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Xiaomi Mi 9: Spitzentechnik zum Schnäppchenpreis

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Topmodelle wie Huawei P30 Pro oder Samsung Galaxy S10 Plus bieten grandiose Technik, kosten aber je nach Ausstattung gern auch mal mehr als 1000 Euro. Das Xiaomi Mi 9 will genauso gut sein, der Hersteller ruft aber keine 500 Euro dafür auf. Wir zeigen, ob das funktioniert.

Ein Spitzen-Smartphone muss nicht nur technisch einiges bieten, sondern auch hochwertig aussehen und top verarbeitet sein. Sorgen muss man sich beim Xiaomi Mi 9 um keinen dieser Punkte machen: Als Antrieb dient der Highend-Prozessor Qualcomm Snapdragon 855; 6 GByte RAM und 128 GByte bieten ausreichend Speicher und das alles ist in ein schlichtes, aber schickes Glasgehäuse verpackt.

Die Front mit ihrem mehr als 6 Zoll großen Display weist kaum Ränder auf. Entsprechend steckt die Frontkamera mittig über dem Display in einer Tropfen-Notch. Das Gorilla-Glas-6, das den Touchscreen schützt, ist zu den Rändern hin sanft abgerundet und geht kaum fühlbar in einen ebenfalls sanft gerundeten Metallrahmen über. Darin eingelassen sind für besseren Netzempfang schmale Antennenfugen aus Kunststoff, die selbst beim besten Willen auch dann nicht vom Metallrahmen unterschieden werden können, wenn man mit dem Finger darüber gleitet – besser kann so ein Materialmix nicht verarbeitet sein.

Die Verarbeitung ist hervorragend, nur die Tasten sind etwas locker.

Bei den Hardware-Knöpfen auf der rechten Gehäuseseite hat der Hersteller nicht ganz so viel Sorgfalt walten lassen. Sie weisen leichtes Spiel auf und sitzen dadurch nicht zu 100 Prozent fest im Rahmen. Am hervorragend definierten Druckpunkt und dem optimalen Tastenhub ändert das aber nichts. Auch auf der Rückseite verwendet der Hersteller Glas, hier ist es sogar noch viel stärker als auf der Front gebogen. Das sieht nicht nur sehr hochwertig aus, sondern kommt auch dem Komfort beim Halten in der Hand zugute. Zwar ist Glas als Gehäusematerial immer etwas rutschig und zieht Fingerabdrücke und andere Verunreinigungen wesentlich stärker als matte Oberflächen an, dafür strahlt dieses Material eine moderne, kühle Eleganz aus. Wer sich an den angesprochenen Nachteilen stört, der darf auf die im Lieferumfang enthaltene Schutzhülle aus Kunststoff zurückgreifen.

Schlichte, aber elegante Rückseite.

Optisch ist die Rückseite eher auf zeitlosen Schick als auf optische Finessen ausgelegt. Unser silber schimmerndes, eigentlich schwarzes Testgerät weist außer Herstellerlogo und CE-Kennzeichen kaum Beschriftung auf. Am auffallendsten ist da noch die Kameraeinheit mit LED-Blitz. Die drei übereinander angeordneten Kameralinsen sind zwar in ihrer Präsentation nicht außergewöhnlich, werden aber dennoch nicht allen Interessenten gefallen. Grund ist das Hervorstehen aus dem Gehäuse: Knapp einen Millimeter und somit deutlich sicht- und fühlbar ragen die Kameras hervor und sorgen nicht nur dafür, dass das Smartphone beim Einstecken in die Hosentasche daran hängen bleiben kann, sondern auch für kippelige Auflage auf geraden Oberflächen. Wer das Xiaomi Mi 9 auf dem Tisch liegend bedienen will, der dürfte schnell vom kontinuierlichen Rumgewackel des Smartphones genervt sein.

Die Kamera schaut deutlich aus dem Gehäuse hervor.

Früher war es eine Frage der Philosophie: AMOLED oder doch lieber LCD? Heute sind beide Technologien so weit fortgeschritten, dass es kaum noch Unterschiede gibt. Einige bleiben aber, AMOLED kann etwa immer noch Kontrast perfekt darstellen. Das sieht man eindrucksvoll beim Display des Xiaomi Mi 9, dessen Samsung-AMOLED-Screen nicht nur mit seiner Diagonale von 6,4 Zoll und der Auflösung von 2.340 x 1.080 Pixel (403 PPI) überzeugt, sondern eben auch mit seiner intensiven Darstellung von Schwarz und Farbe. Das macht sich etwa beim Always-on-Display (AOD) bemerkbar, bei dem auch wirklich nur die verwendeten Pixel leuchten, während der Rest tiefschwarz bleibt. Bei LCDs mit AOD sieht man besonders in dunkler Umgebung die Beleuchtung des ganzen Displays als gräulichen Schimmer – das sieht nicht nur unschön aus, sondern frisst auch mehr Energie.

Das Always-on-Display ist konfigurierbar und auf Wunsch auch in Farbe verfügbar.

Auch in anderen Disziplinen überzeugt das Display des Mi 9. Die Helligkeit gibt der Hersteller im Automatikmodus mit bis zu 600 cd/m2 an, die durchschnittliche Helligkeit liegt angeblich bei 430 Candela. Unser Messgerät zeigte 400 bis 418 Candela an. Im Test präsentierte sich der Screen mit AMOLED-typisch extrem guter Blickwinkelstabilität und die Helligkeit bereitete auch zu keinem Zeitpunkt Probleme bei der Ablesbarkeit – auch nicht im Freien. Farben und Kontraste sind in der Grundeinstellung ausreichend realistisch, beides kann auf Wunsch intensiviert werden. Hinzu kommt etwa ein Nachtmodus und ein Lesemodus mit konfigurierbarem Blaufilter. Videos sehen dank HDR-Unterstützung ebenfalls grandios aus.

Die auf der Rückseite eingebaute Kameraeinheit besteht aus drei Modulen: Die Hauptkamera hat einen Sony-IMX586-Sensor mit stolzen 48 Megapixel und einer Offenblende von f/1.75. Die Pixelgröße beträgt nach Angaben des Herstellers 0,8 Micrometer. Die zweite Linse erlaubt dank größerer Festbrennweite zweifache Vergrößerung und Aufnahmen mit 12 Megapixel bei f/2.2-Blende. Die Pixelgröße beträgt hier 1,0 Micrometer. Unterstützt werden beide Objektive von einer Ultraweitwinkel-Kamera mit 16 Megapixel, ebenfalls f/2.2 und 1.0-Micrometer-Pixel. Fotos der Hauptkamera werden in der Voreinstellung mit 12 Megapixel geknipst, wobei die Informationen aus mehreren Pixel zu Super-Pixel zusammengesetzt (Pixelbinning) werden, um die Bildqualität zu erhöhen. Zusätzlich gibt es einen 48-Megapixel-Modus, mit dem die volle Auflösung des Sensors genutzt werden kann. Was der Kamera auf dem Datenblatt fehlt, ist ein optischer Bildstabilisator (OIS). Der dürfte sich bei Aufnahmen mit wenig Licht und auch bei Bildschärfe und Detailgrad positiv auswirken, ebenso bei Videos.

Triple-Cam mit Weitwinkel, 2-fach-Vergrößerung und Ultraweitwinkel.

Wirklich vermissen wird den aber im Alltag wohl niemand, zumindest bei Fotos nicht. Denn Aufnahmen mit der Hauptkamera im voreingestellten 12-Megapixel-Modus bieten dank Auto-HDR hervorragende Bilddynamik, die Farben sind natürlich bis stark ausgeprägt – besonders im AI-Modus, bei dem etwa Grün von Rasen und Bäumen besonders betont wird. Die Bildschärfe ist auf sehr hohem Niveau, selbst das Huawei P20 Pro (Testbericht), das in 2018 die Kamerareferenz war, kann hier nicht ganz mithalten. Einziger Nachteil im Vergleich zum Konkurrenten aus China ist das etwas stärker ausgeprägte Bildrauschen, das aber erst in starker Vergrößerung auffällt. Die Aufnahmen mit 48 Megapixel bieten tatsächlich etwas mehr Details und Bildschärfe, allerdings greift hier die Software zu stark ein. Wegen der übertrieben aggressiven Nachbearbeitung sehen entsprechende Aufnahmen in der Vergrößerung zwar schärfer, aber auch unnatürlicher aus.

Für weiter entfernte Motive sollten Nutzer aber ohnehin gleich zum zweifachen optischen Zoom der zweiten Linse greifen. Die bis zu 10-fache digitale Vergrößerung macht seine Sache zwar sehr ordentlich, offenbart mit zunehmender Vergrößerung aber mehr und mehr die Nachteile digitaler Vergrößerung. Der Ultraweitwinkel zeigt einen wesentlich breiteren Ausschnitt eines Motives, ohne dass unter normalen Bedingungen Verzerrungen auffallen. Dynamik und Farbwiedergabe sind dabei ähnlich gut wie bei den anderen beiden Linsen, bei Bildschärfe und Details kann die dritte Optik aber nicht mithalten. Geht das in der Vollbildbetrachtung noch in Ordnung und sollte daher für einen „Dia-Abend“ oder ein Fotobuch noch ausreichen, sieht man schon bei leichter Vergrößerung abseits der Bildmitte deutliche Schärfe-Einbußen. Der praktische Nutzen des Ultraweitwinkel, mit dem der Fotograf einfach viel mehr vom Motiv auf ein Bild bekommt, ist aber klar größer, als die Enttäuschung über die im direkten Vergleich zur Hauptkamera deutlich schwächer ausgeprägten Bildschärfe.

