TechStage
Suche

Ein Angebot von

Testbericht: Lexar Professional 1800x microSDXC Kit

0
von  // 

Lexars MicroSD-Karte Professional 1800x microSDXC ist der krasse Gegenentwurf zur Intenso Premium microSDXC (Testbericht): Die Professional 1800x ist eine der derzeit schnellsten, aber eben auch teuersten verfügbaren Speichererweiterungen im Mini-Format. Der Hersteller bewirbt die Geschwindigkeit mit bis zu 275 MByte/s, was zumindest auf dem Papier nach Leistung auf SSD-Niveau klingt.

Bereits die getestete von uns gestestete Version mit 64 GByte ist mit 90 Euro alles andere als ein Schnäppchen, dafür aber auch das einzige UHS-II-Modell im Test und bietet nicht nur die nominell höchste Geschwindigkeit, sondern bringt auch das umfangreichste Ausstattungspaket mit.

Im Vergleich zu bislang üblichen microSDXC-Karten fällt sofort die doppelte Anzahl von Kontaktpins ins Auge, die Lexars Professional 1800x als UHS-II-Karte mitbringt. In der Theorie sind dadurch gegenüber UHS-I Übertragungsgeschwindigkeiten von 312 statt nur maximal 104 MByte/s möglich.

Die Auslieferung erfolgt in einer Pappschachtel, um das vergleichsweise üppige Zubehör unterbringen zu können. Dieses umfasst neben einem SD-Karten-Adapter, der zwecks UHS-II-Support ebenfalls über eine zweite Reihe mit Kontaktpins verfügt, auch einen zusätzlichen USB-3.0-Adapter. Das ist insofern praktisch, als dass sich der Speicherwinzling aufgrund seiner Geschwindigkeit sicherlich auch für Einsatzszenarien abseits des Smartphones anbietet – und längst nicht jeder PC oder jedes Notebooks verfügt über ein schnelles Kartenlesegerät. Karte und SD-Adapter befinden sich in einer verschließbaren Plastikschachtel mit Clip-Mechanismus, die sich prima zur Lagerung und zum Transport eignet.

Die Verpackung der Lexar-Speicherkarte.

Ein weiterer Bonus: Lexar spendiert einen Lizenzschlüssel für die Nutzung von Image Rescue 5. Der Download des Programms zur Rettung von Bildern und Videodateien erfolgt direkt über die Herstellerseite.

Die Geschwindigkeitsklassifizierungen klingen zunächst einmal unspektakulär. UHS-II U3 und Class 10 versprechen lediglich eine konstante Schreibrate von 30 bzw. 10 MByte/s. Angesichts der herstellerseitig versprochenen Performance sollte es sich dabei um Understatement pur handeln. Die Garantiezeit beträgt 10 Jahre. Das kann angesichts des hohen Anschaffungspreises erwartet werden, aber es dürfte wohl kaum jemand die Karte tatsächlich so lange nutzen.

Im Smartphone verbaut kann die Lexar ihre Muskeln bei Weitem nicht voll ausspielen: Wenngleich sie im LG G6 beim sequenziellen Schreiben mit 69,7 MByte/s Bestleitung erbringt und auch beim Lesen mit 81,4 MByte/s ganz weit vorn liegt, sind diese Ergebnisse doch weit von den Herstellerangeben entfernt.

Das liegt aber mitnichten an der Speicherkarte selbst, sondern vielmehr daran, dass selbst aktuelle Smartphone-Flaggschiffe die maximal mögliche Geschwindigkeit des Speichermediums nicht voll ausnutzen können. Das müssen sie auch nicht zwingend, denn selbst die Aufnahme hochauflösender 4k-Videos begnügt sich zumindest am Smartphone mit einer weitaus geringeren Schreibgeschwindigkeit.

Bei der Lexar (rechts) handelt es sich um eine UHS-II-Karte, dementsprechend hat sie mehr Kontaktpins als eine „normale“ microSD-Karte.

Nicht herausragend, aber noch brauchbar schneidet die Professional 1800x beim zufälligen Lesen und Schreiben von kleinen Datenblöcken ab. Mit 2750 (Lesen) und 282 (Schreiben) IOPS ist sie zwar ein schneller Leser, beim Schreiben unterschreitet aber den von der SD Card Association veranschlagten Wert von 500 IOPS für die A1-Zertifizierung. Je höher die IOPS, desto eher eignet sich ein Modell zu Installation und zum Ausführen von Apps. Dieser Anwendungsfall trifft freilich nicht auf jeden User zu.

Erst im per PCI-Express angebundenen SD-Kartenleser unseres Dell XPS 13 lässt sich das erhoffte Maximum an Leistung effektiv abrufen. Die Leserate liegt mit rund 273 MByte/s im Bereich der Herstellerangabe und auch beim Schreiben von Daten ist die Professional 1800x mit 219 MByte/s pfeilschnell. Der Szenenwechsel sorgt auch für bessere Messwerte im Bereich der 4k-Random-Datenoperationen: Mit 3776 (Lesen) und 501 (Schreiben) IOPS schneidet sie im CrystalDiskMark deutlich besser ab als im AndroBench.

Mit dem beiligenden USB-3.0-Adapter fallen die Messwerte mit 206 und 174 MByte/s sowie 3422 und 581 IOPS übrigens geringer als im PCI-Express-basierten Kartenleser aus.

Testergebnisse Lexar Professional 1800x microSDXC Kit
Hersteller Lexar
Modell Professional 1800x microSDXC Kit
Modellnummer LSDMI64GCRBEU1800R Rev C
Geschwindigkeitsklasse(n) UHS-II U3, Class 10
Formatierung exFat
Kapazität: Hersteller / Windows Datentägerverwaltung 64 / 59,73 GB
weitere Kapazitätsklassen 32, 128 GB
Zubehör SD-Karten-Adapter, USB-3.0-Adapter
Garantie 10 Jahre
Besonderheiten
Preis 90 Euro
CrystalDiskMark seq. Read QD1 (Dell XPS 13) 272,6 MB/s
CrystalDiskMark seq. Write QD1 (Dell XPS 13) 218,8 MB/s
CrystalDiskMark 4K Rd. Read QD1 (Dell XPS 13) 3776,4 IOPS
CrystalDiskMark 4k Rd. Write QD1 (Dell XPS 13) 501 IOPS
AndroBench seq. Read (LG G6) 81,4 MB/s
AndroBench seq. Write (LG G6) 69,7 MB/s
AndroBench 4k Rd. Read (LG G6) 2750,0 IOPS
AndroBench 4k Rd. Write (LG G6) 281,8 IOPS
AndroBench seq. Read (Honor 5C) 59,7 MB/s
AndroBench seq. Write (Honor 5C) 47,9 MB/s
AndroBench 4k Rd. Read (Honor 5C) 2234,7 IOPS
AndroBench 4k Rd. Write (Honor 5C) 275,4 IOPS
A1 SD Bench seq. Read (Honor 5C) 66,50 MB/s
A1 SD Bench seq. Write (Honor 5C) 53,47 MB/s
A1 SD Bench 4K Rd. Read (Honor 5C) 25,73 MB/s
A1 SD Bench 4K Rd. Write (Honor 5C) 1,86 MB/s

Die Speicherkarte ist neben der von uns getesteten 64-GByte-Ausführung auch mit 32 und 128 GByte zu haben.

  • 32 GByte
    Lexar Professional 1800x microSDHC Kit  32GB, UHS-II U3/Class 10 (LSDMI32GCRBEU1800R)
  • 64 GByte
    Lexar Professional 1800x microSDXC Kit  64GB, UHS-II U3/Class 10 (LSDMI64GCRBEU1800R)
  • 128 GByte
    Lexar Professional 1800x microSDXC Kit 128GB, UHS-II U3/Class 10 (LSDMI128CRBEU1800R)

Lexars Professional 1800x microSDXC-Karte ist eines der schnellsten verfügbaren Modelle auf dem Markt. Für Euer Smartphone ist der Hochgeschwindigkeits-Speicher aber überdimensioniert, da sich die Leistung im Slot für externe Speicherkarten gar nicht erst abrufen lässt. In diesem Einsatzszenario reicht der Griff zu einem günstigeren Modell. Das gilt vor allem, wenn es auch noch mehr Leistung beim zufälligen Schreiben von 4k-Datenblöcken mitbringt, um den Erweiterungsspeicher für die Installation von Apps nutzen zu können.

Trotz ihres vergleichsweise sehr hohen Preises ist die Lexar aber abseits vom reinen Einsatzort im Smartphone ein tolles Angebot: Mit Schreibraten von weit über 200 MByte/s ist sie vielseitig verwendbar und eignet sich insbesondere für die Nutzung als Speichermedium in reinrassigen 4k- oder 8k-Videokameras mit einer geringeren Kompression, als es im Rahmen von smarten Telefoniegeräten üblich ist. Als Sahnehäubchen gibt es einen Adapter für den USB-3.0-Port am PC oder Notebook sowie eine Datenrettungssoftware für Bilder und Videos: Wer viel zahlt, darf auch viel erwarten.

Testberichte zu MicroSD-Karten:
SanDisk Extreme microSDXC im Test
Kingston UHS-I U3 microSDXC im Test
Samsung Evo Plus 2017 im Test
Intenso Premium microSDXC im Test

Kaufberatung:
Die beste microSD-Karte für Android-Smartphones

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige