TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Umidigi One im Test: 150-Euro-Handy im High-End-Look

4
von  //  Twitter Google+

Das nur knapp 150 Euro teure Umidigi One sieht aus wie ein weitaus teureres Smartphone der gehobeneren Preisklasse. Ob auch die Technik im Inneren was hermacht, haben wir in den vergangenen Tagen getestet.

Wer das Umidigi One in der Hand hält, würde nicht vermuten, dass das Smartphone nur knapp 150 Euro kostet – im Gegenteil. Rundum das Handy herumgeht ein stabiler Metallrahmen in glänzender Chrom-Optik, die Rückseite besteht aus Glas. Sie schimmert je nach Lichteinfall in verschiedenen Facetten mit ihrem von Grünblau nach Violett gehenden Farbverlauf. Der Hersteller nennt die Farbe „Twilight“ und hat sich diese wohl bei der Konkurrenz abgeschaut. Wäre nicht der Umidigi-Schriftzug auf der Rückseite unten, könnte man das Handy auch mit dem Huawei P20 Pro (Testbericht) in der Twilight-Ausführung verwechseln. Das Umidigi One gibt es auch noch mit Rückseite in Carbonfaser-Optik.

Bild: Techstage Der Fingerabdrucksensor ist beim Umidigi One in den Power-Button integriert.

Auf der linken Seite des Handys ist der Kartenslot untergebracht, auf der rechten Seite oben die Lautstärke-Wippe und direkt darunter der Power-Button. Dieser ist ein wenig in den Rahmen eingelassen und dient gleichzeitig als Fingerabdrucksensor. Unten am Smartphone sitzen eine Kopfhörerbuchse, ein USB-Type-C-Anschluss und der Lautsprecher. Eine leicht aus dem Gehäuse herausstehende Dualkamera hat ihren Platz auf der Rückseite im linken oberen Eck.

Bild: Techstage Neben einem USB-Typ-C-Anschluss gibt es auch eine Kopfhörerbuchse.

Optisch und haptisch haut Umidigi mit dem nur knapp 150 Euro teuren One ganz schön einen raus, um es mal etwas salopp auszudrücken. So gute Verarbeitungsqualität und solch ansprechendes Design findet man in der Regel nur bei deutlich teureren Smartphones. Das Umdigi sich bezüglich des Designs augenscheinlich von Geräten namhafter Konkurrenz wie Huawei oder Apple inspirieren lassen hat sehen wir in diesem Zusammenhang nicht unbedingt als Kritikpunkt an.

Bild: Techstage Am oberen Rand des Displays ist eine ausladende "Notch".

Das Umidigi One hat einen Octacore-Prozessor von Mediatek, den Helio P23. Er hat vier Cortex-A53-Kerne mit 2,0 GHz Maximaltakt und vier Kerne mit 1,5 GHz Maximaltakt. Als Grafikeinheit kommt eine Mali-G71-MP2-GPU zum Einsatz. Der Arbeitsspeicher des Handys ist 4 GByte groß, an internem Speicher gibt es 32 GByte. Zur Erweiterung gibt es einen Micro-SD-Slot, der statt einer Speicherkarte auch eine zweite SIM-Karte aufnehmen kann. Der fest verbaute Akku des Smartphones hat eine Kapazität von 3500 mAh und lädt per Schnellladetechnologie mit maximal 10 W.

Ins mobile Internet geht das Smartphone mit LTE und allen in Deutschland genutzten Frequenzbändern. WLAN unterstützt das Handy nach 802.11 a, b, g und n im 2,4- und 5-GHz-Frequenzband. Zur weiteren Ausstattung des Umidigi One gehört GPS und Bluetooth 4.2. NFC ist der etwas besser ausgestatteten und etwas teureren Pro-Ausführung des Handys vorbehalten.

