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WLAN-Repeater Netgear Nighthawk EX7000 im Test

Bild: Harald Karcher

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Der Netgear EX7000 ist ein Dual-Band-Range-Extender. Er erhöht die WLAN-Reichweite sowohl im 2,4-GHz- als auch im 5-GHz-Band und ist das schnellste Modell im Test.

Der Repeater arbeitet laut Netgear mit Routern aller Hersteller zusammen, kann also Funklücken in bestehenden Netzwerken füllen. Mehr zu den Grundlagen erklärt der Artikel Wie WLAN Repeater die Reichweite vergrößern.

Neben der Repeater-Funktion arbeitet der Netgear EX7000 als eigenständiger WLAN-Access-Point. Dabei wird er nicht per Funk, sondern per LAN-Kabel mit dem Router gekoppelt. So lässt sich die schlechte Funkleistung eines WLAN-Routers oder Modems verbessern, ohne dass dieses Gerät ausgewechselt werden muss. Gerade bei Kabel- oder Glasfaseranschlüssen kann man so die Produkte des Internetanbieters nutzen und dennoch eine ordentliche WLAN-Leistung erhalten. Für unseren Test haben wir den Netgear EX7000 im Repeater-Modus mit einer AVM Fritzbox 7590 verbunden – ohne Kabel, versteht sich.

Der Netgear EX7000 kommt in einer kantigen Klavierlack-Optik daher, er wirkt „technisch“ und folgt damit dem Stealth-Design der Nighthawk-Serie von Netgear. Die schwarze Oberfläche ist glatt, glänzt und spiegelt enorm. Das sieht gut aus, ist aber anfällig für Fingerabdrücke. Im Paket liegen neben dem eigentlichen Repeater ein Standfuß, drei Antennen, das Netzteil sowie die Anleitung und Produktblätter. Ein Netzwerk- oder USB-Kabel fehlt, dem Einsatz als Funk-Repeater tut das aber keinen Abbruch. Wer das Gerät als Access Point nutzen möchte, braucht noch ein zusätzliches Ethernet-Kabel.

Die mitgelieferten Rundstrahlantennen schraubt der Nutzer selbst an den Router; das ist innerhalb von Minuten erledigt. Vorteil der externen Konstruktion: Die Antennen lassen sich kippen und drehen oder durch komplett andere Antennen-Typen ersetzen, etwa gegen Richtfunk-Modelle.

Im Gegensatz zu kleinen Steckdosen-Repeatern wie dem AVM Fritz WLAN Repeater 310 hat der Netgear EX7000 ein externes Netzteil. Das erlaubt eine flexible Platzierung, optisch muss man aber mit dem Kabel leben.

Der Repeater ist an sich sauber verarbeitet, negativ fällt aber der Standfuß auf: Das Gerät lässt sich hoch oder quer in den mitgelieferten Plastikfuß stellen, im Test fanden wir das aber zu wackelig. Alternativ lässt sich der EX7000 auch einfach flach aufstellen. Leider hat der Repeater keine Ösen oder Bohrungen; Anbringen an der Wand fällt damit aus.

Bild: Harald Karcher Unten Fritz Box, oben Netgear: Mit den fünf WLAN-Ports arbeitet der Repeater auf Wunsch als Bridge, man kann hier also kabelgebundene Geräte wie Spielekonsolen oder Streaming-Boxen anschließen, die selbst kein WLAN haben. Verbindet man den Netgear per Kabel mit der Fritzbox, arbeitet er als Access Point.

An der Rückseite sind fünf Gigabit-LAN-Buchsen angebracht. Daran lassen sich beispielsweise Drucker, Fernseher, Stereoanlagen oder andere Netzwerkgeräte anschließen. Der Vorteil dabei: Jedes Gerät, das per Kabel angeschlossen wird, funkt selbst nicht mehr. In vollen WLAN-Netzen kann das für Entlastung sorgen. Zusätzlich sind hinten die WPS- und Reset-Taste, ein Netzanschluss sowie der Ein/Ausschalter angebracht. Auf der Vorderseite ist ein USB 3.0 Anschluss sowie die Status-LEDs integriert. Letztere fanden wir im Test vor allem bei starkem Umgebungslicht zu schwach.

Es gibt zwei Wege, um die Verbindung einzurichten:

Die einfachste Koppel-Variante nennt sich WPS, das steht für Wi-Fi Protected Setup. Diese Methode eignet sich vor allem, wenn man keinen PC starten oder lange konfigurieren möchte. Das Vorgehen ist simpel: WPS-Taster am Netgear EX7000 drücken, dann den entsprechenden Taster am Router. Einige Sekunden später sind die beiden Geräte auf 2,4 GHz gekoppelt. Will man Router und Repeater auch im 5-GHz-Band verbinden, wiederholt man diese Prozedur.

Nach der WPS-Koppelung des Netgear EX7000 mit der Fritzbox 7590 waren vier WLAN-Funkzellen mit drei verschiedenen Netzwerknamen vorhanden:

  1. AVM 7590 funkte bei 2,4 GHz die SSID: Fritzbox 7590
  2. AVM 7590 funkte bei 5 GHz die SSID: Fritzbox 7590
  3. EX7000 funkte bei 2,4 GHz die SSID: Fritzbox 7590_2gext
  4. EX7000 funkte bei 5 GHz die SSID: Fritzbox 7590_5gext
Bild: Harald Karcher Im 2,4 GHz Band funkte der Router AVM 7590 und der Repeater Netgear EX7000 mit zwei verschiedenen SSID-Netzwerknamen, aber auf dem gleichen Kanal 6. Die Netzwerknamen der Nachbarn haben wir schwarz überklebt.

Um die Leistung zu überprüfen haben wir uns mit dem Test-Smartphone, einem LG V30, in alle vier Netzwerke eingeloggt. Der WLAN-Schlüssel wurde dabei von der Fritzbox in die Netgear-Netze übernommen.

Bild: Harald Karcher Auch im 5 GHz Band funkte der Router AVM 7590 und der Repeater Netgear EX7000 mit zwei verschiedenen SSID-Netzwerknamen, aber auf dem gleichen Kanal.

Auf der Rückseite des EX7000 steckt eine Karte mit weiteren Informationen, darunter auch der Konfigurationsadresse. Der Extender richtet sich im LAN unter www.mywifiext.net ein, nach einer Eingabe dieser Adresse im Browser erscheint das Web-Interface zur Konfiguration auf. Bevor wir das Gerät einrichten können, verlangt der Hersteller einen Account mit E-Mail-Adresse und Passwort. Das zwingt uns zwar, ein neues Kennwort für den Repeater zu vergeben, durch die hohe Anzahl an auszufüllenden Feldern strapaziert der EX7000 aber unsere Geduld – und außerdem geht es den Hersteller eines Repeaters letztlich nichts an; die Daten sind für den Betrieb des Geräts nicht nötig, wie andere Hersteller beweisen. Das kann ein K.O.-Kriterium sein.

Die Konfiguration geschieht dann Schritt für Schritt über das Web-Interface namens Netgear Genie. Unserer Meinung nach ist die Konfiguration nutzerfreundlich gelöst: Zu jedem Schritt gibt es notwendige Informationen und Erklärungen. In der Galerie zeigen wir die Konfiguration im Detail.

Für den Test wählen wir einen praxisnahen Aufstellort für den Repeater, er wandert ein Stockwerk nach unten. Dort kann der EX7000 das Funknetz des AVM-Routers gut genug empfangen, um das WLAN in die entfernteren Räume zu verlängern. Die LEDs am EX7000 helfen bei der Platzierung: Ist die Verbindung schlecht, rückt man den Repeater näher an den WLAN-Router heran. Hier sollte man einen guten Kompromiss finden, denn zu nahe am Original-Router verschenkt man Reichweite.

Die folgende Grafik zeigt, wo sich welche Geräte bei den Mess-Wanderungen befinden:

  1. Der WLAN-Router AVM Fritzbox 7590 steht im Dachgeschoss.
  2. Der Netgear EX7000 steht im Obergeschoss (OG).
  3. Das WiFi-Handy LG V30 wandert vom Dach bis in den Keller und misst den Durchsatz jeweils an sieben Messpunkten.
Bild: Harald Karcher Was steht wo beim Speed-Test? Der WiFi-ROUTER AVM 7590 steht im Dach. Der Netgear EX7000 steht im OG. Das WiFi-Handy LG V30 wandert vom Dach bis in den Keller und misst immer an den sieben Punkten.

Im ersten Durchgang geht es um die Messung der Geschwindigkeiten innerhalb des WLANs. Dazu führen wir in jedem der vier WLAN-Netzwerke mehrere Messungen an den sieben oben beschriebenen Punkten durch.

Bild: Harald Karcher Im EG war der Fritz Box 7590 schon die WLAN-Puste ausgegangen. Der Repeater EX7000 funkte hier noch um die 40 MBit/s auf das Handy.

Die roten Kurven der Messgrafik zeigen die Bandbreite der Fritzbox-WLANs, der steilere Graph ist dabei das 5-GHz-Netzwerk. Es ist gut zu sehen, dass 5-GHz schon im dritten OG-Zimmer Probleme hat, im EG und Keller kommen schließlich weder im 2,4-GHz- noch im 5-GHz-Band Daten an.

Anders die Netzwerke des Netgear EX7000 (weiße Kurven). Auch hier ist die steilere Kurve das 5-GHz-Band, selbst im Keller kann man damit noch etwas Daten übertragen. Klar zeigen sich aber die Vorteile von 2,4-GHz: Die Frequenz kommt deutlich besser durch die Wände und reicht bequem bis in den Keller. Überall dort, wo eine weiße Kurve höher ist als die höchste rote Kurve, bringt der EX7000 einen Mehrwert.


Deutlich praxisrelevanter als der WLAN-interne Durchsatz ist die Frage: Wie viel Internet kommt denn an?

Bild: Harald Karcher Beim VDSL-Surfen kam der Mehrwert des Netgear EX7000 im EG und im Keller zum Tragen. Die Fritz Box allein reicht so weit nicht.

Dazu erweitern wir den Versuchsaufbau, die Fritzbox ist per VDSL 50 mit dem Web verbunden. Der Anschluss liefert zwischen 47 Mbit/s und 49 Mbit/s im Downstream und 9 Mbit/s bis 10 Mbit/s im Upload. Diese Geschwindigkeit soll idealerweise im ganzen Haus erreicht werden. Erneut messen wir nun an den sieben Punkten, wieder in allen vier Netzwerken. Besonders interessant wird dabei, wie schnell Daten übertragen werden, wenn das Smartphone nur mit dem EX7000 verbunden ist. Da dieser sowohl mit dem Endgerät wie auch dem Router kommunizieren muss, kann es hier zu Leistungseinbußen kommen.

Wie man sieht, greift der Netgear EX7000 (weiße Kurve) genau dort, wo dem Fritzbox 7590 Router (rote Kurve) die WLAN-Puste ausging. Besonders schön ist die Versorgung in den unteren Etagen und dem Keller über das 2,4-GHz-Band. Hier kann der EX7000 seine Stärken voll ausspielen.

Beim VDSL-Speed-Test zog der Netgear EX7000 im Download knapp 9,9 Watt aus der Steckdose. Das ist deutlich mehr als der Repeater 310 von AVM, dessen Maximalwerte liegen bei knapp 3 Watt. Der Grund dafür dürfte sowohl die starke CPU wie auch das zusätzliche 5-GHz-WLAN sein.

Bild: Harald Karcher Beim VDSL-Download hat der schwarze Netgear EX7000 knapp 9,9 Watt Strom verbraucht, beim Upload waren es 9,3 Watt.

Leider braucht auch das Netzteil selbst 0,15 Watt, selbst nachdem der EX7000 über die Kipptaste an der Rückseite abgeschaltet wurde. Hier kann Netgear nachbessern, es gibt Netzteile, die selbst keine Energie brauchen, wenn der Verbraucher abgeschaltet ist.

Der Netgear Nighthawk AC1900 WiFi Range Extender, Modell EX7000, kann im Test mit Reichweite, Geschwindigkeit, üppiger LAN-Port-Ausstattung, übersichtlicher Bediener-Software und hübscher Klavierlack-Optik im wahrsten Sinne des Wortes „glänzen“.

Negativ fällt vor allem die Registrierung auf. Das Setup hätte auch ohne die Datenabfrage funktionieren können, das Erstellen des Kontos ist eine nervige Pflichtübung. Die weiteren Kritikpunkte wie dass die schwarz-glatte Oberfläche aber jedweden Fingerabdruck perfekt inszeniert, der Standfuß wackelt und dass das Netzteil nach dem Abschalten des Repeaters noch 0,15 Watt aus der Stromleitung zieht, sei dem Kraftprotz aufgrund anderweitiger Stärken verziehen.

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