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Xiaomi Mi 9T im Test: Popup-Kamera und Top-Ausdauer

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Das Xiaomi Mi 9 ist ein reinrassiges Spitzenmodell, das Mi 9 SE kleiner und günstiger. Das Xiaomi Mi 9T ist dazwischen angesiedelt und bietet eine ausfahrbare Frontcam. Reicht das für eine Empfehlung?

Das Xiaomi Mi 9 (Testbericht) konnte im Test voll überzeugen und auch das schwächer ausgestattete, aber kompaktere Xiaomi Mi 9 SE (Testbericht) macht insgesamt eine sehr gute Figur. Es kommt zwar mit etwas abgespeckter Technik zum Kunden, punktet aber mit gleich schickem Design, Fingerabdrucksensor im Display und Spitzenkamera.

Jetzt hat Xiaomi das Mi 9T nach Europa gebracht. Das Smartphone ist technisch zwischen beiden älteren Mi-9-Modellen angesiedelt, hat aber dank der ausfahrbaren Popup-Frontkamera ein ganz besonderes Highlight zu bieten, das sich unter anderem positiv auf das Design auswirkt.

Zwei große Unterschiede gibt es beim Aussehen des Xiaomi Mi 9T im Vergleich zu den beiden anderen Mi-9-Smartphones: Das Display verunziert keine Notch mehr, die Kameras auf der Rückseite sind mittig platziert und stehen viel weniger aus dem Gehäuse hervor. Die Notch wird obsolet, weil die Frontkamera in einem ausfahrbaren Schlitten untergebracht ist. Er bringt die Kamera nur bei Bedarf ans Tageslicht, ansonsten ist sie sicher im Inneren des Gehäuses verstaut. Entsprechend wird kein permanenter Ausschnitt mehr im Display benötigt, der Hersteller bringt die restlichen benötigten Sensoren und den Lautsprecher im extrem schmalen Rahmen oberhalb des Displays unter. Im eingefahrenen Zustand sieht die Frontcam im Rahmen wie ein etwas zu groß geratener SIM-Karten-Einschub aus.

Das Streifenmuster ist abhängig vom Blickwinkel mal zu sehen und mal nicht.

Die Rückseite ist wie bei den Schwestermodellen aus Glas gefertigt, das zu den Rändern hin stark gerundet ist. Ein Übergang zum ebenfalls sanft gerundeten Metallrahmen ist so gut wie nicht zu spüren, das Smartphone liegt insgesamt sehr angenehm in der Hand. Wie beim Xiaomi Mi 9 SE handelt es sich um Gorilla Glas 5, nicht um noch härteres Gorilla Glas 6 des Topmodells. Eine Schutzfolie schadet daher wohl in beiden Fällen nicht. Die Kameraeinheit besteht aus drei Linsen, die beim Mi 9T allerdings in die einzelne Hauptkamera und die darunter in ein Modul zusammengefassten Ultraweitwinkel- und Teleoptiken unterteilt sind. Die Hauptlinse ist in dem gleichen metallischen Rotton eingefasst, der auch den Powerbutton ziert. Alle drei Kameras stehen nur noch einen Hauch aus dem Gehäuse hervor, bei Mi 9 und Mi 9 SE ist das deutlich mehr. Die Verarbeitung ist genauso hochwertig, wie bei den anderen beiden Modellen. Noch mehr Informationen zum Design sind im Test des Xiaomi Mi 9 zu finden.

Der Screen des neuen Xiaomi Mi 9T ist bis auf die fehlende Notch mit dem Display des Topmodells Mi 9 identisch. Als Technik verwendet der Hersteller OLED, die Display-Diagonale beträgt knapp 3,4 Zoll bei 2340 × 1080 Pixel und einer Darstellungsschärfe von knapp über 400 Pixel pro Zoll. Einen sichtbaren Unterschied zu den Screens der anderen beiden Mi9-Modelle gibt es nicht, auch der Bildschirm des Mi 9T punket mit hoher Helligkeit, sattem Schwarzwert, intensiven Farben und hervorragender Blickwinkelstabilität. Mehr Informationen zum Panel des T-Smartphones gibt es im Test des Xiaomi Mi 9.

Aufgeräumtes Design, kaum Rahmen, keine Notch.

