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Xiaomi Mi 10 im Test: Enttäuschend trotz Top-Leistung

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Die Mi-9-Generation war im vergangenen Jahr ein echter Preis-Leistungs-Knüller, entsprechend groß ist die Erwartung beim Xiaomi Mi 10. Ob die erfüllt wird, zeigt der Test von TechStage.

Tolle Technik für vergleichsweise wenig Geld – das war genau das, mit dem Xiaomi mit seiner Mi-9-Reihe im Jahr 2019 überzeugte. Größtes Manko war da der Umstand, dass sich die einzelnen Geräte untereinander bisweilen kaum unterscheiden und Nutzer sich gut mit der Materie auskennen mussten, um den Überblick zu behalten. Wir haben daher mit unserer Kaufberatung: Xiaomi Mi 9 vs Mi 9T vs Mi 9T Pro vs Mi 9 SE für Aufklärung gesorgt.

Wenn es im vergangenen Jahr als größtes Problem galt, dass es zu viele gute Modelle von Xiaomi gab, dürfte klar sein, dass die Erwartungshaltung an die neue Mi-10-Serie enorm hoch ist. Inzwischen hat Xiaomi die ersten neuen Modelle der Mi-Reihe auf den Markt gebracht: Xiaomi Mi 10 und Mi 10 Pro. Wir haben zuerst das günstigere Modell getestet – wobei „günstig“ überraschenderweise bei den neuen Xiaomi-Topmodellen ein sehr dehnbarer Begriff ist, denn mit 799 Euro für das normale Mi 10 und 999 Euro für das Pro-Modell hat der Hersteller merklich an der Preisschraube gedreht.

Schick sind die Xiaomi-Modelle fast immer, da bildet auch das neue Xiaomi Mi 10 keine Ausnahme. Gerundetes Glas auf Front und Rückseite wird von einem enorm schmalen Metallrahmen zusammengehalten, der nur Stirn- und Fußseite vollständig abdeckt. Darin integriert der Hersteller auf der rechten Seite Power- und Lautstärke-Buttons und zwei sicht-, aber nicht spürbare Antennenfugen, die linke Seite weist nur solche Antennenstreifen auf. Die Bedienelemente auf der rechten Seite bieten optimalen Druckpunkt und Tastenhub, zudem sitzen sie wackelfrei im Rahmen. Daher ist es umso überraschender, dass das Mi 10 ein deutliches Klappern hervorbringt, wenn man es schüttelt. Da das aus dem Bereich der Kamera stammt, könnte der optische Bildstabilisator der Hauptkamera der Ursprung des Geräusches sein. Dazu passt, dass das Klackern bei aktivierter Kamera und entsprechend aktiviertem OIS nicht mehr zu vernehmen ist. Da auch andere Nutzer davon berichten und unsere Kamera im Test keinen fehlerhaften Eindruck machte, scheint das beim Mi 10 normal zu sein – auch wenn es nicht sonderlich hochwertig wirkt.

Am Design hat sich zum Vorgänger nur wenig geändert. Zu den Neuerungen gehört eine Punchhole-Notch am oberen linken Display-Rand statt der Tropfen-Notch der meisten Mi-9-Modelle. Am schicksten war das wohl beim Mi 9T Pro (Testbericht) gelöst, das eine nur bei Bedarf ausfahrbare Frontkamera hat und so überhaupt keine Notch benötigt. Nachdem aber 2019 mehrere Smartphones mit so einer ausfahrbaren Kamera auf den Markt kamen, die jetzt von herkömmlichen Frontkamera-Modellen abgelöst werden, dürften diese mechanisch und motorisch gesteuerten Extravaganzen wohl ausgedient haben. Wir finden das grundsätzlich schade, immerhin verschwindet damit aber auch wieder ein potenziell fehleranfälliges Bauteil – auch wenn wir mit unseren Testmodellen keinerlei Probleme hatten. Waaserdichtigkeit kann hingegen kein Grund für den Verzicht sein - eine IP-Zertifizierung fehlt dem Mi 10.

