Akaso Brave 7
Pro und Contra
  • gute Stabilisierung und Videoqualität in heller Umgebung
  • hoher Bedienkomfort und sehr viel Zubehör
  • zwei Displays und App-Steuerung
  • kein 4K mit 60 fps
  • Stabilisierung und Videoqualität schlecht bei nachlassendem Licht
  • dürftige Tonqualität
  • 3.5

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Für rund 150 Euro schnürt Akaso mit der Brave 7 ein prall gefülltes Actioncam-Paket. Neben einer Fernbedienung und zwei Akkus gehören jede Menge Halterungen zum Lieferumfang. Die entscheidende Frage: Kann die preiswerte 4K-Kamera auch mit ihrer Videoqualität überzeugen?

GoPro-Kunden kennen das Problem: Wer sich hier eine aktuelle Actioncam zulegt, muss nicht nur tief in die Tasche greifen, sondern auch fast das gesamte Zubehör separat erwerben. Ganz anders bei Akaso: Die Brave 7 kostet gerade mal rund ein Drittel der Gopro und hat nahezu alles dabei, um die Kamera auch sofort auf dem Fahrrad, am Helm oder im Auto zu befestigen. Ob sich die Anschaffung der Actioncam zum Schnäppchenpreis lohnt und in welchen Bereichen sie mit deutlich teureren Konkurrenzmodellen mithalten kann, klärt unser Test.

Dieser Einzeltest gehört zu unserer Themenwelt Actioncams. Hier haben wir neben der Gopro Hero10 Black (Testbericht) auch die modularen Actioncams, die One R von Insta360 (Testbericht) und die DJI Action 2 (Einzeltest), näher unter die Lupe genommen und vorgestellt.

Die Akaso Brave 7 hat den klassischen GoPro-Formfaktor, den mittlerweile fast alle Actioncams haben. Sie ist 6,3 x 4,1 x 3,1 Zentimeter groß und wiegt mit Akku 132 Gramm. Das Gehäuse ist für eine Mini-Kamera dieser Preisklasse gut verarbeitet, es besteht zum Teil aus Kunststoff, zum Teil aus Metall. Das Frontdisplay ist 1,4 Zentimeter groß, das rückseitige Touch-Panel 2,0 Zoll. Ein Stativgewinde fehlt im Gehäuse. Möchte man die Brave 7 beispielsweise an einer Halterung am Fahrradlenker montieren, so muss man zum mitgelieferten Kamerarahmen greifen. Die Cam ist ohne Zusatzgehäuse bis zu 10 Meter wasserdicht. Unter der recht schwergängigen Klappe im Gehäuseboden befindet sich der 1.350 mAh starke Lithium-Ionen-Akku. Seitlich lassen sich MicroSD-Karten mit einer maximalen Speicherkapazität von 512 Gigabyte einschieben.

Insgesamt macht die Brave 7 einen sehr robusten Eindruck. Stöße verzeiht sie ohne Probleme. Der Spalt zwischen dem mittleren Gehäuse und der vorderen Kunststoffblende dürfte gerne einen Tick kleiner ausfallen, hier setzen sich leicht kleine Schmutzpartikel fest.

Das Thema Anschlüsse ist bei der Akaso Brave 7 schnell erledigt. Unter der Klappe mit der Speicherkarte befindet sich noch ein USB-C-Anschluss, um die Cam mit einem PC zu verbinden. Das war’s. Zusätzlich hat die Akaso WLAN, um mit einem Smartphone oder einem Tablet zu kommunizieren. Auf diese Weise lässt sich die Kamera steuern, außerdem kann man Fotos und Videos übertragen.

Mitgeliefert werden zwei Lithium-Ionen-Akkus mit jeweils 1.350 mAh. Zum Set gehört zusätzlich ein praktischer Doppellader, um beide Akkus gleichzeitig wieder aufzufrischen.

Die Brave 7 filmt wahlweise mit 4K30, 2.7K30, 1080p60, 1080p30, für Zeitlupenaufnahmen eignet sich 720p mit 120 Vollbildern, alternativ stehen noch 720p60 und 720p30 zur Verfügung. Wer gerne fotografiert, kann Bilder mit bis zu 20 Megapixeln schießen. Für möglichst ruhige Filmaufnahmen soll ein Sechs-Achsen-Bildstabilisator sorgen.

Zur Ausstattung gehört neben einem Zeitlupen- auch ein Zeitraffermodus. Im Fahrmodus schaltet sich die Kamera automatisch ein, sobald diese mit dem Zigarettenanzünder verbunden ist und das Auto gestartet wird. Für Aufnahmen aus dem Auto heraus eignet sich der Loop-Modus – hierbei werden dauerhaft neue Videos abgespeichert und alte überschrieben, wenn die Speicherkarte voll ist. Die Videolänge lässt sich mit 3, 5 und 7 Minuten selbst bestimmen. Filmer können zudem die Belichtung und die Schärfe anpassen, einen Weißabgleich durchführen und aus verschiedenen voreingestellten Szenen und Filtern auswählen. Beim Fotografieren sind bis zu 15 Bilder pro Sekunde drin. Fotos lassen sich im JPG- und im verlustfreien Rohdatenformat DNG speichern.

Beim Blickwinkel hat man die Wahl zwischen 170, 140, 110 und 70 Grad. Der ISO-Bereich ist zwischen 200 und 3.200 anpassbar, durch das Aktivieren von WDR (Wide Dynamic Range) lässt sich die Gesamtbelichtung in Aufnahmen optimieren. Für die vereinfachte Bedienung bietet die Akaso eine Sprachsteuerung an.

Der farbige Touchscreen auf der Rückseite reagiert zuverlässig auf Touch- und Wischgesten. Zwar einen Tick langsamer als beispielsweise bei der neuen und deutlich teureren GoPro Hero10 Black, aber das Bedientempo ist insgesamt in Ordnung. Ein Tipp auf das Zahnradsymbol genügt, und schon landet man in den Einstellungen. Die schwarze bzw. weiße Schrift auf gelbem bzw. schwarzem Hintergrund lässt sich mühelos ablesen. Die einzelnen Schlagworte sind plausibel, hier muss man nicht erst überlegen, was gemeint ist. Die Bedienung gelingt mühelos und intuitiv.

Beide Displays gleichzeitig lassen sich auf der Brave 7 nicht bespielen. Durch einen längeren Druck rechts außen auf die Pfeiltaste nach unten wechselt man zwischen dem Front- und dem rückseitigen Display hin und her. Das vordere zeigt das Live-Bild und Zusatzinfos wie die Aufnahmedauer und die Restkapazität des Akkus an. Beide Displays sind hell genug, um auch im direkten Sonnenlicht entspannt zu arbeiten. Per Sprachbefehl lassen sich unter anderem Aufnahmen starten und stoppen oder Fotos schießen.

Über die App „Akaso Go“ für Android und iOS kann man die Actioncam vom Smartphone aus steuern, Fotos und Videos direkt auf dem Mobilgerät anschauen sowie Filme schneiden und mit Übergängen sowie Spezialeffekten versehen. Auch hier gibt es nichts zu meckern.

Mitgeliefert wird außerdem noch eine Fernbedienung. Über diese kann man die Brave 7 einschalten, zwischen Foto und Video wechseln und Aufnahmen starten sowie fotografieren. Klasse: Die Fernbedienung besitzt ebenfalls ein eigenes kleines Display, um wichtige Parameter wie Akkurestkapazität oder den ausgewählten Modus abzulesen.

Ist die Umgebung hell genug ausgeleuchtet, überrascht die Brave 7 mit erstaunlich guten Aufnahmen. Ihr Bild ist scharf und weitgehend rauschfrei, die Farben sind kräftig, aber dennoch natürlich, und Details wie etwa einzelne Blätter eines Baums werden sauber herausgearbeitet. Auch die Struktur von der Rinde eines Baumstamms behält die 150-Euro-Kamera nicht für sich. Aufnahmen aus der freien Hand gelingen wirklich gut. Hier sieht es so aus, als würde man ein Stativ verwenden, auch Schwenks klappen ohne Ruckler. Das war so nicht zu erwarten. Sogar die holprige Fahrt mit einem Mountainbike über einen Waldweg meistert die Akaso richtig gut. Die meisten Schläge werden effektiv eliminiert, Bewegungen toll stabilisiert. Die Schärfe und die Feinzeichnung lassen gegenüber statischen Motiven etwas nach, sind aber immer noch akzeptabel.

In dunklen Waldpassagen, wenn das Licht nachlässt, muss man jedoch Einbußen bei der Videoqualität hinnehmen. Die Stabilisierung ist jetzt deutlich schlechter, einige Bildbereiche vermatschen, Details gehen jetzt völlig flöten. Hier hat eine teurere Actioncam wie die GoPro Hero10 Black die Nase deutlich vorne. Das gilt auch für den Ton. Die Windgeräusche auf dem Fahrrad machen sich als störende Knackgeräusche bemerkbar.

Vernünftige Fotos hingegen gelingen bei Tages- und Kunstlicht ohne Probleme. Auch hier stimmt die Brave 7 alle wichtigen Parameter wie Schärfe, Detailzeichnung, Farbwiedergabe und Tiefenwirkung gekonnt aufeinander ab.

In der höchsten Videoauflösung mit 3.840 x 2.160 Pixeln und 30 Vollbildern hielt die Akaso im Test 85 Minuten durch. Das ist ein guter Wert. Da zwei Akkus zum Set gehören, kann man knapp drei Stunden filmen, ohne einen der beiden Akkus nachladen zu müssen. Das dürfte in den meisten Fällen reichen, um einen Urlaubstag zu überstehen. Praktisch: Der Doppellader gestattet es, beide Akkus parallel mit frischer Energie zu versorgen.

Akaso verkauft die Brave 7 für rund 170 Euro. Günstiger ist die Actioncam auch bei anderen Onlinehändlern nicht zu bekommen. Wenn man sich die lange Zubehörliste anschaut, ist dieser Preis absolut fair. Mitgeliefert werden neben der Kamera zwei Akkus, ein Doppellader, die Fernbedienung, ein Kamerarahmen sowie diverse Halterungen für Fahrrad und Helm, Befestigungsbänder und ein USB-Kabel. Mehr geht fast nicht.

Aktuell ist die Kamera lediglich über die Herstellerseite und bei Ebay verfügbar. Dort kostet die Brave 7 zum Recherchezeitpunkt rund 166 Euro.

Ganz ehrlich, die Akaso Brave 7 bietet zum absolut fairen Preis nicht nur ungeheuer viel Zubehör, sondern auch eine verblüffend gute Videoqualität mit lobenswerter Stabilisierung. Allerdings sollte man beim Filmen darauf achten, dass Motive vernünftig ausgeleuchtet sind. An wolkenverhangenen Tagen kann die solide verarbeitete Actioncam schon nicht mehr ihr volles Potenzial abrufen.

Unabhängig davon punktet die Brave 7 mit zwei Displays und langer Akkulaufzeit, Sprachsteuerung sowie hohem Bedienkomfort. Wer keine allerhöchsten Ansprüche hat und keine Unsummen ausgeben will, ist mit der Akaso Brave 7 gut bedient. Zwei Akkus, Fernbedienung und jede Menge Halterungen sorgen dafür, dass es bei den Anschaffungskosten bleibt.

Weitere Geräte zeigen wir in der Themenwelt Action-Cams.

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