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True Wireless OnePlus Buds im Test: auffällig unspektakulär

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Die ersten True-Wireless-Kopfhörer des Herstellers OnePlus versprechen guten Klang und kurze Ladezeiten. TechStage hat sie getestet und verrät, ob sich ein Kauf lohnt.

Immer mehr Hersteller drängen mit True-Wireless-Kopfhörern auf den Markt. Nun hat auch OnePlus sein erstes komplett kabelloses Modell vorgestellt. Dieses muss sich sowohl gegen Markengeräte wie die Momentum True Wireless 2 von Sennheiser (Testbericht) als auch gegen günstige Ohrstöpsel wie die Airdots Pro von Xiaomi (Testbericht) beweisen. Wer wissen will, welche günstigen Budget-Modelle verfügbar sind, sollte sich den Ratgeber Die günstigsten True-Wireless-Kopfhörer ansehen.

Das Design der OnePlus Buds ist zwar eigenständig, trotzdem erinnert die weiße Variante zunächst an die Apple Airpods (Testbericht). Das liegt in erster Linie an der Tatsache, dass die weißen Ohrstöpsel ebenfalls ganz ohne Gummipolster auskommen und insgesamt ähnlich aufgebaut sind. In den Farben Dunkelgrau und Blau wirken die Buds dann aber schon weniger ähnlich.

Die beiden Kopfhörer sind insgesamt sehr schlicht und unauffällig gestaltet und kommen ganz ohne Hersteller-Branding, auffällige LEDs oder Designelemente aus. Lediglich auf der Ladeschale mit der mittig positionierten Status-LED ist ein kleiner Schriftzug vorhanden. Der Funktionsknopf für Pairing und Abfragen des Akkustatus ist rückseitig angebracht. Das Scharnier des klappbaren Kunststoffdeckels besteht aus Metall und hinterlässt einen stabilen Eindruck.

Der Lieferumfang ist ebenso unauffällig wie das Design.

Durch die fehlende Polsterung sind die Kopfhörer in Sachen Tragekomfort weniger flexibel als Modelle mit Gummistopfen. In der Praxis heißt das: Entweder sie passen oder eben nicht. Wessen Ohren von der Standardgröße abweichen, der hat entweder Probleme mit einem vernünftigen Halt oder mit dem Tragekomfort. Bei uns führt eine längere Benutzungsdauer ab 30 Minuten zu einem unangenehmen Tragegefühl. Die Buds beginnen dann zu drücken und fühlen sich wie Fremdkörper an. Wer etwas größere Ohren als der Redakteur hat, sollte das Problem nicht bekommen.

Im schlanken Kopfhörergehäuse sind neben dem Lautsprecher insgesamt drei Mikrofone und ein Näherungssensor integriert. Dieser erkennt, wenn die Kopfhörer aus dem Ohr genommen werden und pausiert dann automatisch die Musikwiedergabe. Anders als beispielsweise die Freebuds 3i von Huawei (Testbericht), startet die Musik auch von selbst, sobald die Buds wieder eingesetzt werden. In der Praxis ist das deutlich bequemer als bei der Konkurrenz.

Die Mikrofone für Telefonate machen insgesamt einen guten Job. Unsere Gesprächspartner bestätigen uns einen klaren und natürlichen Klang. Lediglich bei lauten Hintergrundgeräuschen wirkt die eigene Stimme minimal blechern, das an der Geräuschunterdrückung der Mikrofone liegt. Die beiden punktförmigen Kontaktflächen zur Verbindung mit der Ladeschale sind am unteren Ende des Kopfhörerschafts angebracht. Die Touchfelder zur Bedienung passen sich unauffällig in das Gesamtdesign ein.

OnePlus Buds (13 Bilder)

So kommen die Kopfhörer beim Kunden an.

Das Gewicht der Ladeschale der Buds beträgt lediglich 37 g, die mit IPX4 zertifizierten Ohrstöpsel bringen jeweils 4,7 g auf die Waage. Durch diese Dichtigkeit sind die Buds ausreichend gegen leichten Regen oder Schweiß geschützt. Die Verarbeitung von Schale und Kopfhörern ist tadellos. Während der Kunststoff der Ladebox matt und griffig ist, sind die beiden Kopfhörer mit der glatten Oberfläche etwas rutschig. Die Entnahme aus der Ladeschale ist trotzdem, anders als bei den Airdots Pro von Xiaomi (Testbericht), problemlos möglich. Die Abmessungen der Box betragen 53 × 60 × 24 mm.

Ein gerade einmal 15 cm kurzes USB-C-Ladekabel in der Farbkombination weiß und rot gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Die Länge ist für den Alltagsgebrauch schlicht ungenügend. Ein passendes USB-Netzteil ist nicht beigepackt.

Bei den allermeisten True-Wireless-Kopfhörern ist die Klangqualität stark davon abhängig, wie gut die Ohrstöpsel sitzen. Die OnePlus Buds sind in diesem Punkt erfreulicherweise wenig zickig: Sie müssen nicht hundertprozentig exakt sitzen, um einen vernünftigen Sound hinzubekommen.

Als Audio-Codecs kommen SBC und AAC zum Einsatz. Der höherwertige AptX-Codec für eine annähernd latenzfreie Übertragung ist nicht vorhanden. Eine minimale Latenz ist somit zwar vorhanden, trotzdem ist die Verzögerung so gering, dass sich die Buds auch für gelegentliche Videos oder Gaming-Sessions eignen.

Der Sound der dynamischen 13,4-mm-Treiber ist klar und ordentlich differenziert. Auch bei hoher Lautstärke überzeichnen weder Hoch-, Mittel-, noch Tieftöner. Der Bass ist zwar ausreichend druckvoll, allerdings dominieren die mittleren Tonbereiche. Wer mit dem sehr neutralen Klang nicht zufrieden ist, kann mit entsprechenden Equalizer-Apps nachhelfen. Die maximale Lautstärke der OnePlus Buds ist ausreichend, dürfte nach unserem Geschmack aber gerne etwas höher sein.

Eine aktive Geräuschunterdrückung ist nicht vorhanden. Das ist aber gut verschmerzbar, da hier auch die teuren Highend-Modelle von Sennheiser und Co. nicht voll überzeugen können.

Das Pairing mit verschiedenen Android-Smartphones und einem Macbook Pro hat im Test problemlos und zügig funktioniert. Die Bluetooth-5.0-Verbindung bleibt selbst im Nebenraum stabil. Auf freiem Feld sind Entfernungen von zehn bis fünfzehn Metern möglich. Falls es dann doch einmal zu einem Funkabriss kommt, funktioniert das erneute Verbinden sehr schnell und zuverlässig.

Die Bedienung anhand der großzügigen Touch-Felder funktioniert problemlos. Allerdings kommt es beim Zurechtrücken der Ohrstöpsel immer mal zu Fehleingaben. Play, Pause, Anrufe annehmen und beenden oder den Sprachassistenten starten ist dabei ebenso möglich, wie die Wahl des Musiktitels. Zum Ändern der Lautstärke muss man hingegen das Smartphone bemühen - schade.

Die Ladeschale ist durch die kompakte Größe und das geringe Gewicht absolut alltagstauglich. Da deren USB-Port allerdings ungeschützt ist, sammeln sich dort nach einigen Tagen Staubflusen. Der Ladezustand der Transportbox und der beiden einzelnen Kopfhörer wird unter Android ganz ohne zusätzliche App angezeigt.

Die Buds sind gut, aber unspektakulär.

Die 35-mAh-Akkus der beiden Ohrstöpsel sollen laut Herstellerangabe bis zu sieben Stunden durchhalten. Im Praxistest haben wir diesen Wert allerdings nicht erreicht. Bei hoher Lautstärke sind realistisch fünf bis fünfeinhalb Stunden möglich.

Die Kopfhörer lassen sich etwas mehr als dreimal mit dem 420-mAH-Akku der Transportbox nachladen. Insgesamt kommt man so auf eine ordentliche Gesamtlaufzeit von über 20 Stunden. Das Laden funktioniert auch ohne spezielle Schnellladefunktion ausreichend zügig. Nach nur 10 Minuten in der Schale, halten die Kopfhörer wieder gut eineinhalb Stunden lang durch. Eine vollständige Aufladung von Kopfhörern und Ladeschale dauert mit einem Standardnetzteil knapp 80 Minuten. Diese Werte sind für den Alltagsgebrauch völlig ausreichend. Kabelloses Nachladen der Ladeschale ist übrigens nicht möglich.

Mit einer UVP von 89 Euro spielen die OnePlus Buds in einer Liga mit den Airdots Pro von Xiaomi (Testbericht), den Magic Earbuds von Honor (Testbericht) oder den Samsung Galaxy Buds+ (Testbericht). Der Preis ist zwar fair, allerdings sind die OnePlus Buds damit keine Preiskracher.

Die OnePlus Buds hinterlassen insgesamt einen positiven und bodenständigen Eindruck. Gut gefallen uns der ordentliche Sound und die stabile Bluetooth-Verbindung. Klang, Design und Verarbeitung sind in die gehobene Mittelklasse einzuordnen. Wer ein ordentliches Modell ohne Gummipolster sucht, bekommt gute, aber eben keine außergewöhnlichen, Kopfhörer.

Hinsichtlich des Preis-Leistungsverhältnisses sind wir hin- und hergerissen. Die Buds sind insgesamt gute True-Wireless-Kopfhörer, sie können sich aber weder preislich noch ausstattungstechnisch von der zahlreich vorhandenen Konkurrenz absetzen. Zudem müssen die Kopfhörer zum Ohr des Nutzers passen, um wirklich vernünftig zu sitzen. Ist dies der Fall, macht man mit den Buds nichts falsch.

Wer in dieser Preisklasse Kopfhörer mit Gummipolsterung sucht, sollte sich beispielsweise die Freebuds 3i von Huawei (Testbericht) oder die Magic Earbuds von Honor (Testbericht) ansehen.

Sind eine aktive Geräuschunterdrückung und erstklassiger Klang kaufentscheidend, muss man allerdings tiefer in die Tasche greifen und beispielsweise die teuren Momentum True Wireless 2 von Sennheiser (Testbericht) kaufen. Alternativen in verschiedenen Preisklassen finden sich in unserem Kopfhörer-Testsieger-Artikel.

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