Generell beeindruckt die Hauptkamera mit schön ausgeprägtem, aber nicht unnatürlich wirkendem künstlichem Bokeh. Die gewollte Unschärfe berechnet die AI (künstliche Intelligenz) der Kamera-Software automatisch, sobald eine gewisse Nähe des Hauptmotives bei gleichzeitig klar größerer Entfernung des Hintergrundes zu erkennen ist. Auf die Spitze treiben lässt sie sich im Portraitmodus, der erstaunlich gut funktioniert und auch bei schwierigen Motiven kaum Bildfehler generiert. Die sieht man dann normalerweise erst in starker Vergrößerung. Das gilt auch für die Frontkamera, die künstliches Bokeh genauso gut wie die Hauptkamera hinbekommt, obwohl sie dafür nur eine einzelne Linse zur Verfügung hat. Auch die sonstige Qualität der Frontkamera mit ihren 20 Megapixel, f/2.0-Blende und 0,9 Micrometer Pixelgröße stellte sich im Test als absolut überzeugend heraus. Dank Auto-HDR ist sogar die Bilddynamik richtig gut - das ist oftmals ein Problem bei Frontkameras. Der Autofokus der Hauptkamera greift übrigens auf Laser, Phasen- und Kontrasterkennung zurück und hinterließ im Test einen hervorragenden Eindruck.

Bei der Kamera-Software hat Xiaomi auch in Bezug auf die Menge der Funktionen geklotzt. So bietet das Xiaomi Mi 9 unter anderem auch Nacht-, Panorama- und einen Pro-Modus, bei dem Weißabgleich, Fokus, Belichtungsdauer und ISO beeinflusst werden dürfen - für alle drei Linsen getrennt wohlgemerkt. Der Panoramamodus erlaubt fast Rundum-Aufnahmen, bei denen der Nutzer sich langsam dreht. Die Software nimmt einzelne Bilder auf und setzt sie anschließend zusammen. Die Übergänge sieht man bisweilen. Der Nachtmodus verspricht zwar bessere Bilder bei wenig Licht, doch das stimmt nur zum Teil. Die Bildschärfe sinkt sichtbar ab und Bildrauschen nimmt zu, der Vorteil der Bildqualität im Vergleich zum Automatikmodus ist eher gering. Besser macht es da schon der Promodus. Mit Stativ und maximaler 32-Sekunden-Belichtung werden zumindest unbewegte Motive wesentlich schärfer und viel gleichmäßiger ausgeleuchtet.

Außerdem erlaubt die AI das „verschönern“ von Personen. Dabei ist es nicht nur möglich, die Haut digital glattzubügeln, um Hautunebenheiten auszugleichen, sondern auch der restliche Körper darf unterteilt nach Kopf, Bauchumfang, Schultern und Beinen visuell angepasst werden. Ob das wirklich eine Verschönerung ist, liegt dabei wohl im Auge des Betrachters. Ansonsten bietet die AI noch andere Möglichkeiten wie das automatische gerade Ausrichten von Fotos und eine künstliche Tilt-Shift-Funktion. Auch Google Lens ist mit an Bord. Einige Funktionen sieht man auch erst in der Bildergalerie, nachdem die Aufnahmen entstanden sind. Portraitaufnahmen können nicht nur nachträglich mit in der Intensität anpassbarem künstlichem Bokeh versehen werden, sondern der Hintergrund lässt sich mit der „Lichtmalerie“-Option künstlerisch anpassen und die Belichtung nachträglich ändern. Letzteres erinnert stark an die Portrait-Licht-Funktion, die erstmals Apple auf seinem iPhone einführte und funktioniert genauso gut.

Videos lassen sich auf dem Xiaomi Mi 9 in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Die sind dann bei gutem Licht auch knackscharf, dank der hohen Bildwiederholungsrate sind auch Schwenks flüssig möglich. Leider fehlt hier der eingangs angesprochene optische Bildstabilisator. Zwar gibt es eine elektronische Bildberuhigung (EIS), doch die reicht nicht aus, um etwa Schritte bei vorsichtigem Gehen während des Filmens auszugleichen. Das macht die hochpreisige Konkurrenz von Samsung und Huawei besser. Dafür sehen Zeitlupenaufnahmen, die das Mi 9 in FHD und mit bis zu 960 FPS beherrscht, mindestens genauso gut aus. Während sie bei den Wettbewerbern aber teils sinnvoller ausgelöst werden kann, sobald etwa eine Bewegung innerhalb eines bestimmten Bildbereichs bemerkt wird, beginnt bei dem Xiaomi-Modell erst ein normales Video, das dann nach etwa 1,5 Sekunden automatisch verlangsamt wird. Als letzte Videooption gibt es noch Kurzvideos, die sich nachträglich in Bezug auf Abspielgeschwindigkeit, Filter und Musik anpassen lassen.

Als Antrieb steckt im Xiaomi Mi 9 der Spitzenprozessor des Jahres 2019, der Qualcomm Snapdragon 855. Dabei taktet einer der im 7-Nanometer-Verfahren hergestellten acht Kerne des Chipssatzes mit bis zu 2,84 GHz, drei weitere bis 2,42 GHz und die vier Stromsparkerne mit bis zu 1,8 GHz. Unterstützt werden die CPUs von einer Adreno-640-Grafikeinheit, insgesamt verspricht der Hersteller damit 40 Prozent mehr Rechenleistung und 20 Prozent mehr Grafik-Power, sowie 25 Prozent bessere Energieeffizienz als der Vorgängerchip. Diese Angaben lassen sich zwar nur schwer überprüfen, auch Benchmark sind dafür kein verlässliches Mittel. Tendenziell dürfte das aber stimmen, im Testprogramm Antutu erreicht das Mi 9 stolze 370.000 Punkte und gehört damit zweifelsfrei zu den schnellsten Smartphones auf dem Markt. Dabei profitiert das Modell zusätzlich von 6 GByte Arbeitsspeicher, der im Alltag für problemloses Multitasking und flüssiger Bedienung in allen Lebenslagen sorgt. Schneller geht es kaum.

Programme müssen im 128 GByte großen Speicher abgelegt werden, eine Erweiterungsmöglichkeit per Speicherkarte gibt es leider nicht. Eine Anschaffung der ebenfalls verfügbaren, kleineren Version des Mi 9 mit nur 64 GByte Speicher ist daher kaum empfehlenswert, zumal sie bei deutschen Händlern sogar teurer als die größere Speichervariante ist. Beim internen Speicher handelt es sich um schnellen UFS-2.1-Speicher. Ein Highlight ist der Inprint-Fingerabdrucksensor. Er liegt unsichtbar unter dem Display versteckt, bei Bedarf wird seine genaue Position vom AMOLED-Screen illuminiert. Im Test gab es anfangs leichte Probleme mit der Erkennungsrate, Löschen und neu Anlernen der Fingerabdrücke behob die Unstimmigkeiten aber. Danach präsentierte sich der Sensor schnell und zuverlässig.

Weitere Features des Xiaomi Mi 9 sind Dual-SIM-Fähigkeit mit Dual-Standby-Funktion und VoLTE inklusive HD-Calling. Im Download schafft das Smartphone theoretisch Cat 18 mit bis zu 1,2 GBit/s. Es unterstützt alle wichtigen Frequenzen für weltweite Nutzung, WLAN ac mit 2,4 und 5 GHz, NFC, hat einen IR-Blaster, Bluetooth 5.0, GPS mit Unterstützung für Glonass, BDS, QZSS und Galileo, sowie einen USB-Anschluss Typ C mit 2.0-Geschwindigkeit. Einen Klinkenstecker für herkömmliche Kopfhörer gibt es zwar nicht, Xiaomi legt aber einen Adapter von USB auf Klinke in den Lieferkarton. Der einzelne Mono-Lautsprecher ist sehr laut, übersteuert dabei aber nicht und liefert sogar einen Anflug von Tiefton. Eine Benachrichtigungs-LED ist wie beim günstigeren Xiaomi Mi 9 SE (Testbericht) nicht vorhanden. Die spezielle Hardware-Taste auf der linken Gehäuseseite ruft mit einem Klick übrigens Google Now und bei längerem Druck den Google Assistant auf.

Als Betriebssystem kommt Android 9 zum Einsatz, darüber liegt die Nutzeroberfläche MIUI in Version 10.2. Die Oberfläche ändert so viel an Android, dass der Hersteller von MIUI als Betriebssystem spricht – das ist aber Ansichtssache. Das Sicherheits-Patch unseres Testgerätest stammte von April 2019. Wie EMUI von Huawei verspricht auch MIUI dank künstlicher Intelligenz, dass das Mi 9 im Laufe innerhalb von 18 Monaten durch Datenmüll und andere Faktoren etwa 35 Prozent weniger Geschwindigkeit verliert als herkömmliche Smartphones. Ebenfalls wie bei EMUI implementiert der Hersteller einen Game Turbo, der das Spielerlebnis verbessern soll. Hinzu kommen zahlreiche zusätzliche Features bei der Bedienung, darunter ein Darkmode, der die Vorteile des AMOLED-Displays besser zur Geltung bringt, ein farbiges Always-On-Display, dynamische Wallpaper, die zeitabhängig automatisch wechseln und vieles mehr. Insgesamt braucht man etwas Eingewöhnungszeit, bis man sich an die angepasste Menüstruktur des Xiaomi Mi 9 gewöhnt hat, danach bereitet die Bedienung aber keinerlei Probleme und Features vermissen dürften Nutzer ebenfalls nicht.

Hilfe von Google stets dabei auf dedizierter Assistant-Taste.

Ein Lithium-Polymer-Akku mit 3.300 mAh Leistung versorgt das Xiaomi Mi 9 mit Strom – das ist ordentlich. Dank des modernen Snapdragon 855 sind je nach Nutzung durchaus lange Standby-Zeiten erreichbar, gut zwei Tage und mehr sind bei wenig Nutzung drin. Bei intensivem Gebrauch des Top-Smartphones mit all seinen verlockenden Funktionen und Möglichkeiten ist aber auch schon nach weniger als 8 Stunden Feierabend. Der eingebaute Chipsatz liefert nämlich bärenstarke Leistung, die will dann aber auch ordentlich mit Power versorgt werden.

Deutlich schneller als das Leersaugen des Akkus geht das Aufladen. Theoretisch funktioniert das mit 27 Watt, im Lieferumfang enthalten ist aber nur ein Ladegerät mit 18 Watt. Damit braucht das Mi 9 rund 1,5 Stunden für eine volle Ladung. Kaum langsamer, dafür aber komfortabler, klappt das kabellos. Das Modell erlaubt Wireless Charging per QI-Standard mit 20 Watt. Xiaomi wirbt mit Zertifizierung durch den TÜV.

In unserem Preisvergleich kostet das Xiaomi Mi 9 zum Testzeitpunkt rund 436 Euro in der empfehlenswerten Version mit 128 GB Speicher.

Xiaomi Mi 9  64GB violett

64 GB Violett

Xiaomi Mi 9  64GB blau

64 GB Blau

Xiaomi Mi 9  64GB schwarz

64 GB Schwarz

Xiaomi Mi 9 128GB blau

128 GB Blau

Xiaomi Mi 9 128GB violett

128 GB Violett

Xiaomi Mi 9 128GB schwarz

128 GB Schwarz

Das Xiaomi Mi 9 ist ein echtes Flaggschiffmodell, das mit Spitzen-Smartphones wie Huawei P30 Pro (Testbericht) oder Samsung Galaxy S10 Plus (Testbericht) absolut mithalten kann. Kleinigkeiten, die die genannten Geräte dem Mi 9 vielleicht voraus haben, macht das Xiaomi-Modell durch seinen wesentlich niedrigeren Preis mehr als wett.

Besonders gut gefallen haben uns neben schickem Design und guter Verarbeitung das tolle AMOLED-Display, die hervorragende Kamera, der Spitzenprozessor und die ordentliche Speicherausstattung. Größter Kritikpunkt ist – abgesehen von der möglicherweise sogar berechtigten Angst davor, von einem chinesischen Konzern noch mehr als von Google ausspioniert zu werden – die mangelnde Speichererweiterungsmöglichkeit per microSD-Karte. Der Akku ist vielleicht kein absoluter Dauerläufer, schlägt sich aber unter dem Strich durchaus ordentlich und erlaubt nicht nur schnelles Laden, sondern desgleichen auch noch kabellos per Induktion. Echte Schwachpunkte hat das Xiaomi Mi 9 nicht. Android-Updates kommen zwar gewöhnlich bei Xiaomi wegen der eigenen Nutzeroberfläche etwas später als bei anderen Herstellern, dafür aber normalerweise sehr verlässlich.

Wer noch etwas weniger Geld bei – zumindest im Alltag – ähnlich guter Leistung ausgeben möchte, der sollte sich einmal das Xiaomi Mi 9 SE (Testbericht) anschauen. Eine andere Alternative mit ähnlich hochwertiger Ausstattung ist das ZTE Axon 10 Pro (Testbericht).

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