag geeignet ist, zeigen wir in diesem Testbericht.

Bereits beim ersten Anblick identifiziert man das AGM H5 Pro als Outdoor-Smartphone. Das Gehäuse sieht sehr klobig und massiv aus. Für den Schutz bei einem Sturz sorgt rundum eine Gummierung, die an den Ecken extra Polsterungen bietet. Daher hat das Handy auch Tests nach der US-Militärnorm MIL-STD-810H in Bezug auf Stoßfestigkeit überstanden. Stürze aus 1,5 Meter solle es somit ohne Probleme überstehen – was wir definitiv bestätigen können.

Der Rand um das Display fällt vergleichsweise dick aus – was den Bildschirm besser schützen dürfte. Die vordere Kamera ist in einer Waterdrop-Notch eingelassen. Auffällig ist der orangefarbene Knopf auf der linken Seite. Dieser kann wie schon beim AGM Glory G1S (Testbericht) mit verschiedenen Funktionen belegt werden. Standardmäßig startet der Taster die Kamera-App und dient zudem als Auslöser. Rechts befindet sich die Lautstärkewippe sowie der Power-Button. Alle Tasten bieten einen äußerst soliden Druckpunkt.

Auffälligstes Merkmal auf der Rückseite ist der Lautsprecher. Links und rechts davon befinden sich die drei Linsen der Kamera sowie der LED-Blitz. Der USB-Anschluss unten ist zusätzlich von einer Gummiabdeckung geschützt, damit Staub und Wasser nicht so leicht eindringen können. Das AGM H5 Pro verfügt über eine Zertifizierung nach IP68/IP69K und ist damit wasserdicht. Laut Hersteller übersteht es einen Aufenthalt in Süßwasser für 30 Minuten bei einer Tiefe von 1,5 Meter. Mehr über die unterschiedlichen Schutzarten erklären wir in der Top 10: Wasserdichte Smartphones mit IP-Zertifizierung.

Wenig überraschend bei einem Outdoor-Handy: Das AGM H5 Pro ist ein Klotz! Es wiegt stolze 360 Gramm – fast so viel wie das 8,7-Zoll-Tablet Realme Pad Mini (Testbericht). Das ist doppelt so schwer wie das Google Pixel 6a (Testbericht). Zudem ist es mit 176,1 mm x 85,5 mm x 23 mm äußerst wuchtig.

Das LC-Display misst in der Diagonalen 6,52 Zoll. Die Auflösung fällt mit 1600 x 720 Pixel (HD) allerdings recht niedrig aus. Das führt zu einer Pixeldichte von 269 ppi (Pixel pro Zoll). Damit sind einzelne Pixel mit dem Auge noch leicht zu erkennen. Als Faustregel gilt, dass Pixel ab etwa 300 ppi nicht mehr für den Menschen sichtbar sind. Mehr zu dem Thema erklären wir im Ratgeber Smartphone-Displays: Panels, Auflösungen und Bildraten erklärt. Die Bildqualität ist dennoch ordentlich. Farben wirken kräftig und lebendig, Kontraste sind ausgeprägt. Die Blickwinkelstabilität ist aus allen Perspektiven gegeben.

Ein wichtiges Kriterium für ein Outdoor-Handy ist ein helles Display, damit es auch bei Sonnenlicht im Freien noch ablesbar bleibt. Hier schwächelt das AGM H5 Pro. Im manuellen Modus konnten wir eine maximale Helligkeit von 380 cd/m² messen. Bei adaptiver Bildhelligkeit erreicht die Automatik höchstens 420 cd/m². Bei direkter Lichteinstrahlung, etwa an einem sonnigen Tag, ist die Anzeige also nur bedingt ablesbar.

Das AGM H5 Pro nutzt insgesamt drei herkömmliche Linsen sowie einen Infrarot-Sensor für Nachtaufnahmen. Die Hauptkamera verwendet einen Bildsensor von Samsung (S5KGM2SP) mit 48 Megapixel und einer Blendenöffnung von f/1.79. Die beiden anderen Linsen sind nur zum Alibi am Gerät: jeweils ein Objektiv mit 2 Megapixel für Makroaufnahmen sowie Tiefenschärfe. Spannend ist der Infrarot-Sensor von Sony (IMX350) für Nachtaufnahmen mit 20 Megapixel, der auch beim AGM Glory G1S (Testbericht) zum Einsatz kommt. Die Frontkamera stammt ebenfalls von Sony (IMX376) und löst mit 20 Megapixel auf.

Auch wenn auf dem Blatt Papier die Hauptkamera zumindest ordentliche Fotos verspricht, sind wir vom Ergebnis enttäuscht. Mit viel Wohlwollen könnte man die Qualität als „befriedigend“ bezeichnen, wir tendieren eher zu „ausreichend“. Der Dynamikumfang lässt zu wünschen übrig, bereits bei schlechtem Wetter sind die Aufnahmen am Tag zu dunkel und nur mäßig scharf. Dasselbe gilt für Videoaufnahmen. Die Makroaufnahmen sind unscharf und bieten zu wenige Bilddetails – diese beiden Linsen hätte sich AGM gerne sparen oder stattdessen ein Weitwinkelobjektiv verbauen können. Selfies gehen an sich in Ordnung. Allerdings funktioniert der Porträtmodus nicht richtig und stellt eher den Hintergrund als die Person selbst scharf. Damit ist das Feature absolut unbrauchbar.

Deutlich besser ist der Infrarot-Sensor für Nachtaufnahmen. Dieser macht auch nahezu dunkle Räume auf Fotos und Videos sichtbar, wenn auch nur in Schwarzweiß. Allerdings benötigt diese Funktion immer etwas Restlicht, um zuverlässig zu arbeiten.

Als Prozessor dient ein Mediatek Helio G85. Viel Leistung sollte man von der Octacore-CPU nicht erwarten. Beim Benchmark Work 3.0 von PCmark erreichen wir im Schnitt etwa 6800 Punkte. Damit liegt das AGM H5 Pro im Vergleich zu anderen Smartphones aus unseren Tests nur im unteren Drittel. Für alltägliche Aufgaben reicht der Prozessor aber aus und sorgt für ein flüssiges System. Zum Spielen von Casual Games reicht die Leistung noch aus, für aufwendigere Grafiken ist die GPU aber zu schwach. Das belegt der Benchmark „Wild Life“ von 3Dmark mit knapp 725 Punkten. Gaming-Smartphones kommen hier auf 6000 Punkte und mehr.

Die Ausstattung beim Speicher kann sich mit 128 GByte sowie 8 GByte RAM für den Preis sehen lassen. Eine Erweiterung mittels microSD-Karte ist zudem möglich – allerdings nur, wenn man das Handy nicht mit zwei SIM-Karten nutzt. Als Anschlussmöglichkeit dient ein USB-C-Port, dieser arbeitet aber nur mit dem langsamen Standard USB 2.0. Das ist für die Preisklasse aber nicht ungewöhnlich. Ein Steckplatz für Klinken mit 3,5 mm ist für kabelgebundene Kopfhörer vorhanden. Zum Empfang von UKW-Radio dient dieser als Antenne.

Für kabellose Verbindungen steht Bluetooth 5.0 bereit. Zur Standortbestimmung nutzt das AGM H5 Pro die Satellitennetzwerke GPS, GLONASS, Galileo, Beidou und QZSS. NFC gehört ebenfalls zur Ausstattung. Fürs Surfen durch heimische Netzwerke steht maximal Wi-Fi 5 zur Verfügung. Mobil ist nur LTE (4G) möglich. Der Fingerabdrucksensor befindet sich auf der Rückseite unter dem Lautsprecher und arbeiten meistens zuverlässig.

Eine der Besonderheiten des AGM H5 Pro ist der 3,5-Watt-Lautsprecher auf der Rückseite. Damit soll sich das Handy laut Hersteller auch als Alternative für einen mobilen Speaker anbieten. Die Soundqualität überzeugt uns aber nicht. So sind die Bässe zu schwach ausgeprägt. Bei hoher Lautstärke klingt der Speaker schrill und nervt somit ganz schön. Partylaune kommt hier also nicht auf. Die RGB-Leuchte rund um den Lautsprecher leuchtet nach bestimmen Farbmustern, die man in den Einstellungen auswählen kann. Diese richtet sich aber nicht nach dem Rhythmus der abgespielten Musik. AGM gibt eine maximale Lautstärke von 109 dB – messen konnten wir aber nur etwa 90 dB. Wer mobil mit Freunden Musik hören will, sollte deshalb lieber zu einem Outdoor-Lautsprecher (Themenwelt) mit Bluetooth greifen.

Als Betriebssystem läuft Android 12. Die Benutzeroberfläche ist nahezu unverändert und entspricht weitgehend „Vanilla-Android“. Bloatware findet sich praktisch keine. Der Sicherheits-Patch stammt aus dem Juni 2022 und ist nicht mehr ganz auf dem neusten Stand. Fraglich ist, ob Nutzer mit einem Android-Update rechnen können. So läuft etwa beim teureren AGM Glory G1S (Testbericht) noch immer Android 11.

Das AGM H5 Pro verfügt über einen sehr üppigen Akku mit stolzen 7000 mAh. Das lässt eine sehr lange Akkulaufzeit erwarten, bei der das Handy zwei bis drei Tage ohne eine Steckdose auskommen sollte. Diesen Eindruck konnte der Battery Test von PCmark aber nicht ganz bestätigen. Hier kamen wir beim simulierten Betrieb zwischen 80 und 20 Prozent und bei einer Helligkeit von 200 cd/m² auf etwa 11 Stunden. Das ist eine gute Laufzeit, bei dem Akku hätten wir aber deutlich mehr erwartet. Zum Vergleich: Das Gigaset GX290 Plus (Testbericht) mit 6000 mAh schafft 17 Stunden bei diesem Test.

Überraschend schnell lädt das Netzteil trotz 18 Watt. In knapp 90 Minuten ist der große Akku vollständig aufgeladen. Über die Pogo-Pins auf der Rückseite ist auch das Laden in einem Dock möglich – dann allerdings nur mit 10 Watt. Kabelloses Laden beherrscht das Handy nicht.

Das AGM H5 Pro gibt es ausschließlich in Schwarz mit 8/128 GByte. Derzeit kostet es bei Amazon knapp 400 Euro.

Wer ein sehr robustes und wasserdichtes Smartphone für den Outdoor-Einsatz sucht, findet beim AGM H5 Pro eine bezahlbare Alternative. Allerdings ist das Mobilgerät wirklich klobig, schwer und passt kaum in eine Hosentasche. Die Ausstattung geht in Ordnung, das Fehlen von 5G lässt sich derzeit noch mangels Netzabdeckung hierzulande verschmerzen.

Die Kamera hat uns trotz Samsung-Sensor enttäuscht. Das ist schade, denn gerade beim Wandern finden sich zahlreiche schöne Motive für Fotos. Spannend ist der Infrarot-Sensor, der aus dem Handy ein Nachtsichtgerät macht. Der Lautsprecher enttäuscht zudem bei der Klangqualität trotz (oder gerade wegen) der hohen Lautstärke.

Eine weniger klobige Alternative mit guter Ausstattung und hellerem Display ist das preiswertere Nokia XR20 (Testbericht). Eine deutlich bessere Hardware bietet zudem das Samsung Galaxy Xcover 6 Pro (Testbericht). Wer auch eine Wärmebildkamera braucht, sollte sich das AGM Glory G1S (Testbericht) ansehen.

Weitere Alternativen zeigen wir im Beitrag: Die 10 besten Outdoor-Smartphones: Robust und wasserdicht. Wer ein wasserdichtes Smartphone sucht, aber auf ein Outdoor-Gehäuse verzichten kann, dem empfehlen wir die Top 10: Die meisten günstigen und wasserdichten Smartphones sind von Motorola.

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