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Xiaomi Mi Band 5 im Test: Der beste günstige Fitness-Tracker

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Günstig und mit massenhaft Funktionen: Das verspricht Xiaomi für die mittlerweile fünfte Generation des beliebten Mi Bands. TechStage klärt im Test, was der Tracker leistet und wie er sich von seinen Vorgängern unterscheidet.

Das Mi Band von Xiaomi galt als Geheimtipp unter den günstigen Fitness-Trackern. Spätestens mit dem Mi Band 4 (Testbericht) war klar, dass sich die Konkurrenz wie Fitbit oder Garmin warm anziehen darf. Mit dem Mi Band 5 festigt Xiaomi seine Position wieder. Diese war im Niedrigpreissegment etwas unter Druck, da gab es etwa das Honor Band 5 (Testbericht), das Huawei Band 4 (Testbericht) oder das Realme Band (Testbericht), die Xiaomi die Krone streitig machten. Mit dem Mi Band 5 ist aber klar: Der König der günstigen Fitness-Tracker ist zurück und zeigt der Konkurrenz, wie man es macht.

Der Test zum Mi Band 5 erscheint im Rahmen unserer Themenwelt Fitness-Tracker. Dort haben wir bereits Test zu älteren Xiaomi-Produkten veröffentlicht, etwa dem Mi Band 4 (Testbericht) und dem Mi Band 3 (Testbericht). Außerdem sehen wir uns die Konkurrenz an, neben den oben genannten Produkten etwa den Beurer AS 99 (Testbericht), den Fitbit Charge 4 (Testbericht) oder den Polar A370 (Testbericht). Dazu liefern wir in unserer Topliste die jeweils fünf besten Fitness-Tracker für den Alltag oder Sportler.

Wer schon einmal ein Mi Band in der Hand gehabt hat, den erwarten bei der fünften Generation des Trackers keine großen Überraschungen: Die Packung beinhaltet ein schwarzes Silikonarmband, den Tracker selbst, einen Ladeadapter und eine Bedienungsanleitung. Das Design des Trackers sowie des Armbands fällt zweckmäßig aus. Das AMOLED-Display ist etwas größer, es misst im Vergleich zum Vorgänger 1,1 Zoll. Außerdem hat Xiaomi die maximale Helligkeit auf 450 nit erhöht, dafür aber die Farbtiefe auf 16 bit verringert. Das macht sich in der Praxis gleich bemerkbar: Das Mi Band 5 vermeidet nämlich ein Ärgernis der Vorgänger und lässt sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesen. Auch sonst macht das Display eine sehr gute Figur, stellt alle Anzeigen sehr scharf und deutlich dar und lässt sich mithilfe diverser Themes optisch anpassen.

Xiaomi Mi Band 5 (5 Bilder)

Xiaomi Mi Band 5 (zum Testbericht)

Das Silikonarmband gefällt dagegen weniger. Xiaomi hat im Vergleich zum Mi Band 4 keine Veränderungen vorgenommen. Das bedeutet, dass das Armband sich zwar bequem trägt, aber immer noch ziemlich billig wirkt. Außerdem machte die Schließe im Test einen fummeligen Eindruck. Wer sich aber einmal an den etwas umständlichen Mechanismus gewöhnt hat, bei dem wir das Armband mit einer Art Metallstift fixieren müssen, merkt davon nach kurzer Zeit nichts mehr. Als Alternative stehen aber wie schon beim Mi Band 4 diverse Armbänder verschiedener Drittanbieter zur Auswahl, die im einstelligen Eurobereich zu haben sind und den Tracker optisch deutlich aufwerten.

Die Einrichtung des Mi Band 5 unterscheidet sich schließlich ebenfalls nicht von der Einrichtung der Vorgängermodelle: Wir installieren zunächst die Mi-Fit-App und legen ein Konto an. Sowohl die App als auch das Mi Band 5 lassen sich in deutscher Sprache nutzen, nachdem wir ein aktuelles Firmware-Update installiert haben. Die Lokalisierung macht wie schon beim Mi Band 4 einen einwandfreien Eindruck – Fehler fielen uns im Test keine auf.

Die Mi Fit App, mit der wir das Mi Band 5 koppeln, hat sich im Vergleich zu den Vorgängern kaum verändert – eine wichtige Neuerung gibt es allerdings, und die hat es in sich. Die App kommt nämlich mittlerweile ohne Werbung aus. Die hatten wir im Test des Mi Band 4 noch bemängelt. Umso besser, dass Xiaomi jetzt darauf verzichtet.

Ansonsten punktet die Mi Fit App wie gewohnt mit einem hohen Maß an Übersichtlichkeit und gut aufbereiteten Daten. Alle Einstellungen und Trackings sind leicht auffindbar und in unterschiedlichen, kompakten Diagrammen aufbereitet. Bei den Aktivitäten, die wir über die App aufzeichnen können, hat sich ebenfalls nichts geändert: Wir können Trainingseinheiten über die App manuell starten und festlegen, welche Trainingsarten das Mi Band uns direkt in der Trackingauswahl anzeigen soll. Die App bietet eine umfassende Auswahl verschiedener Aktivitäten, darunter Seilspringen und – kein Witz – Autofahren, aber auch Zähneputzen.

Mi Band 5: Software (9 Bilder)

Mi Fit mit dem Xiaomi Mi Band 5

Übrigens: Wer die App von Xiaomi nicht nutzen will, kann zur Android-App Tools & Mi Band greifen. Diese unterstützt inzwischen das Mi Band 5 und liefert neue Funktionen, etwa einen dauerhafte Pulsmessung samt passendem Dashboard oder einen speziellen Wecker für Nickerchen. Die Open-Source-Lösung Gadgetbridge unterstützt ebenfalls das Mi Band 5, benötigt allerdings die Mi-Fit-App fürs erste Pairing.

Wer das Mi Band 5 zum Aktivitätstracking nutzen möchte, kann manuell ein eigenes Tagesziel über die App festlegen. Das Mi Band 5 informiert dann im Display über die bereits absolvierten Schritte sowie auf Wunsch auch darüber, wenn das Tagesziel erreicht wurde. Die App zeigt außerdem an, an wie vielen Tagen in Folge wir das Aktivitätsziel erreicht haben. Wer möchte, kann auch einstellen, dass das Mi Band 5 bei Inaktivität an Bewegung erinnert. Nutzer können diese Erinnerung ebenfalls individuell konfigurieren.

Das Mi Band 5 misst ebenso wie das Mi Band 4 den Puls vom Werk aus nicht automatisch dauerhaft, sondern nur bei manueller Aktivierung. Wir können aber über die App eine dauerhafte Pulsmessung aktivieren, damit das Mi Band 5 nicht nur unsere Herzfrequenz aufzeichnet, sondern auch Aktivitäten, Stress und Schlaf analysieren kann. Die App gibt an, wie viele Minuten wir im Ruhepuls, entspannt, leicht, schwer sowie in aerobischem und anaerobischen Zustand oder der VO2-Max-Schwelle verbracht haben.

Das Huawei Band 4 (links), das Honor Band 5 (mitte) und das Xiaomi Mi Band 5 (rechts).

Die Pulsmessung funktionierte im Test überraschend zuverlässig und wich nur wenige Schläge von der Messung per Brustgurt ab. Dabei fiel uns positiv auf, dass das Mi Band 5 bei der Pulsmessung wenig sensibel wirkt und es anders als bei vielen anderen Trackern keine Messungenauigkeiten gibt, wenn wir das Armband an unterschiedlichen Stellen des Arms und unterschiedlich fest zugezogen tragen.

Allerdings gibt es beim Aktivitätstracking einen kleinen Wermutstropfen: Der Schrittzähler zeichnete unsere Schritte eher ungenau auf und maß beispielsweise auf einer rund 15-minütigen Autofahrt 150 Schritte, obwohl wir uns gar nicht bewegt hatten. Als Orientierung für ein Tagesziel reicht der Tracker aber trotzdem aus.

Das Mi Band 5 zeichnet ergänzend zum normalen Aktivitätstracking Trainingseinheiten in diversen Sportarten auf, darunter neben anderen Standards wie Laufen, Radfahren und Schwimmen, aber auch Yoga, Seilspringen oder Krafttraining. Das Armband verfügt über kein eigenes GPS, allerdings zeichnet die App die zurückgelegte Strecke auf, wenn wir das Mi Band mit einem Smartphone koppeln. Das funktioniert zuverlässig und genau, die App gibt uns nach Abschluss des Trainings die Strecke via Google Maps aus.

Wer möchte, kann eine Trainingseinheit auch ohne GPS-Erkennung tracken, darf dann aber auf die gemessene Strecke nicht allzu viel geben: Das Mi Band 5 gab dieselbe Laufrunde von rund 3,7 Kilometern im Test ohne GPS einmal mit 2,2 Kilometern und einmal mit 4,0 Kilometern an. Immerhin funktioniert aber die Pulserfassung, sodass Sportler, die ihr Smartphone zu Hause lassen, Puls und verbrauchte Kalorien ausschließlich mit dem Mi Band aufzeichnen können.

Das Mi Band 5 macht übrigens wie der Vorgänger bei der Pulsaufzeichnung eine Ausnahme: Schwimmtraining lässt sich nur anhand der Armschläge tracken. Das Mi Band 5 erkennt außerdem den genutzten Schwimmstil und erlaubt die Eingabe der Bahnlänge im Schwimmbad. Schwimmen funktioniert ansonsten mit dem Mi Band 5 problemlos, das wie das Mi Band 4 über eine Wasserdichtigkeit von 5ATM (40 Meter) verfügt. Damit eignet es sich zum Tragen unter der Dusche, an der Wasseroberfläche oder bei Regen – auf Tauchgänge oder die Nutzung unter starkem Spritzwassereinfluss (Wasserski, Surfen) sollte allerdings verzichtet werden.

Xiaomi hat das OLED-Display im Mi Band 5 deutlich verbessert.

Damit das Mi Band 5 das eigene Schlafverhalten aufzeichnet, müssen wir das entsprechende Tracking inklusive Pulsmessung zunächst in der App aktivieren. Dann trackt das Band unsere Einschlaf- und Aufwachzeiten sowie die Dauer der einzelnen Schlafphasen. Auch wenn die Aussagekraft dieser Daten begrenzt bleibt, konnten wir im Test immerhin feststellen, dass das Mi Band 5 zuverlässig die Schlafzeiten erkannte und das Ergebnis der Schlafanalyse mit unserem subjektiven Empfinden übereinstimmte.

Die App erlaubt den Vergleich der eigenen Schlafdaten mit anderen Nutzern und gibt Empfehlungen darüber ab wie wir die eigene Schlafqualität verbessern können. Das Mi Band 5 zeichnet außerdem zuverlässig auf, wenn wir tagsüber ein Nickerchen einlegen, um mangelnden Schlaf auszugleichen. Schließlich gibt es einen integrierten Wecker, der uns per Vibrationsalarm zuverlässig weckt. Das Mi Band 5 selbst störte beim Schlafen nicht und fühlte sich durchweg bequem an.

Der Tracker verfügt neben der Schlafaufzeichnung außerdem über drei weitere Funktionen, die sich im Alltag verschiedentlich nutzen lassen: Das Mi Band 5 ermittelt basierend auf der Pulsmessung unseren aktuellen Stressfaktor, wenn wir die Messung manuell aktivieren. Fühlen wir uns gestresst, können wir direkt am Tracker eine Atemübung aktivieren, um uns zu entspannen. Frauen können außerdem ihren Menstruationszyklus aufzeichnen, um eine Vorhersage über den Beginn der nächsten Periode zu erhalten.

Das Mi Band 5 lässt sich noch immer herausnehmen, lädt jetzt aber endlich auch im Armband.

Der Akku des Mi Band 5 besitzt mit 125 mAh eine gegenüber dem Mi Band 4 leicht verringerte Kapazität, die in der Praxis aber kaum merklich ins Gewicht fällt. Denn ähnlich wie das Vorgängermodell läuft und läuft und läuft das Mi Band 5. Eine Laufzeit von zwei Wochen bei voll aktivierter Pulsmessung, Schlafüberwachung und fünf halb- bis einstündigen Trainingseinheiten pro Woche stellte für den Tracker kein Problem dar. Auch die schnelle Ladezeit von gut anderthalb Stunden hat das Mi Band 5 von seinem Vorgänger adaptiert.

Was Mi-Band-Nutzer besonders freuen dürfte: Ein Ablösen des Trackers vom Armband entfällt beim Mi Band 5 erstmals. Wir können den Tracker stattdessen über das mitgelieferte Ladekabel direkt auf der Rückseite am Pulssensor laden, ohne das Armband umständlich entfernen zu müssen.

Das Mi Band 5 bleibt seinem Erbe als günstiger Fitness-Tracker treu und ist aktuell zu einem Straßenpreis von knapp 33 Euro zu haben. Ersatzarmbänder gibt es bereits für wenige Euro bei diversen Drittanbietern.

Xiaomi entwickelt das Mi Band mit der fünften Version des Trackers konsequent weiter: Insbesondere das bessere Display und der Verzicht auf Werbung in der App kamen bei uns im Test gut an. Gleichzeitig hat der Hersteller mit dem Mi Band 5 noch immer eine ganz bestimmte Zielgruppe im Blick, nämlich Hobby-Sportler und Personen, die einen günstigen Tracker für Alltagsaktivitäten suchen.

Wer regelmäßig Sport treibt und auf umfangreiche Trainingsoptionen sowie zugehöriges Tracking angewiesen ist, sollte sich woanders umsehen, etwa bei Garmin oder Polar – allein schon deshalb, weil das Mi Band 5 kein eigenes GPS besitzt. Für alle anderen gilt das, was auch schon für das Mi Band 4 gegolten hat: Xiaomi liefert mit dem Mi Band 5 ein ausgesprochen fair bepreistes Fitnessarmband mit einer umfangreichen Menge brauchbarer Features, an dem sich andere Hersteller noch einiges abschauen könnten.

Weitere Tests und Ratgeber zu Fitness-Trackern und Sportuhren haben wir in der Themenwelt Sportuhr und der Themenwelt Fitness-Tracker veröffentlicht.

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