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The Urban #HMBRG: E-Scooter (fast) ohne Fehl und Tadel

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Der elektrische Tretroller The Urban #HMBRG zeigt, wie man es richtig macht: stabile Verarbeitung, starker Motor, gute Bremsen und prima Reichweite. Wir haben den legalen E-Scooter getestet.

Wer sich aktuell überlegt, einen E-Scooter mit Straßenzulassung zu kaufen, hat eine immense Auswahl. Für viele Käufer ist der Preis verständlicherweise einer der wichtigsten Faktoren. Die günstigsten wie der ESA 1919 (Testbericht) fangen bei 300 Euro an. Hier muss man dann aber mit Einschränkungen wie einem schwächeren Motor, Hartgummireifen oder einer geringen Reichweite leben. Wer richtig viel Geld ausgibt, erhält mit dem Metz Moover (Testbericht) für 1550 Euro und dem Egret Ten V4 (Testbericht) für 1350 Euro auch richtig gute E-Tretroller. Dazu empfehlen wir unsere Bestenliste E-Scooter und unseren Vergleichstest E-Scooter. Der The Urban #HMBRG ordnet sich preislich im oberen Mittelfeld ein, kann aber in fast allen Punkten mit der Oberklasse mithalten, wie unser Testbericht zeigt.

Der The Urban #HMBRG ähnelt dem deutlich teureren Egret Ten V4. Das liegt auch daran, weil beide E-Roller vom selben Mutterunternehmen Walberg produziert werden. Sein Äußeres kommt dank viel Grau und Schwarz edel daher. Die Designsprache ist klar und offen, sie gefällt sofort. Dazu passt der stylische Schriftzug, auch wenn das dominante #HMBRG sicher nicht für jeden ist.

Der #HMBRG ist aufgeklappt 115 Zentimeter lang. Sein Trittbrett misst davon 46 Zentimeter und in der Breite 15 Zentimeter. Das reicht aus, um auch mit großen Füßen sicher Platz zu finden. Als Maximalgewicht für den Fahrer gibt der Hersteller 100 Kilogramm an. Der Lenker ist zwischen 90 und 110 Zentimeter höhenverstellbar. Ähnlich dem Egret Ten V4 könnte das sehr großen Personen zu wenig sein. Der Testfahrer fühlte sich mit seinen 186 Zentimetern wohl, wer jedoch größer ist, den könnte der zu tiefe Lenker zu einer gebückten Fahrhaltung verleiten. Hier ist dringend eine Probefahrt vorab zu empfehlen.

The Urban #HMBRG (22 Bilder)

Der Klappmechanismus sitzt straff, während der Fahrt wackelt der Lenker dadurch erfreulich wenig. Neben dem Haupthebel muss man zum Zusammenklappen außerdem einen kleinen, seitlich angebrachten Sicherungshebel umlegen. Das ist zunächst etwas verwirrend, geht aber schnell in Fleisch und Blut über. Die Lenkstange rastet zusammengeklappt ein, so dass man den 17 Kilogramm schweren Roller problemlos ein paar Meter an ihr tragen kann. Zusätzlich zur Lenkstange kann man auch die Lenkgriffe anlegen. Das klappt super und in Sekunden. Der gleiche Mechanismus hat uns bereits beim Egret Ten V4 (Testbericht) überzeugt. Eingeklappt misst der #HMBRG 110 × 18 × 39 Zentimeter. Höhe und Breite sind recht schmal, die Länge ist jedoch überdurchschnittlich. So kann es sein, dass er in kleine Kofferräume nicht oder nur leicht angewinkelt passt.

Das Rücklicht hängt am Stromkreislauf und schaltet sich mit dem E-Scooter ein. Das mitgelieferte Frontlicht steckt man vor der ersten Fahrt an. Es arbeitet autonom und muss vor jeder Fahrt an- und nach jeder Fahrt ausgeschaltet werden. Das nervte uns schon beim Test des Egret Ten V4.

Der The Urban #HMBRG hat keine Federung. Die braucht er aber auch dank seiner 10 Zoll großen Luftreifen nicht. Diese fangen Unebenheiten und Stöße besser ab als Lösungen mit Hartgummi- oder Honeycomb-Reifen in Kombination mit einer Vorderradfederung wie beim Mytier (Testbericht) oder einer Hinterradfederung wie beim Trekstor EG3178 (Testbericht). Nachteil: Die Luftreifen sind vergleichbar mit einem Fahrradreifen nicht pannensicher, könnten also etwa durch einen überfahrenen Nagel Luft verlieren.

Der angenehm leise Hinterradmotor leistet 350 Watt. Das reicht aus, um mit einem 85-Kilogramm-Fahrer innerhalb von 25 Metern auf die Maximalgeschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde zu kommen. Bissiger sind nur der Egret Ten V4 (Testbericht) und der Metz Moover (Testbericht).

Das Display des The Urban #HMBRG wirkt altbacken.

Beschleunigt wird untypisch über einen Zeigefingergriff, die meisten anderen E-Scooter nutzen einen Daumengriff. Der Zeigefingergriff hat den Vorteil, dass bei längeren Fahrten weniger Ermüdungserscheinungen in der Hand auftreten. Allerdings gibt es auch einen Nachteil. So muss man für das Bremsen stets zunächst den Zeigefinger vom Gasgriff nehmen und um den Bremsgriff legen. Das kann im Zweifelsfall wertvolle Zeit kosten.

Der Ein-/Ausschalter sitzt an der Steuereinheit. Der #HMBG startet stets in der am stärksten gedrosselten Stufe eins von fünf, die maximal auf Schrittgeschwindigkeit beschleunigt. Für die volle Power, die man im Normalfall immer will, muss der Fahrer deswegen bei Fahrtbeginn bis auf Stufe fünf hochklicken. Das hätte man Software-seitig besser lösen können.

Das hintergrundbeleuchtete LC-Display wirkt etwas antik, ist aber auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Dort sieht der Fahrer neben der aktuellen Geschwindigkeit und der Unterstützungsstufe auch einen groben Akkustand sowie die gefahrenen Kilometer.

Die mechanischen Scheibenbremsen an Vorder- und Rückrad werden einzeln über die Bremsgriffe am Lenker bedient und greifen super. Bei voller Fahrt benötigt er knapp zwei Meter, um bei einer Vollbremsung und nach hinten verlagertem Körpergewicht zum Stehen zu kommen. Damit liegt er gleichauf mit den am besten bremsenden E-Scootern am Markt.

Der Akku des The Urban #HMBRG hat bei 36 Volt und 10,4 Amperestunden eine Kapazität von 374 Wattstunden. Der Hersteller gibt eine Reichweite von 30 Kilometern an, wir kommen im Test bei überwiegend ebender Strecke und einem Fahrergewicht von 85 Kilogramm auf 25 Kilometer. Ein sehr guter Wert! Für eine komplette Ladung benötigt der Akku gut vier Stunden.

Wer den The Urban #HMBRG auf der Webseite des Herstellers kauft, zahlt 1000 Euro. Allerdings gibt es einige Händler, die ihn deutlich günstiger anbieten. Aktuell kann man ihn für 885 Euro plus Versandkosten bestellen.

Der The Urban #HMBRG ist ein durch und durch guter E-Scooter. Er ist mit etwa 900 Euro zwar recht teuer, bietet dafür aber jede Menge Premium-Features, die man sonst nur bekommt, wenn man deutlich mehr Geld in die Hand nimmt. Dazu gehört die tolle Verarbeitung und der durchdachte sowie hochwertige Klappmechanismus, der so viel Stabilität bietet, dass sich der Fahrer in jeder Situation stets in Kontrolle fühlt. Aber auch die sehr guten Reifen, die sehr guten Bremsen, die sehr gute Reichweite und der gute Motor gehören dazu.

Ein paar Kleinigkeiten stören dann doch. So dürfte der Lenker gerne etwas höher sein. Auch wirkt das LED-Display veraltet und er startet stets auf der kleinsten Stufe. Doch das sind (außer für sehr große Menschen) im Grunde Kleinigkeiten. Bei seinem aktuell aufgerufenen Preis von 900 Euro fährt er an vorderster Front der besten E-Scooter, muss sich jedoch den deutlich teureren Metz Moover (Testbericht) und Egret Ten V4 (Testbericht) geschlagen geben. Wem der The Urban #HMBRG viel zu teuer ist, der sollte sich mal den nur 300 Euro teuren ESA 1919 (Testbericht) anschauen. Alle Tests sammeln wir auf unserer Themenseite E-Scooter. Dazu empfehlen wir auch unsere Bestenliste E-Scooter und unseren Vergleichstest E-Scooter.

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