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Wiko View 3 im Test – Spar-Smartphone mit Weitwinkel

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Das Wiko View 3 kommt zu einer UVP von 180 Euro und bietet dafür Weitwinkellinse, 4000-mAh-Akku und Display mit Tröpfchen-Notch. Wir haben es ausprobiert.

Das Wiko View 3 ist der kleine Bruder des Wiko View 3 Pro (Testbericht), welches bei uns mit der Note sehr gut abschnitt. Uns gefiel das für den Preis außergewöhnlich gute Gesamtpaket. Nun haben wir das Wiko View 3 ausprobiert und verraten, ob es uns ähnlich beeindruckt.

Optisch erinnert das Wiko View 3 stark an seine Pro-Variante. Die Rückseite kommt wahlweise in einem dunklen Blau oder in einem Türkis. Wir haben die blaue Variante vorliegen. Die Kunststoffrückseite glänzt und zieht Fingerabdrücke an. Tatsächlich gefällt uns die Farbe dennoch gut. Natürlich kann sie nicht mit solchen Ausnahmenrückseiten wie der des Huawei P30 Pro (Testbericht) mithalten. Das muss sie bei dem günstigen Preispunkt aber auch nicht. Immerhin hat es Wiko geschafft, beim View 3 einen leichten Farbverlauf abzubilden. Gerade wenn sich die Umgebung in dem Rücken spielgelt, sorgt das für einen sehenswerten Effekt.

Mittig auf der Rückseite sitzt der Fingerabdrucksensor. Leider ist er ohne einer nicht beiliegenden Schutzhülle nur sehr schwer zu ertasten. Auch könnte er das Gerät gerne ein ganzes Stückchen schneller entsperren. Die längliche Kameraeinheit mit ihren drei Objektiven steht leicht aus dem Gehäuse hervor. Auf dem Rücken liegend wackelt das Wiko View 3 deswegen, wenn es keine Hülle schützt, die den Höhenunterschied ausgleicht.

An seine Unterseite hat Wiko ein Mikrofon, einen Micro-USB-Port und einen Lautsprecher gesetzt. Schade, dass hier kein USB-C zum Einsatz kommt. 2019 fühlt sich Micro-USB bei einem Smartphone, welches man mindestens zwei Jahre nutzen möchte, wie ein harter Rückschritt an. Der Mono-Lautsprecher ist laut, aber nicht gut. Er quäkt, kennt kaum Mitten, null Bass und neigt dazu, bei höheren Lautstärken unterschiedliche Klangfelder zu vermischen.

Das Wiko View 3 setzt noch auf den mittlerweile veralteten Micro-USB-Standard.

Auf der oberen Seite hat das View 3 ein weiteres Mikrofon, um Umgebungsgeräusche heraus zu filtern. Das klappt gut, unser Gegenüber verstand uns an einer lauten Straßenkreuzung genauso gut wie wir ihn. Außerdem befindet sich an der Oberseite ein 3,5-mm-Klinkenport.

Der Kombi-Schlitten auf der linken Seite fasst einen SIM-Karte und entweder eine zweite SIM-Karte oder ein Micro-SD-Karte, um den internen Speicher zu erweitern. Auf der rechten Seite sitzt der An-/Aus-Taster, darüber die Lautstärkewippe. Diese Knöpfe sind gut zu erreichen, bieten allerdings einen etwas schwammigen Druckpunkt.

Das Display wird mittig oben von einer Tröpfchen-förmigen Notch unterbrochen. Rechts neben der Notch sitzt eine mehrfarbige Benachrichtigungs-LED, über der Notch der Lautsprecher zu Telefonieren.

Das Display des Wiko View 3 ist gut, vor allem sehr hell. Allerdings löst es mit 720p nicht hoch genug auf, um kleine Schriften scharf darzustellen.

Das 19:9-Display misst 6,26 Zoll in seiner Diagonale und bietet laut Wiko eine gute Screen-to-Body-Ratio von 88 Prozent. Tatsächlich sind die Ränder für diese Preisklasse angenehm schmal. Seine Auflösung beträgt 1520 × 720 Pixel, was vor allem bei sehr kleiner Schrift zu deutlichen Unschärfen führt.

Gut gefällt uns, dass das Display mit etwa 500 cd/m² außerordentlich hell ist und so auch bei direkter Sonneneinstrahlung lesbar ist. Bei spitzen Blickwinkeln verliert das Display an Farbe, was aber nicht weiter negativ ins Gewicht fällt.

Das Triple-Kamera-System des Wiko View 3 ist eine Besonderheit. Denn üblicherweise gibt es drei rückseitige Objektive erst ab einem höheren Preispunkt. Die Hauptkamera löst mit 12 Megapixeln auf und kommt mit einer Standardbrennweite. Die Weitwinkelkamera löst mit 13 Megapixeln auf und das dritte Objektiv verantwortet die Tiefenschärfe.

Bei guten Lichtverhältnissen macht die Hauptlinse ordentliche Bilder mit ausreichend Schärfe und natürlichen Farben. HDR schaltet sich automatisch zu und sorgt auch in schwierigen Lichtverhältnissen für eine ausgeglichene Belichtung. Die Weitwinkelkamera macht im Alltag viel Spaß. Hat man sich einmal an sie gewöhnt, will man die Option nicht mehr missen. Gut, ist, dass sie bezüglich ihrer Bildqualität kaum schlechter ist als die Hauptkamera. Allerdings wirken die Farben bei ihr etwas übersättigt und wärmer. Außerdem verzerrt sie an ihren Rändern zu stark, so dass gerade Linien gebogen erscheinen.

Der Portrait-Modus, der den Hintergrund effektvoll unscharf macht, arbeitet trotz zusätzlichem Objektiv bei schwierigen Motiven wenig zuverlässig. Lässt das Licht nach, geht auch die Qualität der Bilder rapide nach unten. Bilder bleiben dunkel und rauschen. Videos nimmt das Wiko View 3 mit 1080p und 30 fps auf. Dabei kann der Nutzer frei zwischen der Haupt- und der Weitwinkellinse wählen.

Die Frontkamera speichert seine Bilder mit maximal 8 Megapixeln. Ihre Bildqualität ist in Ordnung. Allerdings hat sie ebenfalls Probleme mit schwierigen Lichtverhältnissen und dem Bokeh-Effekt im Portrait-Modus. In der Bildergalerie sind zu allen hier angesprochen Themen passende Bilder.

Das Wiko View 3 wird von einem Mediatek MT6762 Helio P22 angetrieben. Ihm stehen die GPU PowerVR GE8320 und 3 GByte RAM zur Seite. Zwar ist dies eine der Preisklasse angemessene Ausstattung. Trotzdem nervt das Wiko View 3 mit Gedenksekunden beim Öffnen oder Wechseln von Apps, beim Surfen im Browser, beim Tippen von Nachrichten und ganz allgemein beim Scrollen durch das Betriebssystem. Alles scheint einen Ticken zu lange zu dauern. Auch Zocken ist so kaum möglich. Zwar konnten wir Spiele wie Riptide GP2 und PUBG zu laufen bringen. Da sie jedoch nur in den niedrigsten Einstellungen sauber liefen, wollte kaum richtig Spielfreude aufkommen. Die lahme Anmutung bestätigt auch der Antutu-Benchmark, in dem das Gerät 76.000 Punkte erzielt.

Gut hat uns gefallen, dass das Wiko View 3 trotz seines günstigen Preises einen Speicher von 64 GByte bietet. Das sollte den meisten Nutzern genügen. Falls nicht, können sie ihn mit Micro-SD-Karten um 256 GByte erweitern. Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen gehört GPS, Glonass, Kompass, UKW-Radio, Bluetooth 4.2 und WLAN 802.11b/g/n.

Auf dem Wiko View 3 läuft Android 9 Pie. Dankenswerterweise verzichtet Wiko auf große Anpassungen, weshalb es ähnlich aufgeräumt wirkt wie auf einem Pixel-Phone. Allerdings installiert Wiko einige Apps wie Assassin’s Creed, Kaspersky Internet Security, Groupon, Sudoko und ein paar mehr. Auf Wunsch lassen sie sich alle deinstallieren. Wahrscheinlich muss man bei dem günstigen Preispunkt des View 3 damit leben, dass sich der Hersteller durch das vorinstallieren dieser Apps refinanziert.

Daneben hat Wiko noch einige zusätzliche Funktionen in das Gerät gepackt. Welche das sind, zeigt die Bildergalerie mit Screenshots aus dem Optionsmenu.

Der Akku misst stolze 4000 mAh. Das ist vor allem in Anbetracht der recht geringen Auflösung und des sparsamen 12-nm-Prozessors viel. Bei uns hielt das Wiko View 3 bei normaler Nutzung zwei Tage durch. Ein sehr guter Wert! Eine Schnellladetechnik oder kabelloses Laden kennt das View 3 nicht.

Die UVP des Wiko View 3 beträgt 180 Euro. Die Erfahrung zeigt, dass dieser Preis spätestens ab Juli 2019 fällt.

Wiko View 3 night blue

Wiko View 3 Blau

Wiko View 3 electro bleen

Wiko View 3 Türkis

Das Wiko View 3 ist ein für seine Preisklasse anständiges Smartphone. Gerade die neben dem Standard-Objektiv zusätzliche Weitwinkellinse erweitert die Möglichkeiten. Man gewöhnt sich schnell an sie und will sie dann nicht mehr missen. Auch das Design ist gelungen und das Display groß und hell – allerdings löst es für sehr kleine Schriften nicht fein genug auf. Enttäuscht sind wir von der schwachen Performance, die im Alltag nervt. Dafür bietet es ein aktuelles Android 9 Pie und immerhin 64 GByte Speicher.

Alternativ empfehlen wir einen Blick auf das preislich vergleichbare Nokia 5.1 (Testbericht). Wer ein paar Euro drauflegt, bekommt für derzeit 240 Euro das sehr gute Wiko View 3 Pro (Testbericht).

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