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True Wireless Test: BE Free8 – toller Sound, wenig Funktionen

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Der Optoma BE Free8 wartet mit einem tollen Klang auf, kostet aber auch entsprechend. Bei einem Preis von circa 200 Euro gibt es aber auch einige wesentliche Kritikpunkte. Welche das sind, zeigen wir in unserem Test.

Wie bei den meisten kabellosen Bluetooth-Kopfhörern lagern die Stöpsel bei den Optoma BE Free8 in einem Case mit integriertem Akku, das per Mikro-USB-Anschluss aufgeladen wird. Für ein 200 Euro teures True-Wireless-Headset enttäuscht das Optoma BE Free8 in puncto Wertigkeit: Der schwarze hochglänzende Kunststoff des Lade-Case und den Ohrhörern wirkt eher billig und die Akkubox zeigt jeden Fingerabdruck. Die Verarbeitungsqualität an sich ist gut, Nutzer haben aber schlicht nicht das Gefühl einen hochpreisigeren Kopfhörer vor sich zu haben.

Bild: Techstage Mit dem bloßen Auge ist die Beschriftung auf dem Taster nicht zu lesen.

Zusätzlich zu den Ladepins findet sich an jedem Ohrhörer ein Taster zur Bedienung. Am linken Stöpsel befindet sich das Mikrofon zum Telefonieren und zum Befehligen von Siri oder Google Assistant auf dem verbundenen Smartphone. Welcher Hörer in welches Ohr kommt, ist nicht selbsterklärend. Denn die auf die Bedien-Buttons aufgedruckte Bezeichnung ist nur schwer lesbar und somit keine Hilfe. Mit etwas Logik oder dem Blick in die Anleitung, kommen Nutzer jedoch früher oder später darauf, dass die Rundung an den Kopfhörern jeweils in die Ohrmuschel gehört. Die flache Seite schaut nach vorne.

Die Verbindung zum Abspielgerät erfolgt beim Optoma BE Free8 per Bluetooth 4.1. Das Headset hat eine Impedanz von 32 Ohm und einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 KHz. Verantwortlich für den Klang sind zwei dynamische 5,8-Millimeter-Treiber. Unterstützte Audiocodes sind AAC und aptX. Das integrierte Mikrofon kommt mit CVC-Geräuschreduzierungstechnologie.

Bis zu vier Stunden Musik sollten die Geräte nach Herstellerangaben mit einer Akkuladung wiedergeben können. Das Akku-Case soll für bis zu drei weitere Komplettladungen reichen, also für insgesamt 16 Stunden. Im Test kamen wir nicht ganz auf die versprochenen Laufzeiten, aber auf immer noch ordentliche 13 Stunden. Zum Lieferumfang gehören neben einem Ladekabel fünf Paar Silikon-Ohrpasstücke in verschiedenen Größen.

Die beiden Taster an den Ohrhörern dienen zunächst einmal dem Ein- bzw. Ausschalten: Zwei Sekunden sind die Tasten für das Einschalten zu drücken, vier Sekunden zum Ausschalten. Bei Inaktivität schaltet sich das Headset nicht automatisch aus, dies müssen Nutzer manuell erledigen. Im Transport-Case verstaut, erfolgt dies hingegen automatisch. Anders als bei vielen Konkurrenzprodukten schaltet sich das Optoma BE Free8 nach Herausnahme aus der Ladebox leider nicht automatisch wieder ein.

Zur Verbindung mit dem Handy wird per viersekündigem Tastendruck des linken Ohrhörers in den Connect-Modus geschaltet. Hat sich der linke Hörer per Bluetooth verbunden, koppelt sich der rechte Stöpsel nach Einschalten automatisch mit dem linken Master-In-Ear. Bei der nächsten Nutzung erfolgt die Verbindung zum Abspielgerät nach Einschalten des Headsets automatisch. Denn der Optoma BE Free8 speichert die Pairing-Informationen von bis zu acht Geräten, sodass nicht immer jeweils eine neue Kopplung erfolgen muss.

Bild: Techstage Transportcase und In-Ears sind aus hochglänzendem, nicht gerade wertig wirkendem Kunststoff.

Zur Steuerung des Headsets zeigt sich nur der Taster am linken Ohrhörer verantwortlich. Ein kurzer Druck stoppt oder startet die Musikwiedergabe, bei Anrufen genügt ein kurzer Druck zum Annehmen und zum Auflegen. Um einen Song weiterzuschalten, ist ein Doppelklick auszuführen. Ein Lied zurückschalten geht beim Optoma BE Free8 nicht, ebenso wenig die Lautstärkeregelung am Headset. Zum Aufrufen von Siri oder Google Assistant auf dem Smartphone gilt es, den linken Taster bei gestoppter Musikwiedergabe circa zwei Sekunden lang zu drücken.

In unserem Test saß das Headset mit den passenden Silikon-Tips gut und fest im Ohr. Das Betätigen der Taster rechts und links gestaltet sich etwas kompliziert: Sie befinden sich auf der flachen Seite der Ohrhörer und schauen somit nach vorne. Bei einem Druck darauf rutschen sie schnell aus dem Ohr. Daher bietet sich an, die Hörer mit dem Daumen zusätzlich zu fixieren. Mit etwas Eingewöhnung funktioniert dies ganz gut. Der Druckpunkt des Buttons könnte allerdings etwas leichtgängiger sein.

Bild: Techstage In Verbindung mit dem Transportcase kamen wir im Test auf knapp 13 Stunden Laufzeit.

Klanglich kann der Optoma BE Free8 bei uns punkten: Uns gefällt sein satter und druckvoller Bass. Den bietet der In-Ear-Kopfhörer nicht zu knapp. Die Höhen klingen brillant aber auch nicht zu spitz, während die Mitten sich im positiven Sinne neutral zeigen. Trotz des satten Basspfundes empfanden wir das gesamte Klangbild aufgeräumt und detailliert. Wer tendenziell auf einen möglichst neutralen Klang im ganzen Spektrum steht, dem dürften die tiefen Frequenzen etwas zu sehr dominieren.

Auch die Sprachqualität beim Telefonieren gefiel uns, wobei das Noise-Cancelling diesbezüglich seinen Teil zu beitragen dürfte. Die Verbindungen zwischen Headset und Smartphone sowie den beiden einzelnen Ohrhörern liefen sehr stabil.

Klanglich gefällt uns der BE Free8 sehr gut. Nutzer sollten allerdings auf Bass stehen, denn den gibt es in ordentlichem Maße. Davon abgesehen muss sich der True-Wireless-Kopfhörer vor ähnlich teuren Produkten wie beispielsweise dem Bose SoundSport Free (Testbericht), dem Sony WF-1000X (Testbericht) oder unserem aktuellem Top-Tipp in dieser Produktkategorie, dem Jabra Elite 65t (Testbericht) bezüglich seines Sounds nicht verstecken.

Was den Funktionsumfang angeht, hinkt er der Konkurrenz allerdings ein gutes Stück hinterher. Es gibt beispielsweise keine Lautstärkeregelung am Ohr wie beim Jabra Elite 65t und beim Bose SoundSport Free. Die Hörer bieten auch keinen zusätzlichen Equalizer wie der Jabra Elite 65t und beim Bose SoundSport Free. Und auch auch die Möglichkeit, Umgebungsgeräusche einzublenden wie beim Sony WF 1000X und dem Jabra Elite 65t fehlt.

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