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Test: Yuneec Typhoon Q500 4K – Quadrocopter unter 850 Euro

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Schon seit geraumer Zeit bietet das chinesische High-Tech-Unternehmen Yuneec ein gutes Quadrocopter-Paket für 849 Euro an. Wir haben die Tage einen Blick auf den Typhoon Q500 4K geworfen und sind von dem Preis-Leistungs-Verhältnis begeistert. Unsere Erfahrung lest und seht Ihr nachfolgend.

Der Lieferumfang dieses Flugsystems sucht seinesgleichen: zwei Akkus, ein SteadyGrip, eine Fernbedienung mit einem integrierten Touchscreen und viele weitere Dinge. Etwas nachkaufen muss man nicht. Der Typhoon Q500 4K und all sein Zubehör kommen in eine solide Aluminiumbox, wie man sie von Musikbands kennt, die auf Tournee sind. Der Koffer hat Rollen und einen ausfahrbaren Griff zum Hinterherziehen.

Der Alukoffer für den Typhoon Q500 4K

Einmal aufgemacht, sieht der Käufer acht Rotoren vor sich: vier zum Anbringen und der Rest als Ersatz. Sollten die mitgelieferten Blätter kaputt gehen, kann man sich für kleines Geld, weniger als 21 Euro, ein neues Set kaufen.

Der SteadyGrip ist ein Handstativ. Er kann mit dem Gimbal und der dazugehörigen Kamera kombiniert werden, um geschmeidige Bodenaufnahmen zu machen. Als Viewfinder dient das Android-Smartphone – iOS ist zwar kompatibel, aber die App lief auf keines unserer iPhones. Unter dem Strich kommen phantastische Aufnahmen heraus. Der Yuneec SteadyGrip verhält sich ähnlich wie der Osmo von DJI Innovations – nur beherrscht er nicht alle Achsen, sondern die Gierachse (Pitch) um 115 Grad. Ausgerüstet mit acht Akkus, lief er für eine Dauer von 78 Minuten. Rund 550 Gramm wiegt er ohne das Smartphone.

Je nach Flugverhalten und Kamerabenutzung liefert der 5400 mAh große Akku eine Flugdauer von 20 bis 25 Minuten. Das Aufladen funktioniert über ein proprietäres Ladesystem, das bis zu der 100-Prozent-Marke etwas um die zwei Stunden braucht. Ein Stecker für die Bordspannungssteckdose ist übrigens dabei.

Bleiben noch die kleinen Accessories übrig: dabei ist eine Sonnenblende für den Bildschirm in der Fernbedienung, ND-Filter, zwei Schlüssel für die Schließbarkeit des Koffers, Putztuch, Befestigungstool für die Rotoren und ein Trageriemen für die Fernbedienung.

Der Aufbau der Typhoon Q500 4K ist simple: auf der unteren Seite befindet sich der An/Aus-Schieberegler, sonst nichts. Nach dem erfolgreichen Hochfahren leuchten die LEDs. Der Akku kommt hinten rein. Klappe auf, einlegen und Klappe zudrücken. Die vier Rotoren sind entweder mit einem A oder B gekennzeichnet und müssen entsprechend an diesen Stellen montiert werden. Ab Werk ist das Kamerasystem bereits befestigt und mit einem Schutz aus Kunststoff ausgerüstet. Das Anbringen ist aber dennoch einfach: Der Gimbal wird von einer Schiene mit Kontakten festgehalten; Kabel müssen nicht angeschlossen werden.

Der Quadrocopter von Yuneec hat eine Masse von 1,7 Kilogramm, aus Gründen des Gewichts kommt hier deshalb Kunststoff zum Einsatz. Das Gehäuse ist nicht das hochwertigste; die Kanten sind scharf und die Konstruktion wirkt irgendwie zerbrechlich. Aber das täuscht: Die Bauweise ist stabil. Darüber hinaus ließt man in Foren, dass die Reparierbarkeit einfach sein soll. Wir hatten bisher vier oder fünf kleine Unfälle und etwas Großartiges ist bisher nicht passiert. Das gehört sich so.

Die Kamera namens Yuneec CG03 hat einen 1/2,3 Zoll großen CMOS-Bildsensor. Sie macht JPEGs und RAWs in 12 Megapixel. Für Videoaufnahmen stehen diverse Formate zur Verfügung: 4K, UHD und FHD. Die Bildwiederholfrequenz ist teilweise bis 120 fps möglich. Das Materials wird auf einer microSDXC-Karte gespeichert – im Lieferumfang wird eine 16 GByte groß mitgegeben.

Die Blende der Kamera ist f/2.8, die Optik umfasst einen störfreien Blickwinkel von 115 Grad und hat einen fixen Fokus. Über die Fernbedienung können Bild- und Video-Einstellungen vorgenommen werden: In der Regel wird in der Automatik aufgenommen. Ein manueller Modus für den Weißabgleich, ISO-Lichtempfindlichkeit, Belichtung sowie Verschlusszeit existiert auch. Ferner gibt es auch fertige Kino-Looks von Yuneec, die man bei Bedarf aktivieren kann. Uns hat die Qualität der Kamera gefallen: Sowohl Einzel- als auch Bewegtbild können sich sehen lassen.

Der Typhoon Q500 4K wird mit der Funkfernbedienung ST10+ gesteuert. Die Besonderheit ist der eingebaute Touchscreen. Ein Smartphone oder Tablet, wie bei DJI Innovations, ist nicht notwendig. Auf der 5,5 Zoll großen Anzeige, die mit FWVGA nicht gerade hochauflösend ist, läuft Android als Betriebssystem. Yunnec lässt ledigich seine Parametrisierungs-App laufen. Auf dem Bildschirm des Controllers werden das Live-Bild der Kamera, die Konfigurationen und anderen Informationen angezeigt. Außerdem können hierüber auch erweiterte Einstellungen durchgeführt werden. Die Fernbedienung ist groß und wird über einen austauschbaren Akku betrieben, der mittels microUSB-Anschluss aufgeladen wird.

Der Typhoon Q500 4K ist schnell. Pro Sekunde kann er um drei Meter steigen und zwei sinken. Horizontal fliegt er mit etwa 35 km/h. Nimmt man die Kamera ab, schaltet das GPS aus und gewinnt noch Rückenwind, kommt er auf 65 Kilometer pro Stunde. Trotzdem ist er vom Fluggefühl etwas träger und langsamer als zum Beispiel die Bebop 2 von Parrot oder die Phantom 4. Das Fliegen macht trotzdem Spaß. Bei Windstille hovert der Quadropkopter ruhig in der Luft und versucht die Position GPS-gestützt zu behalten. Bei starkem Wind schwingt das System hin und her – in Situationen wie diesen sollte man generell nicht fliegen.

Ab Werk ist eine Höhenbegrenzung von 122 Meter eingestellt. Mit der Software und dem mitgelieferten USB-Kit kann die Limitierung verändert werden. Technisch sind bis zu 1000 Meter möglich. In Deutschland gilt jedoch der Sichtkontakt und nicht das Überschreiten von einer Flughöhe von mehr als 100 Meter.

Der Typhoon Q500 4K beherrscht teilautomatisiertes Fliegen. Wirklich smart ist das Ding nicht, deshalb bezeichnen wir es auch nicht als eine Drohne. In dem Flugmodus „Smart“ gibt es das Feature „Follow Me“, bei der der Kopter der Fernbedienung hinterher fliegt. Die Einstellungen der Kamera und genaue Höhe müssen von einem Menschen bestimmt werden. Auch werden Hindernisse nicht erkannt und liegen im eigenen Verantwortungsbereich.

Gefallen hat uns die simple Funktion des „Coming home“. Egal wo der Typhoon Q500 4K gerade ist, einmal den kleinen Schalter auf „Home“ bewegt, fliegt er die Luftlinie zum Startpunkt zurück und landet sanft.

Der Typhoon Q500 4K von Yuneec ist ein toller Einstieg – aber auch ein fortgeschrittenes Tool für Foto- und Videografen. Uns gefällt sein All-in-on-Lösung, die es für 849 Euro gibt. Alukoffer für den Transport, ein zweiter Akku und der SteadyGrip sind hilfreich. Als Kopter macht er sich gut: gute Flugfähigkeit und eine simple Steuerung. Ein Spielzeug zum Herumfliegen ist es nicht: Das System ist groß, schwer, laut und gefährlich. Wer auf autonomes Fliegen hofft, der ist mit der Typhoon Q500 4K nicht gut bedient. Hierfür gibt es gute Alternativen von DJI oder Yuneec selbst. Wer Aufnahmen aus der Luft machen möchte, für den ist es ein idealer Kopter.

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