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Thermostat-Test: Eve Thermo heizt Apple-Nutzern ein

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Smarte Heizkörperthermostate hängen üblicherweise über eine Bridge am Router. Nicht so Eve Thermo. Denn es kann nur Bluetooth und redet nur mit Apple. Wie das funktioniert, zeigt der Test.

Eve hat neben dem hier getesteten Heizkörperthermostat Eve Thermo sehr viele weitere Smart-Home-Komponenten im Portfolio. Dazu gehören unter anderem Steckdosen, Schalter, Bewegungsmelder, Lichter und Fenster- / Türsensoren. Was sie alle gemein haben: Sie setzen auf Bluetooth, brauchen also keine Bridge. Außerdem arbeiten sie nur mit Homekit auf Apple-Produkten zusammen. Das hat erhöht für die Datensicherheit, da weder Cloud, noch Internetverbindung oder Registrierung für die Nutzung notwendig ist. Allerdings gehen auch einige Nachteile damit einher, auf die wir hier im Test des Eve Thermo genauer eingehen.

Im Rahmen unserer Themenwelt smarte Heizkörperthermostate testen wir folgende Produkte und fassen die Ergebnisse anschließen in einem Vergleichstest zusammen.

Dadurch, dass es keine zusätzliche Bridge gibt, entfällt im Vergleich zu den anderen Heizkörperthermostaten im Testfeld ein Installationsschritt. Für die Erstinstallation der Eve Thermo ist ein iPhone oder ein iPad mit aktuellem iOS notwendig. In unserem Fall wählten wir für Einrichtung und Steuerung ein iPad mit iOS 12.1.4. Später können auch Macbooks ab MacOS Mojave Eve-Geräte steuern.

Die zwei AA-Batterien liegen den Eve Thermo bei.

Zunächst setzen Nutzer die zwei mitgelieferten Batterien ein und laden die Eve-App aus dem App Store. Nach dem Klick auf „Geräte suchen“ findet die App selbständig die Bluetooth-Verbindung des Thermostats und will den achtstelligen, auf dem Geräten und der Verpackung klebenden Homekit-Code scannen. Nun noch dem Gerät einen Raum zuweisen und es so benennen, wie man es nachher mit Siri rufen möchte, schon kann das Thermostat an den Heizkörper.

Das Anbringen an den Heizkörper ist einfach. Eine Rohrzange vorausgesetzt, genügen dafür auch zwei linke Daumen. Lediglich bei zum Beispiel hinter einem Küchenschrank verbauten Heizkörpern kann es knifflig werden. Für von der Norm abweichende Heizkörperventile legt Eve dem Thermo die Kunststoffadapter Danfoss RA, Danfoss RAV, Danfoss RAVL und einen RAV Pin bei. Nett: Die App bietet die Möglichkeit, die Anzeige um 180 Grad zu drehen, um sie auch bei kopfüber angebrachten Thermostaten problemlos abzulesen. Nach dem Festschrauben am Heizkörper kalibriert sich Eve Thermo automatisch.

Eve Thermo wirkt solide, aber nicht gerade elegant.

Die Thermostate selbst sind nicht wie sonst üblich zylindrisch, sondern eher rechteckig mit stark abgerundeten Ecken. Sie sind etwa 75 mm lang, 55 mm breit und 68 mm hoch. Damit sind sie zwar etwas größer als die Thermostate von Wiser und Tado, aber dennoch deutlich kompakter als die dicken Dinger von Innogy. Auf ihrer Oberseite versteckt sich hinter dem weißen Kunststoff eine LCD-Anzeige, die nur sichtbar ist, wenn sie aufleuchtet. Zwei durch unauffällige Pfeile gekennzeichnete Softbuttons steuern die Soll-Temperatur direkt am Thermostat. Achtung: Anzeige und Softbuttons gibt es erst bei den Eve Thermos ab dem Jahr 2017, die Geräte davor steuert ausschließlich die App.

Optisch versprühen sie dank ihres weißen und minimalistisch gehaltenen Designs eine gewisse Apple-Ästhetik. Wir finden aber die Thermostate von Wiser und Tado dank ihrer kompakteren Maße und der zylindrischen Form ansprechender.

Dieses Interface bestimmt die Heizzeiten.

Nach der Aktualisierung der Firmware auf Version 1.2.7 geht es an die Programmierung der Heizzeiten. Das hat Eve in der App übersichtlich gelöst. Nutzer setzen jeweils eine Komfort- sowie eine Spartemperatur und verteilen diese beliebig in Blöcken über den Tag. Auf Wunsch beachtet Eve dabei auch Feiertage und behandelt diese wie Wochenendtage. Allerdings gibt es keine Möglichkeit, neben „Komfort“ und „Sparen“ weitere Heiztemperaturen zu definieren. Auch unterscheidet die App auf Wunsch zwar zwischen Wochentag und Wochenende, nicht jedoch zwischen den einzelnen Tagen.

Da Eve Thermo meist sehr nah am Heizkörper sitzt, entspricht die dort gemessene Temperatur nicht unbedingt der tatsächlichen Raumtemperatur. Dafür bietet die App die Option, die Abweichung, auch Offset genannt, zu bestimmen. Standardmäßig steht sie auf -1,5 Grad. Eve geht also davon aus, dass die Isttemperatur im Raum 1,5 Grad unter der am Gerät gemessenen Temperatur liegt. Diese Funktionen sind selbsterklärend und die App sieht dabei auch noch hervorragend aus. Hier hat Eve sehr gute Arbeit geleistet.

