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Test TrackerID LTS-450: GPS-Flaschenhalter am Fahrrad

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Fahrraddiebe sind blöd, aber nicht dumm: Sehen sie am Fahrrad einen GPS-Tracker, entfernen sie ihn einfach. Deswegen tarnt sich der TrackerID LTS-450 in einem Flaschenhalter.

Einen GPS-Tracker am Fahrrad so zu montieren, dass ihn Diebe sofort als solchen entlarven, ist in etwa so sinnvoll, wie den Haustürschlüssel beim Verlassen der Wohnung von außen im Schloss stecken zu lassen. Hier ist Tarnung alles. Je länger ein Fahrraddieb braucht, um einen GPS-Tracker zu identifizieren, desto größer ist die Chance auf ein Wiedersehen mit dem gestohlenen Fahrrad.

Deswegen sind GPS-Tracker für das Fahrrad (Marktübersicht) entweder so klein, dass sie zum Beispiel unter dem Sattel verschwinden. Oder ihre Hersteller bauen sie von Haus aus in für das Fahrrad übliches Zubehör ein. Einige versenken ihn in der Lenkerstange. Andere wie der sehr gute Velocate CV One (Testbericht) verbauen die gesamte Technik in einem Rücklicht. Wieder andere wie der hier behandelte TrackerID LTS-450 tarnen sich als Flaschenhalter. Ob der mit dem Cycplus 007 baugleiche GPS-Tracker der Pearl-eigenen Marke TrackerID aber nur gut aussieht, oder auch in der Praxis gut funktioniert, soll dieser Test klären.

Gut getarnt: Derart am Fahrrad befestigt ist der TrackerID LTS-450 kaum von konventionellen Flaschenhaltern zu unterscheiden.

Die meisten Fahrräder haben am Unterrohr und am Sattelrohr zwei versenkte Sechskantschrauben in einem Normabstand zur Befestigung des Fahrradschlosses oder einer Halterung für die Trinkflasche. Der IPX6 zertifizierte TrackerID LTS-450 für Flaschen mit einem Durchmesser von bis zu 7 cm hat die entsprechenden Bohrungen und kommt mit Sechskantschlüssel und zwei Schrauben für seine Montage. Sollte das Fahrrad keine Befestigungsmöglichkeit bieten, helfen optional erhältliche Kabelbinder.

Derart am Fahrrad befestigt, ist er kaum von herkömmlichen Flaschenhaltern zu unterscheiden. Auch die drei offenen Kontakte für den Ladeadapter sind kaum zu sehen. Was ihn verraten könnte, ist zum einen seine zwar unauffällige, aber dennoch individuelle Form. Googeln Diebe in Vorbereitung auf einen Streifzug nach GPS-Trackern für das Fahrrad, stoßen sie fast unweigerlich auf den TrackerID LTS-450. Schon wissen sie, wie das Gerät aussieht und achten zukünftig darauf. Das löst der Velocate VC One besser. Er verbirgt sich in einem weit verbreiteten Rücklicht eines Markenherstellers.

Der Akku fasst 370 mAh.

Hinter einer Abdeckung auf der Rückseite des GPS-Trackers verbirgt sich eine Platine mit einem GPRS-Modul und Quadband-GSM-Transceiver für 850/900/1.800/1.900 MHz. Damit ist der Tracker bei entsprechendem Datentarif weltweit einsetzbar. In dem Micro-SIM-Kartenfach findet die SIM-Karte mit Datentarif Platz, bei ihr muss man die PIN-Sperre deaktivieren. Hinter der Platine sitzt das durch den Kunststoff nach vorne abstrahlende GPS-Modul und der 370-mAh-Akku.

Die Inbetriebnahme gestaltet sich einfach. Die kostenlose App Cycplus007 für iOS und Android fragt zu Beginn nach einer E-Mail-Adresse, schickt dorthin einen Code, der dann in die App zur Bestätigung eingegeben wird. Danach muss man den GPS-Flaschenhalter schütteln, schon erkennt die App sowohl das Gerät, als auch den ebenfalls beiliegenden Bluetooth-Transponder und koppelt sie. Nun noch Land und Betreiber angeben – fertig.

Die App ist einfach gehalten, viele Optionen bietet sie nicht. Im Test mit einem Pixel 2 auf Android 9 Pie stürzte sie mehrfach ab und startete neu. Wir nutzten den TrackerID LTS-450 mit einer SIM-Karte von T-Mobile und einer von O2, beides ohne Probleme.

Dem GPS-Flaschenhalter liegt viel bei.

Wer das GPS-System an seinem Fahrrad nutzt, sollte immer den Bluetooth-Transponder in der Nähe haben. Er ist glücklicherweise so klein und leicht, dass er zum Beispiel am Schlüsselbund nicht groß aufträgt.

