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Vespa Elettrica im Test – Toller Elektroroller, aber...

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Optik, Verarbeitung, Fahreigenschaft & Ausstattung: Der Elektroroller Vespa Elettrica zeigt im Test viele Stärken – aber nicht alles ist gut.

Die Vespa ist mehr als nur ein Transportmittel – sie ist ein modisches Accessoire. Daran will auch die Vespa Elettrica anknüpfen, weshalb man ihr zur Freude vieler Fans die Verwandtschaft mit der Vespa 98 aus dem Jahr 1946 noch immer deutlich ansieht.

Sie nutzt die Karosserie der aktuellen Primavera und unterscheidet sich von dieser auf den ersten Blick nur durch eine in verschiedenen Farben wählbare Zierleiste und dem angeflanschten E-Motor. Und doch findet man sich in einer anderen Welt wieder. Elektrisch zu fahren fasziniert sofort, denn E-Roller stinken nicht, machen keinen Lärm und der Antrieb lässt konventionelle 50cc Roller locker an der Ampel stehen. Wir haben uns in diesem Test die Vespa Elettrica ganz genau anschaut. Für einen Überblick über den aktuellen Elektrorollermarkt empfehlen wir unsere Kaufberatung Elektroroller bis 45 km/h. Lieber E-Tretroller als Elektroroller? Dann bietet unser Grundlagenartikel: E-Tretroller mit Straßenzulassung alle wichtigen Infos.

Bei den Fahreigenschaften hat Vespa alles richtig gemacht. Zwar kann der Roller beim Start mit dem deutlich leichteren Niu N Pro nicht ganz mithalten, konventionelle 50cc-Roller haben an der Ampel jedoch das Nachsehen. Denn elektrisch betriebene Zweiräder können ihre Kraft vom Start weg auf die Straße bringen. Auch bei den Bremsen gibt es wenig auszusetzen. Die hinten verbaute Trommelbremse irritiert zunächst – eigentlich sind bei hochwertigen E-Rollern Scheibenbremsen vorne und hinten üblich, so auch bei den Kontrahenten Trinity Venus, Nui N Pro und Unos 2020er-Modell. Nur der emco Novantic C 2000 setzt wie Vespa auf die Kombination aus Trommelbremse hinten und Scheibenbremse vorne. Beim Test bremste die Vespa dennoch sehr beherzt, auch brach der Roller bei Notbremsungen nicht aus und hielt stoisch die Spur.

Der Gaszug reagiert etwas verzögert, lässt dabei aber eine präzise steuerbare Kraftentfaltung zu. Die Straßenlage ist ebenfalls exzellent. Man kann sich wie vom Motorrad gewöhnt in die Kurve legen, ohne dass der Ständer aufsitzt oder man die Balance verliert. Der Roller ist zudem komfortabel gefedert, weich genug um kleine Unebenheiten auszugleichen und hart genug für ein gutes, sportliches Fahrgefühl.

Zwar fehlt es der 130 kg schweren Vespa Elettrica etwas an Dynamik bei der Beschleunigung, trotzdem macht das Fahren sehr viel Spaß. Dank maximal 4 KW Leistung hat der Motor auch für den Mitfahrer auf dem Sozius genug Leistung. Hier nimmt die Vespa einen Spitzenplatz ein. Die Novantic C 2000 hat 2 KW, Unu bietet sein neues Model wahlweise mit 2, 3 oder 4 KW und der Niu N Pro bringt 3 KW auf, muss damit aber nur 75 Kg Eigengewicht beschleunigen, deshalb ist der Roller der Chinesen auch spürbar spritziger.

Die Vespa Elettrica hat – wie die Niu N Pro mit zwei Akkus – eine realistische Reichweite von circa 100 km. Das ist für die meisten Fahrer völlig ausreichend. Auch ist die Zuladung von 175 kg überdurchschnittlich (Niu N Pro 165, Novantic C 2000 und Unu mit zwei Akkus etwa 150 kg).

Vespa stattet die Elettrica mit verschiedenen Fahrmodi aus. Power bringt die ganze verfügbare Kraft des Radnabenmotors auf die Straße und hat die dynamischsten Fahreigenschaften. Im Eco-Modus geht es etwas gemächlicher und Batterie-schonender zu Werk. Ungewöhnlich ist der Rückwärtsgang. So kann man beim Ausrangieren ganz auf die Balance und eventuelle Hindernisse achten.

Das 4.3-Zoll-TFT-Farbdisplay der Vespa ist übersichtlich und aufgeräumt, besonders im Vergleich mit der Niu N Pro. So wird bei der Vespa die Geschwindigkeit groß und sehr zentral angezeigt. Das Display zeigt unter anderem Fahrmodus, Batterieladestatus (grafisch, in Prozent und in verbleibender Kilometer-Reichweite), Uhrzeit und Temperatur. Es ist auch bei Sonnenschein gut ablesbar. In einem kleinen Bereich rechts unten kann man zusätzliche Infos abrufen, das lenkt während dem Fahren aber ab.

Das Display ist groß und hell genug, um auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch lesbar zu sein.

Die Vespa Elettrica verfügt über ein Helmfach unter dem Sattel für einen Jethelm. In der Frontverkleidung ist ein verschließbares Ablagefach mit integrierter USB-Buchse für das Smartphone untergebracht.

Optional gibt es Chromgepäckträger für vorne und hinten, ein lackiertes Topcase mit Rückenpolster, Windschutzscheibe, Sportscheibe, Fahrerbeinschutz, Verchromte Stoßstangen, Abdeckplane, seitliche Sturzbügel. Diebstahlschutz, Helme und Brillen im Elettrica-Look, Windschutz für die Hände, eine Gummimatte für den Boden, ein im Topcase verstaubarer modularer Rucksack (mit Rückenprotektor, Helmtasche und Powerbank), eine Jacke mit Vespa-Logo und vieles mehr.

Die Elettrica gibt es zum Start in Silber lackiert, wahlweise mit Akzenten in den Farben Grün, Gelb, Schwarz, Chrom, Grau oder Blau. Standard ist ein kräftiges Blau – Vespa nennt es Blau-Elettro. Auch Felgenhörner, die Steppnähte des Sattels und die Rippen der Frontverkleidung sind in der jeweiligen Farbe gehalten.

Die LED-Lampen hinterlassen einen positiven Eindruck, in der Nacht hat man ein sehr gutes, vom Scheinwerfer hell ausgeleuchtetes Sichtfeld. Die Blinker sind in die Verkleidung integriert, was sie vor Schäden schützt und gut aussieht.

Das Informationssystem Vespa Mia verbindet die Vespa Elettrica per Bluetooth mit dem Smartphone. Anrufe werden auf dem Display angezeigt und können per Taste am Lenker angenommen werden. Dazu braucht es einen Helm mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Natürlich bietet Vespa einen solchen im Elettrica-Design als Zubehör an. Auch Smartphone-Nachrichten zeigt das Display an. Vespa Mia überträgt zudem die Position und diverse Fahrzeugdaten an das Handy. Das ist praktisch, wenn man die Parkposition vergessen hat oder der Roller gestohlen wurde.

Neben der Garantie ist im Kaufpreis eine zweijährige, europaweite Pannenhilfe mit 24-Stunden-Hotline inklusive.

Der Akku ist sichtbar, allerdings nicht herausnehmbar.

Vespa verbaut eine 25 kg schwere Lithium-Ionen-Batterie von LG, die nach Angaben des Herstellers mindestens 1000 Mal geladen werden kann. Beim Bremsen wird per kinetischer Energierückgewinnung die Batterie aufgeladen. Leider ist die Batterie zum Laden nicht herausnehmbar. Stattdessen muss der Roller an einer Steckdose oder einer öffentlichen Ladestation geladen werden. Ein Stromkabel mit Schukostecker ist unter dem Sattel versteckt. Auch ein befragter Vespa-Händler kann uns nicht erklären, wo Stadtbewohner die Vespa aufladen sollen. Nur wer eine Einzelgarage oder ein Einfamilienhaus bewohnt hat in der Regel Zugang zu einer Steckdose.

Die Vespa an einer öffentlichen Ladestation aufzuladen kann sehr umständlich sein, denn diese verfügen oft nicht über 3-polige Schukosteckdosen. Das geht dann nur mit einem optionalen Adapterkabel. Alle anderen getesteten Roller haben herausnehmbare Lithium-Ionen-Batterien, das ist sehr viel praktischer. Bleibt zu hoffen, dass Vespa beim Modell-Update dieses Manko behebt, denn dieses hat die Bestwertung im Test verhindert. Positiv ist die sehr kurze Ladezeit von vier Stunden.

(Kein Produktbild vorhanden)

Vespa Elettrica

Vespa Elettrica BT (verschiedene Größen)

Vespa Jethelm mit Bluetooth

Vespa Elettrica Topcase

Vespa Topcase

Die Vespa Elettrica gibt es nicht zum Schnäppchenpreis, aber das erwartet auch keiner von den angesagten italienischen Rollern. Während Fahreigenschaften, Ausstattung und Design rundum überzeugen, lässt uns die fest verbaute Batterie ratlos zurück. Kennt Vespa die Verhältnisse in Großstädten nicht oder wie kam es sonst zu dieser schwer nachvollziehbaren Entscheidung? Viele potentielle Käufer werden sich mangels Lademöglichkeit für ein Konkurrenzprodukt entscheiden.

Wer nicht auf die kultige Vespa verzichten möchte und Zuhause oder im Büro eine Lademöglichkeit hat, der bekommt mit der Vespa Elettrica den am besten verarbeitete Roller. Der hohe Preis wird zudem durch die geringen Unterhaltungskosten gemildert, denn der Strom für 100 km kostet nur etwa 1 Euro. Zudem sind Motor und Batterie praktisch wartungsfrei. Allerdings verliert die Batterie irgendwann an Kapazität und muss teuer getauscht werden. Für einen Überblick über den aktuellen Elektrorollermarkt empfehlen wir unsere Kaufberatung Elektroroller bis 45 km/h. Lieber E-Tretroller als Elektroroller? Dann bietet unser Grundlagenartikel: E-Tretroller mit Straßenzulassung alle wichtigen Infos.

Wem die Höchstgeschwindigkeit der Elektrokleinstfahrzeuge zu niedrig ist, der sollte sich elektrische Roller mit Straßenzulassung und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h ansehen. Für Führerscheininhaber der Klasse AM sind diese eine sehr interessante und bezahlbare Alternative.

SXT 500 EEC Bleiakku Elektro-Roller weiß (ESC500EECV2.3)

SXT 500 EEC

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eFlux Vision X2

eFlux Street 40 Elektro-Roller schwarz

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