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Vernee M5: 100-Euro-Handy mit Mittelklasse-Specs im Test

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Was man heutzutage für 100 Euro an Smartphone-Technik bekommt, wäre vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Vernee M5, das am Preis gemessen mit sehr guter Ausstattung daherkommt. Warum das Handy uns auch in der Praxis gut gefallen hat, und nicht nur als Zweitgerät eine gute Figur macht, erfahrt Ihr in unserem Test.

Was Design, Haptik und Optik angeht, merkt man dem Vernee M5 seinen günstigen Preis nicht an. Das Metallgehäuse ist gut verarbeitet und hinterlässt einen durchaus wertigen Eindruck. Mit seinen schlanken Abmessungen von 147,3 × 72,6 × 6,9 Millimeter und einem Gewicht von 144 Gramm liegt das Gerät angenehm in der Hand und eignet sich gut zur einhändigen Nutzung.

Unten gibt es einen microUSB-Anschluss nebst Mikrofon und Lautsprecher, oben einen 3,5-Millimeter-Klinkeneingang. Powerbutton und Lautstärkewippe sitzen auf der rechten Seite, der Karten-Slot auf der linken Seite oben. Die Hauptkamera auf der Rückseite befindet sich mittig weit oben, links davon ein LED-Blitz und direkt darunter ein Fingerabdrucksensor.

Als Antrieb gibt es beim M5 einen Octa-Core-Chip von Mediatek. Der MT6750 hat vier stromsparende Kerne mit 1 GHz Maximaltakt und vier Kerne für anspruchsvollere Aufgaben mit 1,5 GHz Maximaltakt. Neben 4 GByte Arbeitsspeicher gibt es 64 GByte internen Speicher. Statt zwei SIM-Karten kann das Handy dank eines Kombi-Slots auch eine SIM- und eine microSD-Karte zur Speichererweiterung aufnehmen. Im mobilen Internet funkt das Vernee M5 mit LTE und allen in Deutschland genutzten Frequenzbändern. Zu den WLAN-Spezifikationen macht der Hersteller keine Angaben. Neben GPS und Bluetooth in Version 4.0 gehören ein druckempfindlicher Fingerabdruckscanner und ein 3300-mAh-Akku zur weiteren Ausstattung. NFC ist beim Vernee M5 nicht an Bord.

Beim Display handelt es sich um ein 2.5D-Panel, welches an den Rändern leicht abgerundet ist. Die Diagonale des Bildschirms beträgt 5,2 Zoll, die Auflösung 1280 × 720 Pixel. Die Darstellung ist ausreichend scharf und die Farbwiedergabe erfreulich gut. Selbst die Blickwinkelstabilität ist nicht übel. Auch bei stark geneigtem Display wird das Dargestellte nicht gravierend verfälscht.

Bild: Techstage

An gemessener Leistung spuckt AnTuTu-Benchmarkt etwas mehr als 40.000 Punkte aus. Das ist ein Wert, wie man ihn oft bei Smartphones im Bereich zwischen 150 und 250 Euro findet, beispielsweise beim kürzlich von uns getesteten Motorola Moto G5s (Testbericht) oder dem Gigaset GS 270 Plus (Testbericht). 40.000 Punkte im AnTuTu stehen in der Regel für eine brauchbare Systemperformance ohne größere Lags und Denkpausen. Auch beim Vernee M5 ist dies der Fall, auch wenn in Sachen Geschwindigkeit natürlich Unterschiede zu aktuellen High-End-Smartphones zu spüren sind.

In Bezug auf die Spieleperformance haben wir Modern Combat 5 und Real Racing 3 ausprobiert. Beide Games passen die Grafikqualität automatisch an die Performance des entsprechenden Smartphones an, wodurch die Optik auf schwachen Handys entsprechend darunter leidet. Nicht auf dem Vernee M5, auf dem beide Spiele flüssig, aber auch noch ansehnlich laufen. Not bad für ein 100-Euro-Handy! Dies dürfte unter anderem mit der vergleichsweise geringen Auflösung zu tun haben, die jedoch – wie schon erwähnt – für eine ausreichend scharfe Darstellung sorgt.

Mit seinem 3300-mAh-Akku hat uns das Vernee M5 auch bei häufiger Nutzung problemlos über den Tag gebracht. Eine Schnellladetechnologie ist bei dem Smartphone nicht an Bord. Der Fingerabdrucksensor funktioniert präzise und auch die Reaktionszeit ist mit circa einer Sekunde gar nicht so übel.

Nicht nur, was Display, Leistung und Akkulaufzeit angeht, waren wir überrascht, was das gerademal 100 Euro teure Vernee M5 auf dem Kasten hat. Auch die Kameraqualität ist für ein so günstiges Handy richtig gut. Man muss dies natürlich in Relation betrachten, aber die Ergebnisse können sich bei guten Lichtverhältnissen in der Regel sehen lassen. So manches Mittelklasse-Gerät im Preissegment von 200 bis 300 Euro macht auch keine signifikant besseren Bilder. Die Auflösung der Hauptkamera mit LED-Blitz beträgt 13 Megapixel, Videos lassen sich in 1080p bei 30 Frames per second aufnehmen. Nicht überzeugt hat uns hingegen die 8 Megapixel auflösende Frontkamera, die auch bei guten Lichtverhältnissen keine so dollen Ergebnisse erzieht.

Als Betriebssystem kommt beim Vernee M5 Android in Version 7.0 zum Einsatz. Zumindest ist der Google-Sicherheitspatch recht aktuell, er stammt vom 05. September 2017. Zwar ist fraglich, ob das M5 ein Update auf Android 8 oder zumindest Android 7.1.1 bekommt, im Testzeitraum von knapp einer Woche gab es jedoch insgesamt drei Updates mit Bugfixes. Der Hersteller gibt sich diesbezüglich also durchaus Mühe.

Optisch handelt es sich im Prinzip um ein Stock-Android-System, also ohne größere Anpassungen von Herstellerseite. Nur in den Systemeinstellungen finden sich einige zusätzliche Features, die allerdings nur wenig Mehrwert bieten. Es handelt sich dabei beispielsweise um die Möglichkeit Screenshots zu erstellen, indem mit drei Fingern übers Display gewischt wird, die Kamera mit zweimal drücken des Power-Buttons zu starten und die Reihenfolge der On-Screen-Buttons zu ändern.

In Relation zum günstigen Preis von 100 Euro (beispielsweise im China-Shop GearBest) respektive 140 Euro (bei Bestellung über Amazon), überzeugt das Vernee M5 fast in allen wichtigen Punkten. Die Performance ist gut, das Display ansehnlich, die Akkulaufzeit besser als bei dem ein oder anderen um einiges teureren Konkurrenten und die Hauptkamera mehr als brauchbar. Aufgrund des sehr guten Preisleistungsverhältnisses hätte das Handy durchaus die Wertung „Sehr gut“ bei uns abstauben können, dazu müsste allerdings wenigstens Android in Version 7.1.1 auf dem Telefon laufen. Wen das nicht tangiert, der bekommt mit dem Vernee M5 für gerademal einen Hunni ein nicht nur funktionierendes Smartphone, sondern ein Gerät, mit dem man richtig Spaß haben kann.

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