Bei der Kamera hat sich Xiaomi für das Mi 9T im Test für die gleiche Ausstattung wie im Xiaomi Mi 9 SE entschieden. Entsprechend gibt es wieder eine 48-Megapixel-Hauptlinse mit Sony-Sensor, der in der Grundeinstellung 12-Megapixel-Fotos mit Pixel Binning knipst, rechnerisch 1,6 µm große Bildpunkte hat und eine Offenblende von f/1.75 bietet. Bei Mi 9 und Mi 9 SE handelt es sich allerdings um einen Sony IMX586, im T-Modell kommt ein IMX582 zum Einsatz.

Triple-Cam (fast) wie beim Mi 9 SE.

Das 8-Megapixel-Teleobjektiv mit 1,12 µm Pixelgröße und f/2.4, sowie das 13-Megapixel-Ultraweitwinkelobjektiv mit 1,12 µm und f/2.4 sind hingegen identisch. Das gilt auch für die Frontkamera mit ihren 20 Megapixel, 0,8 µm großen Pixel und f/2.2-Blende. Im Mi 9T wird sie allerdings nur bei Bedarf ausgefahren. Untermalt wird der Vorgang von roten Leuchtbändern zu beiden Seiten des Kameramoduls und einer Tonfolge aus dem Lautsprecher – mehr Aufmerksamkeit geht kaum. Sensoren sorgen wie bei anderen Smartphones mit ausfahrbarer Kamera dafür, dass sich der Ausfahrmechnismus einzieht, bevor das Smartphone bei einem Fall aus typischer Hüfthöhe auf dem Boden aufschlägt.

Die Frontcam fährt bei Bedarf motorisch aus.

Gleiche Kameradaten, gleiche Bildqualität? Fast, tatsächlich macht sich der andere Kamerasensor bei sehr genauem Hinsehen durchaus bemerkbar. Grundsätzlich liefert das Mi 9T im Test qualitativ sehr ähnliche Bildqualität im Vergleich zu seinen Schwestermodellen. Das bedeutet hervorragende Bildqualität bei gutem Licht auf Augenhöhe mit den Spitzenmodellen der Konkurrenz, bei schlechten Lichtbedingungen liegt auch dieses Mi-9-Modell etwas dahinter.

Insgesamt punktet das Xiaomi Mi 9T bei guten Licht mit hoher Bildschärfe, vielen Details, wenig Bildrauschen und ordentlicher Farbwiedergabe und Dynamik. Durch das gelungene Bokeh auch abseits von speziellen Modi wirken Aufnahmen sehr plastisch. Selfies sehen so gut wie bei den beiden Geschwistermodellen aus und Videos lassen sich kaum von Gerät zu Gerät unterschieden. Mehr Informationen dazu und zum umfangreichen Feature-Angebot der Kamera-App gibt es im Test des Xiaomi Mi 9.

Der überwiegende Teil der Ausstattung des Xiaomi Mi 9T entspricht dem von Xiaomi Mi 9 und Mi 9 SE: 6 GByte RAM, je nach Modell 64 oder 128 GByte UFS-2.0-Speicher ohne Speichererweiterungsmöglichkeit und ein Fingerabdrucksensor im Display. Der ist zwar ausreichend genau und zuverlässig, war allerdings anfangs nicht sehr schnell. Im Laufe des Tests wurde das aber besser, sodass der Geschwindigkeitsunterschied zu einem herkömmlichen Scanner gegen Ende des Tests kaum noch vorhanden war. Den größten Unterschied macht der Prozessor aus. Während im Mi 9 der aktuelle Topchip von Qualcomm steckt, baut Xiaomi in das T-Modell „nur“ einen Snapdragon 730 ein. Der ordnet sich leistungstechnisch zwischen dem Snapdragon 712 des SE-Modelles und dem Snapdragon 855 des Mi 9 ein. Für ihn gilt das, was wir auch schon beim Mi 9 SE schrieben: Im Alltag ist der Unterschied zum Topchip kaum zu bemerken.

In Benchmarks zeigt das Xiaomi Mi 9T hingegen klar seine Zugehörigkeit zur Mittelklasse, wenn auch zur gehobenen. Mit rund 210.000 Punkten im Antutu-Benchmark bleibt es hinter dem Spitzenmodell aus gleichem Hause zurück, deklassiert aber die durchschnittliche Mittelklasse-Konkurrenz und setzt sich auch deutlich vor das Xiaomi Mi 9 SE.

