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Vergleichstest: Moniceiver mit Android Auto und Apple Carplay

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Kein Bluetooth? Kein Navi? Kein Problem! Ältere Autos kann man günstig mit Android Auto und Apple Carplay nachrüsten. Wir vergleichen Moniceiver von Sony, JVC und Kenwood.

Ältere Autos haben weder Navigation noch Bluetooth, Freisprechen oder DAB+, vom farbigen Touch-Display und Sprachsteuerung ganz zu schweigen – und wenn sie all das haben, ist es so veraltet, dass die Nutzung keinen Spaß mehr macht. Für etwa 350 Euro lassen sich aber die meisten Autos wieder auf den Stand der Technik bringen. Voraussetzung ist ein 2-DIN-Schacht, auch Doppel-DIN-Schacht genannt. Mit überschaubarem Aufwand kann dort ein „Moniceiver“, also ein Receiver mit Monitor, eingesetzt werden – oder kurz, ein Autoradio mit großem Touchscreen-Display.

Anbieter von Moniceivern mit Android Auto, Apple Carplay, Bluetooth und einem großen Display gibt es zuhauf. Wir haben uns dafür entschieden, die drei sowohl technisch als auch preislich ähnlichen Entertainment-Systeme Sony XAV-AX3005 (Testbericht), Kenwood DMX7017DABS (Testbericht) und JVC KW-M745DBT (Testbericht) erst einzeln zu testen und sie dann an dieser Stelle miteinander zu vergleichen.

Von oben nach unten: Sony XAV-AX3005, JVC KW-M745DBT, Kenwood DMX7017DABS

Je nach Automarke und Extras wie Rückfahrkamera oder Multifunktionslenkrad kann der Aufwand der Installation variieren. Mit elektrotechnischen Grundkenntnissen sollte das jedoch in den meisten Fällen machbar sein. Falls nicht, hilft eine Werkstatt weiter. In unserem Fall bauten wir die drei Moniceiver in einen 2008er Toyota Auris ein.

Problematisch ist bei manchen Autos die Tiefe der zwei DIN-Schächte. Sollte diese knapp bemessen sein, muss man darauf achten, dass auch der Moniceiver so kurz ist, dass die zahlreichen Kabel dahinter noch Platz finden. In diesem Punkt hat das JVC KW-M745DBT mit seiner sehr kurzen Einbautiefe von 80 mm die Nase vorn. Aber auch das Sony XAV-AX3005 punktet, da es zwar mit 139 mm durchschnittlich lang ist, aber die Einbauhöhe sich direkt hinter dem Display auf 1-DIN halbiert. Lediglich das massige Kenwood DMX7017DABS könnte mit seinen Maßen von 182×112×153 mm in einigen Modellen problematisch werden.

Auch in der sichtbaren Rahmengröße unterscheiden sich die drei Autoradios. Zwar kommen die drei Modelle mit jeweils einem schmalen Kunststoffrahmen, der passt aber nicht immer. Um unschöne Spalten zu vermeiden, bieten Händler auf Amazon und Ebay auf Automodelle zugeschnittene Blenden an. Wer einen 3D-Drucker (Vergleichstest) hat, kann bei Seiten wie Thingiverse fündig werden.

Keine physischen Knöpfe sind an einem Autoradio wie dem JVC sind zwar unpraktisch, zumindest optisch wirkt es dadurch aber sehr aufgeräumt.
Nur das Sony bietet physische Knöpfe für den Wechsel des Radiosenders oder des Songs.
Schick: Die Tasten des Kenwood lassen sich farblich dem Innenraum anpassen.

Optisch am schicksten ist das JVC KW-M745DBT. Das liegt in erster Linie an seinem Minimalismus. So verzichtet JVC bei ihrem Moniceiver auf physische Knöpfe, die komplette Front nimmt das Display mit kapazitiven Bedienelementen auf seiner linken Seite ein, umschlossen von einem Rahmen im Chrom-Look.

Auch die anderen Modelle haben jeweils ihren optischen Reiz. So gefällt beim Sony XAV-AX3005 die Verarbeitung der Knopfreihe unter dem Display. Diese sind sehr gut auch blind zu ertasten und bieten als einzige der drei Geräte die Möglichkeit, direkt zum nächsten/vorhergehenden Songtitel/Radiosender zu wechseln.

Die Knopfreihe am JVC KW-M745DBT befindet sich unter dem Display. Allerdings lässt sich diese schon wesentlich schlechter ohne hinzuschauen erfühlen, da ihre haptische Abgrenzung quasi nicht gegeben ist. Dafür kann man hier die Tastenfarbe frei wählen und der Beleuchtung des Innenraums anpassen.

Die fehlenden physischen Tasten beim JVC haben einen gravierenden Nachteil: Selbst um einfache Funktionen wie laut/leise zu nutzen, muss der Fahrer die Augen von der Straße nehmen und auf das Display lenken. Wer also kein Lenkrad mit Funktionstasten hat und diese (meist über einen Adapter) mit dem JVC verbindet, sollte lieber zu einem anderen Moniceiver greifen.

Das Display des Sony nicht besonders hell und bei Sonnenreflektion kaum noch abzulesen.

Die Displays sind alle etwa 7 Zoll groß und lösen 800 × 480 Pixel auf. Ihre Helligkeit variiert von 260 und 280 cd/m² bei Sony und Kenwood bis 380 cd/m² beim JVC. Damit lassen sich die ersten beiden nur mit Fantasie bei direkter Sonnenreflektion ablesen. Das JVC bringt dafür eine ausreichende Helligkeit mit.

Ein weiterer großer Unterschied der Displays liegt in ihrer Touch-Technik. Denn während Sony und JVC auf überholte resistive Bildschirme setzen, baut JVC ein kapazitives Display in das KW-M745DBT ein. Dadurch reagiert das JVC deutlich zuverlässiger auf Touch-Eingaben und wirkt auch optisch brillanter.

Schon im ausgeschalteten Zustand sieht man einen deutlichen Unterschied zwischen dem kapazitive Display des JVC ganz links und den beiden anderen resistiven Displays.

Insgesamt wirken die hier zum Einsatz kommenden Displays aber ein wenig aus der Zeit gefallen. Okay, wir sind inzwischen verwöhnt von hochauflösenden Anzeigen in Smartphones und Tablets, aber man sollte vor dem Kauf wissen, wie resistive Touchscreens mit niedriger Auflösung und geringer Helligkeit aussehen – sonst ist man enttäuscht. Das JVC hat zwar eindeutig die Nase vorn, aber auch hier bleibt Luft nach oben.

Alle drei Modelle unterstützen sowohl UKW als auch DAB+ für den digitalen Empfang von Radiosender. Der Vorteil von DAB+: Die Radiosender werden in einer besseren Qualität und rauschfrei übertragen. Außerdem übermitteln die Radiostationen in vielen Fällen zusätzlich Songtitel, Interpret und sogar ein Titelbild.

Für den DAB+-Empfang benötigen die Moniceiver eine spezielle Antenne. Wer nicht ohnehin eine im Auto hat, kann sich für etwa zehn Euro eine zum Kleben auf die Frontscheibe kaufen. Bei keinem der drei liegt eine bei. Um die DAB+-Empfangsqualität zu testen, nutzen wir eine zweiflügelige DAB+-Antenne mit nur einem Flügel. So simulieren wir einen schlechteren Empfang. Während das Sony XAV-AX3005 (Testbericht) damit nur selten Probleme hat, kommt es beim Kenwood DMX7017DABS (Testbericht) und JVC KW-M745DBT (Testbericht) zu regelmäßigen Aussetzern. Dafür wechselt Kenwood und JVC für die Autofahrer kaum hörbar bei schlechtem DAB+-Empfang auf denselben UKW-Sender und wieder zurück.

Alle drei Geräte unterstützen kabelgebunden sowohl Android Auto als auch Apple Carplay. Im Test kam es bei keinem der drei zu nennenswerten Problemen. Die Verbindung war stets stabil. Vorteil der Kabelverbindung: Das Smartphone wird gleich mitgeladen. Wir empfehlen zusätzlich eine Smartphone-Halterung. Im Vergleichstest KFZ-Smartphone-Halterungen fürs Lüftungsgitter haben wir uns fünf verschiedene Lösungen angeschaut.

Android Auto und Apple Carplay machen das Autoradio zu einem zweiten, auf eine einfache Nutzung während des Fahrens optimiertes Smartphone-Display. Recht einfach spielt das Radio so Audio-Streaming-Anbieter wie Spotify, Apple Music, Deezer und Co. ab. Auf Wunsch liest Android Auto eingehende Nachrichten vor und beantwortet sie über Speech-to-Text. Das funktioniert gut, nur beim Vorlesen von Emojis wird es häufig unfreiwillig komisch.

Richtig toll ist die Navigation, die sich ebenfalls per Sprache bedienen lässt und teuren Einbaulösungen der Automobilhersteller in nichts nachsteht. Hier kommt das Kenwood mit einem kleinen Extra: Es liefert eine externe GPS-Antenne mit. Diese liegt dann vor der Frontscheibe und übernimmt anstatt des Smartphones bei der Navigation die Ortung. So kann das Smartphone so im Handschubfach verschwinden, ohne dass es zu Schwierigkeiten bei der Lokalisierung kommt. Wer die Antenne nicht im sichtbaren Bereich haben möchte, kann sie bei den meisten Fahrzeugen auch unterm Armaturenbrett anbringen.

Sony XAV-AX3005 Kenwood DMX7017DABS JVC KW-M745DBT
Testnote 2 2 3
Displaygröße in Zoll 6,95 7 6,8
Auflösung in px 800 x 480 800 x 480 800 x 480
Touchscreen ja, resistiv ja, resistiv ja, kapazitiv
Displayhelligkeit in cd/m² 260 280 380
Android Auto
Apple Carplay
Leistung max/RMS 4x 55W/-- 4x 50W/4x 22W 4x 50W/4x 22W
Physische Knöpfe
Einbaumaße in mm 178x50x139 182x112x153 180x108x80
Hochfahren in sec 8 12 15

Zusätzlich unterstützen die Autoradios Bluetooth. So können mobile Geräte Musik auf die Moniceiver streamen, ohne per Kabel verbunden zu sein. Außerdem ist Bluetooth für die Freisprechfunktion nötig. Dafür liefern alle drei Modelle ein externes Mikrofon mit. Die Sprach- und Empfangsqualität ist sowohl bei Sony, als auch bei Kenwood und JVC gut.

Das Sony XAV-AX3005 merkt sich nur ein Bluetooth-Gerät. Wollen also mehrere Personen ihr Smartphone via Bluetooth koppeln, muss dies stets umständlich neu verbunden werden. Kenwood und JVC haben dieses Problem nicht, hier können sich sogar zwei Bluetooth-Geräte parallel verbinden. Auch das Auto-Pairing sobald ein bekanntes Bluetooth-Gerät in Reichweite ist funktioniert bei Kenwood und JVC gut, bei Sony eher weniger.

Wenn über Bluetooth verbunden, bieten alle drei Geräte dank mitgeliefertem Mikrofon eine sehr brauchbare Freisprechfunktion.

Die Nutzerführung ist eine Stärke des Sony XAV-AX3005. Das Menü wirkt aufgeräumt und übersichtlich. Hier lenkt nichts unnötig ab oder ist umständlich versteckt. Dafür ist der Funktionsumfang auch nicht besonders hoch. Als klangverbessernde Maßnahmen gibt es zum Beispiel lediglich einen zweistufigen Extra-Bass und ein Equalizer.

Ein Vorteil des Minimalismus: Das Sony fährt mit 8 Sekunden sehr schnell hoch. Da brauchen das Kenwood mit 12 Sekunden und das JVC mit 15 Sekunden deutlich länger, bieten aber auch viel mehr Optionen, fast schon unübersichtlich viele Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten. Von der Größe und Position der Lautsprecher, über quell-bezogene Lautstärkebegrenzung, Bass Boost, Loudness, Stage EQ und Realizer bis zu einem virtuellen Space Enhancer können sich Audio-Enthusiasten ausprobieren und austoben. Allerdings sollten Fahrer dafür anhalten, um sich nicht unnötig abzulenken.

Bezüglich ihres Klangs nehmen sich die drei nicht viel, wobei Sony unseres subjektiven Empfinden nach einen Hauch mehr Wumms bietet als die anderen beiden. Kenwood und JVC sind gleichauf. Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider. So gibt Sony beim XAV-AX3005 eine maximale Leistung von 4x 55W an, unterschlägt aber den RMS-Wert. Kenwood und JVC bieten beide maximal 4x 50W und 4x 22W RMS.

Sony XAV-AX3005DB

Sony XAV-AX3005DB

Kenwood DMX7017DABS

Kenwood DMX7017DABS

JVC KW-M745DBT

JVC KW-M745DBT

Pioneer CA-AN-DAB.001 DAB-Antenne

Pioneer DAB-Antenne

Die drei Moniceiver Sony XAV-AX3005 (Testbericht), Kenwood DMX7017DABS (Testbericht) und JVC KW-M745DBT (Testbericht) sind sowohl preislich als auch technisch vergleichbar, unterscheiden sich jedoch in den Details teilweise deutlich. Das Sony bietet dank übersichtlichem Menü und guten Tasten die einfachste Bedienung, den besten DAB+-Empfang und sehr guten Klang, nervt aber mit unzuverlässigem Bluetooth und zu dunklem Display. Das JVC gefällt dank minimalistischer Optik. Es hat das beste Display und die kürzeste Einbautiefe. Die fehlenden physischen Tasten sind jedoch ein dicker Minuspunkt. Das Kenwood ist recht groß, passt also nicht in alle 2-DIN-Schächte. Dafür bietet es ein stimmiges Gesamtpaket ohne wirkliche Schwächen.

Insgesamt empfehlen wir das Sony XAV-AX3005. Es lässt sich am einfachsten und sogar in weiten Teilen blind bedienen. Aus dem gleichen Grund raten wir vom JVC ab. Selbst bei einfachen Funktionen wie laut/leise muss der Fahrer die Augen von der Straße und auf das Radio lenken. Das JVC ist damit eigentlich nur nach dem Anschluss einer Lenkradfernbedienung wirklich nutzbar. Wessen 2-DIN-Schacht tief genug ist, kann auch zum Kenwood greifen. Es entpuppt sich im Test als sehr brauchbarer Allrounder mit sehr vielen Funktionen und ohne echte Schwächen.

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