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Test: Samsung Gear IconX 2018 – guter Komfort, schlechter Klang

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Die True-Wireless-In-Ears Gear IconX 2018 von Samsung sind die ersten komplett kabellosen Bluetooth-Kopfhörer mit integriertem MP3-Player und Fitnesstracker, die uns bislang untergekommen sind. Was nach coolen Features klingt, musste sich in unserem Test erst einmal beweisen. Wie das Headset abgeschnitten hat, erfahrt Ihr in diesem Testbericht.

Das True-Wireless-Headset Gear IconX 2018 ähnelt optisch und bezüglich seiner Anpassungsmöglichkeiten ein wenig dem schon uns getesteten Sony WF-1000X (Testbericht). Neben Ohrpasstücken zu den In-Ears gibt es sogenannte Wingtips, die für zusätzlichen Halt innerhalb der Ohrmuschel sorgen. Beides befindet sich in jeweils drei Größen im Lieferumfang. Wie üblich sind an den Stöpseln Ladepins, die innerhalb der Transportbox mit integriertem Akku für Kontakt sorgen. An den mit gummiertem Material versehenen Ohrstöpseln sind weiterhin jeweils zwei Mikrofone, ein Pulssensor und ein Touchpad untergebracht.

Auch die Ladebox besteht aus gummiertem Material. Vorne gibt es zwei Staus-LEDs für den Ladestand des Akkus der beiden Stöpsel und einen Button zum Öffnen des Etuis. Hinten sind ein USB-Type-C-Anschluss zum Aufladen der Transportbox und eine Staus-LED für den Ladestand des dort integrierten Akkus. Weiterhin gibt es hinten einen Connect-Button für die Bluetooth-Verbindung, den man in der Regel zum Verbinden mit einem Abspielgerät allerdings gar nicht benötigt.

Das Gewicht der Ohrhörer beträgt 8 Gramm, die Abmessungen 21,8 × 18,9 × 22,8 Millimeter. Sie sind durch eine spezielle P2i-Nanobeschichtung spritzwassergeschützt. Die Abmessungen beim Ladeetui betragen 31,4 × 73,4 × 44,5 Millimeter bei einem Gewicht von 54,5 Gramm.

Bezüglich der Audiohardware gibt es von Samsung keine genaueren Informationen. Per Bluetooth verbinden sich die In-Ears in Version 4.2 und unterstützen die Profile A2DP, AVRCP und HFP. Im Vergleich zu vielen anderen True-Wireless-Headphones haben die Gear IconX 2018 einen Speicher für MP3s, bei diesem stehen dem Nutzer knapp 3,5 GByte zur Verfügung. In jedem Ohrhörer sind zwei Mikrofone untergebracht.

Die Akkukapazität der Ohrhörer beträgt 82 mAh, die Kapazität bei der Ladebox 340 mAh. Samsung verspricht je nach Anwendungsszenario Laufzeiten von 5 bis 7 Stunden (Audio-Streaming (über Bluetooth) bis zu 5 Stunden, Standalone Musikwiedergabe bis zu 7 Stunden). Im Standalone-Betrieb als MP3-Player kamen wir im Test allerdings nur auf circa 3,5 Stunden, beim Bluetooth-Streaming sogar nur auf knapp 1 ½ Stunden bei hoher Lautstärke.

Dank integriertem Accelerometer kann Gear IconX 2018 auch den persönlichen Fitnesscoach spielen. Dazu benötigt es jedoch die Gear-App und die S-Health-App von Samsung, und ein Android-Gerät mit mindestens Version 4.4. Zum Übertragen von Audiodateien vom Smartphones auf die In-Ears wird ein Samsung-Galaxy-Handy benötigt (entsprechende Adapter für microUSB auf USB und USB-Type-C auf USB befinden sich im Lieferumfang), alternativ lässt sich das aber auch über einen PC erledigen.