Dafür müssen Nutzer des T-Modells im Vergleich zur günstigeren SE-Variante an anderer Stelle mit kleinen Abstrichen klarkommen. So bieten die beiden anderen Mi-9-Modelle einen IR-Blaster, dem Mi 9T fehlt er. Außerdem hat das Popup-Modell zwar einen USB-C-Anschluss, der arbeitet aber nur mit 2.0-Geschwindigkeit. Als Ausgleich bietet das neueste Modell einen 3,5-Millimeter-Anschluss für Kopfhörer mit Klinkenanschluss. Im Lieferumfang befindet sich ein passendes Headset nicht, stattdessen eine Schutzhülle für das Glas-Smartphone. Als Software setzt Xiaomi auf Android 9 und darüber MIUI 10. Mehr Informationen dazu gibt es im Test des Xiaomi Mi 9.

Einen weiteren Unterchied zu den Geschwistermodellen gibt es beim Akku und der daraus resultierenden Akkulaufzeit. Im Mi 9T steckt im Vergleich mit 4000 mAh der größte Akku, Mi 9 und Mi 9 SE bieten nur 3300 und 3070 mAh. Das macht sich im Alltag positiv bemerkbar. Im Battery Test von PCMark schaffte das neue Smartphone stolze 14:21 Stunden, das ist ein sehr guter Wert und bestätigt den Eindruck, den wir uns im Test vom Smartphone verschafft haben.

Hier zeigte sich, dass das Mi 9T normalerweise für 2 Tage ohne Nachladen gut ist, nur Dauerzocker werden das Smartphone auf unter 1 Tag drücken können. Wenignutzer werden hingegen auch mal 3 Tage ohne Stromzufuhr für ihr Smartphone auskommen. Die erfolgt dann wie beim SE-Modell ausschließlich per Kabel – Wireless-Charging gibt es beim Mi 9T nicht.

Das Xiaomi Mi 9T gibt es hierzulande in den drei Farben Carbon Black, Glacier Blue und Flame Red. Mit 64 GByte internem Speicher beginnt der Preis aktuell bei 313 Euro. Wegen mangelnder Erweiterungsmöglichkeit des Speichers raten wir auf jeden Fall zur (je nach Farbe) nicht einmal 30 Euro teureren Version mit 128 GByte. Das Mi 9 ist momentan kaum teurer.

Xiaomi Mi 9T  64GB carbon black

64 GByte schwarz

Xiaomi Mi 9T 128GB carbon black

128 GByte schwarz

Xiaomi Mi 9T  64GB glacier blue

64 GByte blau

Xiaomi Mi 9T 128GB glacier blue

128 GByte blau

Xiaomi Mi 9T  64GB flame red

64 GByte rot

Xiaomi Mi 9T 128GB flame red

128 GByte rot

Xiaomi macht beim neuen Mi 9T nur einen echten Fehler: Die Namensgebung. Wofür steht das T? Für „Turbo“ wohl kaum, denn das würde ein schnelleres Modell als das Mi 9 voraussetzen – und das ist das Mi 9T nicht. Sei es drum: Auch das T-Modell ist ein richtig tolles Smartphone, das eigentlich nur einen Feind hat: Seine Geschwistermodelle Xiaomi Mi 9 (Testbericht) und Xiaomi Mi 9 SE (Testbericht).

Wobei der Hersteller hier wieder sehr geschickt agiert, denn das eine, das beste Mi-9-Modell gibt es nicht. Jede der Varianten hat seine Vor- und Nachteile und es obliegt dem Interessenten, die besten Konfiguration für sich selbst herauszufinden. Klar ist das Mi 9 schneller als das 9T, aber im Alltag macht das nichts. Stattdessen lockt das neue Modell mit cooler Ausfahrkamera und spürbar besserer Laufzeit. Besitzer teurer Kopfhörer mit Klinkenanschluss werden außerdem den 3,5-Millimeter-Anschluss lieben. Demgegenüber fehlt dem T-Modell der IR-Blaster und es gibt nur USB-C-2.0. Trotzdem: Bei der Alltagsnützlichkeit könnte das Xiaomi Mi 9T allein schon wegen des fetten Akkus das beste Smartphone des Mi-9-Trios sein.

Tipp: Wer in allen Belangen das Beste von Xiaomi haben möchte, der sollte sich einmal das Xiaomi Redmi K20 Pro anschauen. Das muss aber importiert werden, denn in Europa wird das Modell nicht angeboten.

Unser Testgerät mit 64 GByte (mit Coupon-Code 50x M9T64GB 270 Euro) stammte von gearvita.com, dort gibt es auch die Version mit 128 GByte (mit Coupon-Code 50x M9T128GB für 290 Euro) zu kaufen. Einen Einfluss auf den Test hat dies nicht. Verschickt wir aus China, es kann Zoll anfallen.

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