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Yi Compact Dash Camera im Test: 1080p für 35 Euro

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Wir haben die günstige Dash-Cam von Yi getestet und verraten, wie sich die Kamera im Vergleich zu anderen Modellen schlägt.

Auf den ersten Blick sieht die Compact Dash Camera von Yi wie eine Actioncam aus. Mit den Abmessungen von 74 × 52 × 32 mm ist das Modell von Yi ein ganzes Stück größer als beispielsweise die Garmin Dashcam 65W. Zur Befestigung an der Frontscheibe dient eine Klebehalterung aus Kunststoff. Diese hält die Kamera mit einem Gewicht von 71 Gramm erfreulich stabil in Position; anders als beispielsweise die Halterung der billigen Denver-Dashcam.

Die Nutzung einer Klebefläche statt eines Saugnapfes ist zwar weniger variabel, dafür hält die Kamera zuverlässig. Wer die Kamera in ein anderes Fahrzeug umbauen möchte, muss sich allerdings selbst um neue Klebepads kümmern.

Auf der Vorderseite sitzt das Objektiv mit einer Blende von f/2.0 und einem Sichtwinkel von 130 Grad. Auf der linken Seite befindet sich der MicroSD-Kartenslot und auf der rechten Seite der Reset-Taster und die Micro-USB-Buchse zur Stromversorgung. Die vier Bedientaster sitzen rückseitig unterhalb des 2,7-Zoll-Bildschirms. Die Verarbeitung des Gehäuses ist gut, der verwendete Kunststoff wirkt allerdings billig.

Ein zusätzliches Klebepad für die Halterung gehört nicht zum Lieferumfang.

Zur Stromversorgung dient ein KFZ-Netzteil mit Stecker für den Zigarettenanzünder. Das Kabel ist mit knapp 2,5 Metern ausreichend lang, um das Kabel außen entlang zu führen.

Die Compact Dash Camera verfügt weder über einen Sprachassistenten noch über einen GPS-Empfänger. Die wichtigsten Funktionen einer Auto-Kamera sind aber vorhanden. So gibt es sowohl die Loop-Aufnahme-Funktion als auch einen Beschleunigungssensor. Die Loop-Funktion hilft dabei, nicht gegen das Datenschutzrecht zu verstoßen, in dem sie die Aufnahmen regelmäßig überschreibt. Was es sonst noch zu beachten gilt, erklären wir in unserer Dashcam-Kaufberatung.

Das verbaute WLAN-Modul ermöglicht zudem eine bequeme Steuerung per Smartphone. Über den Weg gibt es außerdem ein Livebild sowie Zugriff auf die Aufnahmen.

Die Dashcam von Yi ist deutlich größer als das Modell von Garmin.

Lüftungsschlitze an Ober- und Unterseite sorgen dafür, dass die Kamera auch bei hohen Temperaturen nicht überhitzt. Ob die Dashcam tatsächlich bis 60 Grad funktioniert, konnten wir aufgrund einer Schlechtwetterfront nicht testen. Die maximale Temperatur während des Tests lag bei etwa 40 Grad im Fahrzeuginneren. Damit hat die Yi-Dashcam keinerlei Probleme.

Zur Bedienung stehen die Kamera-Taster und die Yi-App zur Verfügung. Die Einstellungsmöglichkeiten sind bei beiden Methoden identisch. Die Menüführung ist logisch und übersichtlich gestaltet. Neben Deutsch und Englisch stehen auch Französisch, Italienisch, Spanisch und Chinesisch zur Auswahl. Typisch chinesisch sind die diversen Übersetzungsfehler.

Trotzdem ist die Bedienung logisch und unkompliziert. Der Nutzer kann die Videoauflösung, die Länge der einzelnen Videoclips, Datum und Uhrzeit einstellen. Außerdem ist es möglich, das Mikrofon an- oder auszuschalten und das standardmäßig eingeschaltete WLAN zu deaktivieren. Das Einstellen von Datum und Uhrzeit haben wir bei unserem Test übrigens vergessen, wie man im Beispielvideo erkennt.

Die Bedieung funktioniert auch ohne App problemlos.

Sobald die Kamera Strom bekommt, beginnt sie mit der kontinuierlichen Aufzeichnung kurzer Videoclips mit einer Länge von einer oder drei Minuten. Ist die Speicherkarte voll, überspeichert die Kamera die ältesten Aufnahmen. Drückt der Nutzer auf die Aufnahmetaste oder registriert der Beschleunigungssensor eine starke Verzögerung, speichert die Dashcam rückwirkend die letzten Minuten des Videos und legt diese Datei in einem eigenen Ordner auf der Speicherkarte ab. Die darin abgelegten Videos werden nicht überspielt.

Um die Speicherung der Daten sicherzustellen, ist ein kleiner Akku verbaut. Dieser hält zwar nur einige Sekunden lang durch, doch das reicht, um die aktuelle Aufnahme zu speichern, wenn die Stromversorgung beispielsweise durch das Abschalten der Zündung unterbrochen wird.

Die Bildqualität ist gut, der Sichtwinkel mit 130 Grad ausreichend. Zwar gefällt uns der enormen FOV der Garmin-Dashcam besser, aber das Geschehen vor der Motorhaube ist trotzdem gut zu erkennen.

Die Full-HD-Aufnahmen sind erfreulich scharf und ruckelfrei. Der Kontrast ist tagsüber, auch bei Gegenlicht, ausreichend. Auch in der Dämmerung ist die Bildqualität erfreulich gut. Zwar ist ein starkes Bildrauschen zu erkennen, dieses stört aber nicht weiter. Bei Dunkelheit kommt die Yi-Dashcam an Ihre Grenzen. Bei Gegenverkehr und Gegenlicht sind Nummernschilder und sonstige Details nicht mehr erkennbar. Mit der Qualität einer teuren Garmin-Dashcam kann die Compact Dash Camera zwar nicht mithalten, die billige Denver-Dashcam schlägt die Yi aber um Längen.

Die Yi Compact Dash Camera ist eine Autokamera mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer ein günstiges Modell für Fahrten am Tag sucht, macht mit der Yi-Kamera alles richtig. Der Preis von knapp 35 Euro ist fair und gerechtfertigt.

Aufnahmen in der Dunkelheit sind zwar grundsätzlich zu gebrauchen, Details sind darauf aber nicht mehr zu erkennen. In Sachen Sichtfeld hätte uns eine Optik mit mehr Weitwinkel besser gefallen.

Wer Parkrempler mit der Kamera festhalten möchte, braucht eine dauerhafte Stromversorgung, die auch bei abgeschalteter Zündung funktioniert. Im Zweifel eignet dafür eine USB-Powerbank.

Wer mehr Ausstattung will, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Garmin Dashcam 65W (Testbericht) mit GPS und Spracherkennung kostet fast fünfmal soviel. Wer noch weniger ausgeben möchte, sollte sich das Geld besser gleich sparen, wie unser Test der Denver Dashcam zeigt.

Dashcam-Kaufberatung: Was man beachten sollte

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