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Zyxel 4G Router LTE3302 mit WLAN-Hotspot im Test

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Der weiße 4G-Router Zyxel LTE3302 funkt per LTE mit bis zu 150 MBit/s und gibt das Internet per LAN und WLAN weiter. Wir testen den LTE-Router und messen, was netto ankommt.

Zyxel liefert mit dem LTE3302 einen LTE-tauglichen Router, der sich mit bis zu 150 MBit/s mit dem 4G-Internet verbindet und die Daten per WLAN-Hotspot oder via LAN mit anderen Geräten teilt. Wir testen den Router, der sich optional mit Akku betreiben lässt, im Rahmen unserer Themenwelt zu LTE-Routern. Dort haben wir bereits den Netgear Nighthawk M2 (Testbericht) getestet. Wer auf der Suche nach einem passenden Tarif für seinen LTE-Router ist, dem empfehlen wir unsere Übersicht zu LTE-Tarifen.

Der quadratische Zyxel LTE3302 misst knapp 13 × 13 Zentimeter und ist 4,5 Zentimeter hoch. Mit 240 Gramm wiegt er fast das Gleiche wie der Netgear M2 (Testbericht). Beim Netgear ist aber schon der Wechsel-Akku mit 92 Gramm eingeschlossen. Das mattweiße Gehäuse des Zyxel LTE3302 wirkt frisch, leicht, locker, zieht keine Fingerabdrücke an und ist im Gegensatz zum Klavierlack-schwarzen Netgear M2 LTE Router blendfrei. Er ist unauffällig, vor einer weißen Wand fällt der weiße Router kaum auf, was oft gewünscht wird.

Das LTE Modem verspricht Geschwindigkeiten mit Peaks bis 150 MBit/s im Download (DL) und bis zu 50 MBit/s im Upload (UL). Dazu müssen aber die Voraussetzungen beim Mobilfunk-Netzbetreiber stimmen: Etwa 20 MHz-Bänder für Down- und Uplink.

Zyxel LTE3302 (5 Bilder)

Der weiße Zyxel LTE3302 Router vorne mittig holt das Internet per LTE bis 150 MBit/s aus der Mobilfunkluft und funkt es per WiFi-4 an unseren WLAN-schnellsten (aber LTE-losen) Laptop Asus ZenBook Flip 15 mit WiFi-6 bis 2400 MBit/s weiter. Das graue Handy LG G6 (links) und das blaue Samsung Galaxy Note 10+ (rechts) haben eigene LTE-Module. Die messen wir auch noch gesondert zu Vergleichszwecken (Bild: Harald Karcher).

Der Router im Test nutzt folgende 4G-LTE-Bänder und Frequenzen:

  • LTE-Band: B1/2/3/5/7/8/20/28/38/40
  • LTE TDD: 2300/2600 MHz
  • LTE FDD: 2600/2100/1900/1800/900/850/800/700 MHz

In Deutschland sind besonders relevant: LTE FDD bei 800, 1800 und 2600 MHz. Hinzu kommen Frequenzbereiche für 3G und 2G. Der Zyxel LTE3302 Router kann somit von 4G auf langsamere 3G- und 2G-Mobilfunk-Verbindungen herunterschalten, falls die Bedingungen für LTE am Einsatzort zu schlecht sind. Damit ist er auch als Notlösung für sehr schlecht DSL-versorgte Landregionen einsetzbar.

Auf der WLAN-Seite hat der LTE3302 nur Single-Band-WLAN (IEEE 802.11b/g/n) bei 2,4 GHz bis 300 MBit/s. Kann das WLAN-Modul den LTE-Durchsatz damit angemessen verteilen? Auf den ersten Blick müsste WLAN bis 300 MBit/s zur Verteilung der LTE 150/50 MBit/s bestens reichen. Der Verzicht auf 5GHz WLAN hält zudem Preis und Stromkosten niedriger. Allerdings ist das 5GHz Band meist sauberer und störungsfreier als 2,4GHz.

Hinten hat der Zyxel LTE3302 zwei 10/100 MBit/s Ethernet RJ-45 LAN Buchsen. Der Verzicht auf 1000 MBit/s-Ports spart erneut Strom und Kosten. Theoretisch könnten beim Übergang von LTE-150 auf LAN-100 zwar einzelne Spitzen abgebremst werden. In der Praxis wird das aber selten der Fall sein, weil das LTE-Netz selten mehr als 100 MBit/s Netto-Dauerleistung liefert.

Das mitgelieferte Ladekabel (USB-A zu Micro-USB) lässt sich vom Netzteil abziehen und mit einer eigenen Powerbank verbinden. Damit wird der Zyxel LTE3302 schon mal ein bisschen mobiler. Noch eleganter wäre wohl der optionale Akku um 30 Euro. Er verspricht mit seinen 2800mAh bis zu vier Stunden mobile Betriebsdauer.

