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Xiaomi Redmi 7 im Test: günstige Mittelklasse

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Das Redmi 7 von Xiaomi ist größer und stärker als frühere Redmi-Einsteigermodelle geworden. Wir klären im Test, ob es auch besser ist.

Wie ein 100-Euro-Smartphone sieht das Xiaomi Redmi 7 wirklich nicht aus. Die Front mit Waterdrop-Notch und relativ schmalen Rändern rings um das große Display wirkt modern und im Zusammenspiel mit zu den Seiten hin gerundetem Display-Glas hochwertig, die Rückseite sieht aus wie Glas. Ist sie aber nicht – wer das günstige Einsteiger-Smartphone in die Hand nimmt, der spürt eben nicht die erwartete, Glas-typische Kühle. So verrät die Rückseite, dass sie aus Kunststoff ist. Der glänzt dennoch recht schick und geht sanft geschwungen in einen ebenfalls aus Kunststoff gefertigten Rahmen über. Das Design ist dabei insgesamt eher schlicht und zurückhaltend.

Die Verarbeitung ist auf den ersten Blick tadellos. In der Hand bemerkt man aber die etwas zu scharfkantigen Übergänge zum Rahmen. Spaltmaße fallen aber fein und gleichmäßig aus; die seitlichen Tasten bieten ordentliche Druckpunkte und einen knackigen Tastenhub. In Anbetracht des niedrigen Preises sind Design und Verarbeitung insgesamt hervorragend. Auch die minimal aus dem Gehäuse hervorstehende Kameraeinheit stört nicht.

Das Display misst knapp 6,3 Zoll und ist damit spürbar größer als bei früheren Einsteigermodellen von Xiaomi. Gleichgeblieben ist hingegen die Auflösung, die mit 720p klar niedriger als bei der aktuellen Mittelklasse ist. Dennoch stört das im Alltag kaum, einzelne Pixel sieht man erst, wenn man das Display unrealistisch nah ans Auge führt. Das IPS-Panel leistet in nahezu allen anderen Belangen richtig gute Arbeit. Die Helligkeit ist mit angegebenen 450 cd/m² ausreichend hoch, liegt in der Praxis mit gemessenen 375 cd/m² aber ein Stück darunter. Die Blickwinkelstabilität ist gerade bei dem niedrigen Preis beachtlich, Farbintensität und Kontraste bieten ein lebendiges Bild – und wer möchte, passt die Einstellungen an. Selbst im Freien sollten die meisten Nutzer noch Inhalte ausreichend gut ablesen können. Geschützt wird der Screen übrigens durch Gorilla Glas 5. Die Touch-Bedienung steht teureren Smartphones in nichts nach.

Als Antrieb dient ein Snapdragon 632 mit acht Kernen und einer Taktung bis 1,8 GHz, der dem Smartphone bei Alltagsaufgaben im Verbund mit 2 oder 3 GB RAM zu flüssiger Bedienung verhilft. Im Vergleich zum Vorgänger, dem Redmi 6, bietet das neue Modell einen deutlichen Leistungszuwachs, der sogar die meisten aktuellen Spiele flüssig erlebbar macht – zumindest auf niedrigen Grafikeinstellungen. In älteren Titeln schafft die eingebaute Adreno-506-GPU auch volle Grafikdetails ruckelfrei. Über 100.000 Punkte in Antutu bescheinigen dem Redmi 7 Leistung, die vor nicht allzu langer Zeit noch deutlich teureren Smartphone vorbehalten war. Wer es nicht übertreibt, der hat auch beim Thema Multitasking nichts zu befürchten. Die 3-GByte-Version im Test machte auch bei mehr als 10 im Hintergrund laufenden Apps nicht schlapp und erlaubte flüssige App-Wechsel.

Der je nach Version 16, 32 oder 64 GByte große interne Speicher lässt sich per microSD-Karte um bis zu 512 GByte erweitern, zusätzlich schluckt das Xiaomi Redmi 7 auch noch zwei Nano-SIM-Karten – vorbildlich! WLAN ist auf den n-Standard und somit das 2,4-GHz-Band beschränkt, Bluetooth gibt es in Version 4.2 und das LTE-Modul des Einsteiger-Modells funkt auf allen für Europa nötigen Frequenzen. Hinzu kommt ein IR-Blaster zum Steuern des Fernsehers. Auf NFC müssen Interessenten verzichten, dafür erledigt der rückseitig eingebaute Fingerabdrucksensor seine Aufgabe genau wie die Entsperrung per Gesichtserkennung verlässlich und schnell. Das Redmi 7 verfügt sogar über eine winzige Benachrichtigungs-LED, die sich in der Nähe des USB-Ports befindet. Dass es sich dabei um einen alten Mikro-USB-Anschluss handelt, ist einer der wenigen Kritikpunkte am Smartphone. Dafür gibt es einen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss für herkömmliche Kopfhörer.

Als Betriebssystem verwendet Xiaomi Android 9 Pie, darüber liegt die eigene MIUI-Oberfläche, die nach etwas Eingewöhnungszeit kaum Fragen aufwirft. Alle typischen Google-Apps sind dank Global-ROM vorinstalliert.

Trotz des niedrigen Verkaufspreises baut Xiaomi in das Redmi 7 eine Dualkamera mit LED-Blitz ein. Die 12-Megapixel-Optik ist dabei die Hauptkamera, die Sekundärkamera mit 2 Megapixeln ist für Tiefenerkennung und somit ausschließlich für besseres künstliches Bokeh da. Im Alltag klappt das teilweise beeindruckend gut, weist aber insgesamt bei schwereren Motiven immer wieder die typischen Berechnungsfehler auf, die allen Smartphones mehr oder weniger stark gemein ist. Da die Frontkamera mit ihren 8 Megapixeln und nur einer einzelnen Linse nahezu gleichwertiges künstliches Bokeh ermöglicht, ist der Nutzen der zweiten rückseitigen Kamera etwas zweifelhaft – hier dürfte das Marketing ein gewichtiges Wort mitgeredet haben.

Das ändert aber nichts an der besonders im Hinblick auf den niedrigen Verkaufspreis richtig guten Qualität der Hauptkamera. Bei ordentlichem Licht liefert sie überraschend scharfe und detaillierte Bilder, bei denen auch Farbwiedergabe, Kontrast und dank Auto-HDR sogar der Dynamik-Umfang ordentlich ausfallen. Bildrauschen ist zwar vorhanden, hält sich aber in Grenzen. Bei schlechtem Licht hingegen darf man das Redmi 7 hingegen getrost in der Tasche lassen, sofern man kein Stativ dabei hat. Denn im Automatikmodus macht starkes Bildrauschen und mangelnde Bildschärfe Aufnahmen weitestgehend unbrauchbar, der Pro-Modus erlaubt hingegen Dauerbelichtungen bis zu 32 Sekunden und erlaubt damit erstaunlich gute Aufnahmen – aber eben nur mit Stativ und bei weitgehend unbewegten Motiven.

Für Videos gilt uneingeschränkt das gleiche wie für Fotos, auch hier ist ein Stativ hilfreich, denn eine ausreichende Bildstabilisierung gibt es nicht. Dafür sind Filmchen immerhin in 1.080p/60 möglich, wodurch auch Schwenks hinterher flüssig aussehen.

4.000 mAh sind eine Ansage, zumal das Xiaomi Redmi 7 wohl niemand als übermäßig dick bezeichnen würde. Im Alltag dürften die meisten Nutzer problemlos zwei Tage ohne Nachladen schaffen, bei gemäßigter Nutzung auch mal einen Tag mehr. Mangels Schnellladefunktion dauert eine volle Ladung rund zwei Stunden.

Xiaomi Redmi 7 16GB schwarz

Redmi 7 16 GByte schwarz

Xiaomi Redmi 7 32GB schwarz

Redmi 7 32 GByte schwarz

Xiaomi Redmi 7 64GB schwarz

Redmi 7 64 GByte schwarz

Xiaomi Redmi 7 64GB blau

Redmi 7 64 GByte blau

Xiaomi Redmi 7 64GB rot

Redmi 7 64 GByte rot

Erstaunlich, wie günstig der chinesische Hersteller das Xiaomi Redmi 7 trotz seines überzeugenden Technikpaketes anbietet. Das Design kann zwar nicht mit deutlich teureren Modellen mithalten, wirkt aber insgesamt ausreichend hochwertig. Der Screen bietet nur HD-Auflösung, liefert aber dennoch im Alltag ein erstaunlich gutes Bild und ist noch dazu groß und dank schmaler Ränder und Tropfen-Notch modern. Beim Speicher setzt das Redmi 7 zwar keine neuen Rekorde, ist insgesamt aber ausreichend aufgestellt. Der Prozessor würde auch in einem Mittelklassemodell keine schlechte Figur machen, gleiches gilt auch für die Kamera bei Tag. Der starke Akku rundet das gute Gesamtpaket des Redmi 7 perfekt ab. Insgesamt ist das Xiaomi-Modell in Bezug auf das Preis-Leistungsverhältnis ein echtes Schnäppchen.

Das Xiaomi Redmi 7 wurde uns vom CECT-Shop zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

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