Alle Bilder zum Xiaomi Mi 10 im Test (16 Bilder)

Wenig Änderung beim Design bedeutet auf der Rückseite wieder eine vertikal angeordnete Kamerareihe. Die ist zwar weit weniger auffällig als die quadratisch angeordneten Linsen bei der Konkurrenz wie Samsungs Galaxy S20 Ultra (Testbericht) oder Huawei P40 Pro (Testbericht), stehen aber erneut recht weit aus dem Gehäuse hervor. Mit der mitgelieferten Schutzhülle lässt sich das minimieren. Außerdem verhindert die auch hässliche Fingerabdrücke und sonstige hässliche Fettschmierereien, die wegen der glänzenden Glasoberfläche des Xiaomi Mi 10 ansonsten an der Tagesordnung sind. Trotz seiner Größe und der typischen Rutschigkeit von Glas-Smartphones liegt das Mi 10 erstaunlich gut in der Hand. Grund dafür sind die nahezu unerfühlbaren Übergänge von Glas zu Metall und die sanften Rundungen an allen Kanten. In den Punkten Haptik, aber auch Optik und Wertigkeit macht Xiaomi derzeit kaum ein Konkurrent etwas vor.

Der OLED-Screen des Mi 10 misst 6,7 Zoll und stellt 2340 × 1080 Pixel dar. Das ergibt eine Bildschärfe von 386 Pixel pro Zoll – ein Wert, der in Relation zur Konkurrenz wie Samsung Galaxy S20 Ultra (Testbericht) nicht gerade überragend ist, im Alltag aber voll in Ordnung geht. Den PPI-Wert unter 400 verzeiht man dem Screen auch darum gern, weil seine restlichen Parameter vorbildlich ausfallen. So bietet das Mi 10 tolle Kontraste und Farben, bei denen sogar Weiß richtig und ohne Blau- oder Gelbstich dargestellt wird. Hinzu kommen ein OLED-typisch hervorragender Schwarzwert und hervorragende Blickwinkelstabilität, bei der es fast egal ist, ob Nutzer direkt, oder von der Seite auf das Smartphone schauen.

Die Helligkeit überzeugt ebenfalls, sie fällt mit rund 500 cd/m² im manuellen und kurzzeitig über 850 Candela im automatischen Helligkeitsmodus besser als beim Vorgänger und insgesamt hervorragend aus. Beim Punkt Bildwiederholungsfrequenz hat Xiaomi hier im Vergleich zu einigen Konkurrenten erneut das Nachsehen, denn das Mi 10 stellt „nur“ 90 Hertz dar. Modelle wie das Razer Phone 2 (Testbericht), erneut das Samsung Galaxy S20 Ultra (Testbericht), aber auch Xiaomis neuester Streich, das Poco Phone 2, bieten 120 Hz. Wir halten allerdings im Alltag den Schritt von 60 zu 90 Hertz für wichtiger, als den Sprung von 90 auf 120 Hz und sind daher trotzdem mit dem Screen des Mi 10 sehr zufrieden.

Im vergangenen Jahr überzeugten uns die Mi-9-Modelle mit tollen Fotos der Hauptkamera, die vielleicht nicht zu den schärfsten am Markt gehörten, aber mit ihrem fast immer vorhandenen sämigen Bokeh bisweilen ansprechender als bei eigentlich besseren Konkurrenzprodukten wirkten. Entsprechend hängt auch hier die Messlatte für das Mi 10 sehr hoch – und der Hersteller reißt sie auch prompt. Zumindest ist das der erste Eindruck beim Blick aufs Datenblatt: Zwar setzt der Hersteller wie Samsung auf eine 108-Megapixel-Hauptkamera samt 13-Megapixel-Weitwinkel, enttäuscht dann aber mit Makro- und Tiefensensor mit je 2 Megapixel. Das ist eines Top-Smartphones nicht würdig, die letzten beiden Sensoren gibt es bisweilen schon in 200-Euro-Modellen! Außerdem haben wir schon des Öfteren darauf verwiesen, dass ein Makrosensor mit 2 Megapixel immer schlechtere Bilder als ein Smartphone macht, das eine Vergrößerung mit Haupt- oder Weitwinkelsensor für Makroaufnahmen nutzt – die Auflösung von 2 Megapixel ist schlicht zu niedrig.

Die Hauptkamera ist spitze, die Gesamtkonfiguration ohne Teleobjektiv eines Topmodells unwürdig

Außerdem verzichtet das Mi 10 auf eine Telelinse, die längst in jedes Top-Smartphone gehört, da sie den Anwendungsspielraum des Nutzers wesentlich erhöht. Erst das Pro-Modell bietet Tele – und dort gleich doppelt. Was hat sich Xiaomi denn dabei gedacht? Hoffentlich wetzt Xiaomi diese Scharte beim Mi 10 wieder mit guter Bildqualität aus. Leider tut der Hersteller das. Leider, weil das die seltsamen Entscheidungen der beiden 2-Megapixel-Sensoren und des fehlenden Teleobjektives noch schlimmer macht. Denn um das vorweg zu nehmen: Die Bildqualität der Hauptkamera ist richtig gut, dennoch ist die Kamera des Mi 10 für Fotofans keine uneingeschränkte Empfehlung.

Die Hauptkamera mit ihrem 108-Megapixel-Samsung-Chip, f/1.69-Blende und optischem Bildstabilisator knipst mittels Pixel Binning in der Voreinstellung 27-Megapixel-Aufnahmen, die bei guten Lichtverhältnissen durchweg sehr scharf sind und mit exzellenter Bilddynamik aufwarten. Auch Farben werden natürlich in den Speicher gebannt. Die rund 20 MByte großen 108-Megapixel-Aufnahmen bieten sogar noch etwas höhere Bildschärfe, dabei ist dank der starken Hardware die Bedienung des Mi 10 auch deutlich direkter, als etwa beim Xiaomi Mi Note 10 (Testbericht). Das sämige Bokeh bei normalen Aufnahmen ist dabei etwas schwächer als bei den Vorgängermodellen ausgeprägt, aber immer noch intensiv. Uns gefällt das, Aufnahmen wirken dadurch sehr hochwertig. Mit Portraitaufnahmen lässt sich das noch auf die Spitze treiben. Dafür verwendet Xiaomi beim Mi 10 nicht mehr wie zuvor die Telekamera, sondern den Hauptsensor und Nutzer müssen entsprechend etwas näher an das Motiv heranrücken. Die Ergebnisse sind in allen Bereichen der Bildqualität erster Güte, auch die Abtrennung von Vorder- und Hintergrund gelingt sehr gut. Die Stärke des Bokeh-Effektes darf am fertigen Foto später noch angepasst werden.

Nachtaufnahmen sehen vor allem mit Stativ hervorragend aus und sind dann in etwa auf Huawei-Niveau, aus freier Hand liegen Modelle wie ein Huawei P40 (Testbericht), aber auch das Samsung Galaxy S20 Ultra (Testbericht) vorn. Dann sinkt nämlich die Bildschärfe stärker als bei der Konkurrenz, auch wenn Aufnahmen per Dauerbelichtung angemessen aufgehellt werden. Auch der Weißabgleich sitzt dann nicht immer. Der Weitwinkel von Omnivision macht passable Aufnahmen, allerdings zeigen sich an den Rändern sichtbare Verzeichnungen. Außerdem kann die Bildschärfe nicht mit der Hauptkamera mithalten. Wegen der lichtschwächeren f/2.4-Blende fällt zudem die Bildqualität bei Nachtaufnahmen mit dem Weitwinkel schneller als bei der Hauptkamera ab. Entsprechend fällt der qualitative Unterschied zwischen Haupt- und Weitwinkellinse für unseren Geschmack zu groß aus.

Alle Originalaufnahmen mit dem Mi 10 (26 Bilder)

Hauptkamera

Die Makrokamera kann mit zwei Sätzen abgehandelt werden: Wie eingangs befürchtet sind Aufnahmen mit ihr mangels Auflösung zu unscharf, zudem sind Farben sehr blass. Nutzer sollten lieber gleich darauf verzichten, das hätte auch Xiaomi machen sollen. Die Selfiecam mit ihren 20 Megapixel und der f/2.3-Blende knipst hingegen scharfe und natürliche Bilder, Portraitaufnahmen mit künstlichem Bokeh werden auch ohne zusätzlichen Tiefensensor sehr gut – ein weiterer Beleg, dass der Tiefensensor der Hauptkamera weitestgehend überflüssig ist.

Bei Videos liefert das Mi 10 hervorragende Leistung ab. Die Kombination aus optischer (OIS) und elektronischer (EIS) Bildstabilisierung sorgt bei Aufnahmen in FHD und 4K mit niedriger Bildwiederholungsfrequenz von 30 Frames pro Sekunde beinahe Aufnahmen wie von einer guten Actioncam oder mit einem Gimbal aufgenommen. Dabei werden selbst starke Verwackler herausgefiltert – erstaunlich! Bei Aufnahmen mit 60 FPS ist die Stabilisierung immer noch ausreichend, aber deutlich schwächer. Dafür verlieren Videos dann auch bei Schwenks nicht mehr an Bildschärfe durch Tearing. Sogar 8K-Videos erlaubt das Mi 10, sogar in 30 FPS statt 24 wie bei Samsung. Da es dafür aber nach wie vor keine bezahlbaren Abspielgeräte gibt, dürfte dieses Feature für 99,9 Prozent der Käufer irrelevant sein.

Als echtes Top-Smartphone verwendet das Xiaomi Mi 10 als Chipsatz den Qualcomm Snapdragon 865 mit acht Kernen und bis zu 2,84 GHz in Kombination mit je nach Version 8 oder gar 12 GByte RAM. Damit hängt das Smartphone derzeit alle anderen Android-Smartphones mit anderem Prozessor zumindest in Benchmarks ab, im Alltag ist die Leistung von Oberklasse-Smartphones meist eh so hoch, dass kaum Unterschiede auszumachen sind. So erreicht das Mi 10 im Antutu-Benchmark stolze 571.000 Punkte, das ist richtig gut. Zusammen mit dem neuen und noch schnelleren LPDDR5-Arbeitsspeicher zeigt das Mi 10 in allen Lebenslagen unbändige Power und hat mit Sicherheit Leistungsreserven für die nächsten Jahre.

Beim Datenspeicher setzt Xiaomi wieder auf nicht erweiterbaren Speicher – schade. Dafür gibt es aber mit je nach Version mit 128 oder 256 GByte ausreichend viel und dank UFS-3.0 sehr schnellen Memory. Insgesamt gehört das Mi 10 damit sowohl bei Alltagsaufgaben wie Multitasking und Games und auch beim Starten von Apps zu den schnellsten Geräten auf dem Markt. Dabei wird das Smartphone zwar nach längerer Nutzungszeit spürbar warm, nicht aber unangenehm heiß und die Leistung wird nur soweit gedrosselt, dass keine spürbaren Einbußen bei der Nutzung verzeichnet werden. Das zeigt die enormen Leistungsreserven des Gerätes.

Auch bei der restlichen Ausstattung macht Xiaomi beim Mi 10 keine halben Sachen. Von NFC über Wifi 6 bis hin zu GPS mit zahlreichen weiteren Varianten unterstützt das Spitzensmartphone alles derzeit Machbare, hinzu kommen 4G, 5G und sogar ein IR-Blaster zur Verwendung des Smartphones als Fernbedienung für Stereoanlage und Co. Lob verdient Xiaomi für die kräftigen Stereolautsprecher. Sie bringen zwar keine Höchstwerte bei Lautstärke hervor, klingen aber sehr ausgewogen, voll und klar.

Kleine Einschränkungen muss man nur bei Klinkenstecker, SIMs und dem USB-C-Port machen: Einen Klinkenstecker gibt es nicht, in der globalen Version des Mi 10 entfällt die Dual-SIM-Fähigkeit der chinesischen Version und der USB-Anschluss verfügt für ein Spitzengerät wenig passend nur über 2.0-Geschwindigkeit. Eine IP-Zertifizierung fehlt wie zu Beginn des Tests angeführt ebenfalls.

Verarbeitung, Wertigkeit und Hardware sind vorbildlich

Als Software verwendet Xiaomi MIUI 11, das auf Android 10 aufgesetzt ist. MIUI ändert zwar an der Menüstruktur, was Vanilla-Android gewohnte Nutzer anfangs verwirrt, ist aber letztlich in sich schlüssig aufgebaut und erweitert Android an einigen interessanten Stellen sinnvoll. So gibt es eigene Themes, Benachrichtigungen per Aufleuchten der gebogenen Display-Ränder, einen systemübergreifenden Darkmode, inzwischen einen Appdrawer und ein umfangreiches Rechte-Management. Zudem zeichnete sich Xiaomi bei seinen Spitzenmodellen durchaus durch verlässliche Update-Politik aus. Der Sicherheits-Patch unseres Testgerätes war entsprechend mit Mai 2020 ausreichend aktuell.

Das Xiaomi Mi 9 aus dem Jahr 2019 musste sich vor allem Kritik an seinem nur 3300 mAh starken – oder eher schwachen – Akku gefallen lassen, die anderen Mi-9-Modelle lieferten in diesem Punkt bessere Ergebnisse. Beim Mi 10 hat der Hersteller diese Kritik offenbar berücksichtigt und vergrößert den Akku im neuen Topmodell auf ordentliche 4780 mAh. Kein Wunder also, dass das Mi 10 wesentlich ausdauernder als der direkte Vorgänger ist. Im Battery Test von PCmark hielt das Gerät mit aktiviertem 90-Hz-Display über 12 Stunden durch, auf 60 Hz begrenzt sogar 2 Stunden länger – das sind beides sehr gute Werte. Im Testzeitraum ergab sich daher ein erfreuliches Bild, das darauf schließen lässt, dass bei normaler Nutzung ein zweitägiger Ladezyklus realistisch ist.

Dann dürfen Besitzer des Mi 10 neben 30-Watt-Schnellladen per Kabel mit der gleichen Geschwindigkeit kabellos Schnellladen. Damit ist der Akku des Mi 10 in rund 1 Stunde wieder voll. Um auch mit 30 Watt kabellos zu laden benötigen Interessenten aber wie etwa beim Oneplus 8 Pro (Testbericht) Zubehör vom Hersteller, im Lieferumfang ist das wie gewohnt nicht.

Übrigens beherrscht das Mi 10 auch Reverse Wireless Charging, andere kompatible Geräte lassen sich also durch Auflegen mit 10 Watt vom Xiaomi-Smartphone laden – ein echtes Premium-Feature.

Das Xiaomi Mi 10 gibt es in Deutschland in den Farben Grün und Grau, außerdem gibt es die Ausstattungsvarianten mit 128 oder 256 GByte internem Speicher. Der Arbeitsspeicher liegt immer bei 8 GByte. Die Preise für das Smartphone beginnen zum Testzeitpunkt bei rund 650 Euro, die UVP liegt bei 799 Euro für die kleinste Speicherkonfiguration.

Das Xiaomi Mi 10 ist ohne Zweifel ein Spitzen-Smartphone, allerdings eines mit Macken. Zu den Highlights gehören das tolle 90-Hz-Display, die unglaubliche Leistung der Hardware, viel und schneller Speicher und die sehr gute Hauptkamera. Auch Design und Verarbeitung sind spitze und der Akku leistet vorbildliche Arbeit.

Auf der anderen Seite stehen der leider inzwischen genauso hohe Preis wie bei der Konkurrenz, die seltsame und für ein Top-Gerät wenig überzeugende Kamerakonfiguration, fehlende IP-Zertifizierung und nur USB 2.0. Der Preis ist da wohl noch am einfachsten zu erklären: Xiaomi hat inzwischen auch hierzulande einen so guten Namen, dass – ähnlich wie Oneplus – der Hersteller es nicht mehr nötig hat, auf Gewinn zu verzichten. Außerdem dürfte ein Grund für den sprungartigen Preisanstieg 5G sein – das allerdings halten wir zumindest für deutsche Kunden für einen Fehler. Denn hierzulande ist auf absehbare Zeit 5G ziemlich irrelevant, eine ordentliche, einem Topmodell angemessene Kamerakonfiguration mit Teleobjektiv wäre weit wichtiger gewesen.

So bleibt unterm Strich ein sehr gutes Smartphone, das wegen seiner je nach Schwerpunktsetzung durchaus gravierenden Einschränkungen trotz allem keine umfassende Empfehlung von unserer Seite bekommt. Stattdessen empfehlen wir einen Blick auf das Mi 10 Pro (Tetsbericht), das sich zumindest auf dem Papier wenigstens in Sachen Kamera keiner Kritik aussetzt - allerdings für stolze 200 Euro mehr.

Passende Alternativen sind das Galaxy S20 Ultra (Testbericht) für rund 1000 Euro in der 128-GByte-Version, das auf jeden Fall eine bessere Kamerakombination bietet. Auch das Huawei P40 Pro (Testbericht) ist für Kamera-Fans eine Empfehlung und zudem mit rund 730 Euro deutlich günstiger - leider ohne Google-Dienste. Eine gute Mischung aus beiden Modellen ist außerdem das Oneplus 8 Pro (Testbricht), das je nach Version ab 900 Euro zu haben ist.

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