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Toumei C800S: portabler Android-Beamer im Test

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Der Toumei C800S ist ein kompakter Beamer mit integriertem Akku und Android-Betriebssystem. Er kostet nur knapp 200 Euro und gefällt uns trotz ein, zwei Kritikpunkten recht gut. Was die Pros und Cons des Gerätes sind, verrät unser Test.

Mit seinen Abmessungen von 158 × 80 × 18 mm und seinem Gewicht von 265 g ist der Toumei C800S ein kompaktes Gerät, das sich zur Not auch in der Hosentasche verstauen lässt. Die Oberseite besteht aus schwarzem hochglänzendem Kunststoff mit Herstellerlogo in der Mitte. Auf der Rückseite des Beamers finden sich der Einschalter, ein HDMI-Eingang, einen Audio-Ausgang (3,5 mm) ein USB-Port, ein Micro-SD-Kartenslot und der Anschluss für das Netzteil. Auf der mit vier Kunststofffüßchen bestückten Unterseite gibt es ein Gewinde zur Befestigung am im Lieferumfang befindlichen Mini-Stativ.

Bild: Techstage Die ganzen Anschlüsse des Beamers sind hinten untergebracht.

Der Lautsprecher tönt nach hinten aus den entsprechenden Aussparungen heraus, vorne sind Lüftungsschlitze und die Linse untergebracht. Ein Drehrädchen zum Scharfstellen ist an der linken Seite des Gerätes. Trotz des verhältnismäßig geringen Preises wirkt der Beamer mit rundum laufendem Aluminiumrahmen und Ober- und Unterseite aus Kunststoff solide und zeigt sich gut verarbeitet.

Bild: Techstage Um das Bild scharfzustellen gibt es links ein entsprechendes Drehrädchen.

Zur Technik im Inneren des Toumei C800S verrät der Hersteller nicht allzu viel. Die Verbindung per WLAN mit dem Internet erfolgt im 2,4- und 5-GHz-Frequenzband, der fest verbaute Akku hat eine Kapazität von 4100 mAh. In der Praxis genügt eine Ladung für knapp zweieinhalb Stunden Spielzeit. Beim Prozessor handelt es sich um einen Chip des Typs RK3128 vom Hersteller Rockchip. Der Quad-Core-Prozessor taktet mit maximal 1,2 GHz pro Kern, der Arbeitsspeicher des Toumei C800S ist 1 GByte groß. Trotz dieser mageren Spezifikationen läuft das installierte Android in Version 7.1 recht flüssig. An internem Speicher gibt es 32 GByte.

Der Toumei C800S bietet eine Auflösung von 854 × 480 Pixel – nicht besonders viel in Zeiten von 4K. In der Realität lassen sich bei Projektionsflächen über 70 Zoll einzelne Pixel zwar in der Tat problemlos sichten und zählen, aus der Entfernung kann sich das Bild des Mini-Beamers jedoch sehen lassen. Davon abgesehen ist die Farbwiedergabe für ein solch günstiges Gerät überraschend gut. Die Helligkeit gibt der Hersteller mit 100 Lumen an. Für ein möglichst optimales Bild beim Schauen von Filmen muss der Raum möglichst dunkel sein – bei der Nutzung des Beamers für Präsentationen genügt es schon, wenn der Raum nur ein klein wenig abgedunkelt ist.

Bild: Techstage Trotz der geringen Auflösung taugt der Mini-Beamer gut zum Filme schauen.

Während die Bildqualität für einen recht günstigen Beamer überraschend gut ist, versagt der verbaute Lautsprecher auf ganzer Linie. Er klingt nicht nur dünn und blechernd – er ist auch sehr leise. Ohne einen zusätzlichen Bluetooth-Lautsprecher – der dank Android problemlos verbunden werden kann – macht das Schauen von Filmen mit dem Toumei C800S so keinen Spaß. Es gibt jedoch auch noch die Möglichkeit, das Audiosignal über den Klinkenausgang an ein Wiedergabegerät der Wahl weiterzuleiten.

Egal ob per Streaming, USB-Stick oder Festplatte, Micro-SD-Karte oder per HDMI: Im Test kam uns kein Videofile unter, das der Toumei C800S nicht abgespielt hat. Dabei haben wir die gängigsten Formate und Container ausprobiert, die maximale Auflösung betrug dabei 4K. Auch das war kein Problem für den Mini-Beamer.

Zur Bedienung des installierten Android in Version 7.1 gibt es eine Infrarotfernbedienung im Lieferumfang. Diese ähnelt den Fernbedienungen von Geräten wie dem Fire TV von Amazon oder Nvidias Shield TV. Das Betriebssystem ist allerdings nicht ganz so gut auf die Nutzung als Smart TV angepasst, wie es bei den bekanntesten auf Android basierenden TV-Boxen- und –Dongles der Fall ist. Zu diesem Zweck gibt es beim Toumei C800S einen Maus-Modus, der nützlich ist, falls der Nutzer in mancher App nicht mit dem normalen Steuerkreuz klarkommt. Davon abgesehen gibt es die üblichen Android-Bedientasten, außerdem Buttons für die manuelle Trapezkorrektur, die in der Regel jedoch automatisch zufriedenstellend geschieht.

Alles in allem geht die Bedienung des Toumei C800S per Fernbedienung recht gut von der Hand. Im Test nutzten wir unter anderem die gängigsten Android-Apps in Sachen Streaming (Netflix, Amazon Prime, Plex und Magine TV), außerdem ließen wir Medien von Micro-SD-Karte und USB-Stick abspielen und schickten Filme vom Laptop über HDMI auf den Beamer.

Weil es sich beim Toumei C800S um einen mobilen Beamer handelt, wiegt ein Kritikpunkt schwer. Der integrierte Lautsprecher klingt zu schlecht um Filme zu schauen, weswegen sich ein Bluetooth-Lautsprecher als Erweiterung empfiehlt. Den muss der Nutzer aber dann noch zusätzlich mitschleppen, wenn er den Toumei C800S unterwegs nutzt.

Aber auch die Tatsache, dass der Hersteller auf ein Netzteil ohne USB-Stecker setzt, widerspricht dem Aspekt der Mobilität. Würde der Beamer per Micro-USB-Anschluss aufgeladen, könnte die Laufzeit beispielsweise per Powerbank verlängert werden. Da es sich um einen Standard-Hohlstecker handelt, gibt es allerdings die Möglichkeit einen entsprechenden Adapter zu nutzen. Berichten zufolge sollte ein solcher eigentlich auch Teil des Lieferumfangs sein, bei unserem Testsample war dies jedoch nicht der Fall.

Bild: Techstage

Punkten kann der Toumei C800S mit einer soliden Bildqualität bei einem recht geringen Preis von etwa 200 Euro. Er eignet sich nicht nur für Präsentationen in etwas abgedunkelten Räumen, trotz der recht geringen Auflösung machen auch Filme auf großer Projektionsfläche Spaß. Dazu muss es im entsprechenden Raum dann jedoch schon so dunkel wie möglich sein.


Update (16.08.2018 um 14:03 Uhr):

Artikel bezüglich des irrtümlich als proprietär beschriebenen Netzteils korrigiert.

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