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Wifi-6 AP Zyxel NWA110AX im Test: WLAN für Profis

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Zyxel liefert mit dem Zyxel NWA110AX einen Wifi-6-tauglichen Access Point für Wohnung, Büro oder Praxis. TechStage hat ihn getestet.

Der Access Point Zyxel NWA110AX fällt ein wenig aus dem Rahmen unserer Themenwelt zu Wifi-6-Repeater. Es handelt sich bei dem Gerät nicht um einen Repeater, sondern um einen komplett eigenständigen WLAN Access Point, der per Ethernet mit einem Router (mit oder ohne WLAN) oder einem Switch verbunden wird. Normalerweise kommen diese Geräte im Business-Umfeld zum Einsatz, mit einem Preis unter 200 Euro ist der Zyxel NWA110AX aber auch für semiprofessionelle Anwender zu Hause interessant. Damit kann man sein bestehendes Netzwerk auf Wifi-6 aufrüsten, ohne dass man bestehende Hardware, etwa den Router, austauschen muss.

Wir testen den Zyxel NWA110AX im Rahmen unserer Themenwelt rund um Wifi-6-Repeater. Dort sind bereits Artikel zu Produkten wie dem Netgear EAX20 (Testbericht) erschienen. Wer komplett umsteigen will, in der Themenwelt Wifi-6-Router stellen wir passende Router vor. Und im Grundlagenartikel Wifi-6 Wifi 6: Router, Vorteile, Funktionen geben wir einen größeren Einblick in die neue WLAN-Technologie.

Der Zyxel NWA110AX eignet sich zur Wand- und Deckenmontage. Zur Montage sind Klick-Platte und Schrauben im Lieferumfang enthalten. Der AP rastet gut in seine Halteplatte ein. Die Sicherung lässt sich auch wieder leicht mit einem gezielten Daumendruck öffnen.

Der Zyxel NWA110AX ist für die Wand- oder Deckenmontage gedacht (Bild: Harald Karcher).

Das matte Weiß des Access Points (AP) wirkt an weißen Wänden und Decken eher unauffällig. Der wertig wirkende Kunststoff zieht kaum Fettflecken an. Er glänzt und spiegelt auch fast nicht. Die kräftige Status-LED lässt sich per Software abschalten, falls sie nachts, oder generell, stören sollte.

Hinten hat der Zyxel-Funker einen kombinierten LAN/WAN-Port für 10/100/1000 MBit/s. Dieser Anschluss ist sogar PoE-fähig nach Standard IEEE 802.3at. Das heißt, der AP lässt sich über das LAN-Kabel mit Strom versorgen, man spart sich ein separates Netzteil. Den PoE-Strom bekommt das LAN-Kabel aus einem PoE-fähigen Switch oder aus einem PoE-Injector. Diese Profitechnik lässt eine AP-Montage auch fernab von 230-Volt-Dosen zu, etwa inmitten von Steckdosen-freien Wänden und Decken. PoE-Switche sind im Business-Umfeld sehr verbreitet. Bei privaten Usern sind sie am Kommen. PoE-fähige Switche gibt es von unter 50 bis über 500 Euro. PoE-Injektoren schon ab 10 Euro. Mehr zum Thema PoE zu Hause haben wir im Ratgeber PoE: Stromversorgung per LAN-Kabel zusammengestellt. Daneben hat der Zyxel-AP auch eine normale 12-Volt-Strombuchse. Ein passendes Netzteil wird mitgeliefert. Die Beschränkung des LAN-Ports auf 1000 MBit/s würden wir normalerweise kritisieren, doch bei der langsamsten Wifi-6-Klasse reicht er für den praktischen WLAN-Durchsatz gerade noch aus.

Der Zyxel NWA110AX Wi-Fi 6 Funker verspricht eine WLAN-Leistung von 1774 MBit/s, also rund 1800, verteilt auf zwei WLAN-Bänder:

  • Im 5 GHz Band bis zu 1200 MBit/s.
  • Im 2,4 GHz Band bis zu 574 MBit/s.

Diese Brutto-Werte kommen aber nur, wenn auch die WLAN-Endgeräte schon WiFi-6 alias IEEE 802.11ax funken. Daneben versteht der Zyxel NWA110AX Wi-Fi 6 Funker auch WiFi-5 alias 11ac, WiFi-4 alias 11n, sowie noch ältere WLAN-Gattungen.

Zyxel betont im Datenblatt, das verbaute „2nd Generation WiFi 6 (Qualcomm 802.11ax 2.0) chipset“ erlaube die komplette Palette der Wifi-6-Techniken inclusive Uplink-OFDMA und MU-MIMO, was in früheren 11ax-Wifi-6-Produkten bisher noch gar nicht möglich gewesen sei. Der nunmehr „echte“ Wifi-6-Funker habe zudem einen Quad-Core-Prozessor und 4G/5G-Mobilfunk-Filter, um einen raschen und störungsarmen Datenfluss mit den WLAN-Clients sicherzustellen.

Der Zyxel NWA110AX lässt sich per Browser oder per App einrichten. Zusätzlich gibt es mit Zyxel NebulaFlex ein Cloud-basiertes LAN-WAN-WLAN-Managementsystem von Zyxel, das Firmen und Privatleute kostenlos nutzen können.

Anschlüsse hinten am Zyxel NWA110AX, von links: 1x PoE-fähiger 10/100/1000 MBit LAN-WAN-Port namens UPLINK, 1x DC 12V Strombuchse, darüber 1x Erdungsschraube, und rechts außen 1 x Taster-Loch für den Werks-Reset (Bild: Harald Karcher).

Durch Eingabe der aktuellen IP-Adresse in den PC-Browser kamen wir auf den integrierten Webserver des Zyxel NWA110AX Wi-Fi 6 Funkers. Dessen Graphical User Interface, die Web-GUI, wirkt nüchtern, sachlich und sehr professionell, eine Registrierung ist nicht notwendig. Gleich zu Beginn wird neben dem „Nebula Mode“ ausdrücklich auch ein Stand-Alone-Betrieb angeboten, obwohl Zyxel seine User, wie derweil fast alle WLAN-Lieferanten, viel lieber in die Cloud hereinlocken würde. Und ja, ein Cloud-Management hat enorme Vorteile, vor allem bei großen Installationen mit vielen WLAN-Funkern an mehreren Standorten.

Zurück zum Stand-Alone-Betrieb, wie er in privaten Heimen doch eher dominiert: Die folgende Fotostrecke gibt einen Überblick zu den eher lokalen Funktionen, wie etwa: DHCP, SNMP, Rogue AP Detection, IPv6 Adressen Management, Load Balancing alias Lastenausgleich, VLAN-Unterstützung, MAC-Adressenfilter oder Verschlüsselungsalgorithmen wie WPA, WPA2, WPA3:

Zyxel NWA110AX: Software (78 Bilder)

Zyxel NWA110AX

Der NWA110AX kommt an die klassische Stelle unseres Testaufbaus und wird über einen schnellen 10 GBit/s-Switch mit einer Fritzbox Cable 6660 und einer NAS verbunden. Auf letzterer liegen die Testdateien für unsere Durchsatzmessung. Wie immer messen wir den Durchsatz mit einem Wifi-6-tauglichen Laptop und einem entsprechenden Smartphone.

Die wichtigste Messreihe absolvieren wir mit unserem WLAN-6-Laptop mit Intel AX201 Funkmodul. Wir messen den echten Ende-zu-Ende-Netto-Durchsatz mit 50 GByte-großen Dateien von der NAS-Station über den Zyxel Wi-Fi 6 Funker bis auf den Laptop an den fünf Messpunkten unserer Testwohnungsgrafik, und bekommen folgende Werte in MBit/s:

Messung mit einem Laptop in fünf Räumen: In der roten Kurve war der Laptop im 5 GHz Band mit dem Zyxel NWA110AX verbunden (Bild: Harald Karcher).

Bei der niedrigen, blauen Kurve war der Laptop im 2,4 GHz Band bei 20 MHz Kanalbreite mit dem Zyxel NWA110AX verbunden. Ergebnis: Downloads von passablen 155 MBit/s im gleichen Raume wie der AP sowie recht guten 42 MBit/s im hintersten Zimmer attestieren dem Zyxel eine gute Reichweite. Ein VDSL-50-Anschluss etwa ließe sich damit in allen Räumen fast verlustfrei verteilen.

Bei der höheren, roten Kurve war der Laptop im 5 GHz Band bei 80 MHz Kanalbreite verbunden. Damit schafft der Access Point 787 und 608 MBit/s netto im ersten und zweiten Zimmer sind für einen 1200-MBit/s-Brutto-Funker sehr ordentlich. 65% Netto vom Brutto sind für WLAN doch recht gut. Ab dem dritten Zimmer ging es steil bergab, was im 5 GHz Band aber normal ist. Im fünften Zimmer war der Durchsatz mit 34 MBit/s aber noch brauchbar, vor allem war er ziemlich stabil, mit geringen Schwankungen.

Durchsatz ZyXEL NWA110AX
System Mess-1 Mess-2 Mess-3 Mess-4 Mess-5 Mittelwert
Zyxel NWA110AX - 2,4 GHz 155 144 37 44 42 84
Zyxel NWA110AX - 5 GHz 787 608 32 55 34 303

Bei der folgenden Stromkurve waren alle Geräte mit dem Zyxel NWA110AX verbunden, die in der Testwohnungsgrafik oben genauer eingezeichnet sind: Sprich 10-Gig-NAS und Multi-Gig-Kabel-Modem per LAN-Kabel, dazu Samsung-Handy und Asus-Laptop via Wifi-6-Funk: Im Standby gingen die Stromwerte bis 5,72 Watt herunter. Bei aktiven Downloads großer Dateien auf Handy und Laptop zog der Zyxel Access Point maximal 9,08 Watt aus unserer 230-Volt-Dose. Zum Vergleich: Beim ebenfalls recht neuen Netgear EAX20 waren es kürzlich 4,64 Watt im Standby und 8,22 Watt bei aktiven Downloads großer Dateien auf Handy und Laptop.

In unserem Testsetup zog der Zyxel NWA110AX passable 5,72 bis 9,08 Watt aus der 230-Volt-Dose (Screenshot: Harald Karcher).

Ein einzelner NWA110AX kostet um die 180 Euro. Alternativ gibt es Pakete mit drei Access Points für knapp 550 Euro.

Für knapp 200 Euro bietet der weiße Zyxel NWA110AX einen guten Einstieg in eine sehr professionelle Wifi-6-Welt. Brutto 600 MBit/s bei 2,4 GHz und 1200 MBit/s bei 5 GHz sind zwar der kleinste Einstieg, den die neue Gattung Wifi-6 alias 802.11ax überhaupt vorsieht. Aber mit bis zu 65% Effizienz bleiben auf kurze Distanz fast 800 MBit/s Netto-Durchsatz übrig. Das wird den meisten Usern erst mal reichen, zumal die besten WLAN-6-Handys bislang ja ebenfalls bei 1200 und die schnellsten WLAN-6-Laptops bei 2400 MBit/s Brutto enden.

Die Begrenzung auf nur eine einzige LAN/WAN-Buchse mag stören. Aber im Business-Umfeld sind eh fast immer gesonderte Switches vorhanden. Und auch der private User etwa einer AVM 6660 könnte, selbst ohne zusätzlichen Switch, bis zu fünf Zyxel-Funker gleichzeitig direkt an deren fünf LAN-Ports anschließen. Besonders löblich: Die LAN-Buchse des Zyxel-Funkers versteht schon PoE alias Power over Ethernet: Der AP lässt sich also per LAN-Kabel mit Strom versorgen

Die Bedienung der WLAN-AP-Software ist für Netzwerk-affine User einfach. Die Features sind umfangreich: DHCP, SNMP, Rogue AP Detection, IPv6 Adressen Management, Load Balancing alias Lastenausgleich, VLAN-Unterstützung, MAC-Adressenfilter oder Verschlüsselungsalgorithmen wie WPA, WPA2, WPA3. Der völlig Netzwerk-unerfahrene dürfte anfangs etwas fremdeln. Ansonsten macht der weiße Zyxel NWA110AX einen sehr professionellen Eindruck.

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