Auf 5,9 Zoll (ca. 15 cm) im 19:9-Format gibt es beim Umidigi One 1520 × 720 Pixel und eine recht ausladende Notch, also Aussparung oben in der Mitte des Displays. Die Pixeldichte des Telefons beträgt 287 ppi. Das ist nach aktuellen Standards nicht gerade zeitgemäß, in der Praxis macht sich der Bildschirm jedoch viel besser als vermutet. Dargestelltes wirkt keineswegs unscharf, davon abgesehen sind Blickwinkelstabilität und Farbwiedergabe des Panels sehr gut. Die maximale Helligkeit hingegen ist auch für die Nutzung in direktem Sonnenlicht ausreichend.

Bild: Techstage Trotz geringer Auflösung weiß das Display zu gefallen.

Die Dualkamera mit f/2.0-Blende und Dual-LED-Blitz auf der Rückseite des Umidigi One hat eine 12- und eine 5-Megapixel-Linse. Letztere zeigt sich wie üblich vor allem für das Weichzeichnen des Hintergrunds verantwortlich. Auf der Vorderseite gibt es eine 16-Megapixel-Knipse mit f/2.0-Blende. Die Bildqualität ist für ein solch günstiges Smartphone überdurchschnittlich gut. Bei guten Lichtverhältnissen bekommt der Nutzer Aufnahmen mit satten Farben, guter Schärfe und hohem Detailreichtum. Auch die Frontcam macht einen guten Job, allerdings sind Aufnahmen tendenziell etwas blass und manchmal etwas unscharf.

Im Antutu-Benchmark kommt das Umidigi One auf ordentliche 82.536 Punkte, was eine flüssige und reibungslose Performance erwarten lässt. In der Praxis bietet das Umidigi One auch genau das: Das System läuft flink und ohne auffallende Hänger oder Denkpausen. Bedingt eignet sich das Smartphone auch für Grafik-lastige Spiele, bei denen es im Zweifelsfall jedoch nötig ist, die Einstellungen entsprechend herunterzuschrauben.

Bild: Techstage Die Kamera schießt ansehnliche Bilder.

Der im Power-Button integrierte Fingerabdrucksensor arbeitet präzise. Bis das Handy entsperrt ist, dauert es jedoch einen Moment. So circa zwei Sekunden muss sich der Nutzer gedulden. Wie schon in anderen Bereichen waren wir beim Test des Umdigi One auch vom Lautsprecher positiv überrascht. Dieser klingt klar, detailliert und bietet eine recht hohe maximale Lautstärke, ohne dabei klanglich nachzulassen.

Die Akkulaufzeit des Umidigi One ist zufriedenstellend. Über den Tag kamen wir im Test bei häufiger Nutzung des Smartphones problemlos. Das Aufladen nimmt circa eineinhalb Stunden in Anspruch.

Auf dem Umidigi One läuft ein vom Hersteller nahezu unberührtes Android 8.1 Oreo mit Sicherheitspatch vom 5. Juni 2018 zum Zeitpunkt des Tests. Auch auf die Installation von Bloatware verzichtet Umidigi, mal angesehen von einem Dateimanager und dem alten Android-Browser mit voreingestellter Umidigi-Startseite.

Umidigi One twilight

Twilight

(Kein Produktbild vorhanden)

Carbonfiber

Nur 150 Euro ausgeben für ein Handy, das wie ein Premium-Smartphone aussieht und technisch mehr in Richtung Mittelklasse als Low Budget geht? Umidigi macht dies mit dem One möglich, in manchen China-Shops ist das Smartphone teilweise sogar günstiger erhältlich. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei dem Handy außergewöhnlich gut. Größere Kritikpunkte gemessen am Preis gibt es nicht, im Gegenteil. Das Umidigi One punktet unter anderem mit guter Performance, recht aktueller Software und ungewöhnlich guten Kameras für diese Preisklasse.

Ähnliche Artikel auf TechStage

Ähnliche Produkte im Test

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige