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Xiaomi Himo Z16: Schickes E-Klapprad zum Kampfpreis

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Im Testbericht gefällt das E-Klapprad Xiaomi Himo Z16 dank edlem Design, guter Verarbeitung und niedrigem Preis von unter 600 Euro. Wir zeigen, ob sich der Kauf lohnt.

Chinesische E-Klappräder haben wir uns schon mehrfach genauer angeschaut. Besonders positiv sticht der günstige Allrounder Fiido D4S (Testbericht) hervor. Wer es etwas extravaganter mag, sollte sich unseren Beitrag zum Fiido M1 (Testbericht) durchlesen. Eines eint die Chinesen: Sie sind nicht für deutsche Straßen zugelassen. Das gilt auch für das Xiaomi Himo Z16.

Wer aus nachvollziehbaren Gründen lieber legal über deutsche Straßen rollt, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Wir empfehlen etwa das mit 1500 Euro gerade noch bezahlbare Fiene 500 (Testbericht). Mit über 3000 Euro richtig teuer ist das Brompton Electric (Testbericht). Klar gibt es auch gut E-Scooter (Bestenliste). Warum wir dennoch eher zu einem E-Klapprad greifen würden, erläutern wir im Vergleich: E-Klapprad oder E-Scooter? Und der Sieger ist…

Optisch macht das Xiaomi Himo Z16 einiges her, wirkt seiner Zeit fast schon voraus. Das liegt vor allem an der massiven, geraden Querstange des Rahmens, in dem sich der Akku befindet und der mit einem großen und hellen Rücklicht endet, welches fast schon an den Antrieb einer Rakete erinnert. Direkt unter dem Rücklicht führt eine große matte Spiralfeder nach unten. Zum edlen Look trägt auch die mattgraue Lackierung unseres Modells mit hellgrauer Schrift bei. Das Xiaomi Himo Z16 ist auch in den Farben Weiß, Gelb und Türkis erhältlich.

Die Verarbeitung wirkt hochwertig und stabil. Sie ist deutlich besser, als wir es von einem Fahrrad für um die 600 Euro erwarten. Etwa wackelt die Lenkstange bei voller Fahrt so gut wie gar nicht – das ist üblicherweise die Achillesferse von Klapprädern. Auch die Kabelführung verläuft zum großen Teil im Rahmen, das ist schicker gelöst als beim Fiido D4S.

Xiaomi Himo Z16 (27 Bilder)

Ein Reflektor am Rad ist bei Bikes aus China selten.

Ein echter Nachteil des Xiaomi Himo Z16 ist seine nicht weit genug ausfahrbare Sattelstange. Der Tester fühlt sich mit seiner Körpergröße von 186 Zentimetern wie ein Clown auf einem Microbike. Selbst für einen Kollegen mit einer Körpergröße von 175 Zentimetern ist der Sattel zu niedrig. Wer sich für das Xiaomi Himo Z16 entscheidet und größer als 175 Zentimeter ist, sollte sich eine längere Sattelstange nachkaufen.

Am Lenker integriert Xiaomi neben den beiden Bremsgriffen und einer einfachen, aber funktionalen Glocke den Gashebel und den Fahrradcomputer. Den Gashebel nutzt der Fahrer äquivalent zum Motorrad durch eine Vierteldrehung des rechten Griffs. Für ungeübte Augen ist das quasi unsichtbar. Der Fahrradcomputer besitzt neben dem Ein-/Ausschalter außerdem zwei Knöpfe zum Durchschalten der Fahrmodi. Er zeigt neben der aktuellen Geschwindigkeit und dem Akkuladestand in vier Balken außerdem wahlweise die gefahrenen Kilometer seit dem letzten Anschalten oder die Gesamtkilometerzahl an. Die Anzeige des OLED-Displays ist schick, allerdings spiegelt es arg, was das Ablesen bei direkter Sonneneinstrahlung erschwert.

Das voll integrierte Rücklicht ist praktisch und sehr stylisch.

Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen gehört das nicht besonders helle Frontlicht, welches genauso wie das Rücklicht am Stromkreislauf hängt und sich über die Plus-Taste des Fahrradcomputers ein- und ausschaltet. Außerdem kommt das Xiaomi Himo Z16 vorne und hinten mit Schutzblechen aus Metall und, bei China-Bikes eine echte Rarität, mit Reflektoren an den Rädern und unter dem Sattel. Dort kann man auch eine Befestigung für ein Nummernschild anschrauben. Das ist löblich, aber vergebliche Liebesmüh - schließlich wird man in Deutschland kaum einen Versicherer finden, der sich des Xiaomi Himo Z16 annimmt.

Insgesamt kommt das Xiaomi Himo Z16 mit zwei Sicherungshebeln und zwei Schnellspannern. Über die jeweils mit einem Haken vor versehentlichem Lösen gesicherten Sicherungshebeln klappt der Rahmen sowie die Lenkstange um. Die Schnellspanner lassen die Sattelstange ein- und ausfahren und drehen den Lenker um ein paar Grad. Letzteres ist zum Falten nicht zwingend nötig, reduziert aber die Faltmaße nochmal um ein paar Zentimeter. Auch die Pedale lassen sich anlegen. Diese bestehen zum großen Teil aus Kunststoff und machen den Eindruck, als würden sie nicht viel aushalten.

Zusammengeklappt reduzieren sich die ohnehin schon recht kleine Maße von 140 × 55 × 105 Zentimeter auf 84 × 41 × 64 Zentimeter. Ein Magnet sorgt wie beim Fiene 500 dafür, dass es zusammengefaltet hält.

Klappt gut!

Hochheben und tragen macht – egal ob auf- oder zugeklappt – wenig Spaß, denn das Xiaomi Himo Z16 ist mit seinem 22,5 Kilogramm ein echtes Schwergewicht. Dennoch trägt es nur Personen mit einem Gesamtgewicht von maximal 100 Kilogramm.

Die Fahrt gestaltet sich stabil und wackelfrei. Man hat dank der robusten Bauweise stets das Gefühl, Herr der Lage zu sein. Daran haben die 16 Zoll großen Felgen und die mit 5,4 Zentimeter recht breiten Luftreifen maßgeblichen Anteil. Außerdem bügelt die großzügige Hinterradfederung viele Unebenheiten glatt. Eine Federung an der Vordergabel gibt es nicht.

Das E-Faltrad kommt vorne und hinten je mit einer mechanischen Scheibenbremse, die in unserem Fall von Haus aus nicht gut eingestellt sind. Das können Käufer über das mitgelieferte Werkzeug jedoch selbst nachjustieren, dann greifen sie gut. Im Test kamen wir auch dank der recht breiten Reifen schnell zum Halten. Nettes Detail: Beim Bremsen leuchtet das Rücklicht hell auf.

Der Gashebel versteckt sich für ungeübte Augen fast unsichtbar im rechten Griff.

Der 250-Watt-Motor sitzt am Hinterrad. Die Beschleunigungsleistung ist nicht besonders hoch, schafft es aber, einen mittelschweren Mann auf gerader Ebene auf 25 Kilometer pro Stunde zu bringen. Der Gashebel beschleunigt das E-Klapprad im Modus Mid bis 20 Kilometer pro Stunde und im Modus High bis 25 Kilometer pro Stunde. In beidem Modi spricht der Gashebel den Motor nur an, wenn das Himo Z16 schneller als 6 Kilometer pro Stunde fährt. Außerdem gibt es in beiden Modi keine Tretunterstützung. Die bleibt dem Modus Eco vorbehalten, unterstützt dort aber nur bis 15 Kilometer pro Stunde, während gleichzeitig der Gashebel deaktiviert ist.

Warum es hier eine derartige Trennung gibt, erschließt sich uns nicht. Wir hätten uns wie bei den Fiido-E-Klapprädern (Themenseite) gewünscht, dass der Gashebel und die Tretunterstützung parallel funktionieren. Illegal ist es so oder so. Klar wäre uns noch viel lieber, wenn die Bikes mit entsprechenden CE-Kennzeichen ausgestattet entsprechend einem Pedelec völlig legal auf deutschen Straßen fahren dürften. Apropos CE-Kennzeichen: Derartiges suchten wir am Rahmen vergeblich.

Ein echter Nachteil: Das Himo Z16 hat keine Gangschaltung. Das stört beim Anfahren kaum. Beschleunigt man aber mit dem Gashebel auf 25 Kilometer pro Stunde, ist die theoretische Trittfrequenz bei weitem zu hoch.

Der Akku hat eine Kapazität von 360 Wattstunden und eine Spannung von 36 Volt. Das ist für seine Preisklasse gut. Ebenfalls gut: Über den mitgelieferten Schlüssel kann man ihn mit ins Haus nehmen und über das mitgelieferte 84-Watt-Netzteil in etwa 4 Stunden laden. Die Reichweite gibt Xiaomi mit 80 Kilometer im Eco-Modus und 55 Kilometer im vollelektrischen Modus an. Diese Reichweiten erreicht das E-Klapprad höchstens unter idealen Bedingungen, hier spielen sehr viele Faktoren wie Fahrergewicht, Höhenmeter, Fahrbahnbeschaffenheit, Geschwindigkeit, Luftdruck, Temperatur und vieles mehr mit ein. Im Test kommen wir auf etwa die Hälfte der versprochenen Reichweite, was noch immer ein guter Wert ist.

Das Xiaomi Himo Z16 kostet auf Banggood (Kauflink) mit dem Gutscheincode BGHMZ16 576 Euro. Geekmaxi (Kauflink) bietet das E-Klapprad mit dem Gutscheincode SHKJcuRz für 609 Euro an. Beide Händler haben damit einen der günstigsten Preise für das elektrische Faltrad.

Eine gute Alternative sind die Fahrräder von Fiido, die wir im folgenden Preisvergleich verlinkt haben.

Wir sind beim Xiaomi Himo Z16 hin- und hergerissen. Auf der einen Seite sind wir sehr angetan vom edlen Design mit der stylischen Rückleuchte und den gut integrierten Kabeln. Auch die Ausstattung ist mit Front- und Rücklicht, Reflektoren an den Reifen, guten Schutzblechen und einem entnehmbaren Akku hoch. Insgesamt fährt es sich gut, die Bremsen funktionieren – einmal eingestellt – ordentlich und die Reifen sowie die Federung fangen die meisten Unebenheiten ab. Auch die Reichweite geht völlig in Ordnung.

Auf der anderen Seite vermissen wir vor allem bei höheren Geschwindigkeiten eine Gangschaltung. Auch die verwirrende Elektronik mit der Tretunterstützung bis nur 15 Kilometer pro Stunde verdirbt uns etwas den Spaß - ganz abgesehen davon, dass das Bike nicht auf deutsche Straßen darf. Das größte Problem des Xiaomi Himo Z16 ist aber das Fiido D4S (Testbericht). Denn das Konkurrenz-E-Klapprad kostet mit dem Gutscheincode BGD4S009 bei Banggood (Kauflink) mit 557 Euro nochmal etwas weniger und bietet insgesamt das bessere Gesamtpaket. Kauf sollte man beide wegen ihrer fehlenden Betriebserlaubnis für deutsche Straßen dennoch nicht.

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