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Toshiba Exceria Pro N502 256 GByte: schnell, groß, seltsam

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Die Toshiba Exceria Pro N502 verspricht viel Platz und viel Leistung. Wir testen die Speicherkarte – und entdecken ein seltsames Verhalten.

SDXC-Karten mit einer Schreibgeschwindigkeit von mehr als 200 MByte/s und einer Kapazität von 256 GByte sind rar. Toshibas Exceria Pro N502 tritt an, um den Speicherhunger von Anwendern mit hohen Performance-Ansprüchen zu stillen.

Rund 300 Euro ruft Toshiba für die 256 GByte große Exceria Pro N502 auf und somit ziemlich genau doppelt so viel wie für das 128-GByte-Modell. Für eine derart großvolumige Speicherkarte ist der Preis günstig: In der nominell selben Geschwindigkeitsklasse spielt lediglich Angelbirds kürzlich getestete AV Pro (Testbericht), die allerdings 100 Euro mehr kostet.

Die Karte ist Teil unserer Themenwelt zu schnellen SD-Speicherkarten. Folgende Tests sind bereits erschienen:

Toshiba bewirbt die Exceria Pro N502 als schnelles Speichermedium für professionelle Videoaufnahmen in 8K-Auflösung. Angesichts der angegebenen Lese- und Schreibwerte von bis zu 270 beziehungsweise 260 MByte/s verwundert das nicht, zudem ziert das V90-Logo der SD Card Association den Testkandidaten. Das offizielle Gütesiegel garantiert eine Video-Dauerschreibleistung von mindestens 90 MBtye/s, eine höhere Zertifizierung gibt es derzeit nicht. Strenge, interne Kompatibilitätstests sollen Herstellerangaben zufolge dafür sorgen, dass die UHS-II-Speicherkarte zu aktuellen High-End-Videokameras wie etwa der Blackmagic Ursa Mini Pro kompatibel ist.

Toshiba bietet die Karte unter anderem in einer 256-GByte-Variante an.

Das Filmen in hoher 4K- oder gar 8K-Auflösung in professioneller Qualität erfordert viel Speicherplatz und setzt somit den parallelen Einsatz mehrerer SDXC-Karten voraus, daher legt Toshiba in weiser Voraussicht eine entsprechende Transportbox bei. Eine fünfjährige Garantie sollte in den meisten Fällen die gesamte Nutzungsdauer des Speichermediums abdecken. Darüber hinaus erhalten alle Kunden, die bis zum 30. September 2020 eine Aktivierung vornehmen, eine Ein-Jahres-Lizenz für eine Datenrettungssoftware von LC Technology.

Im Rahmen der aktuellen Teststrecke schneller SDXC-Karten für Fotografie und Videoaufnahmen nutzen wir den integrierten, per PCI-Express angebundenen und UHS-II-kompatiblen Kartenleser eines mit 64 GByte Arbeitsspeicher ausgestatteten XMG ULTRA 17. Der üppig dimensionierte Hauptspeicher findet vor allem bei den Kopiertests mit echten Daten in unterschiedlichen Größenordnungen in Form einer großzügig dimensionierten RAM-Disk Verwendung. Ein weiterer Durchlauf testet die Lese- und Schreibleistung mittels des verbreiteten Benchmark-Tools Crystal Disk Mark. Neben einer Überprüfung des sequenziellen Durchsatzes bei einer Anfragetiefe (Queue Depth) von Eins testet das Programm auch die Leistung beim wahlfreien Lesen und Schreiben von 4K-Datenblöcken. Ein abschließender Dauerschreibtest soll zeigen, ob es zu Leistungseinbrüchen kommt. Dieser muss größenbedingt auf den Einsatz einer RAM-Disk verzichten, die Daten kommen hier von der im Notebook verbauten Samsung SSD 970 Evo (Testbericht).

Die Speicherkarte Toshiba Exceria Pro N502

Zwar ist Toshibas Karte schnell, erreicht jedoch beim sequenziellen Schreiben nicht die versprochenen Bestwerte: Bei unserer 25 GByte großen Testdatei sind es nur 164,3 MByte/s, während die Lesewerte mit 256 MByte/s sehr gut ausfallen. Kommt das Speichermedium frisch aus der Verpackung, fällt die Performance besser aus. Den Versuch einer Ursachenforschung gibt es im Abschnitt zum Dauerscheibtest. Bei mittelgroßen Dateien ist die Exceria Pro N502 mit 205,3 MByte/s (Lesen) und 69,2 MByte/s (Schreiben) vergleichsweise fix, gleiches gilt für die Messwerte bei kleinen Datensätzen. Demzufolge ordnet sie sich beim Schreiben eines gemischten Ordners im Mittelfeld der Elite-Klasse unter den SD-Karten ein.

Kopiertest
Kopiertest
Lesen: kleine Dateien (18.000x128 KByte) 27,5 MByte/s
Schreiben: kleine Dateien (18.000x128 KByte) 4,7 MByte/s
Lesen: mittelgroße Dateien (Lesen/Schreiben, 3.600x2,5 MByte) 205,3 MByte/s
Schreiben: mittelgroße Dateien (Lesen/Schreiben, 3.600x2,5 MByte) 69,2 MByte/s
Lesen: große Datei (1x25 GByte) 256,0 MByte/s
Schreiben: große Datei (1x25 GByte) 164,3 MByte/s
Lesen: gemischter Ordner (9,53 GByte) 01:13 min
Schreiben: gemischter Ordner (9,53 GByte) 07:54 min

Im Crystal Disk Mark bewegen sich sämtliche Messungen im Bereich des Erwarteten. Aufgrund der kürzeren Belastungsphasen erreicht das Testmodell mit 238 MByte/s einen deutlich besseren Schreibwert: Im Gegensatz zum Kopiervorgang mit einer 25 GByte großen ISO-Datei verwendet der Benchmark im Standarddurchlauf nur fünf jeweils 1 GByte große Datenhäppchen.

Crystal DiskMark v5.5.0 x64
seq. Read QD1 251,8 MByte/s
seq. Write QD1 238,0 MByte/s
4K Rd. Read QD1 1571 IOPS
4k Rd. Write QD1 326 IOPS

Erst im Dauerschreibdurchlauf mit einer 230-GByte-Testdatei offenbart sich der scheinbare Schwachpunkt der SDXC-Karte. Trotz zahlreicher Nachtests, drei völlig unterschiedlicher Testplattformen und zweier Testmuster änderte sich aber nichts am folgenden Verhalten: Nach einmaligem Vollschreiben brach die Schreib-Performance des Speichermediums etwa zur Hälfte des zweiten Durchlaufs ein, ab der dritten Runde ergab sich dann die gezeigte Verlaufskurve. Die Werte erreichen hier nur kurz und punktuell das erhoffte Maximum und bewegen sich spätestens nach dem Schreiben der Hälfte der Testdatei nur noch zwischen 120 und 140 MByte/s – im Durchschnitt kommt die N502 Pro über den gesamten Kopiervorgang betrachtet auf 144,8 MByte/s.

Das Perfmon-Chart zeigt den Leistungsabfall.

Das Verhalten war auf insgesamt drei Testsystemen reproduzierbar. Da der Kopiertest mit einer 25 GByte großen Datei weiter oben erst nach dem Dauerschreibtest durchgeführt wurde, liegt nahe, dass das Problem ohne vorherigen Dauerschreibtest gar nicht aufgefallen wäre. Interne Tests von Toshiba konnten das Problem eigenen Angaben zufolge nicht nachstellen und wurden ohne eine befriedigende Antwort oder Problemlösung eingestellt.

Toshiba deckt mit der Exceria Pro N502 einen besonders weiten Speicherbereich ab und bietet neben dem getesteten 256-GByte-Modell auch Varianten mit 32, 64 und 128 GByte an.

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Toshiba Exceria Pro N502 R270/W260 SDXC    256GB, UHS-II U3, Class 10 (THN-N502G2560E6)

Toshiba Exceria Pro N502 R270/​W260 SDXC 256GB

Toshiba Exceria Pro N502 R270/W260 SDHC     32GB, UHS-II U3, Class 10 (THN-N502G0320E6)

Toshiba Exceria Pro N502 R270/​W260 SDHC 32GB

Toshiba Exceria Pro N502 R270/W260 SDXC     64GB, UHS-II U3, Class 10 (THN-N502G0640E6)

Toshiba Exceria Pro N502 R270/​W260 SDXC 64GB

Toshiba Exceria Pro N502 R270/W260 SDXC    128GB, UHS-II U3, Class 10 (THN-N502G1280E6)

Toshiba Exceria Pro N502 R270/​W260 SDXC 128GB

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Angesichts der zuvor erläuterten Unklarheiten fällt es schwer, ein abschließendes Urteil über die Toshiba Exceria N502 Pro zu fällen. Keine Frage, das Modell liefert zumindest zeitweise eine sehr hohe Spitzengeschwindigkeit und ist in der ausgewiesenen Performance-Klasse der einzige 256 GByte große Gegenkandidat zur Angelbird AV PRO SD V90.

Dabei bietet Toshiba eine um zwei Jahre längere Garantie und ist deutlich günstiger. Wäre da nicht der bislang ungeklärte Leistungsabfall beim dauerhaften Beschreiben, denn etwa nach dem 1,5-fachen Füllen der Karte mit einem sequenziellen Datensatz bricht der Schreibwert ein.

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