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Ulefone Armor 2 Test: Outdoor-Smartphone für Star-Trek-Fans

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6 GByte RAM, ein 4700-mAh-Akku, eine 16-Megapixel-Kamera, IP68-Zertifizierung und ein Fingerabdrucksensor gehören zur Ausstattung des Outdoor-Handys Ulefone Armor 2. Was die Optik des Handys angeht, kommen Fans von Star Trek oder der Terminator-Serie auf ihre Kosten. Als Import aus China bekommt man das Rugged-Phone schon um die 200 Euro, bei Bestellung in Deutschland kostet es knapp 300. Warum auch Letzteres kein schlechter Preis für das stabile Telefon ist, erfahrt Ihr in unserem Test.

Mit den Abmessungen 159 × 78,3 × 14,5 Millimeter und einem Gewicht von 270 Gramm ist das Ulefone Armor 2 eine gute Ecke größer und schwerer als das kürzlich von uns getestete Outdoor-Smartphone Cat S41 (Testbericht) mit selber Displaydiagonale und selber IP-Zertifizierung. Das liegt vor allem daran, dass neben stabilem Kunststoff auch Metall beim Armor 2 zum Einsatz kommt. Was das Design angeht, könnte es sich um das Handy eines Klingonen aus der neuen Star-Trek-Serie Discovery handeln – das Ulefone Armor 2 mutet sehr futuristisch an. Ein Klingone wäre wohl auch mit dem Gefühl von Wertigkeit und Stabilität zufrieden, welches das Ulefone Armor 2 ausstrahlt und vermittelt.

Auf beiden Seiten befinden sich jeweils drei mechanische Taster. Links Knöpfe zur Lautstärkeregelung und ein SOS-Taster zum Anrufen einer gewünschten Notfallnummer, rechts der Power-Button, ein Walkie-Talkie-Knopf und eine Taste zum Starten der Kamera. Der USB-Typ-C-Anschluss unten verbirgt sich hinter einer Schutzabdeckung. Einen Kopfhörer-Eingang hat das Handy nicht, im Lieferumfang befindet sich ein Adapter zum Anschluss an den USB-Slot.

Der Lautsprecher hat seinen Platz auf der Rückseite unten, die Hauptkamera mittig weit oben. Um an die beiden SIM-Kartenschächte und den microSD-Karten-Slot heranzukommen, muss man die Abdeckung unterhalb der Kamera mit einem zum Lieferumfang gehörenden Schraubenzieher entfernen.

Im Inneren des Armor 2 werkelt ein Octa-Core-Chip von Mediatek. Dem P25 mit vier auf 1,6 und vier auf 2,6 GHz taktenden Kernen stehen satte 6 GByte Arbeitsspeicher zur Seite. Der interne Speicher ist mit seiner Kapazität von 64 GByte ebenfalls ordentlich bemessen, lässt sich aber dank eines microSD-Karten-Slots noch erweitern. Dieser findet sich nicht als Kombi-Port, wie bei Dual-SIM-Geräten meist üblich: Das Armour 2 kann zwei Nano-SIM-Karten und eine microSD-Karte aufnehmen.

Der Akku des Outdoor-Smartphones hat eine Kapazität von 4700 mAh und lädt mit Mediateks Schnellladetechnologie PumpExpress Plus 2.0. Im mobilen Internet unterstützt das Handy LTE mit allen in Deutschland genutzten Frequenzbändern. Im WLAN funkt es nach 802.11 a, b, g und n im 2,4- und 5-GHz-Band. Zu den weiteren Spezifikationen gehört Bluetooth 4.1, GPS, NFC und ein USB-Typ-C-Anschluss mit USB-2.0-Standard. Untypisch für Outdoor-Handys hat das Armor 2 auch einen Fingerabdrucksensor, der sich auf der Vorderseite unterhalb des Displays befindet. Oberhalb sitzt eine Benachrichtigungs-LED.

Das 5-Zoll-Display leuchtet – wie es sich für ein Outdoor-Handy gehört – sehr hell und lässt sich problemlos auch in grellem Sonnenlicht ablesen und nutzen. Die Auflösung des Panels beträgt 1920 × 1080 Pixel, also Full HD. Die Farben werden satt und ansehnlich dargestellt, die Blickwinkelstabilität ist herausragend: Es gibt so gut wie keine optischen Einbußen beim seitlich auf den Bildschirm schauen.

Bild: Techstage Das Display des Armour 2 sieht gut aus und macht auch in hellem Sonnenlicht eine gute Figur.

Die Hauptkamera löst 16 Megapixel auf, hat eine f/2.0-Blende und einen LED-Blitz. Vorne gibt es ebenfalls eine f/2.0-Blende, dort beträgt die Auflösung 8 Megapixel. Prinzipiell macht das Armor 2 zwar keine schlechten Bilder, allerdings sind diese oft etwas überbelichtet und wirken meist sehr blass. Die Farbwiedergabe hat uns alles andere als vom Hocker gehauen. Interessanterweise sieht dies bei der Frontkamera anders aus: Dort werden Farben realistischer abgebildet und auch die Belichtung ist besser.

Mit dem Mediatek-Chip liefert das Armor 2 eine gute Leistung ab, das System läuft flüssig und ohne auffällige Lags oder Denkpausen. Der 6 GByte große Arbeitsspeicher scheint jedoch fast überdimensioniert zu sein und trägt wohl keinen größeren Teil dazu bei. Während des Testzeitraums kam es kaum vor, dass mehr als 2 GByte RAM belegt waren. Auch wenn das bei einem Outdoor-Smartphone keine wesentliches Kriterium ist, taugt das Handy auch zum Zocken von grafisch anspruchsvolleren Games. Beispielsweise Modern Combat 5 oder Real Racing 3 laufen gut auf dem Telefon, ohne dass die Grafik automatisch auf ein nicht besonders ansehnliches Niveau heruntergeschraubt wird. Was messbare Werte angeht, gibt es für das Rugged-Phone im AnTuTu-Benchmark etwas mehr als 62.000 Punkte.

Was die Robustheit des Armor 2 angeht, hat sich das Handy im Test gut geschlagen. Um die 15 Falltests aus circa 1,50 Meter Höhe auf verschiedene Untergründe – darunter Asphalt, Schotter und Feldwege –, mehrfaches halbstündiges Untertauchen in ungefähr 50 Zentimeter tiefem Wasser und in Sand und Erde (bei circa 30 Zentimetern) vergraben, konnten dem Gerät nichts anhaben. Die Akkulaufzeit hat uns ebenfalls gefallen: Im Testzeitraum kamen wir mit teils moderater, teils häufiger Nutzung auf über vier Tage.

Auf dem Ulefone Armor 2 läuft Android in nicht mehr ganz taufrischer Version 7.0 mit dem Google-Sicherheitspatch vom 05. Juni 2017. Der Hersteller verkneift es sich einen eigenen Launcher zu installieren und bezüglich der Optik des User Interfaces Änderungen vorzunehmen – es handelt sich um ein beinahe Stock-Android-System. Nur in den Systemeinstellungen finden sich einige zusätzliche Features, beispielsweise die Möglichkeit per Wischgesten Screenshots zu erstellen oder bei ausgeschaltetem Bildschirm durch das Schreiben eines Buchstabens auf das Display Apps zu starten. Der Eyebrow Mode erlaubt es den Blauanteil, den Grünanteil und den Rotanteil zum Schonen der Augen anzupassen. Zur besseren einhändigen Bedienung gibt es weiterhin einen One-Hand-Mode, der das auf dem Display dargestellte verkleinert.

Als Outdoor-Begleiter macht das Ulefone Armor 2 eine gute Figur, vor allem was Display, Akkulaufzeit und Robustheit angeht. In Sachen Kameraqualität kann man dies leider nicht behaupten und auch ob es irgendwann ein Update für die mittlerweile nicht mehr ganz taufrische Android- Version 7.0 wird, steht in den Sternen. Bezieht man das Handy für um die 200 Euro über einen Chinashop wie beispielsweise GearBest, ist das Preisleistungsverhältnis trotzdem sehr gut. Bei einem Preis von um die 300 Euro bei Amazon sieht die Sache schon etwas anders aus. Eine große Anzahl an Alternativen gibt es andererseits nicht. Das kürzlich von uns getestete Outdoor-Smartphone Cat S41 (Testbericht) beispielsweise kostet knapp 400 Euro, ist in den meisten Bereichen „nur“ ebenbürtig und läuft ebenfalls noch mit Android 7.0.

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