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Withings Sleep im Test: Den eigenen Schlaf verbessern

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Um gezielt den eigenen Schlaf zu verbessern, müssen wir ihn zuerst verstehen. Withings‘ Sleep soll dabei helfen – wir haben die Matratzenunterlage getestet.

Wach liegen, herumwälzen, immer zur selben Zeit aufwachen, zu wenig schlafen oder einfach nicht tief genug schlafen - es gibt so viele Gründe warum man morgens unausgeruht aufwacht und sich aus dem Bett quälen. Die Ursachen schaffen wir uns meistens selbst. Withings‘ Sleep ist eine smarte Matratzenunterlage, die unser Schlafverhalten aufzeichnet und in bunten Statistiken verständlich in der zugehörigen App „Health Mate“ aufbereitet.

Sleep ist eine mit hellgrauem Stoff überzogene Matte mit mehreren Drucksensoren. Sie ist knapp 64 Zentimeter lang, 19 Zentimeter breit und einen halben Zentimeter dick. Ein knapp 1,90 Meter langes USB-Kabel ist an einer Seite im Gerät integriert und muss mit einem Netzstecker, der nicht im Lieferumfang enthanden ist, oder mit einem USB-Anschluss verbunden werden.

Eine Steckdose oder ein USB-Anschluss neben dem Bett ist also zwingend notwendig, wenn kein Verlängerungskabel durch das Schlafzimmer gelegt werden soll. Die Verarbeitung ist insgesamt sehr ordentlich und hinterläßt einen positiven Eindruck.

So sieht die Matratzenunterlage aus.

Die Inbetriebnahme ist sehr einfach, schnell und verständlich, denn in der App wird alles Schritt für Schritt erklärt. Die Matte kommt auf Brusthöhe unter die Matratze. Sie funktioniert auf festen Unterbetten genauso gut wie auf einem Lattenrost. Jetzt wird Sleep per USB-Kabel mit Strom versorgt. Die App informiert den Nutzer sobald der Kalibrierungsprozess startet. Dieser dauert gut zehn Minuten. Während dieser Zeit darf sich der Nutzer nicht auf dem Bett befinden. Danach ist der Sensor einsatzfähig. Ohne weitere Aktivierung erkennt Sleep die Aufenthalte im Bett ab sofort automatisch.

Das USB-Kabel ist mit 190 cm knapp bemessen.

Sleep wird mit der Health-Mate-App auf dem Smartphone oder Tablet gekoppelt. Die kostenlose Software ist für Android und iOS erhältlich.

Hier erhält der Nutzer alle gesammelten Daten, aufbereitet in bunten Diagrammen. Gemessen wird die Zeit, die der Nutzer im Bett verbringt. Dazu gehört auch die Dauer des Einschlafens und die Zeitspanne, die wir nach dem Weckerklingeln brauchen, um aufzustehen. Während des Schlafs zeichnet Sleep die verschiedenen Schlafphasen (Leichtschlaf-, Tiefschlaf- und REM-Phasen) auf. Was genau diese bedeuten und wofür sie gut sind, haben wir in einem Ratgeber über Schlaf-Gadgets festgehalten.

Neben den Schlafphasen und deren Dauer wird auch die Herzfrequenz fortlaufend als Durchschnittswert gespeichert. Außerdem erkennt Sleep wenn wir Schnarchen. Interessant ist zusätzlich die Aufzeichnung über Atemaussetzer. So können Unregelmäßigkeiten oder sogar Schlafapnoe frühzeitig von einem Arzt untersucht werden.

Am Ende einer jeden Nacht bekommt der Nutzer einen Schlafindex, also eine Bewertung der Schlafqualität in Form einer Zahl. Je näher der Wert an der 100 ist, desto besser war der Schlaf. Die Schlafqualität setzt sich aus Schlaftiefe, -dauer, -rhythmus, -unterbrechungen und den Zeiten für das Einschlafen und Aufstehen zusammen. Der Nutzer erhält so auf einen Blick eine kurze Übersicht zur letzten Nacht. Wie gut oder schlecht eine Kategorie bewertet ist, erklärt eine Ampelfarbkodierung.

Die App bietet zu dem verschiedene 8-Wochen-Programme, um die eigenen Schlafgewohnheiten zu verbessern. Ähnlich wie bei einem Coach bekommt der Nutzer Hinweise und Motivationen, um bestimmte Ziele zu erreichen. Hier geht es zum Beispiel um das Regulieren der Schlafrhythmen oder Hilfe bei der Gewichtsabnahme.

Wer sein Zuhause bereits mit intelligenten Lampen und Thermostaten ausgestattet hat, kann Sleep per IFTTT in die Smart Home Umgebung einbauen. Dann werden beispielsweise die Lampen ausgeschaltet oder das Handy stumm gestellt, wenn der Nutzer ins Bett geht oder die Heizung eingeschaltet, wenn der Nutzer aufsteht.

Verarbeitung und verwendete Materialien hinterlassen einen positiven Eindruck.

Wer Sleep und die Health-Mate-App umfangreich nutzen möchte, kann neben der Schlafmatte andere Withings-Geräten koppeln. Ist auch eine Waage (Testbericht) integriert, geben die Schlafdaten kombiniert mit den Gewichtsdaten mehr Aufschluss über den Gesundheitszustand. Wird darüber hinaus auch noch eine Smartwatch (Testbericht) oder ein Fitnesstracker verbunden, bekommt der Nutzer interessante Ergebnisse über den gesamten Tag geliefert. Nachteil: Diese sensiblen Daten liegen dann auch alle auf den Servern des Herstellers Withings. Lokal oder ohne Internet können die Daten der Geräte nicht verarbeitet werden.

Was uns persönlich besonders an dem Schlafsensor gefällt ist, dass wir ihn nicht am Handgelenk tragen müssen. Smarte Uhren oder Fitnesstracker verursachen bei Bauchschläfern Schmerzen und Druckstellen. Sie sind nachts unbequem. Sleep hingegen liegt unter der Matratze und fällt nicht auf.

Die aufgezeichneten Daten helfen zu verstehen, dass die Autorin mehr als sieben Stunden Schlaf braucht, um sich erholt zu fühlen. Die App erinnert jeden Tag daran, dass die Bedeutung vom Schlaf ernst genommen wird.

Der Schlaf-Index treibt den Nutzer zusätzlich an, die eigenen Ergebnisse verbessern zu wollen - wie bei einem Spiel. Die Autorin hat es auf jeden Fall motiviert etwas an den eigenen Gewohnheiten zu ändern. Dass sich das Schlafverhalten deutlich verbessert hat, zeigen die Screenshots der letzten zwei Monate in der App-Bilderstrecke.

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