Denn sobald der GPS-Tracker bewegt wird, überprüft er, ob der Bluetooth-Transponder in der Nähe ist. Wenn ja, versetzt er sich wieder in den Ruhezustand. Wenn nein, schickt er eine E-Mail an die vorher hinterlegte Adresse, jedoch keine SMS wie beim Velocate VC One. Über die App aktiviert der Nutzer nun die GPS-Ortung und bekommt dort die Position des gestohlenen Fahrrads angezeigt.

Während der meisten Zeit dieser Positionsaufzeichnung lag der GPS-Tracker still an einer Stelle.

Im Test ließen wir uns mehrmals von Kollegen das Fahrrad entwenden, um für die Mittagspause etwas zu Essen zu holen. Hier dauerte es im Schnitt zwischen einer und zwei Minuten, bis eine Mail auf den potenziellen Diebstahl hinwies. Nach der Aktivierung verfolgen wir am Smartphone den Weg des Kollegen zum Brotzeitmann – und wunderten uns schwer, welch’ chaotische Umwege er laut der GPS-Ortung nahm. Es stellte sich heraus: Die Positionsübermittlung ist sehr ungenau.

Das bestätigte sich auch, als wir im Test den aktivierten GPS-Tracker im Innenhof ruhig liegen ließen. Das Signal sprang wild gut 50 m hin und her. Die wilden roten Linien auf der App-Karte hier im Screenshot erinnern stark an das Gekritzel einer Zweijährigen. Wo sich der GPS-Flaschenhalter und damit das möglichweise gestohlene Fahrrad tatsächlich befindet, ist kaum auszumachen.

In dem Zusammenhang hätten wir uns ähnlich wie beim Velocate CV One (Testbericht) gewünscht, den TrackerID LTS-450 via Bluetooth zu einem Piepen veranlassen zu können. So muss man sich nur in Bluetooth-Reichweite befinden um das gestohlene Fahrrad zu finden.

Außerdem hätten wir uns gewünscht, das Positions-Tracking des GPS-Flaschenhalters via SMS abfragen zu können. So hätte er auch für schusselige Menschen funktioniert, die gerne mal vergessen, wo sie ihr Fahrrad abgestellt haben.

Wenn das Fahrrad nicht genutzt wird, empfehlen wir die eventuelle Flasche aus dem Halter zu entfernen. Denn das GPS-Modul funkt genau in diese Richtung und Flaschen, besonders wenn sie aus Aluminium oder mit Flüssigkeit gefüllt sind, stören das Signal.

Das Fach für die Micro-SIM-Karte.

Im Standby soll er laut Hersteller sechs Monate durchhalten. Im Alarmmodus sendet er jede Minute bei aktiviertem GPS und GSM-Intervallübertragung ein Signal an den Server und soll so 24 Stunden durchhalten. Auf Wunsch überträgt er auch live, dann verringert sich die Akkulaufzeit allerdings auf etwa zwei Stunden.

Der TrackerID LTS-450 kostet bei Pearl 70 Euro. Unter der Produktbezeichnung Cycplus 007, ebenfalls namensgebend für die App, ist er bei einigen China-Shops für nochmal deutlich weniger gelistet.

TrackerID GPS-Tracker im Fahrrad-Flaschenhalter

TrackerID LTS-450

(Kein Produktbild vorhanden)

Zusätzlicher Bluetooth-Transponder

Die Tarnung des TrackerID LTS-450 im Flaschenhalter ist genial. Auch die Verarbeitung wirkt hochwertig und die Akkulaufzeit von sechs Monaten im Standby sucht ihresgleichen. Wird der GPS-Flaschenhalter bewegt und der Bluetooth-Transponder ist außer Reichweite, schickt TrackerID eine Mail und man aktiviert über die App das GPS-Tracking. Leider sind die übermittelten Positionsdaten sehr ungenau. Zu ungenau, um im Getümmel problemlos sein Fahrrad wieder zu finden. Im Ernstfall verrät er nur auf etwa 50 Meter seine Position. Er kann nicht via Bluetooth oder SMS direkt angesteuert werden, um ein Geräusch von sich zu geben oder ohne Alarm seine Position zu übermitteln.

Der Velocate CV One (Testbericht) ist teurer, bietet aber auch deutlich mehr Funktionen. Ein weiterer Vorteil: Er verbirgt sich in einem Rücklicht und ist mit Dynamo oder Stromkreislauf des E-Bikes verbunden. So lädt er sich sogar im Falle eines Diebstahls selbst wieder auf. Noch mehr GPS-Tracker für das Fahrrad haben wir in unserer Marktübersicht zusammengefasst.

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