TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

True-Wireless-Kopfhörer TWS i7S im Test: Billiger Airpod-Klon

6
von  // 

Komplett kabellose Kopfhörer im schicken Airpod-Design für einen Bruchteil des Apple-Preises: Ist das ein Schnäppchen oder herausgeworfenes Geld? Wir haben es ausprobiert.

Optisch erinnern die TWS i7S ganz klar an die erfolgreichen Airpods von Apple (Testbericht) – eine 1:1-Kopie sind sie trotzdem nicht. Dafür sind sowohl die Kopfhörer als auch die Ladeschale zu groß. Der zweite große Unterschied ist der verwendete Kunststoff. Er wirkt minderwertig und billig. Insbesondere die Ladeschale hinterlässt keinen stabilen Eindruck. Die aus mehreren Einzelteilen zusammengeklebten In-Ear-Gehäuse sind nicht perfekt zusammengefügt, was zu spürbaren Übergängen führt.

Die beiden True-Wireless-Ohrstöpsel verfügen über je einen Bedientaster und eine Status-LED. Auf der Unterseite sitzt die ungeschützte Ladebuchse – ein Magnet für Staub und Fussel. Wer die i7S nicht in Benutzung hat, sollte sie deshalb nur in der Ladeschale aufbewahren. Das Herausfischen von Staubflocken ist schwierig bis unmöglich.

Die Ladeschale mit aufklappbarem Deckel verfügt über eine Micro-USB-Buchse, einen Bedientaster und zwei Status-LEDs. Die zwei Federstiftkontakte zum Laden der Ohrstöpsel funktionieren, hinterlassen aber keinen stabilen Eindruck.

Zum Laden des in der Schale verbauten Akkus gehört ein 15 cm langes Micro-USB zum Lieferumfang. Eine kurze englische Anleitung ist ebenfalls beigepackt.

Die Bedienung ist einfach und logisch – wenn man bedenkt, dass die i7S als Stereo-Set und als Einzelkopfhörer genutzt werden können. Das Laden der beiden In-Ears startet nach einem kurzen Druck auf den Bedientaster der Ladebox. Sind sie fertig aufgeladen, folgt das Verbinden zum Smartphone oder Tablet. Dazu werden die beiden Ohrstöpsel entnommen und zeitgleich mit dem Bedientaster eingeschaltet. Geschieht das nicht synchron, verbindet sich nur zuerst eingeschaltete Kopfhörer.

Während des Betriebs startet und stoppt und startet der Bedientaster die Musikwiedergabe. Anrufe annehmen und beenden klappt ebenfalls mit dem Taster. Ausschalten und eine erfolgreiche Verbindung zum Smartphone quittieren die Kopfhörer mit einer kurzen englischen Sprachmeldung.

Der Tragekomfort ist wirklich schlecht. Die Kunststoff-Stöpsel sind derart unbequem, dass wir nach maximal 30 Minuten Ohrenschmerzen bekommen und eine Pause brauchen. Das liegt in erster Linie am Fehlen von weichen Silikon-Adaptern, wie sie beispielsweise bei den Bluetooth-Headsets von ifrogz (Testbericht) oder Taotronics (Testbericht) zum Einsatz kommen. Bei uns sitzen die i7S zwar zuverlässig, andere Nutzer beklagen sich allerdings über unzureichenden Halt. Ohne die Silikon-Adapter ist der Sitz allein von Form und Größe des Ohrs abhängig.

Bei uns sitzen die i7S zuverlässig. Allerdings sind sie unbequem.

Die Reichweite und Verbindungsqualität sind dagegen erstaunlich gut. Beim Musik hören können wir den Raum wechseln, ohne dass es zu Abbrüchen oder Verzerrungen kommt. Maximal sind Distanzen zwischen 8 und 10 Metern möglich.

Die Status-LEDs an den Ohrstöpseln blinken während der Nutzung in grellem blau. Das Licht ist insbesondere bei der Nutzung in dunkler Umgebung deutlich zu hell und störend.

Die Klangqualität der i7S ist zum Musikhören ungenügend. Tiefe Töne und satter Bass sind ebenso wenig vorhanden, wie ausgeglichene Töne im mittleren Bereich. Die hohen Töne sind dominant und völlig übersteuert. Durch das Fehlen von Silikon-Adaptern dringen sämtliche Außengeräusche ungefiltert ans Ohr. Die Soundqualität ist mit der von billigen Kopfhörern aus den 80er Jahren vergleichbar.

Zum Telefonieren ist der Klang zwar ausreichend, allerdings macht hier das Mikrofon Probleme. Die Gesprächspartner hören Rauschen und eine leise, blecherne Stimme. Für Telefonate in lauter Umgebung sind die i7S somit nicht geeignet. Als Not-Headset für den Mietwagen die Qualität gerade so ausreichend.

Beim Ansehen eines Videos kam es zu deutlichen Latenzproblemen, Ton und Bild waren nicht synchron.

Der Hersteller gibt eine Akkulaufzeit von drei bis vier Stunden an. Im Test halten die Tue-Wireless-Kopfhörer deutlich kürzer. Beim Musikhören in mittlerer Lautstärke halten sie etwa zwei Stunden lang durch. Zum Aufladen kommen die beiden In-Ears wieder in die Ladeschale. Wie voll die Ohrstöpsel und der Akku in der Ladeschale sind, erschließt sich uns, trotz zahlreicher Status-LEDs, nicht. Deshalb lässt sich auch nicht sagen, wie lange die Akkus für eine vollständige Ladung brauchen.

Die billigen Klon-Kopfhörer sind eine reine Geldverschwendung.

Die i7S sind unter verschiedenen Bezeichnungen und mit unterschiedlichen Herstellerlabels gelistet. Neben der von uns getesteten Variante in Weiß, stehen noch andere Farben und Muster zur Verfügung. Die Preisspanne der Airplug-Klone liegt zwischen 15 und 25 Euro.

TWS I7s weiß

TWS i7S

(Kein Produktbild vorhanden)

TWS i7S

(Kein Produktbild vorhanden)

TWS i7S

(Kein Produktbild vorhanden)

TWS i7S

(Kein Produktbild vorhanden)

TWS i7S

Die i7S sind unbequem und haben eine miese Soundqualität. Selbst bei einem Import-Preis von unter 10 Euro raten wir vom Kauf ab.

Wer günstige und gut klingende Bluetooth-Kopfhörer braucht, sollte unbedingt zu einem anderen Modell greifen. Wenn es kein True-Wireless-Headset sein muss, empfehlen wir den Blick auf die ebenfalls günstigen TT-BH26 von Taotronics (Testbericht) oder die Plugz Wireless von ifrogz (Testbericht).

Sollen es komplett kabellose Kopfhörer sein, empfehlen wir unseren Vergleichstest von 15 Wireless Kopfhörern zwischen 25 und 200 Euro.

Ähnliche Produkte im Test

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige