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Test Velocate VC One: GPS-Diebstahlschutz fürs Fahrrad

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Das Fahrrad ist weg. Was nun? Zum Wiederfinden kann der als Rücklicht getarnter GPS-Tracker fürs Fahrrad Velocate VC One helfen. Wir haben ihn getestet.

Der wichtigste und effektivste Diebstahlschutz an einem Fahrrad ist ein hochwertiges, sinnvoll angebrachtes Schloss. Obwohl dies jeder weiß, werden trotzdem jährlich unzählige Fahrräder gestohlen. Die Aufklärungsquote ist sehr gering. Deutschlandweit wird nicht einmal jedes zehnte Fahrrad wiedergefunden, in Berlin sogar nur jedes dreißigste.

GPS-Tracker wie das Velocate VC One helfen dabei, das Fahrrad im Falle eines Diebstahls wiederzufinden: Zusätzlich zur Sicherung über jedes beliebige Schloss, wird an einer anderen Stelle am Fahrrad ein GPS-Tracker angebracht. Velocate VC One lässt sich per App und Bluetooth mit einem Smartphone verbinden. Wird das Fahrrad nun bewegt, schickt Velocate aufgrund integrierter T-Mobile-SIM-Karte ein Signal an den Besitzer via GPS und protokolliert die Position des Fahrrads. Wie gut das in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test.

Bild: TechStage Tracker und Ladekabel. Mehr liegt der Verpackung nicht bei.

GPS-Tracker am Fahrrad wollen gut versteckt sein. Schließlich soll der Dieb den Tracker nicht sofort erkennen und entfernen können. Der Velocate VC One löst dieses Problem mit Bravour, denn seine Technik verbirgt sich von außen kaum zu erkennen in einem umgebauten Rücklicht der Marke Büchel Piccadilly. Dieses Rücklicht ist StVZO-Konform und in Deutschland laut Velocate hunderttausendfach im Einsatz. Es bietet drei rote LEDs – zwei zur Seite, eine nach hinten gerichtet. Die Montage erfolgt über 80-mm-Bohrungen, Velocate biete zusätzlich Adapter für 50- mm-Bohrungen an.

Die Integration in ein Rücklicht hat neben dem hohen Tarnfaktor einen weiteren Vorteil: Der Stromkreislauf des Fahrrads lädt den 600 mAh großen Akku von Licht und GPS-Tracker. Das funktioniert bei konventionellen Fahrrädern über den Dynamo genauso wie bei E-Bikes über den Lichtkreislauf. Ohne externes Aufladen hält das Velocate VC One 60 Tage im Stand-By-Modus – dann funkt das System alle zwölf Stunden den aktuellen Standort an einen Server des Herstellers. Befindet sich das Gerät im Alarmmodus, hält der Akku etwa sieben Tage.

Trotz Vorladung soll der GPS-Tracker vor der ersten Inbetriebnahme geladen werden. Dafür legt Velocate der Packung ein USB-Kabel mit zwei Anschlüssen bei. Diese werden beliebig herum mit dem Push&Pull Stecker des Rücklichts verbunden. Über ein handelsübliches USB-Netzteil lädt nun der Akku.

Nun müssen Käufer mit einer Büroklammer oder einem anderen spitzen Gegenstand den Taster auf der Rückseite des Gehäuses etwa zehn Sekunden lang drücken, um das Gerät in den Betriebsmodus zu versetzen. Wenn das Licht des Trackers dauerhaft leuchtet, verbindet er sich via Bluetooth mit der App für iOS- und Android-Geräte. Das Bluetooth-Standard-Passwort 0000 sollte direkt nach Inbetriebnahme geändert werden. In den Optionen der App wird nun die fest integrierte SIM-Karte aktiviert. Das kann bis zu einer Stunde dauern.

Über die selbsterklärende und übersichtliche App können Nutzer jederzeit den zuletzt durchgefunkten Standort des GPS-Trackers abfragen. Dieser wird auf einer Karte angezeigt. Zusätzlich zum bereits erwähnten Zeitintervall von 12 Stunden schickt das Velocate VC One auch dann seine Koordinaten an den Server, wenn es nach einer Fahrt eine gewisse Zeit stillsteht.

Der Alarmmodus kann nur bei bestehender Bluetooth-Verbindung aktiviert werden. Dann ist das Velocate VC One scharf gestellt und bemerkt jede Bewegung. Die App regelt die Empfindlichkeit des Bewegungssensors in sechs Stufen. Bewegt sich nun das Fahrrad, schickt der Tracker über das Mobilfunknetz eine Pop-Up-Nachricht an den Besitzer und ruft an. Das dauerte im Test zwischen wenigen Sekunden bis zu einer Minute. Nun verfolgt die App auf einer Karte die Bewegung des Fahrrads in Echtzeit.

Bild: TechStage Über den Push&Pull Stecker wird das Velocate VC One mit Strom versorgt.

Auffällig ist, dass die getrackte Route kurzzeitig Ausreißer von mehreren hundert Metern aufweist. Die Entwickler erklärten uns, dass dies ein Kompromiss sei. So wollte man nicht immer warten bis das allerbeste GPS-Signal besteht, bis Nutzer einen – wenn auch im ersten Moment vielleicht etwas ungenauen – Standort bekommen. Schließlich gehe es bei einem Diebstahl manchmal um Sekunden. Im Grunde stören diese Fehlpositionen auch nicht, da der Tracker kurz darauf auf die exakte springt. Allerdings könnte man software-seitig etwas nachbessern, um Nutzer weniger mit großen Positionssprüngen zu verwirren.

In geschlossenen Räumen ohne GPS-Signal – beispielsweise Tiefgaragen – kann das Fahrrad bei bestehender Bluetooth-Verbindung auf Wunsch ein optisches und akustisches Signal von sich geben. Dies fanden wir im Test zu leise. Im Test riss die Bluetooth-Verbindung nach etwa 50 Metern ab, Hindernisse wie Wände verringern diese Entfernung drastisch.

Auf der Website von Velocate kostet das VC One mit einem Jahr Tracking-Service 149 Euro. Danach fallen jährlich 39 Euro an. Wer nach dem Kauf den Tracking-Service zeitlich unbegrenzt nutzen möchte, zahlt knapp 90 Euro. Das Gerät kann man gegen Aufpreis auch gleich mit zeitlich unbegrenztem Tracking-Service kaufen, das kostet direkt vom Hersteller 239 Euro. Etwas günstiger gibt es beide Varianten hier im Preisvergleich.

velocate VC One Standard Rücklicht

Velocate VC One Standart

velocate VC One Lifetime Rücklicht

Velocate VC One Lifetime

Der Velocate VC One macht sehr viel richtig: Seine Tarnung in einem weit verbreiteten Rücklicht ist nahezu perfekt. Die Verbindung zum Stromkreislauf des Fahrrads sorgt dafür, dass der GPS-Tracker nie abgenommen und extern geladen werden muss. Die SIM-Karte ist bereits integriert. Das GPS-Signal hätte jedoch gerne etwas genauer sein können, gerade in dicht besiedelten Gebieten kann es zu Problemen kommen. Jedoch versprachen uns die Entwickler, hier softwareseitig nachzubessern und das Velocate VC One mit Firmware-Updates zu versorgen. Dafür bietet der Tracker bei bestehender Bluetooth-Verbindung die Möglichkeit der optischen und akustischen Ortung. Der Preis scheint auf dem ersten Blick etwas hoch, ist aber aufgrund der durchdachten Technik angemessen.

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