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Test: Zhiyun Crane M – Profi-Gimbal für GoPro Hero5 Black

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Der Crane M des chinesischen Herstellers Zhiyun Tech ist ein universelles Gimbal-System für den professionellen Einsatz. Primär ausgelegt für kleinere DSLM- sowie Kompaktkameras, kann er auch mit großen Smartphones oder Actionskameras wie der GoPro Hero5 Black genutzt werden. Wir haben den Crane M getestet und verraten Euch in diesem Testbericht alle Stärken sowie Schwächen des 450 Euro teuren Gimbals.

Von allen bisher getesteten Gimbals ist der Lieferumfang des Crane M am umfangreichsten sowie größten. Das Handgerät kommt in einem kleinen Minikoffer daher. Das ist einerseits zwar ideal für den sicheren Transport, aber anderseits nicht gerade freundlich für die Mitnahme in den Urlaub am Meer oder auf einer Tour mit dem Rucksack.

Neben dem Crane M gibt es von Zhiyun Tech auch eine Ladeschale für die zwei Akkus. Laut Hersteller sollen sie 12 Stunden am Stück halten. Im Test haben wir 9 Stunden und 58 Minuten erreicht. Danach wurden die Energieträger für 97 Minuten aufgeladen. Das direkte Laden am Gimbal ist nicht möglich, obwohl das Handgerät über eine microUSB-Schnittstelle verfügt. Diese hat eine andere Verwendung, dazu im Kapitel „Bedienung“ mehr.

Dabei ist auch ein Trageband für den Koffer, damit dieser um die Schulter getragen werden kann. Schade, dass eine Schleife für den Gimbal nicht dabei ist. So wäre der Crane M am Arm gesichert, falls er Mal aus dem Hand rutscht.

Die Auslegungen sowie das restliche Zubehör macht den Crane M universal für nahezu alle Geräte nutzbar. Ein Klammergriff für Smartphones ist dabei. Genau wie ein GoPro Mount zum Aufschrauben.

Der Crane M ist komplett aus Metall gemacht, genauer gesagt ist es eine leichte aber durchaus stabile Konstruktion aus Aluminium. Die Arme, Gelenke sowie der Griff sind in der Farbe Mattschwarz. An einigen Stellen ist die Oberfläche geriffelt, trotzdem fehlt eine gummierte Kontaktfläche für einen sicheren Halt. An heißen Tagen, an denen die Handfläche tendenziell mit Schweiß bedeckt ist, macht sich das glatte Design negativ bemerkbar.

Ohne eine montierte Kamera hat der Crane M eine Masse von 740 Gramm. Selbst wenn nun ein Smartphone oder eine Actionkamera mit 100 g dazu kommen, wird das Halten auf Dauer nicht angenehm.

Im Vergleich zu anderen Gimbals, wie beispielsweise Feiyu G5 (Testbericht) oder Karma Grip (Testbericht), ist der Crane M nicht gegen Spritzwasser geschützt. Die Verwendung im Regen oder auf dem Boot ist deshalb nicht empfehlenswert.

Im unteren Bereich des Crane M befindet sich ein Anschluss für ein Stativ mit einem 1/4-Zoll-Gewinde. Praktisch: Mit einem ausziehbaren Einbeinstativ und etwas Körperspannung hat man so gleich die Funktion eines Camerajibs.

Zhiyun Techs Crane M ist ein leistungsstarker Gimbal für schwere Kameras mit einem maximalen Gewicht von bis zu 650 Gramm. Die drei Motoren für jede Rollachse sind entsprechend leistungsstark, obwohl sie ab Werk auf ein Minimum des Arbeitspotentials konfiguriert sind. Über die mobile Applikation ZY Play für Apple iOS oder Zhiyun Assistant für Android-Smartphones kann der Nutzer das Können des Gimbals individualisieren.

Die Stabilisierung mit einer Systemkamera, wie der Sony Alpha 5100*, funktionierte im Test tadellos. Bei zu leichten Geräten, wie in unserem Fall mit einer Hero5 Back von GoPro (Testbericht), beginnt der Gimbal an zu zitieren. Dies ist die Folge einer suboptimalen Abstimmung der Balance. Wegen seiner multilateralen Kompatibilität ist das händische Bestimmen des Gleichgewicht wichtig.

Die Bedienung des Crane M ist genau so simple, wie bei jedem anderen Gimbal auch. Um die Stabilisierung zu aktivieren, muss der Nutzer die Power-Taste für drei Sekunden betätigen. Die Aufhängung benötigt mindestens 120 Gramm Belastung, damit die Motoren nicht durchdrehen. Am Griff selbst gibt es eine Taste zum Hin- und Herspringen zwischen den einzelnen Modi. Je nach Zustand blockiert oder gibt das System die Rollachsen frei. Auch das Fixieren der Kameraperspektive ist möglich, hierzu muss der Knopf zweimal hintereinander gedrückt werden.

Wer sich selbst gerne beim Laufen oder Gehen filmen möchte, kann den Selfie-Modus durch dreimaliges Drücken aktivieren. Dann dreht sich der Gimbal um 180 Grad um die Vertikalachse.

Des Weiteren wurde am Griff ein analoger Joystick verbaut, darüber steuert der Nutzer die Kamera-Aufhängung in vier Himmelsrichtungen – das hat gut geklappt. Nun wird es aber interessant: Über ein separat zu kaufendes microUSB-Kabel nimmt das Gimbal-System Kontakt zu kompatiblen Kameras auf und bietet Funktionen wie das optische Zoomen oder Auslösen und Starten eines Fotos oder Videos an. Bei einer gelagerten Kamera will man schließlich nicht auf „Aufnahme“ drücken.

Unser Fazit zu dem Crane M von Zhiyun Tech: Hochwertig, leistungsstark und sein Geld wert, wenn man im professionellen Bereich arbeitet. Wer ab und zu mit seiner Hero5-Black-Kamera unterwegs ist sowie hier und da flüssige Videos will, für den genügen auch die günstigeren und vor allem kompakten Gimbals von GoPro und Feiyu Tech.

Der Crane M überzeugt mit seinen drei Motoren, die sich anschlaglos in 360 Grad bewegen können. Darüber hinaus sind sie leise, was durchaus eine willkommene Sache bei Videoaufnahmen ist. Gefallen hat uns auch die Steuerung über die Kabelverbindung zu zahlreichen Kameras. Der Crane M ist die Mutter aller GoPro-Gimbals, das macht sich auch beim Preis von rund 450 deutlich.

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