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WLAN Mesh: AVM Fritz Repeater 3000 im Test

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Bild: Harald Karcher

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Mit dem Fritz Repeater 3000 kommt erstmals ein Tri-Band-WLAN-Mesh-Repeater von AVM. Wir testen das Gerät zusammen mit der Fritzbox 7590.

Seit Februar 2019 kann AVM mit seinem Fritz Repeater 3000 (FRITZ!Repeater 3000) erstmals einen Tri-Band-WLAN-Mesh-Repeater liefern. Den testen wir im Gespann mit einer Fritzbox 7590 auf Mesh-Tauglichkeit. Der weiß-rote Fritz Repeater 3000 hat zwei Gigabit-LAN-Buchsen und funkt in drei WLAN-Frequenz-Bereichen, laut AVM mit folgendem Brutto-Speed:

  1. Im 2,4 GHz Band bis zu 400 Mbps
  2. Im unteren 5 GHz Band bis zu 866 Mbps
  3. Im oberen 5 GHz Band bis zu 1733 Mbps

Die Bänder 1 und 2 stehen dem WLAN-Verbraucher zum drahtlosen Surfen, Mailen, Streamen, Gaming und so weiter zur Verfügung. Das dritte Band dagegen ist für den WLAN-Enduser tabu: Es dient nur der System-internen Vernetzung der beiden Mesh-Access-Points, dem Backhaul, der drahtlosen Infrastruktur, ist also quasi eine Art LAN-Verkabelungs-Ersatz. In unserem konkreten Falle dient das dritte Band der System-internen Verkoppelung des AVM-3000-Repeaters mit einer Fritzbox 7590, die ebenfalls bis zu 1733 Mbps Brutto-Speed funken kann.

Die Kombination aus Fritz Repeater 3000 und Fritzbox 7590 ist Teil unserer Themenwelt rund um WLAN-Mesh-Systeme, mit denen sich das kabellose Netzwerk ausbauen lässt. Folgende Artikel sind bereits erschienen:

In diesem Artikel geht es in erster Linie um die Mesh-Funktionen. Einen allgemeinen Testbericht zur Fritzbox 7590 haben wir hier veröffentlicht.

Die Koppelung der Fritzbox 7590 mit dem Fritz Repeater 3000 ist denkbar einfach:

  1. Beide Geräte werden auf kurzer Distanz, im gleichen Raume, mit der Stromzufuhr verbunden, damit sie hochfahren.
  2. Dann drückt man am Fritz Repeater 3000 kurz auf die Connect-Taste und an der Fritzbox 7590 binnen zwei Minuten auf deren Connect/WPS-Taste. Dadurch koppeln sich die beiden Geräte von selber. Sobald das hektische Blinken an beiden Geräten aufhört, ist die Verkoppelung abgeschlossen.
  3. Der Fritz Repeater 3000 wird von der Steckdose abgezogen und an seinen endgültigen Platz gebracht. Idealerweise sitzt der Fritz Repeater 3000 dann etwa mittig zwischen der 7590 und den zu versorgenden WLAN-Endgeräten.

Die Glaubensfrage, ob es eine Handy-App oder einen PC-Browser für die Erstinstallation gibt, stellt sich wegen der extrem einfachen Taster-Koppelung bei AVM gleich gar nicht. Spätere Feinjustierungen wird der Fritz-Nutzer in der Regel über seinen bevorzugten PC-Browser erledigen. Die kostenlose AVM-Fritz-App WLAN für Apple iOS und Google Android kann den User zwar in Teilbereichen unterstützen, etwa bei der optimalen Positionierung des Repeaters im Mesh-System. Eine konsequente Voll- und Fernverwaltung des Mesh-Systems über Cloud und Handy (wie etwa bei Google WiFi (Testbericht)) ist bei AVM aber nicht erkennbar und vielleicht auch gar nicht gewollt.

Der AVM Fritz Repeater 3000 lässt sich bei Bedarf von einer WLAN-Brücke zu einer LAN-Brücke umkonfigurieren. So eine Kabel-Anbindung arbeitet, einfach gesagt, schneller und stabiler als jede Funk-Anbindung.

Nach der Verkoppelung hat der Fritz Repeater 3000 exakt den gleichen WLAN-SSID-Netzwerk-Namen wie die Fritzbox 7590 angenommen. In unserem Falle laut dieser „Fritz!Box 7590 CH“, und zwar unisono auf allen drei Frequenz-Bereichen.

In einer WLAN-losen Isolierkammer schalten wir das komplette Gespann 7590 & 3000 ein und sehen, dass sich beide Geräte unter einer einzigen WLAN-SSID verstecken. Dieser gemeinsame Name ist gewollt, das ist der so genannte Mesh-Komfort, der den WLAN-User über eine Mehrzahl von Mesh-Points und Funk-Einheiten hinweg täuschen soll, damit sein WLAN-Leben einfacher wird.

Im späteren Praxistest, weiter unten, muss sich das Mesh-Gespann AVM 7590 & Fritz Repeater 3000 in einer stark verschmutzten WLAN-Umgebung bewähren. Idealerweise sollte sich das Gespann dann möglichst freie oder weitgehend unbenutzte Kanäle suchen, auf denen nur wenige oder gar keine WLAN-Nachbarn in unsere Testwohnung hereinfunken.

Hinweis: Nach der Verkoppelung von 7590 & 3000 (und noch vor den Speed-Messungen) prüfen wir gewissenhaft den Firmware-Stand des neuen AVM-Repeaters 3000. Der meldet aber „nur“ Fritz!OS 07.04 als aktuellste Version und lässt sich auch per Test-Ende 26. Mai 2019 nicht auf Fritz!OS 07.10 mit vielen neuen Mesh-Segnungen upgraden.

Bei vielen Nicht-AVM-Mesh-Home-Systemen sind alle Funk-Stationen hardware-technisch identisch. Wer dann später Mesh-Master wird und wer „nur“ als Mesh-Verteiler fungiert, wird beim System-Setup via Software definiert. Beim konkreten AVM-Mesh-Test 7590 & 3000 haben wir dagegen zwei völlig unterschiedliche Mesh-Geräte: Da spielt der WLAN-Router 7590 den Mesh-Master und sitzt in der Grafik im Dachgeschoss an der Position „Mesh Point 1“. Der WLAN-Repeater AVM 3000 dagegen spielt „nur“ den WLAN-Verteiler, alias WLAN-Extender, alias WLAN-Booster, der im OG auf der Position „Mesh Point 2“ sitzt. Bei den Messungen wandern wir mit einem Sony-2x2-MIMO-11ac-Wave-2-Smartphone surfend vom DG bis in das OG-Zimmer 4.

Mesh Point 1 ist eine AVM Fritzbox 7590. Mesh Point 2 ist ein AVM Fritz Repeater 3000. Die Messwanderung mit einem 11ac-Wave-2-Handy beginnt links oben im DG und endet rechts mittig im OG-Zimmer 4. Das Internet kommt aus einer AVM 6590, rechts oben (Bild: Harald Karcher).

Zehn Messwanderungen bringen zehn unterschiedliche Messergebnisse, egal ob nun der neue Tri-Band-AVM 3000 oder der altbewährte Dual-Band-AVM 1750E mit der 7590 im Mesh verkoppelt war. WLAN ist eben ein sehr launisches Medium, auch wenn der Internet-Anschluss selber sehr stabil ist. Die WLAN-Mess-Kurven hängen auch davon ab, ob und wann das Sony-Smartphone vom Mesh-System aus dem 5-GHz-Band in den 2,4-GHz-Gang herunter geschaltet wird. Sehr grob kann man sagen: 5 GHz funkt schneller und kürzer, aber 2,4 GHz funkt weiter und stabiler, vor allem bei Hindernissen. Wie genau das Mesh-Pärchen AVM 7590 & 3000 nun aber diesen permanenten Konflikt zwischen Speed und Stabilität löst, kann sich bei jeder Messwanderung sekündlich ändern. Allerdings hat gleich die erste Mess-Wanderung gezeigt, dass das Tri-Band-Mesh-Duo 7590 & 3000 in der konkreten Testwohnung auch schöne Messkurven hervor bringen kann.

Hier hat das Mesh-Duo 7590 & 3000 (rote Kurve) das Sony-Handy mal über alle 5 Zimmer hinweg im schnellen 5-GHz-Band drin gelassen: Diese Verbindung ist unterm Strich erheblich flotter als in der blauen Kurve, wo das Handy nur mit der 7590 alleine verbunden war (Bild: Harald Karcher).

Die Fritzbox 7590 funkt schnell und stark. In vielen Fällen dürfte sie eine Stadtwohnung mit 70 bis 100 Quadratmetern auch ohne jeden WLAN-Repeater gut versorgen. Steht sie aber sehr ungeschickt am Rande, im Keller oder im Dach eines Heimes, dann kann ein WLAN-Repeater die bequemste Lösung für eine gleichmäßigere WLAN-Versorgung sein. Wer dagegen große Areale versorgen will, kann auch mehrere WLAN-Repeater gleichzeitig in das Heimnetz einer Fritzbox 7590 integrieren, etwa die AVM-Modelle 3000, 1750E, 1160, 450E, 310 oder auch den AVM-Repeater DVB-C. Zudem können die AVM-Powerline-Modelle 1260E, 1240E, 546E und 540E am Mesh-Netz teilnehmen. Zu guter Letzt kann man auch etliche Fritzboxen durch einen Mausklick zu Mesh-Repeatern umkonfigurieren.

Messwanderung Hinweg: Manchmal hat das WLAN-Handy im 7590-3000-Mesh-Netz schon im dritten Zimmer auf das langsamere 2,4-GHz-Band (rote Kurve) herunter geschaltet (Screenshot: Harald Karcher).
Mess-Wanderung Rückweg: Hier blieb das Handy im 7590-3000-Mesh-Netz über alle 5 Zimmer hinweg im langsamen 2,4-GHz-Band (rote Kurve) kleben (Screenshot: Harald Karcher).

Ähnlich wie beim AVM-Mesh-Test mit dem 1750E (Testbericht) zeigt sich wieder ein Problem beim Umschalten vom 2,4-Ghz- ins 5-Ghz-Band. Wird das WLAN-Handy erst mal in den „untersten Gang“ bei 2,4 GHz herunter geschaltet, dann kommt es nur noch schwer von selber in schnellere Gänge hoch. Besonders auf dem Rückweg der Messwanderung, von Zimmer 5 zu Zimmer 1, blieb das Handy gerne durchwegs unterhalb von 100 Mbps netto kleben. Um das WLAN-Handy wieder in das schnellere 5-GHz-Band zurück zu locken, mussten wir den Repeater 3000 meistens vom Strom trennen und neu starten. Dieses „Kleben“ des „schaltfaulen“ 7590-3000-Mesh-Gespanns hat allerdings den Vorteil, dass das surfende Handy nicht ständig die Frequenzbänder wechselt.

Durchsatz: WLAN Mesh
Produkt AVM 7590, einzeln AVM 3000 & 7590 AVM 7590, einzeln AVM 7590 & AVM 1750E Google Wifi, einzeln Google Wifi, 2er Set D-Link Covr, einzeln D-Link, Covr 2er Set
Dachgeschoss 481 473 485 486 509 482 405 356
OG Zimmer 1 461 471 461 485 285 264 386 356
OG Zimmer 2 222 404 222 146 22 180 33 378
OG Zimmer 3 29 418 29 173 21 184 31 320
OG Zimmer 4 129 322 120 120 12 94 10 311
Nach Abschalten des 2,4-GHz-Bandes war schnelles 5-GHz-Only-Surfen mit dem 7590 & 3000 Gespann in der ganzen Testwohnung möglich (Screenshot: Harald Karcher).

Will man sowieso „nur“ VDSL-50 in einer Wohnung verteilen, dann spürt man kaum, ob und wann das Handy bei 2,4 GHz auf 50 Mbps Netto-Speed herunter gedrückt wird. Will man dagegen Kabel-500 bis in die letzte Ecke bringen, dann spürt man das Herunterschalten auf 2,4 GHz sehr wohl. Also haben wir im Mesh-Master Fritz 7590 das 2,4-GHz-Band komplett abgeschaltet. Dadurch wurde auch der Repeater 3000 nur noch über 5-GHz-Band angebunden. Danach waren in der konkreten Testwohnung durchwegs stabile Nettoraten von knapp 300 bis 500 Mbps bis in den letzten Winkel zu erzielen. Das nervige Herunterschalten auf 2,4 GHz war wie weggeblasen.

Allerdings kann man die Vorteile einer derart durchgehenden 5-GHz-Verbindung nur dann genießen, wenn erstens alle WLAN-Endgeräte im Hause 5 GHz verstehen, und wenn zweitens die konkrete Wohnung so geringe Funkhindernisse bietet, dass 5 GHz überall gut hin funken kann. Außerdem kann so eine 5 GHz-Strecke zeitweise unbenutzbar werden, wenn nämlich die Fritzbox diversen Radardiensten im 5-GHz-Band vorübergehend aus dem Wege gehen muss. Wer mit diesen drei Einschränkungen leben kann, dürfte den Repeater-3000 plötzlich sehr gut finden, weil der dann nicht mehr ständig in die langsameren Gänge bei 2,4 GHz herunter schalten kann. In diesem 5-GHz-Only-Modus macht der AVM 3000 in der konkreten Testwohnung einen tollen Eindruck und kann dann auch den alten Fritz-Repeater 1750E haushoch schlagen.

Frisch aus der Schachtel, ohne angeschlossene Geräte, zog die Fritzbox 7590 etwa 7,2 bis 8,4 Watt aus unserem Strommessgerät. Mit mehreren verbundenen LAN-, WLAN- und USB-Geräten, aktivem VDSL-100 sowie vier aktiven DECT-Telefonen ging der Verbrauch auf 13 bis 16 Watt hoch.

Der Fritz-Repeater 3000 dagegen zog im Standby 5,3 und bei Last 6,3 Watt aus unserer 230-Volt-Dose. Je nach Auslastung hat das WLAN-Mesh-Pärchen 7590 & 3000 in Summe also um die 14 bis 22 Watt verbraucht. Da war dann aber auch schon die komplette Fritzbox 7590 mit all ihren vielen Funktionen dabei.

AVM FRITZ!Repeater 3000 (20002856)

Fritz Repeater 3000

AVM FRITZ!Box 7590 (20002784)

Fritzbox 7590

Wer schon eine hochwertige VDSL-Box wie die 7490, 7580, 7590 oder eine schnelle AVM-Kabel-Internet-Box wie die 6590 oder 6591 daheim hat, kann seine Fritzbox mit nur einem einzigen AVM-Repeater 3000 für knapp 130 Euro zu einem kleinen Tri-Band-WLAN-Mesh-System erweitern.

Allerdings zeigte der teure AVM 3000 Repeater in unserer Testwohnung die gleiche Krankheit wie der betagte und preisgünstige AVM Repeater 1750E: Wenn das Mesh-System erst mal in das langsame 2,4-GHz-Band hinunter geschaltet hat, dann kommt es nur noch träge aus eigener Kraft wieder in das schnelle 5-GHz-Band hoch. Hier wünscht man sich bald weitere Fortschritte in der Schalt-und-Steering-Intelligenz der Mesh-Systeme. Schaltet man 2,4 GHz komplett ab, dann kann das Mesh-System im 5-GHz-Only-Modus mitunter aber viel Freude machen.

Ansonsten gilt für beide Repeater, den neuen 3000 wie den alten 1750E: Die Installation ist super einfach: Zur erstmaligen Mesh-Verkoppelung mit einer jüngeren Fritzbox muss der Anwender nur zwei Tasten drücken. Die Bedien-Oberflächen von Router und Repeater sind für alle Fritz-Fans sehr vertraut.

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