TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Xiaomi Redmi Note 8T Test: Schnäppchen mit Quad-Cam

von  // 

Mittelklasse-Prozessor, riesiges Display, Quad-Kamera, viel Speicher und schickes Glas-Design – geht überhaupt noch mehr als beim Xiaomi Redmi Note 8T im Test für unter 200 Euro?

Eigentlich hatte uns Xiaomi bei einem Redaktionsbesuch noch mitgeteilt, dass die in Asien so erfolgreiche Redmi-Serie in Europa wohl nicht auf den Markt kommen werde – und wenig später erreicht uns das Xiaomi Redmi Note 8T. Getreu dem Alt-Bundeskanzler Konrad Adenauer zugeschriebenen Zitat „was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ kommt die Redmi-Reihe offensichtlich also doch nach Deutschland – und zwar mit einem Technik-Paket, das es in sich hat. Das Thema Design hat der Hersteller dabei zum Glück auch nicht vergessen.

Auf den ersten Blick sieht das neue Xiaomi Redmi Note 8T wie der Vorgänger aus, zumal beide Modelle weitestgehend gleich groß sind. Nur wenige Neuerungen sind beim 8er-Modell zu sehen, etwa der Redmi-Schriftzug unter dem Display. Macht nichts, schick ist das Gerät trotzdem, gut verarbeitet obendrein. Ungleichmäßige Spaltmaße gibt es nicht, die beiden Bedientasten auf der rechten Gehäuseseite lassen sich dank knackigem Tastenhub und ordentlichem Druckpunkt optimal verwenden. Die Übergänge vom in Gehäusefarbe eloxierten Kunststoffrahmen zu den beiden Glas-Seiten mit Gorilla Glas 5 verläuft homogen und weitgehend weich. Nur Pedanten werden eine leichte Kante spüren. Insgesamt liegt das Gerät trotz seiner Größe erstaunlich gut in der Hand. Nur das Gewicht ist mit fast 200 Gramm verhältnismäßig hoch.

Einfaches, aber edles Design

Trotz des niedrigen Preises verwendet Xiaomi beim Redmi Note 8T vorn und hinten kratzfestes Glas, das ist in der Preisregion unter 200 Euro oftmals anders. Dann herrscht Kunststoff vor, das wirkt weniger hochwertig. Leider lässt der Hersteller die Quad-Cam des Smartphones auf der Rückseite ziemlich weit hervorstehen – fast 2 Millimeter sind selbst mit gutem Willen etwas viel. Auf der Rückseite liegend mutiert das Gerät auf einem Tisch schnell zum Wackeldackel. Das kann nicht mal die beiliegende Schutzhülle mit Kameraausschnitt kompensieren. Recht hübsch finden wir hingegen den leichten Farbverlauf unseres Testmodells von dunklem zu etwas hellerem Blau. Dabei handelt es sich aber um einen recht einfachen Verlauf ohne irisierende Farbspiele oder ähnlichen Schnickschnack – das kann man aber für den niedrigen Preis des Note 8T nicht erwarten.

Das IPS-LCD des Note 8T ist stolze 6,3 Zoll groß und bietet eine Auflösung von 2340 × 1080 Pixel. Damit kommt das Smartphone auf eine Bildschärfe von über 400 PPI (Pixel per Inch) – ein sehr guter Wert. Auch bei den anderen relevanten Punkten des Displays gibt sich das Redmi Note 8T keine Blöße. So kommt das Modell auf eine Helligkeit von gemessenen 400 cd/m², zeigt ordentliche Farbsättigung und Kontraste und die Blickwinkelstabilität zeigt bis auf leichte Abschattung keine nennenswerten Veränderungen mit zunehmend flacherem Betrachtungswinkel. Der Screen des Xiaomi Redmi Note 8T ist – nicht nur, aber besonders wegen des niedrigen Preises des Smartphones – richtig gut.

Wenig Rand dank Tropfen-Notch

Einstiegspreis, Einstiegsprozessor? Nicht bei Xiaomi. Das Redmi Note 8T kommt vielmehr mit dem Mittelklasse-Chip Snapdragon 665, dessen acht Kerne mit bis zu 2 GHz takten. Dazu gibt es je nach Version 3 GByte RAM und 32 GByte internen Speicher oder 4 GByte RAM und 64 oder sogar 128 GByte internem Speicher. Das ist in allen Fällen eine Menge Speicher für das aufgerufene Geld, der noch dazu per Mikro-SD erweitert werden darf. Beeindruckend: Die größte Speicherkonfiguration war vor nicht allzu langer Zeit sogar noch für Topgeräte einiger Hersteller gut. Auch beim Rest müssen Nutzer nur wenig Kompromisse eingehen. Der moderne USB-C-Anschluss schafft zwar nur 2.0-Geschwindigkeit und Bluetooth ist auf Version 4.2 beschränkt, LTE gibt es aber mit Cat. 12 – was immerhin rasante 600 Mbit/s im Downstream ermöglicht. Hinzu kommen ein 3,5-Millimeter-Anschluss, NFC, WLAN ac, Dual-SIM-Fähigkeit (zusätzlich zur Mikro-SD), ein schnell und zuverlässig arbeitender Fingerabdrucksensor auf der Rückseite und sogar ein UKW-Radio. Insgesamt ist es kaum zu glauben, wie umfangreich die Ausstattung des Xiaomi Redmi Note 8T in Relation zum Preis ist.

Android 10 gibt es auf dem günstigen Smartphone aktuell noch nicht, Xiaomi hat sich stattdessen für Android 9 entschieden. Darüber liegt die Nutzeroberfläche MIUI, an die sich Nutzer, die damit zum ersten Mal konfrontiert werden, erst eine Zeit lang gewöhnen müssen. Danach sollte das aber jeden halbwegs technisch versierten Anwender vor keinerlei Probleme stellen, zumal die neue Version MIUI 11 aufgeräumter als ältere Versionen wirkt. Der versprochene App-Drawer ist bislang noch nicht dabei, er soll per Update folgen. Wer so eine Einarbeitungszeit nicht investieren möchte, vom normalerweise hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis von Xiaomi angetan ist, der sollte sich mal Modelle wie das Xiaomi Mi A3 oder das Mi A2 (Testbericht) anschauen. Die Modelle sind zwar schon etwas älter, setzen aber auf Android One und damit auf die originale Google-Nutzeroberfläche. Damit ist auch der Sicherheits-Patch aktueller – bei unserem Testgerät stammt der von Oktober 2019.

Quad-Kamera – das klingt beeindruckend. In unseren Augen handelt es sich bei der Kamera des Xiaomi Redmi Note 8T aber eher um eine Triplecam und selbst über die dritte Linse lässt sich wegen ihrer niedrigen Auflösung vortrefflich streiten. Macht aber nichts, denn die Hauptkamera mit ihren 48 Megapixel und der f/1.75-Blende klingt zumindest auf dem Papier richtig gut und auch ein zusätzliches Ultra-Weitwinkelobjektiv ist grundsätzlich toll, auch wenn Xiaomi hier auf nur 8 Megapixel und f/2.2 setzt. Die dritte echte Kamera ist für Makroaufnahmen zuständig, verlässt sich dafür aber auf nur 2 Megapixel und eine Blende von f/2.4. Das ist erfahrungsgemäß etwas wenig – genauso, wie eine ausschließlich für Tiefenschärfe zuständige vierte Kamera die beim Note 8T eigentlich technisch nicht nötig ist – die Pixel-Phones waren in der Vergangenheit der beste Beweis dafür. Die Frontkamera mit 13 Megapixel macht schicke Aufnahmen und auch das künstliche Bokeh wirkt recht natürlich - da hat sich zumindest die vierte Kamera wider Erwarten bezahlt gemacht.

Quad- oder Triple-Cam?

Wichtiger als die reinen technischen Daten sind aber die Ergebnisse im Alltag. Und die können sich sehen lassen. Die Hauptkamera kommt zwar bei der Bildschärfe nicht an die Qualität hochpreisigerer Smartphones heran, schlägt sich aber in Relation zum Preis dennoch sehr passabel. Gut gefallen haben uns Bilddynamik und Farben, die zwar intensiv, aber immer noch ausreichend natürlich in den Speicher gebannt werden. Mit zugeschalteter KI werden Farben allerdings noch mehr betont. Dafür hält sich Bildrauschen in Grenzen und wer es schärfer haben möchte, darf zu vollen 48-Megapixel-Aufnahmen greifen. Im normalen Fotomodus sind die Bilder dank Pixel-Binning nur 12 Megapixel groß. Die Ultraweitwinkelaufnahmen fallen in der Bildschärfe noch einmal etwas ab, gehen aber bei gutem Licht noch in Ordnung. Makroaufnahmen haben uns wie erwartet enttäuscht: Statt solche Aufnahmen mit 2 Megapixel zu machen, können Nutzer beruhigt auf die zweifache Vergrößerung setzen und etwas weiter vom Objekt weggehen. Qualitativ liegen solche Aufnahmen dann immer noch vor solchen mit der Makrolinse.

Bei schlechtem Licht schleicht sich schnell Bildrauschen ein, mit der Hauptkamera geht das aber noch in Ordnung. Ultra-Weitwinkel und Makrokamera machen dann wegen der schlechteren Blenden noch einmal sichtbar schlechtere Aufnahmen. Gut gefallen haben uns Videos, die auch in 4K/30 möglich sind, aber vor allem in Full-HD erstaunlich gute Bildstabilisierung aufweisen. Insgesamt ist die Kamera des Redmi Note 8T dem Verkaufspreis des Smartphones mehr als angemessen.

4000 mAh sind ein strammer Wert, vor gar nicht so langer Zeit waren entsprechend ausgestattete Smartphones eher pummelig als schlank. Xiaomi packt in sein aktuelles Redmi-Modell genau so einen Kraftspender, dennoch ist das Modell durchaus wohl proportioniert. Lediglich das Gewicht von fast 200 Gramm gibt einen Fingerzeig darauf, dass es sich nicht um ein kurzatmiges, aber teures Highend-Modell handelt. Im Test stellt sich das Smartphone stattdessen als ausdauernder Begleiter heraus, der ein Ladeintervall von zwei Tagen realistisch erscheinen lässt. Unseren typischen Akkutest (Battery Test von PCmark) wollte unser Testgerät leider nicht rechtzeitig zur Testveröffentlichung absolvieren, wir reichen das Ergebnis nach. Passend zum Preisrahmen beherrscht das Redmi Note 8T kein kabelloses Laden, dafür aber Schnellladen mit 18 Watt. Das dauert im Test etwas mehr als eine Stunde.

Das Xiaomi Redmi Note 8T gibt es in den drei Farben Weiß, Grau und Blau, sowie in den Speicherkonfigurationen 3/32, 4/64 und 4/128 GByte. Der Preis für die nominell schwächste Ausstattungsvariante beginnt zum Testzeitpunkt bei 156 Euro.

Xiaomi Redmi Note 8T  32GB moonshadow grey

3/32 GByte

Xiaomi Redmi Note 8T  64GB moonshadow grey

4/64 GByte

Xiaomi Redmi Note 8T 128GB starscape blue

4/128 GByte

Normalerweise werden Hersteller mit zunehmendem Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad langsam aber sicher immer teurer. Bei Xiaomi ist das (noch) nicht der Fall. Mit dem Redmi Note 8T bringt das Unternehmen ein Gerät nach Deutschland, das sich weder qualitativ, noch bei der Leistung verstecken muss und dennoch einen rekordverdächtig niedrigen Preis aufruft. Echte Schwächen hat das Gerät nicht, auf der Haben-Seite stehen hingegen ein tolles Display, ein schneller Mittelklasse-Chipsatz, auf Wunsch viel Speicher, durchaus schickes Design und ein strammer Akku. Die Kamera kann insgesamt ebenfalls überzeugen – und das nicht nur für den aufgerufenen Preis. Wer da nicht zugreift, ist selbst schuld.

Ähnlich gut schnitt das Xiaomi Redmi Note 8 Pro (Testbericht) ab, auch das Honor 9X (Testbericht) überzeugte. Die besten Smartphones 2019 haben wir hier zusammengefasst.

Ähnliche Produkte im Test

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige