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Xbox One X im 4K-Test: Spaßzentrale für UHD-TVs

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Die aktuelle Xbox One X bewirbt Microsoft als idealen Zuspieler für UHD-Fernseher. Wir haben ihre 4K-Fähigkeiten bei Filmen und Spielen getestet.

Mit der Xbox One X und der Xbox One S zielt Microsoft auf die Besitzer von UHD-Fernsehern. Beide Konsolen besitzen 4K-UHD-fähige Laufwerke. Damit unterscheidet sie sich von der Playstation 4 Pro (Testbericht). Sowohl die PS4 Pro wie die Xbox One X geben Spiele in UHD-Auflösung wieder. In diesem Artikel gehen wir nicht auf die Konsolen im Detail ein, das haben die Kollegen von heise online bereits im Artikel „Xbox One und Xbox One X: Konsolen-Vergleich und Exklusivspiele” ausführlich erledigt. Wir legen den Fokus auf die Multimedia-Features und die Frage: „Was taugt die Xbox One X als Zuspieler für einen UHD-TV?” In diesem Artikel verwenden wir die Begriffe UHD und 4K synonym als Ausdruck für die Auflösung 3840 × 2160, die sich für Fernseher durchgesetzt hat. Den genauen Unterschied zwischen UHD und 4K und wie sich das Kino- vom Fernsehformat unterscheidet, erklären wir in diesem Artikel.

Sowohl die Xbox One X wie auch die One S besitzen ein UHD-fähiges Blu-Ray-Laufwerk. Damit spielen sie von Musik-CD über DVD und Blu-Ray bis zur UHD-Blu-Ray alle aktuellen optischen Medien ab. Die Xbox macht dabei einen guten Job. Vor dem Start der ersten Wiedergabe muss allerdings die kostenlose Blu-Ray-Player-App heruntergeladen werden. Der Download startet automatisch, sofern eine Internetverbindung vorhanden ist.

Anschließend liegt die Qualität in der Hand des jeweiligen Films. Denn die Crux ist: Nicht immer sagt das Format etwas über die finale Qualität aus. Dort spielen viele Faktoren hinein, etwa mit welcher Art Kamera und Auflösung der Film aufgenommen wurde oder wie die Farben in der Nachberarbeitung definiert wurde. Hier kann es sogar zwischen UHD-Medium und Blu-Ray Unterschiede geben. Ein sehr gutes Beispiel ist Fast & Furious 8. Der Film beginnt in Havanna. Um den Südsee-Flair zu unterstreichen, ziehen die Macher die Helligkeit und die Farben nach oben. In der UHD-Version hat das zur Folge, dass der Film zu hell, zu intensiv, zu scharf und damit unecht wirkt. In der Blu-Ray-Version des Films wurde in der Nachbearbeitung nicht ganz so extrem gespielt, hier ensteht das Problem nicht. Dass es auch anders geht, zeigt Avengers Infinity War. Jede Szene ist gestochen scharf und richtig ausgeleuchtet. Man merkt nicht, wo der Schauspieler endet und wo die Animation beginnt. Für uns war die Dokumentation Unsere Erde 2 das absolute Highlight. Gerade die fast schon berühmte Jagdszene zwischen frisch geschlüpften Galapagos-Echsen und den lauernden Schlangen kommen in UHD intensiv zur Geltung.

Beim Thema Upscaling sieht es ähnlich aus. Die Xbox versucht, aus jedem Medium das Beste herauszuholen. Bei Blu-Rays funktioniert das ziemlich gut, auch wenn das Bild im direkten Vergleich unschärfer ist als von der UHD. Bei DVDs ist erneut das Ausgangsmaterial enorm wichtig. Im Test mit Bad Boys II und Fluch der Karibik - Am Ende der Welt zeigen sich die Unterschiede deutlich. Bad Boys II von 2003 zeigt auf dem 4K-UHD-Fernseher deutliche Artefakte. Fluch der Karibik 3 von 2007 legt in der DVD-Version ein deutlich besseres Bild hin. Auch hier sind Artefakte zu erkennen, diese sind aber kleiner und das Bild viel schärfer.

Leider ist von außen nicht zu erkennen, wie der Film umgesetzt wurde. Einen klaren Unterschied gibt es zwischen Liebhaberfilmen und „Standardware“: Die meisten Filme, die etwa für Jubiläen oder Neuauflagen digital restauriert werden, sehen auch in UHD großartig aus. Das gilt sowohl für aktuelle Filme wie auch für ältere Filme, etwa 35-mm-Aufnahmen. Wir empfehlen, vorab auf den Seiten von c’t Autor Timo Wolters (Blu-Ray-Rezensionen.net) und c’t Redakteur Nico Jurran (Surround-Sound.info) den jeweiligen Film zu recherchieren. Die Kollegen zeigen dort neben den Inhalten die technischen Daten zu den Filmen und besprechen, wie gut Bild und Ton umgesetzt sind. Zusätzliche Informationen haben die Kollegen der c’t im Plus-Artikel „Schöne Scheibenwelt“ zusammengetragen.

Bei den Streaming-Diensten zeigt sich Microsoft offen. Sowohl Netflix wie Amazon Prime Video bieten über den Microsoft Store herunterladbare Apps an, die UHD-Inhalte wiedergeben. Anders sieht es beim Microsoft-eigenen Videoverkauf und -Verleih aus. Den Großteil der Inhalte gibt es maximal 1080p. Eine Ausnahme ist Avengers Infinity War + Bonusinhalte, diesen Film gibt es auch in UHD. Er kostet zum Kauf 19,99 Euro und ist damit zum Testzeitpunkt knapp 10 Euro günstiger als die UHD-Disc-Version. In den USA bietet das Unternehmen bereits eine Auswahl an UHD-Filmen an. Die Preise liegen bei knapp 25 US-Dollar – bleibt zu hoffen, dass dieses Angebot auch bei uns langsam zunimmt.

Doch nicht nur aus dem Internet, auch von einem DLNA-Server lassen sich Videos streamen. Dazu muss man vorher den kostenlosen Media Player herunterladen. Wie auch bei der Playstation 4 Pro spielt die Software gängige Videocontainer ab, bei neueren Formaten wie HEVC (das etwa die GoPro für 4K-Aufnahmen nutzt), verweigert der Media Player das Abspielen. Als Alternative lässt sich der bekannte Mediaplayer Kodi auf der Xbox installieren.

Für die UHD-Xbox optimierte Spiele sind ein wahrer Augenschmaus. Forza Horizon 4, ein Arcade-Autorennen, sieht – abgesehen von den Charaktermodellen der Menschen – großartig aus. Das Gleiche gilt für das etwas ältere Halo 5: Guardians oder das Piratenspiel Sea of Thieves. Die Grafik ist einfach sensationell. Das ändert sich bei älteren Spielen, die Qualität lässt deutlich nach. Der Xbox-360-Titel Split/Second etwa war zu Full-HD-Zeiten beeindruckend – selbst mit dem Upscaling der Xbox One X sieht man einen deutlichen Pixelbrei. Hier sind technisch einfach Grenzen gesetzt. Spaß machen die alten Spiele trotzdem, wenn man bereit ist, sich auf die teilweise angestaubte Grafik einzulassen. Wer sich für die Spiele interessiert, der sollte in jedem Fall auf das Schlagwort „Optimiert für Xbox One X” achten.

Drei Autospiele aus drei Generationen auf der Xbox One X: Ganz links ist Forza Horizon 4, das komplett für UHD entwickelt wurde. In der Mitte ist die Remastered-Version von Burnout Paradise. Rechts ist die Xbox-360-Version von Split/Second, bei der deutliche Artefakte zu sehen sind.

Die Xbox One X und S sind zu Spielen der Xbox 360 und der klassischen Xbox abwärtskompatibel, zumindest zu einigen. Die komplette Auswahl ist auf dieser Seite zu finden. Neben den optischen Medien gibt es die Spiele im virtuellen Microsoft Store. Ähnlich wie bei der Playstation 4 Pro (Testbericht) sind ein Großteil der Spiele Teil des Abos Xbox Game Pass. Das kostet monatlich 9,99 Euro. Solange das Abo läuft, kann man die Games herunterladen und spielen. Xbox Live Gold, der Zugang zu den Online-Multiplayer-Spielen, ist dabei allerdings noch nicht enthalten.

Playstation 4 Pro oder Xbox One X, welche Konsole eigenet sich besser?

Welche Konsole gewinnt im direkten Vergleich? Geht es um das Thema UHD-Blu-Rays ,hat Microsoft klar die Nase vorn – der Playstation 4 Pro fehlt schlicht das notwendige Laufwerk. Beim Streaming von Filmen sind die Konsolen gleich auf, beide bieten Unterstützung für Netflix & Co. Die virtuellen Marktplätze von Sony und Microsoft sind gleich schlecht, beide beinhalten nur maximal HD-Filme. Auch beim Streaming im Netzwerk unterstützen beide Systeme ähnlich viele Formate.

Bei den Spielen kommt es auf die eigenen Vorlieben an. Beide Konsolen locken mit exklusiven Titeln. Die Playstation kann etwa mit God of War oder Spider-Man aufwarten, bei der Xbox ist es Halo oder Forza. Beim Preis liegt die Playstation 4 Pro über der Xbox One S, aber unter der Xbox One X.

Hinsichtlich der Lautstärke nehmen sich die beiden Konsolen wenig. Wenn ein optisches Medium eingelegt ist, sind die Konsolen deutlich hörbar. Beim Streaming oder bei Spielen, die komplett auf die interne Festplatter heruntergeladen wurden, sind die Lüfter in etwa so laut wie ein Notebook. Da man in den meisten Fällen ein oder zwei Meter entfernt sitzt, stören die Lüfter allenfalls in sehr leisen Passagen.

Schade ist, dass sich Microsoft anders als Sony derzeit vom Thema VR auf Konsolen verabschiedet hat. Die Xbox One X hätte genügend Power, um virtuelle Realitäten wahr werden zu lassen. Zumal Microsoft mit Windows Mixed Reality (Testbericht) ja sowieso eine Plattform für Spiele, Anwendungen und Hardware vorantreibt. Hier hat die Playstation 4 samt Playstation VR (Testbericht) die Nase vorne.

Microsoft Xbox One X - 1TB schwarz

Xbox One X

Microsoft Xbox One X - 1TB schwarz (verschiedene Bundles)

Xbox One X, Bundle

Microsoft Xbox One S - 1TB weiß

Xbox One S

Microsoft Xbox One S - 1TB weiß (verschiedene Bundles)

Xbox One S, Bundle

Microsoft Xbox Game Pass Subscription Card - 6 Monats Abo (Download) (Xbox One)

Xbox Game Pass

Wer nur ein Abspielgerät für UHD-Blu-Rays sucht, der ist mit der Xbox One S gut beraten. Sie ist etwas teurer als die günstigsten UHD-Blue-Ray-Player, bringt aber gleich noch die Unterstützung für Streaming-Dienste und natürlich die Spiele mit. Wer in 4K zocken möchte, muss zur mehr als doppelt so teuren Xbox One X greifen.

Beide sind exzellente Plattformen für die Wiedergabe von hochauflösenden Filmen. In Kombination mit einem UHD-TV oder -Beamer (Marktübersicht Beamer, Marktübersicht 4K-TVs) sehen die Bilder einfach beeindruckend aus. Microsoft liefert für die Systeme regelmäßige Updates, so dass Software-Probleme kurz- oder mittelfristig behoben werden.

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels hatten wir den UHD-Film im Microsoft Store unterschlagen. Dank eines Leserhinweises haben wir das aktualisiert.

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