TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

WLAN-Mesh und -Repeater: AVM Fritz!Repeater 2400 im Test

von  //  Facebook Twitter

Der neue AVM Repeater 2400 sieht dem beliebten AVM Repeater 1750E sehr ähnlich: Wir testen, was der Neue kann.

Der neue AVM Fritz!Repeater 2400 ähnelt dem langjährigen Bestseller AVM Fritz!Repeater 1750E (Testbericht). Beide steckt man idealerweise auf halber Strecke zwischen dem zentralen WLAN- Router und den zu versorgenden WLAN-Endgeräten in eine freie Steckdose. Der Repeater vergrößert dann die Reichweite des Funknetzes. Dabei muss es kein AVM-Router sein. Der AVM 2400 ist mit allen WLAN-Routern der Funkstandards 11a-b-g-n-ac kompatibel. Mit AVM-Routern jüngeren Datums klappt die Koppelung allerdings besonders elegant.

Der Test des AVM Fritz!Repeater 2400 ist Teil unserer Themenwelt rund um WLAN-Mesh. Bislang sind unter anderem folgende Artikel erschienen:

Viele User koppeln einen WLAN-Extender wie den AVM FRITZ!Repeater 2400 (links) lieber per Luft anstatt per Kabel mit einem WLAN-Router, wie etwa der Fritzbox 7590, rechts im Bild: Das reduziert den Kabelsalat und verbessert die Ästhetik in der Wohnung (Bild: Harald Karcher).

Wie schon der 1750E, so hat auch der AVM 2400 am unteren Ende eine Gigabit-LAN-Buchse. Dadurch kann man ihn per LAN-Kabel mit einem Router verbinden und als WLAN-Access-Point nutzen. So eine Kabelverbindung arbeitet in der Regel schneller und stabiler als eine Koppelung „nur“ per Funk. Praktisch: AVM legt ein flaches, weißes LAN-Kabel in die Schachtel. Das kann man auf weißer Wand relativ unauffällig verlegen.

Viele User wollen oder können keine LAN-Kabel quer durch die Wohnung zwischen Router und Repeater legen. Deshalb erfreut sich die Verbindung per WLAN (mit oder ohne Mesh-Funktion) so großer Beliebtheit: Das hilft, den Kabelsalat zu reduzieren. Ein weiterer Vorteil der Funkverbindung: Der LAN-Port des 2400 bleibt frei, um etwa einen Drucker, einen TV oder ein anderes Gerät per Kabel ins Netzwerk zu bringen.

Links ein AVM FRITZ!Repeater 1750E aus dem Jahre 2014. Rechts der AVM FRITZ!Repeater 2400 aus 2019: Der Neue wirkt ein bisschen frischer, eleganter, weißer, trendiger und minimalistischer, aber das ist am Ende eine Frage des persönlichen Geschmacks (Bild: Harald Karcher).

Wie der alte 1750E, so hat auch der neue AVM 2400 keinen Power-Button. Zum Abschalten zieht man sie einfach komplett aus der 230-Volt-Dose heraus. Im Gegensatz zum 1750E hat der 2400 aber noch einen ringförmigen Schuko-Adapter auf dem Stromstecker vormontiert. Damit sitzt er stabiler in einer Schuko-Steckdose. Man kann ihn aber auch abnehmen, falls er stören sollte.

Doch nun zum Funk: Zwei unsichtbar verbaute WLAN-Funkmodule versprechen folgenden Speed beim AVM 2400:

  1. Im 2,4 GHz Band bis zu 600 Mbps (11n alias Wifi-4)
  2. Im 5 GHz Band bis zu 1733 Mbps (11ac alias Wifi-5)

Damit funkt der AVM 2400 fast so flott wie eine Fritzbox 7590, die 800 Mbps mittels 11n und 1733 Mbps mittels 11ac-Wave-2 schafft. Der bewährte 1750E-Repeater aus dem Jahr 2014 funkt nur bis zu 450 Mbps auf 2,4 GHz und bis zu 1300 Mbps im 5 GHz Band. Der AVM 2400 ist also in beiden Bändern etwas schneller als der 1750E.

Die Funkverbindung der Fritz-Box 7590 mit dem Fritz-Repeater AVM 2400 klappt im Test denkbar einfach:

  1. Beide Geräte werden auf kurze Distanz, im gleichen Raume, mit der Stromzufuhr verbunden, damit sie hochfahren.
  2. Dann drückt man am Repeater kurz auf die rote Connect-Taste und an der Fritzbox binnen 2 Minuten auf die weiße Connect-Taste. Dadurch koppeln sich die beiden Geräte von selbst. Sobald das hektische Blinken an beiden Geräten aufhört, ist die Verkoppelung abgeschlossen.
  3. Der Repeater wird von der Steckdose abgezogen und an seinen endgültigen Platz gebracht. Idealerweise sitzt der Repeater etwa mittig zwischen der 7590 und den zu versorgenden WLAN-Endgeräten.

Die Glaubensfrage, ob es eine Handy-App oder einen PC-Browser für die Installation gibt, stellt sich wegen der extrem einfachen Taster-Koppelung bei AVM gleich gar nicht. Spätere Feinjustierungen wird der Fritz-User in der Regel wohl über seinen bevorzugten PC-Browser erledigen. Die kostenlose AVM Fritz!App WLAN für Apple iOS und Google Android kann den User zwar in Teilbereichen unterstützen, etwa bei der optimalen Positionierung des Repeaters im Mesh-System. Eine derart konsequente Voll-und-Fernverwaltung des Mesh-Systems über Cloud und Handy wie etwa bei Google WiFi ist bei AVM aber nicht erkennbar und vielleicht auch gar nicht gewollt.

Beim Koppeln hat der WLAN-Repeater AVM 2400 wichtige Einstellungen des WLAN-Routers wie etwa SSID-Netzwerkname und WPA2-Sicherheits-Schlüssel automatisch von der 7590 übernommen. Danach hat sich der Repeater in der Luft nicht mehr eigenständig als AVM 2400 gemeldet, sondern „nur“ noch als Fritzbox 7590, weil er jetzt Teil des Fritz-Mesh-Systems geworden war.

In allen bisherigen WLAN-Mesh-Tests haben wir auf 2,4 und 5 GHz den gleichen Netzwerknamen vergeben, was laut Mesh-Marketing ja ein besonders großer Mesh-Komfort für den User sein soll. Inzwischen wechseln die (immer schnelleren) Testgeräte aber so hektisch zwischen diese beiden WLAN-Bänder hin und her, dass Messungen sich wie ein Sack voller Flöhe anfühlen.

Daher vergeben wir ab sofort bei unseren WLAN-Mesh-Tests getrennte SSID-Netzwerknamen im 2,4 und im 5 GHz Band. Damit können wir die Geräte besser zwingen, während der Messungen entweder im (langsamen) 2,4 oder im (schnellen) 5 GHz Band zu bleiben. Ansonsten wären die Speed-Mess-Ergebnisse bald nur noch ein aggregierter Mischmasch aus zwei sehr unterschiedlichen WLAN-Bändern.

In den folgenden Screenshots sieht man, wie die zwei unterschiedlichen SSIDs im WLAN-Spektrum bei 2,4 und bei 5 GHz aussehen. Der kleinere „Fritzbox-Hügel“ ist jeweils der Repeater AVM 2400, nicht weil der AVM 2400 schwächer wäre als die Fritzbox 7590, sondern weil er beim Screenshot eine Etage weiter weg stand.

Die Fritzbox 7590 war bei der Installation, bei den Updates, und beim Test per LAN-Kabel mit einer Fritzbox 6590 Cable verbunden. Letztere hängt mit nominal 530 Mbps DL und 53 Mbps UL via DOCSIS 3.0 am Vodafone-Kabel-Internet. Von dort kommt aber nicht immer genug Netto-Speed, um die WLAN-Grenzen aller Mesh-Test-Kandidaten auch in den Spitzen auszuloten.

Deshalb hängt die 7590 zusätzlich per LAN-Kabel an einem 10-Gigabit-NAS-Server Synology DS1618+. Auf diesem liegen unter anderem 50x 1GB-Dateien, die wir in Messwanderungen über die Funkzellen der AVM-Mesh-Stationen herunterladen.

Im DG Links funkt eine AVM FRITZ!Box 7590, FW 07.12 (Wifi-5). Im OG Links ein FRITZ!Repeater 2400, FW 07.12 (Wifi-5). Die Messung mit einem Razer Blade 15 Laptop (Wifi-6) beginnt links oben im DG (Messpunkt-1) und endet rechts im OG-Zimmer rechts außen (Messpunkt-5). Die Test-Dateien (50x 1GB) werden aus einem Synology DS1618+ NAS Server zugespielt, rechts oben (Bild: Harald Karcher).

Die Messungen erfolgen mit einem Razer Blade 15, sowohl mit einem Wifi-5-Funkadapter als auch einem neuen Wifi-6-Modul. Wie man das in das Notebook einbaut, beschreiben wir im Ratgeber Notebook für 13 Euro auf Wifi-6 aufrüsten. Dazu messen wir separat mit einem Sony. Xperia XZ Premium und einem Samsung Galaxy S10 Plus (Testbericht).

Messung an fünf Punkten mit einem Razer Blade 15 Laptop (Wifi-6) vom DG bis zum OG-Zimmer rechts außen: Blau zeigt den Netto-Speed nur an der AVM 7590. Rot mit dem kompletten 2er-Mesh-Set AVM 7590 & AVM 2400. Messwerte nur aus dem 5 GHz Band (Bild: Harald Karcher).

Wie man in der roten Kurve sieht, hat das 2er-Mesh-Gespann in der konkreten Situation und mit der aktuellsten Firmware die WLAN-Versorgung in den hinteren Zimmern deutlich verbessert, was ja auch der Sinn eines solchen Wifi Mesh Systems sein sollte.

Wäre die Testwohnung größer, dann hätte man den Abstand zwischen 7590 und AVM 2400 noch verlängern können. Das hätte den Versorgungs-Vorteil dann noch weiter nach rechts in der roten Kurve verschoben.

In der Tabelle sehen wir, dass sich der neue AVM Fritz!Repeater deutlich besser schlägt als der AVM 1750e:

Durchsatz
Produkt Dachgeschoss OG Zimmer 1 OG Zimmer 2 OG Zimmer 3 OG Zimmer 4
AVM 7590 und AVM Fritz!Repeater 2400 589 422 304 298 118
AVM 7590 und AVM Fritz!Repeater 1750e 486 485 146 173 120
Netgear Orbi RBR50, einzeln 501 461 250 111 55
Netgear Orbi RBR50, 2er Set 531 474 200 343 114
Devolo Access Point One 571 610 521 399 233
Linksys Velop, einzeln 599 491 248 173 124
Linksys Velop, 2er Set 599 498 261 205 112
Devolo Magic 2, einzeln 311 276 266 114 38
Devolo Magic 2, 2er-Set 333 333 140 140 122
AVM 7590 (Firmware 7.12) 606 272 216 179 25
AVM 7590 & AVM 1200 591 572 249 155 94
Zyxel Multy U, einzeln 452 420 147 122 78
Zyxel Multy U, 2er Set 546 469 209 88 19
Asus Asus RT-AX92U, einzeln 630 595 224 175 133
Asus Asus RT-AX92U, 2er Set 672 630 420 696 210
AVM 7590, einzeln 481 461 222 29 129
AVM 3000 & 7590 473 471 404 418 322
Google Wifi, einzeln 509 285 22 21 12
Google Wifi, 2er Set 482 264 180 184 94
D-Link Covr, einzeln 405 386 33 31 10
D-Link, Covr 2er Set 356 356 378 320 311
Durchsatz in MBit/s

Die zweite Messung erfolgt mit einem bewährten 866-Mbps-Wifi-5-alias-11ac-Wave-2-Handy Sony Xperia XZ Premium G8141 aus dem Jahre 2017. Das betanken wir zuvor noch mit der Fritz!App WLAN von AVM. Diese App misst aber nur die Geschwindigkeit zwischen dem Handy und jeweils einer Funkstation. Vorsicht: Das ist nicht der komplette Ende-zu-Ende-Durchsatz über die gesamte Kette vom NAS-Server über die Funk-Stationen bis zum Handy, sondern nur die kürzere Direkt-Strecke zwischen Handy und einem WLAN-Mesh-Zugriffs-Punkt.

Mit dem Handy verweilen wir an allen fünf Messpunkten jeweils 60 Sekunden, während die 50x 1GB Datenpakete nonstop weiter durchrauschen. Die Erwartung ist, dass der WLAN-Daten-Speed mit zunehmender Entfernung immer schlechter wird.

Danach wandern wir die gleiche Strecke zurück, also wieder 5 Messpunkte, je 60 Sekunden. Die komplette Grafik zeichnet also genau 10 Minuten Mess-Wanderung auf. Damit wollen wir prüfen, ob das Mesh-System den abgefallenen Speed bei der Rückwanderung auch wieder flott nach oben bringt, was bei vielen Mesh-Systemen in der Vergangenheit schlichtweg nicht geklappt hat, weil die Systeme aus dem tiefsten Gang nicht wieder zeitnah hochschalten konnten.

Dieses Phänomen haben wir bis vor kurzem noch als „Klebe-Effekte“ kritisiert, etwa bei unseren früheren Mesh-Tests AVM 7590 & 1750E sowie 7590 & AVM 3000. Um es vorweg zu nehmen: Diese Klebeeffekte haben mit den jüngsten AVM-Firmware-Versionen offenbar deutlich nachgelassen.

Dadurch sehen wir jetzt viel agilere Kurven, die anfangs mit hohen Speed-Werten beginnen, dann in der Mitte deutlich abfallen und am Ende des Mess-Rundganges den Speed oft wieder zeitnah hochfahren.

Bei der dritten Messung hatten wir ein Samsung Galaxy S10+ in der Hand. Das gehört seit Frühling 2019 weltweit zu den ersten Wifi-6-Handys und auch zu den ersten kommerziellen Wifi-6-Endgeräten überhaupt. Erstaunlicherweise hat es aus den Wifi-5-Stationen AVM 7590 und AVM 2400 erheblich bessere Speed-Werte herausgeholt als das ebenfalls nach wie vor gute Wifi-5-Smartphone Sony Premium G8141.

Die folgenden Samsung-S10-Messkurven haben im Prinzip sehr ähnliche Einbuchtungen wie zuvor mit dem Sony-Handy, nur auf einem deutlich höheren Level:

AVM nennt für den FRITZ!Repeater 2400 eine „Wirkleistung“ von 4,3 Watt. Unsere Messsteckdose Fritz!DECT 200 hat bei leichtem Surfen mit dem Sony-Handy einen Stromverbrauch um circa 3,5 Watt gemeldet.

Der bereits mit einer Fritzbox 7590 Mesh-verkoppelte AVM FRITZ!Repeater 2400 zog bei leichtem Internet-Surfen mit einem Sony-11ac-Handy circa 3,5 Watt aus der 230-Volt-Steckdose (Screenshot: Harald Karcher / mit FRITZ!DECT 200 & AVM 7590 Software).
AVM FRITZ!Repeater 2400 (20002855)

AVM Fritz!Repeater 2400

AVM FRITZ!WLAN Repeater 1750E (20002686)

AVM Fritz!Repeater 1750E

Links der alte AVM FRITZ!Repeater 1750E. Rechts der neue AVM FRITZ!Repeater 2400: Der Neue hat einen abnehmbaren Schuko-Adapter-Ring, der den Repeater besser in einer Schuko-Steckdose stabilisiert (Bild: Harald Karcher).

Wer sowieso schon eine VDSL-Box wie die 7490, 7580, 7590 oder eine schnelle AVM-Kabel-Internet-Box wie die 6590 oder 6591 daheim hat, kann seine Fritzbox mit einem einzigen AVM Repeater 2400 für knapp 90 Euro UVP zu einem recht guten Dual-Band-WLAN-Mesh-System erweitern.

Alternativ kann der AVM Repeater 2400 auch in der Betriebsart „LAN-Brücke“ als reiner WLAN-Access-Point überzeugen. Mit Brutto 1733 Mbps 11ac-Wave-2 ist er im 5 GHz Band nominal genau so schnell wie die bekannte Fritzbox 7590 und sogar um 433 Mbps schneller als der langjährige Bestseller AVM Repeater 1750E.

Installation, Software, Bedienung und kostenlose Firmware-Updates sind bei fast allen AVM Produkten nahezu mustergültig, so auch beim neuen AVM Repeater 2400.

Angesichts des moderaten Preises und der soliden Leistung hat der AVM 2400 im Test einen wirklich guten Eindruck hinterlassen.

Ähnliche Produkte im Test

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige