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Vorwerk Kobold VR200 im Test: unkompliziert und gründlich

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Der Firmenname Vorwerk steht für hohe Qualität bei anspruchsvollen Preisen. Wir haben den Kobold VR200 ausprobiert und zeigen, wie sich der einfach zu bedienende Saugroboter in der Praxis schlägt.

Mit einer Höhe von 9 und einem Durchmesser von etwa 34 cm entspricht der Saugroboter dem anderer Modelle, wie den Neato Botvac D5 (Testbericht) und den Proscenic Coco Smart 790T (Testbericht). Direkt beim Auspacken fällt sein verhältnismäßig hohes Gewicht von fast 4,5 kg auf. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig.

Ersatzfilter fehlen im Lieferumfang. Ein magnetisches Begrenzungsband ist aber beigepackt..

Zum Lieferumfang gehören Roboter, Ladestation mit Netzkabel, Fernbedienung und magnetischer Begrenzungsstreifen, Luftfilter, USB-Kabel sowie Seitenbürste. Anders als andere Hersteller, legt Vorwerk keinerlei Ersatzteile bei, wie Ersatz-Kantenbürste oder Ersatzfilter.

Der Schmutzbehälter sitzt unter einer Abdeckung. Vor der ersten Anwendung gilt es, den Filter auf den Kunststoffbehälter aufzusetzen. Die Kantenbürste sitzt rechts vorne und wird auf der Unterseite aufgesteckt. Zur Bedienung direkt am Gerät stehen auf der Oberseite vier Taster und ein kleines Display zur Verfügung.
Das Kabel des Netzteils ist etwa 140 cm lang.

Dank des Displays klappt die Bedienung auch ganz ohne App.


Der VR200 ist ein reinrassiger Bodenstaubsauger mit App-Anbindung: Über eine Wischfunktion verfügt der Vorwerk-Roboter nicht. Dafür bietet die Steuerung so viele Möglichkeiten wie kaum ein anderes Modell. Auch ohne Fernbedienung oder Smartphone stehen immer alle Funktionen zur Verfügung. Wer seinen Sauger lieber smart bedient, kann auf die Steuerung per App oder die Sprachsteuerung per Amazon-Alexa zurück greifen. Erstellen Anwender einen Zeitplan, geht der kleine Helfer selbstständig auf Tour, auch während die Bewohner unterwegs sind.

Auf der Oberseite befindet sich noch ein versenkter Haltegriff für den händischen Transport.

Der Roboter schafft es mit einer Akkuladung, Flächen von über 135 qm zu reinigen. In unseren Tests erreicht der Vorwerk nicht ganz die in der Produktbeschreibung angegebenen 150 qm – die Leistung ist aber immer noch beträchtlich. Geht dem Sauger während der Reinigung der Strom aus, fährt er selbstständig zur Ladestation. Anschließend macht er weiter, wo er seine Arbeit unterbrochen hat. Stellen Anwender den Roboter händisch in einen anderen Raum, findet das Gerät nicht zur Ladestation zurück. Stattdessen bleibt der Saugroboter nach dem Reinigen einfach stehen.

Zusätzlich zur Standard-Reinigung steht auch ein Eco-Modus zur Wahl. Dieser verringert die Saugleistung sowie Lautstärke und ermöglicht eine längere Akkulaufzeit. Da der Lärmpegel des Saugers aber gering ist, haben wir den Eco-Modus kaum genutzt.

Vorweg gibt an, dass der Roboter Türschwellen und Teppichkanten mit einer Höhe von maximal 2 Zentimetern erklimmt. In der Praxis zeigte sich, dass dem VR200 auch Hochflorteppiche keine Problem bereiten. Hingegen zeigen sich bei leichten Teppichen auf Fliesenböden massiv Probleme: Durch das hohe Eigengewicht und den kraftvollen Antrieb schiebt der Sauger die Teppiche vor sich her, faltet sie zusammen und bleibt dann daran hängen.

Der Haushaltshelfer verfügt zusätzlich zur Raumreinigung, bei er alle erreichbaren Flächen abfährt, eine sogenannte Spot-Reinigungsfunktion. In diesem Modus fährt der Roboter lediglich eine Fläche von etwa 150 mal 120 cm ab. Ideal, um beispielsweise Brösel unter dem Esstisch aufzusaugen.

Der Vorwerk Roboter setzt bei der Navigation auf eine Kombination aus insgesamt fünf verschiedenen Sensoren. Die grobe Orientierung im Raum übernimmt ein 360-Grad-Laser-System auf der Geräte-Oberseite. Drei Ultraschallsensoren auf der Vorderseite sowie berührungsempfindliche Kontaktsensoren erkennen Hindernisse und verhindern, dass der VR200 nicht gegen Wände und Möbel prallt. Ein Wandsensor sorgt dafür, dass der Roboter möglichst präzise an Wänden entlang fährt. Mehrere optische Bodensensoren vermeiden Abstürze an Treppen oder Stufen.

Die Steuerung per Fernbedienung ist in manchen Situationen ebenfalls praktisch.

Zusätzlich erkennt der Vorwerk-Staubsauger das mitgelieferte magnetische Begrenzungsband. Sensible oder schwer befahrbare Bereiche wie eine Ansammlung teure Vasen oder das Kabelwirrwarr unter Computerschreibtischen, lassen sich so problemlos von der Reinigung ausschließen.

Der Sauger beginnt seine Arbeit immer gleich: Zu Beginn eines Saugvorgangs fährt der Vorwerk die Räume an den Wänden ab. Dann beginnt die Reinigung des Bereiches dazwischen. Bei größeren Flächen lässt sich gut erkennen, wie der Roboter eine Bahn nach der nächsten abfährt. Bei verschachtelten Räumen oder Zimmern mit vielen Gegenständen auf dem Boden ist es allerdings nicht genau nachvollziehbar, nach welchen Kriterien der Vorwerk vorgeht.

Dank der flachen Bauform passt der Roboter auch unter die meisten Möbel.

Insgesamt orientiert sich der Roboter erfreulich gut: Der Sauger bemerkt Treppenabgänge zuverlässig und fährt nicht gegen die Wände oder Möbelstücke. Das Umfahren von Tischbeinen und anderen Objekten klappt sehr gut. Der Roboter versucht dabei immer, mit der rechten Vorderseite an den Kanten entlang zu fahren und somit die Seitenbürste optimal zu nutzen. Durch die geringe Bauhöhe passt der Roboter problemlos unter die meisten Möbelstücke.

Geht der Akku zu Neige, fährt der VR200 zum Nachladen an die Station. Danach macht er dort weiter, wo er seine Arbeit zuvor unterbrochen hat. In unserem Test dauerte das Laden des Akkus rund zweieinhalb Stunden.

Der Staubsauger-Roboter VR200 hat ordentlich Power: Die Saugleistung liegt zwischen dem Neato Botvac D5 und dem extrem starken Dyson Eye 360 (Testbericht). Selbst aus scheinbar sauberen Teppichen zieht der Vorwerk noch viele Staubpartikel und Flusen heraus. Die Lautstärke ist geringer als beim Eye 360.
Aufgrund der Seitenbürste und der guten Objekt-Umfahrung reinigt das Gerät auch die Kanten sehr ordentlich. Insgesamt überzeugte uns der Reinigungsgrad sowohl auf Fliesen und Parkett, als auch auf Teppichböden. Der Vorwerk saugt zuverlässig die gesamte Fläche und arbeitet sehr gründlich bis an die Kanten.

Um eine dauerhafte Reinigung sicherzustellen, müssen Anwender den VR200 regelmäßig warten. Dazu gehören das Entleeren des Schmutzbehälters und das Reinigen des Filters. Auch die Rundbürste sitzt nach einigen Wochen mit Haaren voll, die es zu beseitigen gilt. Dieser Job ist zwar etwas fummelig, aber trotzdem dauert der gesamte Wartungsvorgang nur etwa fünf Minuten.

Zur Entleerung des Staubbehälters wird dieser entnommen oder mit einem Bodensauger leergesaugt.


Für die Entleerung des Staubbehälters hat sich Vorwerk etwas sehr praktisches einfallen lassen: Statt den Behälter auszubauen und über dem Mülleimer zu entleeren, lässt sich dieser auch im eingebauten Zustand mit einem herkömmlichen Bodenstaubsauger leeren. Diese Lösung ist nicht nur schnell, sie ist vor allem sauber und unkompliziert.

Ersatzfilter und Kanten-Bürsten bieten auch Drittanbieter günstig an und müssen nicht zwingend von Vorwerk bezogen werden.

Die kostenlose App für Android und iOS funktioniert erst nach einer Registrierung bei Vorwerk. Anschließend folgt die Kopplung zwischen Software und Roboter. Die dazu notwendigen Schritte zeigt die App an. Nach der Eingabe des heimischen WLAN-Passworts, braucht der Roboter einen Namen. Nun stehen alle Funktionen am Smartphone zur Verfügung.

Die Bedienung per Smartphone ist vor allem unterwegs sehr praktisch. Wer zu Hause ist, kann alle Funktionen aber auch direkt am Gerät steuern. Andere Modelle bieten bei der Bedienung ohne App oft nur wenige Funktionen. Im Gegensatz zu anderen Geräten bietet die Software des VR200 aber keine kartographische Darstellung der Räume.

Um den VR200 per Alexa zu steuern, ist es notwendig, den Vorwerk-Kobold-Skill in der Amazon-Alexa-App hinzuzufügen. Das funktioniert schnell und unkompliziert. Der Satz: „Alexa, sage Kobold Roboter: los geht es“ startet den VR200 und dieser beginnt mit der Reinigung. Der Satz „Alexa, sage Kobold Roboter: zurück zur Station“ schickt den Sauger zurück zur Basisstation.

(Kein Produktbild vorhanden)

Vorwerk Kobold VR200

(Kein Produktbild vorhanden)

Ersatzfilter VR200

Der VR200 macht einen sehr guten Job; die Bedienung und die Wartung sind angenehm unkompliziert. Auch die Möglichkeit, den Sauger ohne beiliegende Fernbedienung oder App zu steuern, gefällt uns.

Punktabzug gibt es lediglich für den verhältnismäßig hohen Preis und das Fehlen von Ersatzteilen.

Wer die volle Saugleistung erhalten will, sollte die Bürste auf der Unterseite regelmäßig von Fusseln und Haaren befreien.


Wer einen zuverlässigen Staubsauger-Roboter mit vielfältigen Steuerungsmöglichkeiten sucht, wird mit dem Vorwerk sehr zufrieden sein.

Allergikern empfehlen wir alternativ einen Blick auf den Roboter Neato Botvac D5. Dieser ist etwas günstiger, lässt sich ebenso per Sprachbefehl steuerten und besitzt ab Werk einen hochwertigen Hepa-Filter. Wer einen Saugroboter mit Wischfunktion sucht, sollte sich den Proscenic Coco Smart 790T ansehen.

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