TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

Aftershokz Trekz Air im Test: Sound per Knochenschall
Pro und Contra
  • Ohren bleiben frei
  • gute Akkulaufzeit
  • teuer
  • Klang teilweise mit Hall
  • zu hoher Bass ist unangenehm
  • 3.0

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Überflüssig oder genial: Kuriose China-Gadgets unter 30 Euro

Wann die Apple Watch 7 günstiger wird und was die Alternativen ab 180 Euro taugen

Monitore ab 129 Euro: Darum sollte jeder Monitor USB-C haben

Mini-Handkreissäge und Mini-Kettensäge: Kleine Kraftpakete ab 30 Euro

Wangenknochen statt Trommelfell: Die Trekz Air setzen auf Knochenschall, um Töne zu übertragen. Wir testen die Sportkopfhörer.

Der Ton kommt über den Wangenknochen: Die Trekz Air lassen den Gehörgang frei und nutzen Vibrationen, um Musik ins Gehirn zu bringen. So bleiben die Ohren frei, um auch beim Sport die Umgebung weiter wahrzunehmen.

Die Aftershokz Trekz Air sehen komplett anders als die restlichen Sportkopfhörer im Testumfeld. Es gibt keine Kabel oder Nackenbänder, die beiden Tongeber sind an einem flexiblen Bügel angebracht.

Das liegt an der Art, wie die Aftershokz-Kopfhörer die Musik übertragen. Sie lassen die Gehörgänge frei und übertragen die Töne per Knochenschall. Dabei vibriert auf jeder Seite des Kopfhörers ein „Transducer” und leitet den Schall über den Wangenknochen zu den Gehörknöchelchen im Innenohr. Wichtig ist, dass die Kopfhörer zwar das Trommelfell ignorieren, aber weiter die kleinen Knochen im Gehörgang nutzen. Zu hohe Lautstärke kann also auch bei dieser Methode für Hörschäden sorgen.

Der große Vorteil: Selbst wenn man Musik hört, bleiben die Ohren bleiben. Im Straßenverkehr schotten die Trekz Air nicht ab. Die Aufmerksamkeit bleibt erhalten, während man gleichzeitig Musik hören kann. Das ist zu Beginn etwas verwirrend, aber wer etwa mit dem Rad durch die Stadt unterwegs ist, wird schnell den uneingeschränkten Hörsinn zu schätzen wissen.

Zum Lieferumfang gehören neben den eigentlichen Kopfhörern ein Ladekabel, eine Tragetasche sowie zwei Ohrstöpsel. Das wirkt zunächst wie Unfug, ist aber auf Zugreisen oder Flügen eine gute Methode, um sich komplett von der Außenwelt abzukapseln.

Die Kopfhörer legen sich in einem halbfesten Silikonbügel um den Kopf. Das meiste Gewicht liegt dabei auf den Ohren, aufgrund ihres geringen Eigengewichts von 30 g sind sie aber auch bei längeren Aktivitäten gut zu tragen. Im Test haben wir Musik maximal mit 75 prozentiger Lautstärke gehört. Sobald man weiter aufdreht, werden die Vibrationen am Ohr unangenehm spürbar.

Die Trekz Air sind beim Sport eine gute Begleitung. Sie sind IP55 zertifiziert und weisen Schweiß und Feuchtigkeit gut ab. Laut IP55 sind die Geräte auch gegen „Strahlwasser aus beliebigem Winkel” geschützt. Damit sind die Geräte fit für die Dusche, man sollte mit ihnen aber nicht schwimmen gehen.

Praktisch ist, dass die Kopfhörer das Multi-Port-Protokoll unterstützen und mit zwei Geräten gleichzeitig verbunden sein können.

Der Klang der Aftershokz Trekz Air ist nur schwer mit den anderen Sportkopfhörern zu vergleichen. Grundsätzlich ist der Klang überraschend gut, es fehlt aber bei vielen Songs die Tiefe, die klassische Kopfhörer bieten. Während Musik während des Sports oder im Büro gut über die Schläfe übertragen wird, sind Podcasts oder Hörbücher eher schwierig. Gerade in lauter Umgebung, etwa im Verkehr, kann man sich kaum auf die Gespräche konzentrieren. Basslastige Songs, etwa Brass Monkey von den Beastie Boys oder The Hills von The Weeknd lassen die Transducer zu sehr vibrieren, gerade bei höhere Lautstärke ist das etwas unangenehm. Wie immer nutzen wir die Test-Playlist von Cambridge Audio auf Spotify, alle Songs wurden in hoher Qualität lokal gespeichert.

Es wird besser, wenn man die Ohren verschließt, etwa mit den mitgelieferten Schaumstoffstöpseln. Leider hatte es im Test einen Halleffekt, die Musik wirkte arg dumpf.

Unsere Testplaylist lässt ein gemischtes Hörerlebnis zurück. Pop- und Rocklieder funktionieren gut, Fans von Klassik oder komplexeren Songs sollten zu einem anderen Kopfhörer greifen. Die Trekz Air sind eindeutig dazu da, eine musikalische Hintergrundmusik zu bieten, nicht um den Hörer in seine eigene Konzerthalle zu versetzen.

In unserem Dauertest halten die Kopfhörer bei voller Lautstärke rund sechs Stunden durch, ein guter Wert. Geladen sind sie in knapp einer Stunde. Leider nutzt Aftershokz noch immer nur einen Micro-USB-Anschluss um die Geräte zu laden, USB-C ist hier deutlich besser, wie etwa die Oneplus Bullets Wireless (Testbericht) zeigen.

Die Airshokz Trekz Air sind keine normalen Kopfhörer. Sie richten sich an Sportler, die ihre Umgebung weiter mit allen Sinnen wahrnehmen wollen. Zudem fanden wir sie im Büro sinnvoll, wo man damit Musik hören kann, ohne von den Kollegen komplett abgeschnitten zu sein. Dafür können sie beim Klang aber nicht mit In-Ear-Kopfhörern wie dem Bose SoundSport Wireless (Testbericht) mithalten. Da sie aber preislich über diesen liegen, macht das die Knochenschallkopfhörer zu einem teuren Vergnügen.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.