Dort empfiehlt es sich jedoch die über die als Laufwerk angezeigten In-Ears installierbare Software Gear IconX Manager zu nutzen, sonst steht man eventuell vor den Problemen, die wir im Test zuerst hatten. Bei USB-Verbindung mit einem Computer werden beide In-Ears nämlich als einzelnes Laufwerk angezeigt. Bemerkt dies der Nutzer nicht und kopiert MP3s nur auf einen der Stöpsel, hat er bei der Wiedergabe nur auf diesem Stöpsel auch Sound. Also müssen die gewünschten Audiodateien jeweils auf beide In-Ears kopiert werden, bei der Nutzung des Gear IconX Managers geschieht dies jedoch automatisch.

Dank dreier verschiedener Ohrpassstücke und außerdem noch drei verschiedener Wingtips, die sich zum noch besseren Halt in die Ohrmuschel setzen, hatten wir im Test keine Probleme einen sehr guten Halt der Gear IconX 2018 zu erreichen. Das Touchpad an jedem Stöpsel dient zur Mediensteuerung: Einfaches Tippen stoppt oder startet die Wiedergabe, zweifaches Tippen gibt den nächsten Titel wieder oder beantwortet (oder beendet) Anrufe und dreimaliges Tippen springt einen Titel zurück. Einmal getippt und dann gehalten startet den auf dem Handy eingesetzten Sprachassistenten, das Workout oder den Umgebungssound. Dazu wird einfach so lange gedrückt gehalten, bis die entsprechende Ansage (Sprachbefehl, Workout Start oder Umgebungssound aktivieren/deaktivieren) erfolgt und daraufhin losgelassen.

Zur Regelung der Lautstärke wischt der Nutzer vertikal über das Touchpad, was im Test einige Einarbeitungszeit erforderte. Während alle anderen Funktionen sich am besten mit dem Zeigefinger steuern lassen, wollte die Lautstärkeregelung auf diese Art und Weise so gar nicht funktionieren. Die Lösung des Problems war letztendlich dazu den Daumen zu benutzen, aber auch damit dauerte es einen Moment, bis wir den Dreh (bzw. Wisch) raushatten. Zum Umschalten zwischen Bluetooth-Streaming und auf den In-Ears abgespeicherten Medien benötigt es übrigens die Samsung-Gear-App, zu diesem Zweck gibt es keinen speziellen Touchbefehl.

Klanglich hat uns das Samsung-Bluetooth-Headset gut gefallen. Es liegt für unsere Ohren allerdings nicht auf dem Niveau unseres aktuellen Favoriten Jabra Elite Sport (Testbericht), und kommt auch nicht an den Sound des Sony WF-1000X (Testbericht) ran. Zwar steckt es günstigere True-Wireless-In-Ears wie die Auvisio IHS-600 (Testbericht) klanglich schon in die Tasche, allerdings liegen auch knapp 150 Euro zwischen den Kopfhörern. Was uns Gear IconX 2018 fehlt, sind zum einen sattere Bässe, aber auch in den oberen Frequenzbändern dürfte das Headset etwas brillanter und detailreicher Klingen.

Samsung Gear Icon X (2018) schwarz

Schwarz

Samsung Gear Icon X (2018) grau

Grau

Samsung Gear Icon X (2018) pink

Pink

Es gibt einiges, was uns am Gear IconX 2018 gut gefällt, allem voran die Möglichkeit das Headset ohne verbundenes Handy nutzen zu können. Und auch die Bedienung per Touchpad – wenn auch erst nach einer gewissen Einarbeitungszeit – ging uns sehr gut von der Hand. Bei einem Preis von über 200 Euro haben wir uns vom Klang allerdings mehr versprochen und auch die Akkulaufzeit bei reinem Bluetooth-Streaming ist doch recht schwach. Da bieten sowohl der Sony WF-1000X (Testbericht) als auch der Jabra Elite Sport (Testbericht) mehr für weniger Geld. Einzig, wer großen Wert auf ein autark arbeitendes True-Wireless-Headset legt, der könnte im Gear IconX einen treuen Begleiter finden.

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