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The Urban XC1: Schicker E-Scooter mit Luftreifen im Test

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The Urban schnürt mit dem XC1 für einen Preis von gut 500 Euro mit Luftreifen, guter Verarbeitung und starkem Motor ein stimmiges Gesamtpaket. Wir haben den E-Scooter getestet.

E-Scooter bieten sich dank kompakter Maße und unkomplizierter Handhabung etwa für den Weg zu Supermarkt, aber auch für Pendler an. Doch es gibt beim Kauf einiges zu beachten. So hapert es gerade im unteren Preissegment mitunter an der Verarbeitung. Auch sind Luftreifen für eine komfortable Fahrt wichtig. Nicht zuletzt sollte der Motor leistungsstark sein, damit Fahrer flott auf ihre 20 Kilometer pro Stunde kommen und an Anstiegen keine Probleme haben. In all diesen Disziplinen punktet der The Urban XC1. Was er noch alles kann und wo seine Schwächen liegen, zeigt der Testbericht.

Wer wissen will, welcher E-Scooter der beste ist, sollte sich unsere Bestenliste E-Scooter anschauen. Einen detaillierten Einblick in alle Funktionen bietet unser großer Vergleichstest E-Scooter mit Straßenzulassung.

Der The Urban XC1 ist einer der optisch ansprechendsten E-Scooter, die wir bisher getestet haben. Seine Trittfläche ziert schön konturiert der Schriftzug des Herstellers. Er ist überwiegend schwarz mit einem langen gelben Streifen an seiner unteren Seite, einem Schriftzug mit gelben Highlights an der vorderen, massiv wirkenden Lenkstange und gelber Öse auf dem hinteren Schutzblech. Diese auffällige Farbkombination sieht hervorragend aus.

Auch die Verarbeitung weiß zu gefallen. Hier merkt man dem Unternehmen seine große Erfahrung in der Produktion von E-Scootern an. Alles wirkt wie aus einem Guss und als würde der XC1 keinen frühzeitigen Schaden nehmen. Allerdings sitzt der Klappmechanismus nicht straff genug. Der Lenker hat etwas Spiel, wackelt also beim Fahren leicht nach vorne und hinten.

The Urban XC1 (12 Bilder)

The Urban XC1

Am Lenker sitzt der Griff für die mechanische Scheibenbremse auf der rechten Seite. Links sitzt unter der einfachen Glocke ein Hebel für die elektrische Motorbremse am Vorderrad. Äquivalent dazu findet man auf der rechten Seite den etwas straffen Gasgriff. Die gummierten Griffe sind angenehm groß und fühlen sich hochwertig an.

Mittig und sehr schön integriert sitzt das LED-Display, welches bei direkter Sonneneinstrahlung mitunter schwer abzulesen ist. Es zeigt neben dem Akkustand in vier Balken die aktuelle Geschwindigkeit mit einer Nachkommastelle an. Ungewöhnlich: Die Anzeige geht niemals über 20 Kilometer pro Stunde, obwohl der Motor auch darüber noch etwas anzieht. Via GPS-App nachgemessen kommen wir jedoch maximal auf 22 Kilometer pro Stunde, was innerhalb der erlaubten Toleranz liegt. Grundsätzlich finden wir es gut, wenn E-Scooter diese Toleranz ausnutzen. Schade, dass es keine Möglichkeit gibt, die seit dem letzten Einschalten oder die insgesamt gefahrenen Kilometer einzusehen.

Mittig vom Lenker strahlt nach vorne ein sehr schön eingearbeitetes Licht ab. Es lässt sich über den einzigen Knopf am The Urban XC1 zusammen mit dem Rücklicht ein- und ausschalten. Das Vorderlicht ist recht hell und strahlt nicht zu hoch. So blendet es keine Passanten oder Autofahrer. Allerdings kann man seinen Abstrahlwinkel nicht nach unten justieren. Für unseren Geschmack leuchtet es direkt vor dem Fahrer etwas zu wenig aus, so dass man bei Nachtfahrten nicht immer sieht, was direkt vor einem auf der Straße liegt.

Die Schutzbleche schützen den Fahrer zuverlässig vor Spritzwasser, welches auch dem The Urban XC1 dank einer IPX4-Zertifizierung nichts anhaben sollte.

Den Hebel legt man auch bequem mit dem Fuß um.

Das Herzstück der Klappfunktion ist das Gelenk mit seiner Mechanik, welches zwischen Lenkstange und Trittbrett sitzt. Zum Zusammenklappen löst man zunächst seitlich eine Sicherung, anschließend klappt nach dem Herunterziehen eines Hebels die Lenkstange auf die Trittfläche. Das Herunterklappen funktioniert auch mit dem Fuß und insgesamt komfortabler als bei den meisten anderen E-Scootern. Die Maße des The Urban XC1 verringern sich so in Höhe, Breite und Länge von 109 × 44 × 112 Zentimeter auf 112 × 44 × 42 Zentimeter. Damit passt er auch in kleinere Kofferräume. Die Lenker kann man nicht wie beim The Urban #HMBRG (Testbericht) für den Transport anlegen.

Einmal zusammengeklappt rastet ein Haken an der oberen Lenkstange mit der Öse auf dem hinteren Schutzblech ein. So kann man den mit 14,5 Kilogramm vergleichsweise leichten E-Scooter etwa ein paar Stufen hoch- oder runtertragen. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt laut Datenblatt 135 Kilogramm, der Fahrer darf also maximal gut 120 Kilogramm wiegen. Damit trägt der XC1 mehr Last als viele Konkurrenz-E-Scooter.

Dies ist der einzige Knopf am The Urban XC1. Direkt darunter ist der Eingang für das Netzteil.

Der The Urban XC1 schaltet sich über den kleinen roten Knopf am oberen Ende der Lenkstange ein. Über diesen schaltet man auch von der ersten Stufe, bei der der Motor nur bis 10 Kilometer pro Stunde unterstützt, in die zweite, die dann bis 20 Kilometer pro Stunde mitschiebt. Da die meisten Fahrer ohnehin hauptsächlich den „normalen“ 20-Kilometer-pro-Stunde-Modus fahren werden, hätte man diesen Schritt weglassen können, indem der XC1 standardmäßig in Stufe zwei startet.

Einmal per Fuß den Roller auf über drei Kilometer pro Stunde angetreten, reagiert der leise Motor gefühlt stufenlos auf das Herunterdrücken des Gasgriffs und schiebt ordentlich an. Dabei gehört der XC1 dank seines starken 300-Watt-Motors zu den stärksten E-Scooter, die wir bisher getestet haben. Auch schwerere Fahrer sollte er problemlos und verhältnismäßig flott auf die maximale Geschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Überhaupt sollten sich große Fahrer auf dem elektrischen Tretroller dank der hohen, jedoch fixen Lenkstange und der mit einer Länge von 49 und einer Breite von 17 Zentimetern ausreichend groß dimensionierten Trittfläche wohlfühlen. Er hat eine der längsten und breitesten Trittflächen aller von uns getesteten E-Scooter (Themenseite).

Die eigentliche Fahrt auf dem The Urban XC1 fühlt sich sehr gut an, trotz des leichten oben erwähnten Spiels der Lenkstange. Zu jeder Zeit fühlt man sich Herr der Lage. Die 8,5 Zoll großen Luftreifen tragen einen großen Teil zum sanften Fahrgefühl bei. Sie schlucken einen Großteil kleinerer Unebenheiten auf Straßen weg und auch kürzere Fahrten über Kopfsteinpflaster oder Feldwege sind möglich, ohne dass es den Fahrer durchschüttelt wie ein James-Bond-Martini. Eine Federung ist nicht nötig.

Das Vorderrad bietet lediglich eine Motorbremse. Gestört hat uns das nicht.

Für die Preisklasse von gut 500 Euro fast schon ungewöhnlich: Der XC1 hat lediglich eine einzige mechanische Scheibenbremse, vorne greift eine Motorbremse. Das stört uns jedoch kaum und hat auch nur wenig Einfluss auf das tatsächliche Bremsverhalten. Eine Scheibenbremse am Vorderrad wie etwa beim mit Einhell-Akkus laufendem Elmoto Kick (Testbericht) hat sogar den Nachteil, des es den Fahrer beim zu starken Bremsen in höheren Geschwindigkeiten unsanft über den Lenker befördern kann.

Insgesamt bremst der XC1 gut. Aus voller Fahrt benötigen wir mit einer Vollbremsung gut zwei Meter. Beim Bremsen ganz allgemein nutzt der Fahrer am besten überwiegend die hintere Scheibenbremse. Die Motorbremse kennt nur die Zustände Ein und Aus. Bei einer Geschwindigkeit von über 18 Kilometer pro Stunde bremse sie sanft, danach stark.

Der Akku mit einer Gesamtkapazität von 280 Amperestunden soll laut dem Hersteller Fahrer bis zu 25 Kilometer weit bringen. Diese Angabe ist ein Maximalwert und unter anderem abhängig von Steigung, Zuladung, Bodenbeschaffenheit und Fahrweise. Ohne es aufgrund der fehlenden Kilometeranzeige im Display genau bestimmen zu können, sind wir mit einem Zuladungsgewicht von etwa 85 Kilogramm auf überwiegend gerader und asphaltierter Straße und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 Kilometern pro Stunde etwa 20 Kilometer weit gekommen. Das ist ein eher durchschnittlicher Wert, geht aber in Ordnung, wenn man die vergleichsweise geringe Kapazität des Akkus betrachtet, die wiederum dem Preis geschuldet sein dürfte.

Der The Urban XC1 bietet für seinen vergleichsweise geringen Preis ein rundum stimmiges Gesamtpaket. Besonders der starke 300-Watt-Motor, das stylische Äußere, die hohe Verarbeitungsqualität und der komfortable Klappmechanismus hat uns beeindruckt. Allerdings hat der Lenker etwas Spiel und der Akku ist etwas zu klein dimensioniert. Weniger schlimm finden wir, dass der The Urban vorne keine Scheibenbremse, sondern lediglich eine Motorbremse hat. Der The Urban XC1 ist ein richtig guter E-Scooter für alle, die auf Qualität setzen und keine allzu weiten Wege zurücklegen müssen.

Alternativ empfehlen wir den mit etwa 350 Euro deutlich günstigeren Iconbit IK-1969K (Testbericht). Dieser fährt sich jedoch wegen seiner Vollgummireifen etwas ruppiger. Wer mehr investieren kann, sollte sich den The Urban #HMBRG (Testbericht) genauer anschauen. Die besten E-Scooter küren wir in unserer Bestenliste E-Scooter. Einen detaillierten Einblick in alle Funktionen bietet unser großer Vergleichstest E-Scooter mit Straßenzulassung.

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