Alle, die mehrere Homekit-Produkte und eine Steuerzentrale besitzen, können über Szenen umfangreiche Wenn-Dann-Befehle mit verschiedenen Abläufen festlegen. Wenn der Bewegungsmelder anschlägt, dann mache das Licht an und drehe das Thermostat auf. Das klappt theoretisch mit allen Homekit-Geräten auch außerhalb des Eve-Universums, allerdings dann teilweise mit eingeschränktem Funktionsumfang. Auch ist die Programmierung dieser Szenen, Regeln und Timer gerade bei vielen Homekit-Geräten, die miteinander interagieren sollen, umständlich.

Neben zwei Eve Thermo haben wir auch Eve Door & Window im Test-Setup. Der Kontaktschalter ist schnell an Tür oder Fenster angebracht und ähnlich einfach installiert wie Eve Thermo. Nachdem der Nutzer ihm einen Raum und einen Namen zugewiesen hat, steuert der Schalter nach wenigen Klicks unser Thermostat. Fenster auf, nach etwa 15 Sekunden dreht die Heizung runter und beim Schließen des Fensters wieder auf. Das klappt dank des externen Sensors deutlich besser als zum Beispiel bei Wiser Heat (Testbericht), bei dem der Fühler im Thermostat einen plötzlichen Temperaturabfall als offenes Fenster interpretieren soll.

Die Eve-Fensterkontakte arbeiten sehr zuverässig.

Wer Eve Thermo auch außerhalb der Bluetooth-Reichweite von überall aus steuern will, braucht dann doch eine Bridge, Apple nennt sie Steuerzentrale. Diese kann ein Homepod, ein Apple TV 4K, ein Apple TV der 4. Generation oder ein iPad mit aktuellem iOS sein. Apple hat die Einrichtung der einzelnen Geräte ausführlich dokumentiert.

Die Steuerzentrale muss zu Hause bleiben und mit dem WLAN verbunden sein. Außerdem braucht sie eine Bluetooth-Verbindung zu allen Eve-Geräten. Hier kann es in einem Haus oder einer großen Wohnung zu Verbindungsproblemen kommen, wenn die Entfernung zwischen Steuerzentrale und Eve-Gerät zu groß wird oder dicke Stahlbetonmauern den Weg versperren.

Eve Thermo zeigt einen grafisch aufbereiteten Temperaturverlauf an. Allerdings nicht über die Steuerzentrale, sondern nur, wenn man beim Abrufen mit seinem Apple-Gerät eine direkte Bluetooth-Verbindung aufbaut. Da kann es schnell nerven, in einem Haus die verschiedenen Stockwerke und ihre Heizkörper physisch abzuklappern.

„Siri, stelle die Heizung im Bad auf 22 Grad.“ Das klappt problemlos. Allerdings ist Eve im Apple-Universum gefangen, andere Sprachassistenten unterstützt das System nicht. Das löst zum Beispiel das Tado Thermostat V3+ (Testbericht) besser, unterstützt es neben Siri auch Alexa und Google.

Die Eve Thermo sind mit knapp 60 Euro vergleichsweise teuer. Der Sensor Eve Door & Window kostet weitere 38 Euro. Daneben bietet Eve viele weitere Smart-Home-Komponenten an. Deren aktueller Preis steht hier im Preisvergleich unter dem jeweiligen Reitern. Ein Klick führt dann direkt zum Händler.

Eve Thermo Funk-Heizkörperthermostat (Rev. 2) (10EAR1701)

Eve Thermo

Eve Door and Window, Schließ-/Öffnungssensor [Rev. 2] (1ED109901001)

Eve Door & Window

Eve Room Raumklima- & Luftqualitäts-Monitor 2018, Multisensor (10EAM9901)

Eve Room Raumklima- & Luftqualitäts-Monitor 2018

Eve Energy, Funksteckdose mit Strommesssensor (1EE108301002)

Eve Energy Funksteckdose

Eve Aqua, Wasserventil

Eve Aqua Wasserventil

Eve Button, Wandtaster (10EAU9901)

Eve Button Wandtaster

Eve Motion, Bewegungsmelder (1EM109901000)

Eve Motion Bewegungsmelder

Eve Smoke, Rauchmelder

Eve Smoke Rauchmelder

Eve Thermo funktioniert ausschließlich mit Apple Homekit und ist entsprechend nur etwas für Apple-Nutzer. Ein Bewohner mit Android-Gerät ist also außen vor. Die Hardware selbst wirkt solide, könnte aber gerne etwas eleganter sein. Die App sieht fantastisch aus und bedient sich selbsterklärend. Dafür vermissen wir bei der Programmierung der Zeitpläne und auch sonst ein paar Funktionen wie zum Beispiel das Einstellen der Heizzeiten für jeden einzelnen Tag.

Eve Thermo benötigt keine Bridge und verbindet sich direkt über Bluetooth mit Apple-Geräten. Aufgrund der begrenzten Reichweite von Bluetooth kann es hier gerade in Häusern oder großen Wohnungen zu Problemen kommen. Apple TV, Homepod und iPad können immerhin als Bridge (Apple nennt sie dann Steuereinheit) dienen, um Eve Thermo auch von außerhalb der Wohnung zu steuern.

Schade, dass Eve bei seinem Verbindungsstandard auf Bluetooth gesetzt hat. Diese Entscheidung bringt insgesamt mehr Nach- als Vorteile und wertet die gute Hardware und die sehr schicke App etwas ab.

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