Der Zyxel LTE3302 besitzt zwei SMA-Anschlüsse für externe Antennen. Das ist vor allem dann interessant, wenn der Router stationär an einem Ort betrieben werden soll.

Unsere Test-SIM der Deutschen Telekom wurde vom Zyxel LTE3302 automatisch erkannt. Danach konnten unsere im WLAN befindlichen Rechner, Handys und Laptops schon mal mit den WLAN-Werkseinstellungen lossurfen. Alle Zugangsdaten wie SSID-Netzwerkname und WPA2-Security-Key findet man am Router zwischen den zwei Ösen eingedruckt.

Für die weitere Feinkonfiguration und Anpassung an eigene Wünsche betreten wir den Webserver des Zyxel LTE3302. Die IP-Adresse (192.168.1.1) samt User-ID (admin) und Passwort (1234) für den ersten Login sind ebenfalls zwischen den Ösen eingedruckt.

Die Netzwerk Einstellungen sind umfangreich. Das Gerät beherrscht unter anderem IPv4 und IPv6 Dual Stack, DHCP, Dynamische und feste IP Adressen, VPN Pass Through, Firewall, NAT/NAPT, Port Forwarding/DMZ, DNS/DDNS, NAT Router Modus und Bridge Modus mit IP Pass Through. Der Netzwerkprofi kommt entsprechend voll auf seine Kosten. Details findet man in der folgenden Fotogalerie:

Zyxel LTE3302: Software (113 Bilder)

Wir stellen den Zyxel-LTE3302-Router links außen im DG unserer gewohnten WLAN-Testwohnung. Hier ist die LTE-Versorgung zwischen Betonwänden bestenfalls mittelprächtig, der Zyxel LTE3302 steht an der gleichen Stelle wie der Netgear M2 LTE Router und muss zeigen, was er kann.

Messaufbau in unserer Testwohnung: Der Zyxel LTE3302 links oben wird vom LTE-Netz der Deutschen Telekom mit Internet und vom Seagate SSD-Cache einer 10-Gig-NAS Synology DS1618+ mit Testdateien versorgt. Ganz unten die zwei Wifi-6-Endgeräte (Samsung Note10+ und Asus Flip 15), mit denen wir den Netto-Durchsatz an 5 Punkten der Testwohnung messen (Bild: Harald Karcher).

Ein Unterschied: Beim Netgear M2 haben wir die LTE-Versorgung der Testwohnung konsequent via 2,4 und via 5 GHz WLAN gemessen. Da der Zyxel LTE5502 Router sich das 5GHz WLAN spart, können wir jetzt nur im überfüllten 2,4GHz Band messen.

Der folgende Screenshot zeigt einen typischen Mess-Verlauf: Im Download (rote Balken) hat der Wifi-6-Laptop in jedem Zimmer (von Messpunkt 1 bis Messpunkt 5) zunehmend schlechteren Durchsatz. In Zimmer 1 lag der Durchschnitt bei 32 MBit/s, im Zimmer 5 nur noch bei 1,3 MBit/s. Im Upload (grüne Balken) hat der Laptop fast in allen 5 Räumen grob gesagt um die 10 MBit/s erzielt. Was heißt das für die Praxis? In den ersten beiden Räumen kann man mit beiden Werten, DL und UL, recht gut surfen, mailen, chatten und in mäßiger Auflösung Video-streamen. Gut ist vor allem, dass der Kontakt zum Internet in keinem Zimmer spürbare Abrisse oder Aussetzer hatte.

Der 2,4 GHz-Funk mit der SSID Zyxel_LTE3302_2GHz hat das Internet aus dem LTE-Netz der Deutschen Telekom brauchbar in die 5 Zimmer verteilt. Rot=DL. Grün=UL (Bild: Harald Karcher).

Vorsicht: Die Werte sind nicht reproduzierbar, weil sie ständig schwanken, und schon gar nicht auf andere Wohnungen und Standorte direkt übertragbar. Trotzdem wollten wir uns hier nicht um ein paar konkrete Zahlen aus dem echten Leben drücken. Natürlich konnten wir im Test mehrere Laptops und Smartphones gleichzeitig mit dem WLAN des Zyxel LTE3320 Routers verbinden, laut Zyxel sind bis zu 32 Geräte möglich. Dabei hat unser Laptop unterm Strich mit Abstand am besten abgeschnitten. Uns hat aber interessiert, ob der Zyxel-Router eine bessere LTE-Verbindung aufbaut als ein Smartphone per LTE-Hotspot-Tethering. Um das zu ergründen, stecken wir die LTE-SIM-Karte der Deutschen Telekom in zwei Handys und testen diese an der gleichen Stelle wie den Zyxel Router, nämlich oben links im DG unserer Testwohnung, umringt von Stahlbeton:

Beim LTE-Durchsatz schlägt der Zyxel LTE3302 Router (rechts) die beiden Smartphones Samsung Note10+ (Mitte) und LG G6 (Links) an unserem Indoor-Messpunkt im DG zumindest beim DL deutlich. Beim UL war das Samsung Note10+ marginal besser. Blau = UL. Rot = DL (Bild: Harald Karcher).

Das verwendete LG G6 schaffte über mehrere Messungen hinweg einen brauchbaren DL von gut 12 MBit/s. Beim UL gab es allerdings öfters Verbindungsabrisse und als Mittel bleiben nur 1,1 MBit/s an dieser Stelle unserer Testwohnung übrig. Das Samsung Galaxy Note10+ schaffte im DL nur wenig mehr als das ältere LG G6, nämlich 14,7 MBit/s. Im UL war das Samsung aber deutlich besser: 7,5 MBit/s im Mittel, und das ohne jeden Verbindungsabriss.

Der Zyxel LTE3302 Router vom Frühling 2018 hat im Gegensatz zu den Smartphones keinen Surf-tauglichen Bildschirm. Wir messen daher auf unserem per 2,4GHz WLAN verbundenen Notebook. Nach etlichen Messungen ergeben sich Mittelwerte von gut 6 MBit/s im UL und gut 23 MBit/s im DL. Und zwar ohne jeden Verbindungsabriss. Wie bereits beim Netgear M2 zeigt sich, dass ein dedizierter LTE-Router gerad an schwierigen Stellen eine bessere Leistung bringen kann, als ein Smartphone im Hotspot-Modus.

Bei der folgenden Stromkurve waren alle Geräte mit dem Zyxel LTE3302 Router verbunden, die in der Testwohnungsgrafik weiter oben eingezeichnet sind: Sprich 10-Gig-NAS per LAN-Kabel, dazu Handy und Laptop via WLAN. Im Stand-by gingen die Stromwerte bis 2W herunter. Bei aktiven Downloads großer Dateien auf Handy und Laptop gleichzeitig zog der Zyxel LTE3302 Router bis zu 6,36W aus der 230-Volt-Dose. Laut Zyxel kann der Verbrauch sogar bis 10W gehen.

In unserem Testsetup zog der Zyxel LTE3302 Router circa 2 bis knapp 6,4W aus der 230-Volt-Dose (Screenshot: Harald Karcher / mit FRITZ!DECT 200 Software).

Die Stromwerte ähneln dem Netgear M2, was dafür spricht, dass man auch den Zyxel LTE3302 als mobilen Router unterwegs verwenden kann. Der Netgear M2 hat aber bei ähnlichem Stromverbrauch erheblich bessere LTE- und WLAN-Messwerte. Dafür kostet er aber fast das Vierfache.

Der Zyxel LTE3302 kostet um die 110 Euro, der optionale Akku liegt bei etwa 30 Euro.

Der weiße 4G-Router Zyxel LTE3302 mit WLAN-Hotspot kann mittlerweile nicht mehr mit Technik-Superlativen protzen. LTE bis 150/50 MBit/s, WLAN bei 2,4GHz bis 300 MBit/s und zwei 100-MBit/s-LAN-Ports sind aber eine solide Grundausrüstung. Sie dürfte in vielen Fällen zum Surfen, Mailen, Chatten und für Videostreamings mit brauchbarer Auflösung reichen. Dass er kein WLAN bei 5 GHz hat, ist sicher kein Vorteil, aber auch kein Weltuntergang.

Die umfangreichen Netzwerkfeatures wirken professionell, den Anfänger mag das fast erschlagen. Wichtiger ist da, dass der Router unsere LTE-SIM-Karte automatisch erkannte und das voreingestellte WLAN sofort nutzbar war. Wem das ausreicht, der kann die Profi-Features komplett ignorieren.

Praktisch sind die zwei Ösen für eine Wandaufhängung beim stationären Einsatz. Für den mobilen Einsatz gibt es einen optionalen Lithium-Ionen-Akku um 30 Euro. Löblich sind auch die zwei Anschlüsse für externe Antennen, die es ab 11 Euro im Internet gibt. Unterm Strich ein vernünftiges Produkt zu einem moderaten Preis. Wer jedoch ohne Rücksicht auf die Kosten das Maximum des LTE-technisch Machbaren sucht, sollte sich unseren Test des Netgear M2 (Testbericht) anschauen.

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